Dienstag, 22. Dezember 2009  Konjunktur

Positiveres Gründungsklima in NRW

Aber die tatsächliche Gründungsentwicklung lahmt

Düsseldorf, 22.12.2009 – Das Gründungsklima in NRW hat sich im Vergleich zu den anderen Bundesländern verbessert. Dies zeigt das Deutsche Mittelstandsbarometer 2009. Nur Niedersachsen und Hamburg schneiden aus Sicht der befragten Unternehmer noch besser ab. Dies bedeutet Platz 3 für NRW. Im Jahr 2004 lag das Bundesland noch auf dem drittletzten Platz in der bundesweiten Umfrage, die von der Forschungsstelle Mittelständische Wirtschaft der Philipps-Universität Marburg (FMW), der BDO Deutsche Warentreuhand AG und dem Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) durchgeführt wird. In diesem Jahr nahmen 2.300 Unternehmer an der Befragung teil.

Allerdings bedeutet ein positiveres Gründungsklima nicht zwangsläufig, dass auch tatsächlich entsprechend viele Gründungen durchgeführt werden. So landet NRW beim NUI-Indikator für das Jahr 2008 nur im Mittelfeld. Dieser Indikator, der Mitte des Monats vom Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn veröffentlicht wurde, setzt die Zahl der Gewerbeanmeldungen ins Verhältnis zur erwerbsfähigen Bevölkerung.

Für Herbert Schulte ist die Diskrepanz zwischen Gründungsklima und tatsächlich erfolgten Gründungen eine Aufforderung, nicht in den Anstrengungen nachzulassen: "Das gefühlte Gründungsklima hat sich seit dem Regierungswechsel im Jahr 2005 verbessert. Dennoch zeigen sich in der Praxis Mängel. Gründungswillige wollen nicht von einer Hotline zur nächsten verbunden werden. Im Jahr 2010 geht es darum, die guten Ideen so umzusetzen, dass viele Interessenten auch tatsächlich den Schritt in die Selbständigkeit wagen."