Baden−Württemberg

BVMW-Unternehmer im Landtag
Allianz für Fachkräfte Baden-Württemberg gegründet - BVMW ist Allianzpartner
DB-Chef Dr. Rüdiger Grube beim Landeswirtschaftssenat
Einige BVMW-Senatoren sowie Wirtschaftsförderin Ines Aufrecht (Bildmitte) und Minister Dr. Nils Schmid (4.v.r.) beim Jahresauftakt Stuttgart mit 220 Unternehmern.
Parteichef Cem Özdemir (4.v.l.) beim Landeswirtschaftssenat

Erpressbar durch Arbeitsplätze?

Allein in der Region um Ludwigsburg gibt es 160.000 Beschäftigte, die versicherungspflichtig sind. Doppelt soviel wie bei Opel und Arcandor, die für rund 80.000 Arbeitsplätze  stehen. Je größer die Zahl der zu rettenden Arbeitsplätze bei einem einzigen Unternehmen ist, desto schneller zeigt sich die Politik davon beeindruckt. Dazu Peter Bürkle, Regional-Geschäftsführer des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) für den Kreis Ludwigsburg: „Da diese 160.000 Arbeitsplätze auf viele kleine und mittlere Firmen verteilt sind, finden sie in der lautstarken Diskussion und dem damit verbundenen Fingerhakeln kaum Beachtung. Weder ein einzelner Automobilhersteller noch ein einzelner Handels- und Reise-Konzern sind systemische Betriebe, deren Fortbestand für die gesamte Wirtschaftsstruktur wichtig ist. Hilfe für einzelne Firmen bedeutet stets eine Wettbewerbsverzerrung zu Ungunsten derjenigen, die keine staatlichen Segnungen bekommen.“ Der BVMW fragt im Interesse der Steuerzahler, wann in diesen Wahlkampfzeiten die Entscheidungsfreiheit der Politiker endet bzw. die Erpressbarkeit beginnt.

 Bürkle weiter: „Unter dem Deckmantel der Rettung von Arbeitsplätzen wollen sich die Politiker offensichtlich plakativ bei ihren Wählern beliebt machen. Zumal vom Ausgang dieser Wahl auch die Alimentation der Abgeordneten und der Regierenden abhängt.

Welche  Konsequenzen würden sie ziehen, falls die Konsolidierung von Opel oder Arcandor  nach einigen Monaten oder Jahren doch scheitert und Milliarden von Steuergeldern vernichtet wurden, die man effektiver in zukunftsträchtige Technologien investiert hätte?". Der BVMW findet es unverständlich, dass höchst unterschiedliche  Maßstäbe angelegt werden. Nützt es den Aussichten der Politiker, im Wahlkampfgetümmel scheinbar Stimmen zu gewinnen, geht man höchst großzügig mit Steuergeldern um. Wollen unverschuldet in Not geratene Firmen mit guter Zukunftsperspektive Unterstützung oder günstige Kredite bekommen, müssen sie teilweise unverständlich strenge Prüfungen über sich ergehen lassen.

Hinein ins Risiko?

BVMW-Geschäftsführer Peter Bürkle und Referent Kurt Ulrich (rechts) vom Ludwigsburger Kompetenzteam. Foto: Ulrich Köppen

BVMW-Vortrag zu ökonomischen Zukunftsoptionen

Ludwigsburg - Die Rezession beginnt, aber vielleicht ist der deutsche Mittelstand, der 97 Prozent aller Unternehmen ausmacht und 70 Prozent der Arbeitsplätze stellt, mit am besten aufgestellt. Auf Einladung von Peter Bürkle, Regionalgeschäftsführer des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BMVW), referierten im Hotel Krauthof sechs Fachkräfte des KT-Kompetenzteams Ludwigsburg zu Zukunftsoptionen der Unternehmenssteuerung.

KT-Geschäftsführer Kurt Ulrich: „Die überschaubare Größe der mittelständischen Firmen prädestiniert sie für eine besondere Beweglichkeit auf dem Markt.“ Da die Politik kaum Hilfestellungen anbiete, gelte es, so Ulrich, einige strategische Instrumente besonders zu beachten. Ulrich: „Viele Produzenten sind zwar geniale Erfinder und Tüftler,  arbeiten aber im luftleeren Raum.“ Wer sich nicht gleichzeitig mit seinem wichtigsten Partner - dem Kunden - beschäftige, mache eigentlich Harakiri. Überleben werde nur derjenige, der etwas unternimmt, vor dem viele im Moment zurückscheuen, nämlich investieren, um die innovativsten Produkte anzubieten. Je enger der Markt sei, desto wichtiger werde der Vorsprung vor der Konkurrenz. Solche Betriebe, so Ulrich, könnten auch in Krisen gute Erträge erzielen. Wer weiter vom globalisierten Markt profitieren wolle, müsse vor allem bedenken, dass es auch in anderen Ländern eine Rezession gebe, die aber weit weniger in eine stimmungsmäßige Depression führe, wie es bei uns der Fall sei. Einen für viele der  Zuhörer überraschenden Aspekt steuerte Josef Willmeroth-Hohenadl bei: „Risiko ist meistens ein gefürchtetes Wort, dabei kann es der Schlüssel zum Erfolg sein. Zu den wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen gehört ein Risikomanagement, denn kein geschäftlicher Ablauf ist ohne Risiko. Wer aktive Maßnahmen trifft, nicht nur Risiken zu vermeiden, sondern sie gezielt zu steuern wenn sie auftreten, wird vor unliebsamen Überraschungen sicher sein. ukö

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