Einblicke in Marketingstrategien: Unternehmer bei Willem van Agtmael im Stuttgarter Breuninger
Für einen Unternehmer gibt es nichts Wichtigeres als den Erfolg, denn dieser entscheidet über die Zukunft seines Unternehmens. Der BVMW sieht sein besonderen Service und damit einen Mehrwert für seine Mitglieder darin, sowohl Einblicke in Strategien von erfolgreichen Unternehmen also auch die persönliche Begegnung mit erfolgreichen Unternehmern zu verschaffen.
Ein herausragendes Beispiel dafür ist Willem van Agtmael, der bereits als 23-jähriger die einmalige Chance bekam, die Leitung des Breuninger-Kaufhauses in Stuttgart zu übernehmen. Rund 50 Unternehmer/innen erhielten Mitte November exklusive Einblicke in ein Unternehmen, das den Wandel vom bürgerlichen Kaufhaus zum gefragten Treffpunkt für Mode und Lifestyle bewältigt hat. Ebenso humorvoll wie scharfsinnig analysierend beschrieb er die Konzeption von Breuninger, das in seinen Häusern hauptsächlich eigene Abteilungen betreibt. Ergänzende Angebote gibt es in separaten Shops durch Mieter. Van Agtmael erläuterte en Detail seine strategischen Überzeugungen: „Die Herausforderungen an die Markenführerschaft beruhen auf drei Grundlagen. Die erste bedeutet anders als die anderen sein, und zwar bezogen auf funktionale Differenzierung, emotionale Differenzierung und Kommunikation. Die zweite ist der tatsächliche Nutzen für die Kunde, der bei uns demonstrativ konsumiert, Anerkennung und Sozialprestige erhält. Zu berücksichtigen sind ferner Sehnsucht nach Vereinfachung und hybrides Konsumverhalten. Das bedeutet das Tragen von Armani und der Einkauf beim Aldi. Die dritte Grundlage ist die Authentizität. Wir verpflichten uns zu Evolution statt Revolution, Filialisierung mit konsistentem Erscheinungsbild und Brand Heritage, das bedeutet Profilierung hochwertiger Produkte durch deren Geschichte, aber auch Geschichten.“
Van Agtmael bekannte in der vertiefenden Diskussion auch, dass trotz aller Berechnungen nicht alle Verhaltensweisen der Kunden auszurechnen seien. Ein gewisses Maß an Risiko gehöre zum Vorwärtskommen dazu, denn nur Überaschendes sichert Aufmerksamkeit. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Schnittstelle zwischen Anbieter und Kunden, den Mitarbeitern. Gerne frage er seine Unternehmerkollegen manchmal, „ob sie ihre Mitarbeiter erst zu Abteilungsleitern machen, wenn diese Großväter sind. Unsere sind es teilweise schon mit 27."
Markus Eistert, Geschäftsführer der mediaN GmbH in Ostfildern, kommentierte den Besuch im schwäbischen Kadewe, der mit Champagner und exquisiten Leckereien begleitet wurde: „Die Organisation war in jeder Beziehung perfekt und es war eine einmalige Gelegenheit, eine herausragende Unternehmerpersönlichkeit wie Willem van Agtmael persönlich erleben zu dürfen. Der ausführliche und spannende Vortrag wird mir lange in Erinnerung bleiben und ich freue mich schon sehr auf die weiteren Veranstaltungen des BVMW.“ ukö
Netzwerken im PALAZZO Spielgelpalast, Stuttgart
45 Unternehmer aus der Wirtschaftsregion Stuttgart folgten der Einladung von BVMW-Geschäftsführer Kurt Mezger zum Netzwerken in den Palazzo Spiegelpalast und konnten dabei bei einem kleinen Rundgang durch Zelt und Container Sehen, unter welchen Bedingungen täglich Europas erfolgreichstes Gourmet-Theater realisiert wird. Dabei erlebten sie live, wie sich einige der Künstler auf ihren Auftritt vorbereiteten und hörten von Palastdirektor Zsaba wie er sein Team aus Organisation, Küche, Show und Service zu kontinuierlichen Höchstleistungen motiviert. Natürlich konnten die Teilnehmer beim abschließenden Netzwerkimbiss nicht nur kleine Köstlichkeiten aus der Küche kennenlernen sondern bei guten Gesprächen auch viele Unternehmerkollegen.
Den Aufschwung innovativ finanzieren - BVMW und Ludwigsburger Kompetenzteam informierten
Der Aufschwung ist da und wird sich nach Ansicht von Wirtschaftsspezialisten auf Wachstumswerte um 3,7 Prozent für 2010 einpendeln. Doch etliche mittelständische Betriebe ächzen noch unter den Folgen ihrer finanziellen Belastung aus dem vergangenen Jahr.
Anlass genug für den BVMW, für Mitglieder und Interessenten einen informativen Abend im Ludwigsburger Hotel Nestor anzubieten. Organisiert wurde er von BVMW-Regionalgeschäftsführer Peter Bürkle und dem dem BVMW angeschlossenen Ludwigsburger Kompetenzteam. Nach den drei Referaten gab es noch Raum für lebhafte Diskussionen.
Manfred Ebert (Gewerbekundenbetreuer der Kreissparkasse Ludwigsburg/BVMW-Mitglied) referierte über Mittelstandsfinanzierung nach schwierigen Zeiten und mahnte: „Ist nach der Krise vor der Krise?“. Das Kreditvolumen habe für die Unternehmer nicht abgenommen und auch die Zahl der Kreditzusagen sei nicht geringer als vorher, resümierte er die Aktivitäten seines Bankhauses. Ebert: „Nach wie vor verstehen es viele Firmeninhaber jedoch nicht, nicht nur in Krisenzeiten mit den Banken offen zu kommunizieren, sondern dieses beständig zu tun. Das ist die beste Garantie, dann auch im Falle eines Falles leichter Kredite zu bekommen.“
„Es existieren so viele Zuschussmodelle, dass es kein Investitionsprojekt gibt, das nicht mit finanziellen Hilfen zu realisieren ist“, lautet das Credo von Josef Willmeroth-Hohenadl. Er vertiefte darüber hinaus folgende Themen: Finanzierungen außerhalb der klassischen Bankfinanzierung sowie Finanzierung und Förderung von Wachstum, Innovation, Forschung und Entwicklung.
Wolfram Ott von Wolfram Ott und Partner berichtete sehr persönlich von der aktiven Gestaltung von Netzwerken und auch Beziehungsgeflechten, die nicht nur direkt finanzielle Hilfe bringen können, sondern auch spontan neue Ideen kreieren können. Ott: „Doch dazu gehört erstens Offenheit und zweiten sofortige initiative. Der Gewinn ist häufig die Bereitschaft zu mehr Flexibilität durch das Begreifen anderer Lösungsansätze“.
Forum Führung: Führen in Zeiten der Veränderung
Zu einer neuen Veranstaltungsreihe hatte der BVMW am 14. Oktober 2010 erstmals nach Stuttgart eingeladen. Mit Jörg Löhr konnte dafür einer der seit Jahren zu den gefragtesten Management- und Persönlichkeitstrainern im deutschsprachigen Raum zählenden Referenten gewonnen werden. Seine hohe Kompetenz und sein begeisternder Vortragsstil machen jeden seiner Vorträge zu etwas Besonderem.
Dies erlebten dann auch die mehr als 300 Unternehmer und Geschäftsführer mittelständischer Unternehmen, die der Einladung des BVMW in die BMW-Niederlassung nach Stuttgart-Vaihingen gefolgt waren. Sie quittierten Löhrs Ausführungen mit lang anhaltendem Beifall und nutzen intensiv die sich anschließenden Möglichkeit zur Diskussion und zum Erfahrungsaustausch.
Eindrücke zum Forum Führung am 14.10.2010
„Erfolgsfaktor Neukunde“ - Vortragsabend mit Marc M. Galal im Geno-Haus; Stuttgart
Mehr als 80 BVMW-Mitglieder und Gäste folgten am 28. September 2010 der Einladung von Kreisgeschäftsführer Kurt Mezger zu diesem interessanten Vortrag.
Marc M. Galal räumte dabei mit einigen Vorurteilen auf und erläuterte den Zuhörern, wie man offen und direkt auf potenzielle neue Kunden, sowohl am Telefon als auch persönlich zuzugehen kann. Sie erfuhren auch, wie sich Ängste und Blockaden abbauen lassen und wie man mit der richtigen Einstellung leichter Neukunden gewinnen kann.
Wie gut Marc M. Galal bei der Zuhörerschaft an diesem Abend ankam, war bei dem anschließenden Netzwerk-Imbiss – der bis spät in die Nacht ging - immer wieder zu hören.
B2SOCCER Stuttgart 2010: Herzlichen Dank an alle Teams!
Am Samstag den 17. Juli 2010 durfte das "Team Sultan Saray" den ersten B2SOCCER-Pokal Stuttgarts mit nach Hause nehmen. Über 100 Spielerinnen und Spieler wetteiferten in 10 Mannschaften auf der erstklassigen Anlage im Neckarpark an der Mercedes-Benz Arena um den Titel. Bei bestem Fußballwetter wurde gespielt, gekämpft, am BVMW-Stand informiert und im Anschluss auch gefeiert.
Porsche – Blick hinter die Kulissen
Am 2. Juni 2010 bekamen 50 Unternehmer einen Einblick hinter die Kulissen des Unternehmens. Bei der Werksbesichtigung erlebten sie die Porsche Produktionsstätte live. Daran schloß sich eine Führung durch das mittlerweile weltbekannte Porsche- Museum an. Mit einem kleinen Snack und Gesprächen auf der Konferenzebene klang der Besuch bei Porsche aus.
Nicht nur bei Robert Enke - Depression wird zur Volkskrankheit - über 4 Milliarden Kosten
Stuttgart - Seit die Depressionen von Nationaltorwart Robert Enke zu seinem Selbstmord führten, wird über diese Krankheit sehr viel ehrlicher und öffentlicher diskutiert. Anlass für den BVMW, im Rahmen einer Mittagsakademie tiefer gehende Informationen anzubieten, die den 50 Unternehmern in Bezug auf ihre Arbeitnehmer wenig bekannt sein dürften.
Eingeladen hatte Kurt Mezger, zuständig für die BVMW-Metropole Stuttgart, in die Klinik für Psychotherapie und Psychiatrie in Stuttgart. Der „Mittelstand“ sprach mit dem Referenten Dr. Jürgen Fischer, ärztlicher Direktor der Klinik.
Mittelstand: Wie viele Menschen sind zurzeit an einer Depression erkrankt?
Fischer: Gut sechs Prozent der Bevölkerung im arbeitsfähigen Alter sind an einer behandlungsbedürftigen Depression erkrankt. Das sind deutlich über 3 Millionen. 40 bis 70 Prozent aller Selbsttötungen werden durch Depressionen ausgelöst.
Mittelstand: Was bedeutet das für unsere Arbeitswelt?
Fischer: Rund eine Million Menschen sind an einer so genannten einzelnen, depressiven Episode erkrankt. Davon sind circa 50 Prozent arbeitslos oder frühberentet. Depressionen oder an sie gekoppelte körperliche Leiden kosten durchschnittlich 4700 Euro pro Patient und Jahr. Die sogenannten direkten Kosten - also die medizinische und ärztliche Versorgung - liegen insgesamt bei rund vier Milliarden Euro.
Mittelstand: Was kann ein Unternehmer tun, um seine Mitarbeiter, aber auch sein Unternehmen, besser zu schützen?
Fischer: Sollte ein Mitarbeiter mindestens 14 Tage nicht seine übliche Leistung bringen und keine anderen Faktoren dafür verantwortlich sein, könnte eine Depression vorliegen. Wir empfehlen zunächst vertrauensvolle Gespräche und Informationen, die speziell im Rahmen unserer Stuttgarter Aktion Gegendepression, angeboten werden. Daran beteiligen sich unter anderem unsere Klinik, die Stadtverwaltung und die Caritas. Es ist wie bei vielen anderen Krankheiten auch, je früher sie erkannt wird, desto besser können Kranke geheilt werden und der Schaden für alle Beteiligten wird geringer, denn besonders schwerwiegend sind chronische Depressionen. mez/ukö
Die Krise ist auch die Chance - Sechs Ansatzpunkte für die unternehmerische Zukunft
Kornwestheim - Der Andrang war groß, die Thematik zeitgemäß und vor allem anschaulich dargestellt. Rund 60 Unternehmer kamen auf Einladung von RGF Peter Bürkle um den Ausführungen des Kompetenzteams zu folgen, dass seine positive Interpretation der Krisensituation eindrucksvoll unter Beweis stellte.
Dr. Henning Holzbaur (Steuerberater und Wirtschaftsprüfer) und Rolf Jäger (Anwalt) warben für eine professionelle Risikominimierung, und zwar vor allem in unternehmerischer und privater Hinsicht. Dabei ging es vor allem um die Absicherung des Vermögens, falls das Unternehmen in schwerer See geraten sollte. Ein von selbstbewussten Mittelständlern wenig beackertes Feld ist die Beantragung von Konjunkturprogrammen, die den Unternehmen insbesondere im Bereich Forschung und Entwicklung über die derzeitige Situation hinweghelfen. Josef Willmeroth-Hohenadl (CA Consulting) breitete seinen Zuhörern einer ganzen Fächer bisher ungenutzten Möglichkeiten auf, wie man ganz praktisch an Zuschüsse kommt. Wolfram Ott (Wolfram Ott & Partner) legte nicht nur jenen Firmen, die unter der Situation leiden, die Aufgabe des Einzelkämpfertons ans Herz und referierte über die nahezu unbegrenzten Möglichkeiten, mittels Nutzung neuer Netzwerke aktive Krisenbewältigung zu bewältigen. Heiko Lube (CND Schug) forderte die Unternehmen insbesondere auf, neue Strategien - auch mit Hilfe des BVMW - zu nutzen, um im Internet wahrgenommen zu werden. Kurt A. Ulrich (KU Externer-Vertrieb) war nicht nur dafür, neue Märkte mit Vertriebsprofis zu erschließen, sondern brachte auch einen Jungunternehmer mit, der konkret berichten konnte, wie sich seine Geschäftstätigkeit danach intensiviert hatte. bür/ukö
Frauen als junge Unternehmerinnen - BVMW erstmals beim Gründerinnentag beteiligt

- Reges Interesse herrschte beim Stuttgarter Existenzgründerinnen-Tag in der IHK (v.l.n.r.): Ines Aufrecht (Wirtschaftsförderung Stuttgart), Birgit Steinhardt (Kontaktstelle Frau und Beruf), Kurt Mezger. Foto: Ulrich Köppen
Stuttgart - Bereits zum zehnten Mal fand jetzt in der Stuttgarter IHK der Existenzgründerinnen-Tag statt. Rund 100 Interessenten nutzen die vielfältigen Erkundungsmöglichkeiten, etliche von ihnen kamen auch zum Informationsstand des BVMW, der zum ersten Mal als Aussteller in der Informationslandschaft mit von der Partie war.
Das Gründungsklima ist in der Region Stuttgart ausgesprochen gut, jedes Jahr machen sich bis zu 25.000 unternehmerisch denkende und handelnde Frauen selbstständig. Bei dem gut besuchten Tag Ende Oktober boten insgesamt rund 20 Firmen, vor allem aber Institutionen von Verbänden und Netzwerken, ihre Unterstützung an. Kurt Mezger, Leiter des BVMW-Verbandes für die Metropoleregion Stuttgart: „Frauen, die sich selbstständig machen, sind in der Regel mit 35 Jahren deutlich älter als Männer, bringen dafür aber mehr Lebenserfahrung und die Bereitschaft zu innovativen Lösungen mit ein und ihnen konnten wir mit unserem breit gefächerten Netzwerk attraktive Angebote machen.“ Dreiviertel aller neuen Unternehmerinnen machen sich im Dienstleistungsbereich selbstständig. Der Vorteil dieser Branche liegt auch darin, dass kaum Kapitalbedarf erforderlich ist. Ein Fünftel gründet im Bereich Handel eine eigene Firma und kann häufig das Startkapital aus dem engeren und weiteren Familienkreis einbringen. Die reichhaltige Unterstützung der staatlichen Förderungs-Institutionen und der privat organisierten Netzwerke ist deshalb die Grundlage für eine häufig auch erfolgreiche Unternehmensgründung. mez/ukö
Frauen in Führungspositionen sind ein Gewinn - BVMW als Kooperationspartner für agile Netzwerke

- Großes Interesse fand das Netzwerkangebot des BVMW im Stuttgarter Rathaus: (2.v.l.) OB Dr. Wolfgang Schuster, Kathrin Silber (daneben Stabsstelle für Chancengleichheit), Kurt Mezger (re., BVMW) und zwei weitere Mitarbeiterinnen der Stabsstelle. Foto: Ulrich Köppen
Stuttgart – Dass Frauen, auch in Führungspositionen, ihren männlichen Geschlechtsgenossen in nichts nachstehen, ist hinlänglich bekannt, aber in vielen Firmen noch nicht in der Realität angekommen.
Die Stabsstelle für Chancengleichheit von Frauen und Männern der baden-württembergischen Landeshauptstadt hat vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg ein Projekt aus EU-Mitteln für kleine und mittlere Unternehmen bewilligt bekommen, dessen Ziel es ist, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. An diesem Projekt können Unternehmen mit ab ca. 25 Mitarbeiter in der Region Stuttgart teilnehmen, die sich in Richtung Familienfreundlichkeit weiterentwickeln möchten und eine engagierte Frau im Führungskräfte-Nachwuchspool haben, die sie im Rahmen des Projekts fördern wollen. Kurt Mezger, Leiter des BVMW-Verbandes Metropolregion Stuttgart: „Etliche kleine und mittlere Betriebe könnten so ihren Mangel an qualifizierten Fachkräften zeitgemäß lösen, indem sie Frauen auf dem Weg in Führungspositionen unterstützen. Bei diesen Projekten vermitteln Expert/innen aus Partner-Unternehmen das notwendige Praxiswissen. Für die KMUs bietet sich der Vorteil, hier von einer Vielzahl neuer Förderprogramme zu profitieren. Für unseren Verband als Kooperationspartner war die Gewinnung neuer Netzwerkmöglichkeiten ein echter Gewinn.“ Partner des BVMW waren bei dieser besuchten Informationsveranstaltung Anfang Oktober die Stadt Stuttgart, das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg, die Landesvereinigung Baden-Württembergischer Arbeitgeberverbände, Allianz Deutschland, BeFF (Berufliche Förderung von Frauen), die Breuninger Stiftung und Ispa-Consult. Die Moderation lag in den Händen von Wolfgang Niess (SWR).
Unbestechliche Bewertung: Mit dem BVMW in der Bundesbank – Notenbankfähigkeit vorgestellt

- Unser Foto zeigt über den Dächern von Stuttgart (v.l.): Josef Turad, Wolfgang Schnaufer, Gerd Hirschmüller, Bernhard Sibold, Annette Beermann und Anke Lewinsky (Bundesbank) sowie Heinz Bommersheim und Kurt Mezger (BVMW). Foto: Ulrich Köppen
Die Unternehmensbewertungen der Deutschen Bundesbank gelten als anspruchsvoll und unangreifbar. Exklusiv mit dem BVMW hatten Unternehmen in Stuttgart, Karlsruhe und Ulm die Möglichkeit, sich über die Methode der Bundesbank zu informieren.
Denn, ob es eine Kritikklemme gibt, wird unterschiedlich beurteilt. Baden-Württembergs BVMW Landesbeauftragter Heinz Bommersheim kritisierte, dass die viele Banken zwar die Kreditvolumina erhöht hätten, dieses aber nur für den Finanzhandels- und Versicherungsbereich gelte, während die Vergabe an mittelständische Dienstleister und produzierendes Gewerbe rückläufig sei. Durch die manchmal unverständlich gestiegenen Kreditbedingungen werden Mittelständler in ihrem eigentlichen Ziel behindert: zu investieren und zu produzieren.
Der Präsident der Bundesbank-Hauptverwaltung Stuttgart, Bernhard Sibold, wies darauf hin, dass die Banken bei der Kreditvergabe kritischer sein müssten, damit sich die Ursachen für die Finanzkrise – u.a. ungenügend gedeckte Kredite - nicht wiederholen Die Bundesbank bietet eine für Unternehmen wertvolle Prüfung an, an deren Ende die Notenbankfähigkeit attestiert wird. Diese Bewertung ist insofern für Banken relevant, als sie Kreditforderungen von Unternehmen mit hoher Bonität für ihre Refinanzierung bei der Bundesbank einsetzen können. Bevor dieses Prädikat erteilt wird, werden die Bilanzunterlagen mit unbestechlicher Software und hohem Sachverstand geprüft. In einem brillant strukturierten Vortrag erläuterte Gerd Hirschmüller von der Stuttgarter Bundesbank dann die einzelnen Bewertungsvorgänge zur Prüfung der Notenbankfähigkeit. Die lebhafte Fragerunde und anschließende Diskussion bewiesen, dass BVMW und Bundesbank den Lebensnerv vieler Unternehmen getroffen hatten.
Stürmische Zeiten: Infoabend zur finanziellen Zukunftssicherung im Mittelstand

- Schöpferische Pause an der Kaffeebar von LaSemeuse: Artur Spraul (Advico), Claudia Hümer (MLP), Kurt Mezger (BVMW) und Ralf Hesse (TPC/MLP). Foto: Ulrich Köppen
Stuttgart - Der Veranstaltungsort „Büro Ambiente“ im Stuttgarter Gewerbegebiet Fasanenhof verhieß gemütliche Atmosphäre. Die Inhalte des gut besuchten Informationsabends, den die Unternehmensberatungen Advico und MLP gemeinsam mit dem BVMW veranstalteten, fand jedoch in rauen Zeiten statt. Ob nun Finanz-, Wirtschafts- oder Strukturkrise - im Musterländle weht derzeit ein ungewohnt kräftiger Wind.
Advico-Vorstand Artur Spraul bemängelte, dass nur gut die Hälfte aller KMUs über eine ausreichende Planung und Steuerung ihrer Liquidität verfügen. Bei einer durchschnittlichen Eigenkapitalquote von unter 20 Prozent können die Folgen selbst bei geringen Managementfehlern fatal sein. Er forderte vor allem die Erhaltung der Zahlungsfähigkeit als erste Managementpflicht und stellte überlebensnotwendige Instrumente zur Unternehmenssteuerung dar. Spraul umriss anschaulich und praxisbezogen die beträchtliche Bandbreite an Darlehen, Bürgschaften und Zuschüsse von Land und Bund zur Optimierung der Finanzierung. Manche kritische Situation ließe sich besser als erwartet damit überwinden.
Das zweite Thema des Abends klang wie trockene Theorie, war aber für viele Unternehmer ein bisher kaum beachtetes „Tool“: die Änderungen durch das Bilanzrechts-Modernisierungsgesetz (BilMoG) bei Pensionsrückstellungen oder betrieblichen Pensionszusagen. Ko-Referent Ralf Hesse, Mitglied der Geschäftsleitung von The Pension Consultancy (MLP Group), referierte über Gehaltsumwandlung in Betriebsrente und Pensionszusagen für Geschäftsführer. Hesse: „Den meisten mittelständischen Arbeitgebern ist die arbeitsrechtliche Tragweite der betrieblichen Altersversorgung nicht bewusst.“ Die Gehaltsumwandlung der Mitarbeiter sei der cleverste Weg für den Arbeitgeber, Lohnnebenkosten zu sparen. Je nach Teilnahmegrad der Belegschaft könnten bis zu acht Prozent Ersparnis realisierbar sein. Hesse weiter: „Pensionszusagen für Geschäftsführer sind im Schnitt nur zur Hälfte ausfinanziert. Besonders kritisch ist es, wenn diese Deckungslücke erst kurz vor Pensionierung entdeckt wird.“ Gerade in Zeiten, in der viele Unternehmensnachfolgeregelungen anstehen, könnten unterfinanzierte Pensionszusagen die größte Hürde bei Verkauf oder Liquidation der Firma sein. Kein potentieller Käufer will die Pensionen der ehemaligen Geschäftsführung aus der Liquidität bezahlen. Der Gesetzgeber lässt heute mehrere Möglichkeiten der Übertragung einer Pensionszusage auf einen externen Träger zu. So ist es möglich, bereits vorhandene Pensionsrückstellungen wieder aufzulösen. Hesse: „Eine solche Umstellung erfordert eine umfängliche Beratung, die die steuerliche Situation, das Arbeitsrecht und auch die Versicherungsmathematik umfasst.“ (mez/ukö)














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