Betriebswirtschaft und Umweltbewusstsein

5. BVMW-Wirtschaftsforum bei den Stadtwerken Jena-Pößneck

Neben den Kosten für Personal sind auch die Verbrauchskosten für Elektroenergie, Heizung und Wasser/Abwasser nicht ausschließlich ein rein betriebswirtschaftlicher Posten auf der Ausgabenseite. Ein verantwortungsvoller Umgang mit den Ressourcen wird als Teil der Firmenphilosophie in zunehmendem Maße von den Kunden erwartet.

Und so ließ sich eine Vielzahl von Unternehmensvertretern den Hauptvortrag des zum fünften Mal vom Jenaer BVMW-Kreisverband ausgerichteten Wirtschaftsforums „Energieeffizienz durch Contracting“ vom Energie- und Vertragsspezialisten der Stadtwerke Jena-Pößneck, Guido Stelzle, nicht entgehen. Nach dem Exkurs in die Physik der Kraft-Wärme-Kopplung und Blockheizkraftwerke (BHKW) folgte überzeugende Prozentmathematik zur Senkung von Kosten und Umweltbelastungen. Der Ersatz von Kohle durch Erdgas als Primärenergieträger und dessen Verwendung im BHKW kann bei gleichem Ergebnis den Verbrauch an Primärenergie um 37 Prozent und den CO2-Ausstoß um sogar 60 Prozent senken. Im Wesentlichen basiert dieser mehrfach positive Effekt auf der besseren Auslastung der Abwärme durch das Prinzip des BHKW. Es kann sich für Unternehmen also lohnen, in ein BHKW zu investieren, bot sich Stelzle als Ansprechpartner für Interessenten an. Neben dieser Variante bieten sich aber auch die Stadtwerke als Betreiber des BHKW direkt vor Ort beim Kunden an, eben als Contractor. Einsparungspotenziale ergäben sich beim Energiebezug, aber auch bei den Wartungs- und Betriebskosten der Anlage. Besonders an Schulen eigne sich dieses Modell, führte er weiter am Beispiel des BHKW im Jenaer Angergymnasium aus. Doch auch für Gastronomen, in Hotellerie und Hallenbädern, Wellness-Ressorts usw., also allgemein Abnehmern mit kontinuierlich hohem Wärme- und Warmwasserbedarf rechne sich das Contracting.

Bereits vorher wurde in den einführenden Worten von Gastgeber Bernd Schneider, Prokurist der Stadtwerke, deutlich, dass sich der regionale Komplettversorger seit Langem stark dem nachhaltigen Klimaschutz verschrieben hat. Neben praktikablen Anregungen für die Unternehmensführung soll das Wirtschaftsforum immer auch Ansätze für neue Geschäftskontakte der Klein- und Mittelständler mit dem jeweiligen Gastgeber - stets ein Großunternehmen der Region - ebenso wie bei den Teilnehmern untereinander vermitteln. Und so war seine detailreiche Vorstellung der Holding Technische Werke Jena, der Beteiligungen und Unternehmensstruktur mit breiten Dienstleistungen von Energieerzeugung und -versorgung, Wartung, Abrechnung, Vermietung, Facility Management bis hin zur Information und Unterhaltung durch den lokalen Fernsehsender JenaTV ein aufmerksam verfolgter Vortragsteil.

Einblicke in ein „Heiligtum“ gewährte der von Mario Hacke geführte Rundgang durch die Leitstelle. Von hier aus überwachen unter seiner Leitung insgesamt zwölf Mitarbeiter im 4-Schichtbetrieb die reibungslose Funktion der Netze für Elektroenergie, Fernwärme, Wasser/Abwasser und Erdgas. In der Verbundleitstelle - sie war zu ihrer Inbetriebnahme 1998 die erste in Thüringen, die alle Medien zentral überwachen konnte - laufen pro Jahr etwa 10 000 Ereignismeldungen von den circa 60.000 Datenpunkten (Messstellen) auf.

Nach der Analytik Jena AG 2005 waren die Jenaer Unternehmen Göpel electronic 2006, Cross Match Technologies GmbH Jena 2007 und im vergangenen Jahr Carl Zeiss in Jena bereits Gastgeber des Wirtschaftsforums. Nachhaltigkeit als Wirkung heutiger Maßnahmen bis in die Zukunft wird der BVMW auch in der Fortführung der Tradition des jährlichen Wirtschaftsforums im kommenden und den darauf folgenden Jahren beweisen, so der zufriedene Organisator Dietmar Winter in seinem Fazit.

www.stadtwerke-jena.de

Text und Fotos: Karsten Seifert, FAKT PR

In den Stadtwerken Jena-Pößneck