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BVMW fordert angemessene Berücksichtigung des regionalen Mittelstandes bei Vergabe öffentlicher Aufträge in Berlin

Berlin. Der Mittelstand in der Hauptstadtregion muss bei der Vergabe von Aufträgen, vor allem bei Großprojekten des Landes Berlin, angemessen berücksichtigt werden. Das erklärte Christian Würzburg am...

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Veranstaltungen

BVMW will das Rückgrat der Wirtschaft in der Hauptstadtregion stärken

Hennigsdorf. Der Bundesverband setzt seine Netzwerkarbeit im Interesse des Mittelstandes mit einer weiteren Branchen-Veranstaltung fort. Am 30....

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Fachkräfte

Verzahnung von Bildung und Mittelstand ist ein Erfolgsmodell

Cottbus. "Die Verzahnung von Bildung und mittelständischer Unternehmensstruktur ist das Erfolgsmodell für den Wohlstand unseres Landes und bedeutet...

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Politik

Neugewählte Stadtverordnetenversammlung muss Verantwortung für die Entwicklung der Stadt wahrnehmen

Frankfurt (Oder). Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft gratuliert allen Stadtverordneten, die in die neue Stadtverordnetenversammlung von...

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Politik

Bundesverband begrüßt das Bekenntnis der Bürgermeisterin von Frankfurt (Oder) zu kleinen und mittleren Unternehmen

Frankfurt (Oder). Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft begrüßt das Bekenntnis der Bürgermeisterin von Frankfurt (Oder), Dr. Claudia...

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Forum Führung mit Dr. Reinhard K. Sprenger im Axica Berlin, September 2014

BVMW für angemessene Berücksichtigung des Mittelstandes bei Vergabe öffentlicher Aufträge

Berlin. Der Mittelstand in der Hauptstadtregion muss bei der Vergabe von Aufträgen, vor allem bei Großprojekten des Landes Berlin, angemessen berücksichtigt werden. Das erklärte Christian Würzburg in Berlin bei einem Podiumsgespräch mit dem Bürgermeister und Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, Michael Müller (SPD). Darüber hinaus müsse die Energiepolitik des Landes Rahmenbedingungen schaffen, die für die mittelständische Wirtschaft auch in Zukunft Versorgungssicherheit und bezahlbare Energiepreise gewährleisten, so Würzburg weiter unter Bezugnahme auf das Kommunalpolitische Programm des BVMW. 

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft hatte Müller im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Auf ein Wort, Herr Senator…" nach Tempelhof in die Eventlocation Pier 13 eingeladen.

Müller wies darauf hin, dass sich der Senat mit beiden Themen derzeit befasse. Das Vergabegesetz solle "entschlackt" werden. "Allerdings ist es mit einem Olympiastadion wie mit einer Landebahn - das können nur wenige", räumte er ein. Trotzdem habe der Senat ein großes Interesse an der Beteiligung der mittelständischen Unternehmen bei Investitionsprojekten und messe den KMU eine wesentliche Bedeutung bei der Stadtentwicklung zu.

Die angestrebte Rekommunalisierung in den Bereichen Wasser und Energie nannte der Senator die Korrektur eines Fehlers. Dadurch solle auch einer Verteuerung entgegengewirkt werden. Trotzdem sei die Preisentwicklung auf dem Energiemarkt nicht vorhersehbar.   

Während der Diskussion mit mehr als 40 Unternehmerinnen und Unternehmern, die Christian Würzburg moderierte, ging es um die Wachstumsdynamik in Berlin und die damit verbundenen Themenbereiche von der Entwicklung der Infrastruktur über die Nutzung freier Flächen bis zum Wohnungs- und Gewerbebau.

Besonderes Interesse bekundeten die Diskussionsteilnehmer an der Olympia-Bewerbung Berlins, der Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur, den Genehmigungsverfahren für Bauprojekte in den Stadtbezirken und der nachhaltigen Stadtentwicklung.  

"Der Mittelstand zeigt großes Interesse an der Entwicklung Berlins als attraktive, prosperierende Metropole. Wir hoffen, dass Michael Müller als Senator oder auch als möglicherweise zukünftiger Regierender Bürgermeister die Anregungen engagierter Unternehmer aufgreifen und in die politische Debatte über die Zukunft der deutschen Hauptstadt einbringen wird", so Würzburg nach der Veranstaltung. 

Spionage kostet Mittelstand Millionen

Carlo Weber und Dr. Dieter Kapell Foto: Klemt

Potsdam.  „Ich bin froh, dass ich Sie als Gäste begrüßen darf“, eröffnete der Leiter der Abteilung Verfassungsschutz im brandenburgischen Innenministerium, Carlo Weber, die Begegnung mit den Wirtschaftssenatoren des BVMW-Landesverbandes in Potsdam. „Sonst sind wir es, die über Land fahren, um Aufklärungsarbeit zu leisten.“ Die Aufklärung und Abwehr Spionage ist nur eines der Arbeitsgebiete für Weber und seine rund 100 Mitarbeiter. Der Wirtschaft aber entstehen jedes Jahr Millionenschäden durch Spionage oder die Ausforschung durch nationale und internationale Konkurrenz. Gerade kleine und mittlere Unternehmen sind solchen Angriffen oft hilflos ausgesetzt. „Das beginnt schon bei der Frage, womit ein Unternehmen es zu tun hat.“ Während der Verfassungsschutz zuständig ist für das Wirken fremder staatlicher Mächte, geht die Polizei der Ausspähung durch die Konkurrenz nach. Wer den Verdacht hegt, in solch eine Situation geraten zu sein, so Weber, sollte sich an den Verfassungsschutz wenden. Dessen klarer Vorteil besteht in der Diskretion. „Die Sorge um das Image des Unternehmens hält viele ab, darüber zu sprechen. Aber genau dafür sind wir da.“  

Dr. Jörg Treffke vom brandenburgischen Verfassungsschutz wies darauf hin, dass vor allem hochinnovative Unternehmen von Wirtschaftsspionage betroffen sind, und erläuterte das an praktischen Fällen, die von den deutschen Diensten aufgeklärt wurden. Mehr als die Hälfte aller Spionagefälle betrafen den Bereich der Forschung und Entwicklung. Dabei waren 73 Prozent sogenannte Innentäter, als Mitarbeiter. 

„Jedes dritte Unternehmen hatte bereits einen Spionageverdacht, jedes fünfte sogar einen ganz konkreten“, berichtete er. Als risikoreiche Länder gelten Russland, China und die USA. „Allerdings tauchen die USA im Verfassungsschutzbericht nicht auf, weil staatliche Wirtschaftsspionage durch die USA nicht nachgewiesen wurde. Die Behauptungen Edward Snowdens wurde bisher nicht belegt.“ Trotzdem gebe es das klassische Freund-Feind-Modell nicht mehr, so Dr. Jörg Treffke. Die Aufmerksamkeit richte sich auf einen Umkreis von 360 Grad. Dabei geht es um Patentrechtsverletzungen, Plagiate und die Abwerbung von Spezialisten.

Wie schwer es dennoch ist, Wirtschaftsspione dingfest zu machen und den Beweis einer staatlichen Auftraggeberschaft zu führen, zeigt sich daran, dass in einem Drittel aller Fälle Kommissar Zufall der größte Helfer ist. 

Der Verfassungsschutz leistet vor allem „Prävention durch Information“ und bietet Schulungen an, um die Unternehmen zu sensibilisieren. Im Bereich der IT-Spionage sei auch das Nationale Cyber-Abwehrzentrum ansprechbar. Mit seinen zwölf Mitarbeitern kann es zumindest eine Grundprüfung durchführen und im Bedarfsfall  weitere Kontakte herstellen. Wer sich gegen Kriminalität jeder Art schützen wolle, so Carlo Weber, muss jedoch vor allem Eigenverantwortung übernehmen.  

Die Senatoren nutzten die Gelegenheit zu einer lebhaften Diskussion mit den Experten und lobten die angenehme Atmosphäre, in der das Gespräch stattfand.  

Geschäftsmodell-(Re-)Engeneering

Berlin. Wie schaffe ich es, mein Geschäftsmodell greifbar zu machen und wo setze ich bei Veränderungen an? Woher weiß ich, ob mein Unternehmen für die Zukunft gut aufgestellt ist? Wie schaffen es erfolgreiche Unternehmen immer wieder ihre Geschäftsmodelle zu verändern?

Antworten darauf gibt ein interaktives Hands-on-Seminar am 24. Juni von 10 bis 16 Uhr im Fraunhofer-Forum, Anna-Louisa-Karsch-Straße 2 in 10178 Berlin. Dabei lernen die Teilnehmer, mit Hilfe eigens entwickelter Tools und Methoden Geschäftsmodelle zu analysieren, wesentliche Trends zu erkennen und mit Hilfe von Veränderungsmustern Geschäftsmodelle (weiter) zu entwickeln. Das Seminar kombiniert aktuelle Forschungsergebnisse von Fraunhofer-Instituten, insbesondere des Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, mit der Beratungspraxis der Experten von KPMG und der AGILeVIA GmbH. Das Seminar richtet sich an Unternehmer, Inhaber, Geschäftsführer und Business Developer, die die Zukunftsfähigkeit ihres Unternehmens überprüfen und Ideen für die Weiterentwicklung ihres Geschäftsmodells erarbeiten wollen. Informationen zum Ablauf sowie zur Anmeldung gibt es auf der Internetseite www.agilevia.de.

BVMW-Jahresempfang 2014 in Berlin

Bundesverband lud zum Familiensonntag beim Berliner Sechs-Tage-Rennen ein

Auch das berühmte Sechs-Tage-Rennen im Berliner Velodrom ist ein mittelständisches Unternehmen. Mit 15 Mitarbeitern stemmt Geschäftsführer Reiner Schnorfeil eine der bedeutendsten Sportveranstaltungen in der Bundeshauptstadt, die in diesem Jahr zum 103. Mal stattfand. „An den Renntagen wächst die Zahl der Mitwirkenden allerdings auf 75.000“, berichtet Schnorfeil. So viele Zuschauer kommen erwartungsvoll in die Halle mit einer der schnellsten Rennbahnen Europas. Für Berlins Senator für Inneres und Sport, Frank Henkel, gehört das Sechs-Tage-Rennen „seit jeher in de Kreis der herausragenden Traditionssportveranstaltungen“. So erinnert er als Schirmherr des Rennspektakels auf dem Velodrom an das Motto „Januartage sind in Berlin Radsporttage!“

Reiner Schnorfeil hat bereits 1997 als Allein-Vermarkter der Veranstaltung begonnen und wurde 2010 Geschäftsführer.  Er ist sichtlich stolz darauf, „von Anfang an“ dabei gewesen zu sein. Außerdem macht Erfolg natürlich Spaß und erst recht der Hallentrubel bei den anspruchsvollsten Duellen der Spitzenfahrer, der Jubel über Bestleistungen der Publikumslieblinge.  

Seit dem vergangenen Jahr ist die 6-Tage-Rennen GmbH auch Mitglied im Bundesverband mittelständische Wirtschaft. „Wir haben überlegt, wie wir den Sonntag als Familienbrunch nach vorn bringen“, berichtet Schnorfeil. „So wurde mit Renate Fonfara, Kreisgeschäftsführerin des BVMW, die Idee geboren, Mitglieder des Bundesverbandes einzuladen.“ Ein Einstands-Angebot, von dem Renate Fonfara und ihre Mitstreiter gern Gebrauch machten. Für den BVMW in der Hauptstadtregion wurde der Tag zu etwas ganz Besonderem.

Großes VIP-Erlebnis für 190 BVMW-Mitglieder

190 Verbandsmitglieder, deren Familien, Partner, Freunde und Bekannte erlebten im VIP-Bereich des ausverkauften Velodroms, direkt auf der Innenseite der Start- und Zielbahn einen spektakulären Renntag der 68 Fahrer aus 21 Nationen. Unter den Sportlern befanden sich zahlreiche Welt-, Europa- und Landesmeister. Manche entstammen Radsportler-Dynastien, die schon seit Jahrzehnten für Aufsehen im Rennsport sorgten.

„Für mich ist das heute aber nicht nur ein großartiges Radsportereignis, sondern auch ein Unternehmertreffen des BVMW in einer einmaligen Atmosphäre“, meint der BVMW-Kreisgeschäftsführer Christian Würzburg. „Wo könnte man besser miteinander ins Gespräch kommen, neue Kontakte knüpfen und natürlich zugleich spannende und unterhaltsame Stunden miteinander verbringen“, meint BVMW-Kreisgeschäftsführerin Marion Arndt. 

Begeistert zeigten sich auch die Gäste. Für die Gattin eines Neuköllner Familienunternehmens war der Besuch des Sechs-Tage-Rennens beispielsweise eine echte Premiere. „Ich lasse mir noch das eine oder andere erklären, aber das ist gar kein Problem – mein Mann kommt jedes Jahr hierher.“ 

Mit dem Taschenlampenkonzert der Berliner Gruppe Rumpelstil wurde zudem ein Show-Act geboten, der nicht nur die Erwachsenen Spaß bereitete, sondern mehr noch den Kindern. Eingängige Musik und sinnreiche, fröhliche deutsche Texte - auch das ist heute schon ungewöhnlich genug.

Energiewende in Deutschland

Neuenhagen. Die Energiewende, viel beschworen, viel diskutiert und von manchen voreilig zu Grabe getragen, findet statt. Im Land Brandenburg. In Ostdeutschland. Davon ist Gunter Scheibner, Leiter Systemführung bei der 50 Hertz Transmission GmbH in Neuenhagen bei Berlin überzeugt. Das Unternehmen betreut mit seinen 757 Mitarbeitern das insgesamt 9.800 Kilometer lange Höchstspannungsnetz von 400-Kilo-Volt- und 220-Kilo-Volt-Leitungen mitsamt 70 Umspannwerken auf dem Gebiet der ehemaligen DDR und der Freien und Hansestadt Hamburg. Das sind 31 Prozent des Bundesgebietes. 400 Millionen Euro wurden im vergangenen Jahr in das Netz investiert. „Geschuldet ist dies der Energiewende und der Einspeisung durch erneuerbare Energien“, erläuterte Gunter Scheibner den Wirtschaftssenatoren des BVMW-Landesverbandes Berlin-Brandenburg bei ihrem Besuch.

Bei Stürmen wie Xaver laufen wir über

„Allerding realisieren wir ausschließlich Investitionen, bei denen die Refinanzierung über Netzentgelte gesichert ist.“ Die von Dr. Dieter Kapell vorgetragene Forderung des BVMW, Strom so dezentral wie möglich und so zentral wie nötig zu produzieren, sieht Gunter Scheibner längst nicht verwirklicht. „Tatsächlich wird der Strom dort produziert, wo er produzierbar ist - ein deutliches Missverhältnis.“

Deshalb findet die Energiewende im Netzbereich der 50 Hertz Transmisson GmbH statt, so der Energieexperte, der die Branche seit mehr als dreieinhalb Jahrzehnten kennt. Schon 2012 wurde hier ein Anteil von 35 Prozent Erneuerbarer Energien erreicht, also jenes Volumen, das sich die Bundesregierung für das Jahr 2020 zum Ziel gesetzt hat. Zu den Ergebnissen gehört aber auch: „Bei Stürmen wie Xaver laufen wir buchstäblich über.“

Gab es im Jahr 2000 im Bereich der 50 Hertz Transmission GmbH eine installierte Leitung Erneuerbarer Energien von 2.100 Megawatt, so waren es 2012 bereits 20.583 Megawatt. Im Jahr 2024 rechnet das Unternehmen mit 44.800 Megawatt. 

Derzeit laufen Windkraftanlagen mit einer Leistungskraft zwischen jeweils 1,5 und 5 Megawatt. „Die 7,5-Megawatt-Anlagen kommen jetzt, die 10-Megawatt-Anlagen befinen sich auf dem Reißbrett“, so Gunter Scheibner. Auch wenn die hiesige Windvorratsfläche bereits weitgehend genutzt wird, gibt es einen erheblichen Zuwachs durch diese neuen Anlagen. „Man sollte die Technologie weiter entwickeln, die am effektivsten ist. Bei uns ist das die Windenergie.“

Gleichzeitig weist der Experte aber auch darauf hin, dass die Energiewende nicht umsonst zu haben ist. „Die kostet richtig Geld, nicht nur als Anschub zur Durchsetzung der Technologie, sondern auch zur Sicherung des Betriebes mit entsprechenden Technologien.“

Für die Systemführung und die Versorgungssicherheit bedeute die wachsende Durchdringung mit Erneuerbaren Energien eine enorme Herausforderung. Allein durch die Veränderung der Windstärke liegt die Schwankung der eingespeisten Leistung aus Windkraftanlagen binnen eines Tages bei 8.353 Megawatt. Im Extremfall, wie beim Sturmtief Xaver, liegen  plötzlich sogar 11.064 Megawatt auf der Leitung. 

„Liberalisierung des Marktes statt Monopol bedeutet auch, dass der Markt darüber entscheidet, welches Kaftwerk einspeist, und nicht die Warte“, so Gunter Scheibner. 98 Terra-Watt-Stunden wurden 2012 an die Endkunden abgesetzt. Von den 42.900 Megawatt installierter Leistung gehörten 20.583 Megawatt zu den Erneuerbaren Energien. 

Das Interesse am technologischen Umgang mit einer umweltfreundlicheren Stromerzeugung ist groß. Selbst aus Japan kommen die Besucher der 50 Hertz Transmission GmbH. „Auch dort werden entsprechende Gesetze geplant“, weiß Gunter Scheibner. 

Der Job findet seinen Bewerber

Berlin. Es ist so gekommen, wie Kommunikationswissenschaftler es vor mehr als einem Jahrzehnt vorausgesagt haben. Nicht das Vorhandensein von Informationenund die Zugriffsmöglichkeit darauf verursacht heute den größten Aufwand, sondern das effiziente Auffinden. Die Antworten des Internets auf diese Herausforderung heißen intelligente Suche und Interaktivität. Das Webportal Monster.de, erfolgreicher Partner des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, vereint beides. Zu welchem Zweck und mit welchem Ergebnis, das erfuhren Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Hauptstadtregion im November bei einer BVMW-Veranstaltung im Herzen Berlins. 

Das Interesse an der neuen Veranstaltungsreihe Meeting Mittelstand in der Hauptstadt war so groß, dass die Zahl der Anmeldungen zu diesem Abend unter dem Thema „Wachstum sichern - Fachkräfte gewinnen! - Erfolgreiche Personalbeschaffung im Mittelstand“ die Platzkapazität in der Kanzlei Dentons bei weitem überschritt.

68.000.000 Stellengesuche in einem Monat

40 Prozent der Unternehmen, so berichtete  BVMW-Regionalgeschäftsführerin Birgid Zoschnik, finden derzeit nicht die benötigten Fachkräfte. Ihnen zu helfen, hat sich das börsennotierte Unternehmen Monster.de zur Aufgabe gemacht. Es geht um einen riesigen Markt. 68 Millionen Jobs werden im Internet international jeden Monat gesucht. Gleichzeitig ist beispielsweise im Bereich Forschung und Entwicklung jede 15. Stelle nicht besetzbar. In den kleinen und mittleren Unternehmen gab es in diesem Jahr nahezu zehn Prozent unbesetzte Stellen. Und beide Seiten warten doch nur darauf, zueinander zu finden!

Dabei setzen knapp zwei Drittel der Jobsuchenden auf Internetstellenbörsen wie Monster.de, reichlich ein Drittel wendet sich den Webseiten konkreter Unternehmen zu und knapp ein Drittel nutzt Karrierenetzwerke wie Xing. Angesichts des eher abnehmenden Interesses an den samstäglichen Stelenanzeigen in vielen Zeitungen meint Henryk Vogel: „Im Internet ist immer Sanstag, 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche.“

Der Monster-Direktor berichtete darüber, dass sich sein Unternehmen nicht nur neuer Suchtechnologien bedient, sondern auch Recruiting-Trends im Mittelstand forciert, beispielsweise zur papierlosen Bewerbung, die sowohl dem Unternehmen bei der elektronischen Erfassung und Bearbeitung entgegenkommt, als auch dem Jobsuchenden im Informationszeitalter. 

Unternehmen müssen Eindruck machen

Wer im Wettbewerb mit den Großunternehmen die besseren Kandidaten gewinnen möchte, muss selbst als Unternehmen den besseren Eindruck machen. Employer Branding heißt das Schlüsselwort: das eigene Unternehmen zur Marke machen und als Marke bewerben, am besten mit den eigenen Angestellten in ihrem Umfeld, aber auch zielgruppengerecht in sozialen Netzwerken, auf Internetportalen. „Signaltechniker haben sehr oft ein gemeinsames Hobby: die Modelleisenbahn. Also trifft man sie auf den entsprechenden Internettseiten und macht dort auf sich aufmerksam“, erzählte Vogel. 

Ein weiterer Trend ist die Stellenanzeige, die auf mobilen Endgeräten erscheint. Zu den gebündeltenErfahrungen, die sich Monster.de zu Nutze macht, gehört auch, dass vor allem jüngere Menschen mehr an Entfaltung und Kreativität interessiert sind, als an Geld und Sicherheit, an flexiblen Arbeitszeiten und elternfreundlicher Atmosphäre. 

Viele Möglichkeiten stehen mittelständischen Unternehmern offen, um auf solchen Wegen die Mitarbeiterbindung zu erhöhen und zu professionalisieren.  Monster.de als Qualitätssieger im Verhältnis von Bewerbungszahl und Qualität der Bewerber (Westpress Media Leistungstest) kann KMU bei ihrer Präsentation zur Seite stehen. Die enge Partnerschaft mit dem BVMW hat es ermöglicht, deutschlandweit Veranstaltungen zum Thema Fachkräfte-Recruiting durchzuführen. Auf der Inernetseite www.fachkraft-im-mittelstand bieten Monster.de und BVMW gemeinsam wichtige Informationen zur Personalbeschaffung an.

Dentons als Gastgeber des Abends verfügt als Fullservice-Agentur auf dem Gebiet des Arbeitsrechts ebenfalls über umfangreiche Erfahrung. Schwerpunkt der Kanzlei ist die Dauerbetreuung langjähriger Mandanten, wie Dr. Markus Diepold berichtete. Dabei geht es auch um das Gewinnen und Halten von Mitarbeitern durch Employer Branding.  „Sechs Monate dauert es heute, um beispielsweise einen Lokführer zu finden.“ 

Lebensgestaltung ist wichtiger als mehr Geld

Kein Wunder, dass viele Unternehmer ihren Mitarbeitern Zielprämien zahlen, wenn sie die richtige Verstärkung für das eigene Team vermitteln. Um zu sehen, wie sich das Unternehmen auf veränderte Erwartungen von beschäftigten einstellen kann, genügt ein Blick in entsprechende Studien. 

63 Prozent der Arbeitnehmer beklagten bei einer Umfrage die schlechte Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Auch die flexible Arbeitszeitgestaltung - von der Kernarbeitszeit bis zum Lebensarbeitszeitkonto - gewinnt an Bedeutung. Familienzimmer und Kinderbetreung können ein unschlagbares Plus für ein Unternehmen sein. Aber auch Gesundheits- und Altersvorsorge sowie Qualifikationsmöglichkeiten sind gefragt. Für jüngere Menschen ist es nicht unwichtig, welche Rolle Nachhaltigkeit im eigenen Unternehmen spielt, ob es sich sozial verantwortlich engagiert. Schließlich kann Mitarbeiterbindung auch über Vergütungsmodelle gefestigt werden. Dentons hat dafür die Formel SMART: schriftlich fixiert und präzise, messbar nach objektiven Kriterien, anspruchsvoll und herausfordernd, realistisch und erreichbar und schließlich terminiert im Rahmen eines konkreten Zeitraums.   

Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Peter Zierbock von der Firma ttp mit ihren 160 Mitarbeitern kann das bestätigen. Angemessene Ausbildungsvergütungen und Stipendien bieten sich als Stimulanz für potentielle Mitarbeiter an. Fortbildungen und Zielvereinbarungen motivieren gewonnenene Fachkräfte. „Es lohnt sich aber auch, das Mitarbeitergespräch nicht über die Höhe der Vergütung zu führen, sondern über die Arbeitsbedingungen.“ Nicht nur, weil sich dabei die tatsächliche Priorität von Bedürfnissen bei der Lebensgestaltung der Mitarbeiter zeigt, sondern auch, weil der Unternehmer beziehungsweise sein Personalchef daraus selbst neue Vorschläge und Anregungen gewinnen können. In den vergangenen Jahren hat sich zudem gezeigt, dass Mitarbeiterbindung ein Thema ist, das nicht erst mit dem Berufsleben beginnt.
 

Frühzeitig tragende Verbindungen knüpfen

Die JMS Junior Management School bietet in Abstimmung mit der Industrie- und Handelskammer ein zwölfmopnatiges Curriculum an, bei dem eine direkte Förderung durch interessierte Unternehmen stattfindet. Die jugendlichen Teilnehmer haben einen unmittelbaren Ansprechpartner und werden selbst zu Botschaftern für „ihr“ Unternehmen in ihren eigenen sozialen Netzwerken. Für die Unternehmen bedeutet das eine Imagewirkung dort, wie sie tatsächlich benötigt wird. Für Kleine und mittlere Unternehmen wird das Pilotprojekt zudem gefördert. BVMW-Regionalgeschäftsführerin Birgid Zoschnik will dieses Modell auch nach Berlin holen. 

Beim Get-together hatten die Gäste des Abends nicht nur Gelegenheit, sich vertiefend über das Thema auszutauschen. Melanie Piontek, selbst Mitglied im BVMW, hauchte dem Abend mit ihrem Saxophon ein wenig Swing ein.Die hochtalentierte Musikerin hat in den zurückliegenden Jahren charmant und professionell die Berliner Szene erobert - bis hin zu zahlreichen hochkarätigen gesellschaftlichen und Firmenevents, auf denen die Solistin parlierte.  

Großer Beifall für die „Gefährten“

Berlin. Das Stück ist kein Musical und die Geschichte, nach einem Kinderbuch inszeniert, ist eher schlichter Natur undlässt dem Ensemble vor allem im zweitenTeil wenig Raum, über die Kolportage hinaus Charaktere zu entwickeln. Trotzdem dürfte „Gefährten“ zu Recht einer der größten aktuellen Theatererfolge werden. Davon konnten sich auf Einladung des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft und seiner Regionalgeschäftsführerin Birgid Zoschnik im November auch zahlreiche Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Hauptstadtregion überzeugen.

Nach der Begrüßung durch den Hausherrn,Vertriebsleiter Andreas Voigt von der Stage Entertainment Marketing & Sales GmbH, Sponsor Jürgen Stehle von der Salesforce Germany GmbH, Marketing-Direktor Sven Klann-Lejeune von den Grand City Hotels, Uwe Piefke von der Deutschen Post und Birgid Zoschnik gab es einen Sektempfang für die Theaterbesucher, die so noch Gelegenheit fanden, sich im feierlichen Ambiente des traditionsreichen Theaters auf das Bühnenerlebnis vorzubereiten oder auch Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. Am Rande beobachtet: Es warensehr viele erfreulich junge Theaterbesucher unter den Gästen - die Inszenierung trifft also nicht nur Herz und Seele der Zuschauer, sondern offenkundig auch einen Nerv der Zeit.

Was aber ist denn nun das Geheimnis dieser Inszenierung des National Theatreof Great Britain nach dem Roman von Michael Morpurgo? Vor allem sind esgewiss die lebensgroßen Tiergestalten,allen voran die titelstiftenden Pferde ausder Handspring Puppet Company. Die Tiere werden nicht nur getreu bis inskleinste Detail durch sinnreiche Mechanismen bewegt - vor den Augen des Zuschauers und je weiter er sich einlässt auf die Geschichte, erwachen sie buchstäblich zum Leben.

Die Symbiose dieser Meisterwerke des Puppenbaus und der diesem keineswegs nachstehenden Kunst der Puppenspieler verzaubert und berührt. Das Herz läuft den wissenden Sinnen davon: Dort vornauf der Bühne, das ist Joey, der alle Leideneiner armen Bauernfamilie, der das ganze Drama des Ersten Weltkrieges zubeiden Seiten der Front erlebt, und seintreuer Freund und Reiter. Zum zweiten ist es die Leistung des gesamten Schauspielerensembles, das diese Geschichte einer tiefen Freundschaft zwischen Pferd und Reiter erzählt, die letztendlich beiden das Leben rettet. Von der Kinderfigur bis zur Gestalt des Sängers, loten sie die Geschichte aus, soweit das Stück auf der einen, der Showcharakter der Inszenierung auf der anderen Seite das zulassen.

Schließlich erlebt das Publikum einen grandiosen Umgang mit Bühnentechnik und Bild. Zeichnung, Malerei, Animation, Licht und Effekte sind wirkungsvoll, aber ohne Effekthascherei, sparsam, aber ohne Askese eingesetzt. Alles ist in sich stimmig und so entsteht ein opulentes Epochengemälde, ohne Überfrachtung und ohne Beliebigkeit. Der brausende Beifall am Ende der Vorstellung war zweifelsohne verdient.

Für den BVMW in der Hauptstadtregion war das gemeinsame Erlebnis ein herausragendes Beispiel, wie Mitglieder ihren Verband leben: als Miteinander, das weit über die politische Interessenvertretung hinaus Zugänge zur Kultur und zum gesellschaftlichen Leben pflegt und schafft, hochkarätige Veranstaltungen mit großartigem Erlebnischarakter anbietet und auch so den Zusammenhalt der Mittelstandes fördert.

Weltspitze bei Munitionsentsorgung - Wirtschaftssenatoren besuchen Spreewerk

Lübben. Hinter den videobewachten Betriebszäunen der Integrated Solutions from Lübben türmt sich der Stoff, aus dem die schlechten Träume sind. Hier wird Lagermunition entsorgt, die aus den Beständen militärischer Kräfte in aller Welt stammt. Von der Gewehrpatrone bis zur Rakete oder Bombe. Die brandenburgische Firma hat das dazu notwendige Know how weitestgehend selbst entwickelt und stellt auch mehr als 90 Prozent der dafür benötigten Ausrüstungen selbst her. Damit ist sie zu einem der weltweit führenden Partner der Branche geworden.

Gegründet 1957 als VEB Spreewerk Lübben blickt der Betrieb auf eine Geschichte als Munitionshersteller und –entsorger zurück, bei dem sich ursprünglich alles um die Kalaschnikow drehte. Auch Strafgefangene, die ein eigenes Lager auf dem 187 Hektar großen Gelände hatten, wurden dabei eingesetzt. In den 80er Jahren erfolgte die Modernisierung zu einem der weltweit modernsten Munitionswerke. Mit der Wende wurde die Produktion gestoppt. Munition aus NVA-Beständen wurde umgerüstet zu Sportmunition und ging in den Export. Im gleichen Jahr richtete sich der Fokus auf die Entsorgung. Die amerikanische Gruppe General Atomics übernahm das Werk bei der Privatisierung 1992. „Ein Glücksgriff für uns“, erinnert von Wickede. „Die Amerikaner haben usn auch in schwierigen Jahren nicht im Regen stehen lassen.“

Der Dresdener, schon früher mit dem Bau von Sondermaschinen befasst, empfand die Aufgabe als ingenieurtechnische Herausforderung und wurde1995 Geschäftsführer. 1996 begann die Entsorgung für NATO-Armeen. Das transatlantische Bündnis ist seitdem ein fester Partner des Unternehmens. Seit2008firmiert das Spreewerk unter dem Namen Integrated Solutions from Lübben. Der Name signalisiert, dass zum Portfolio auch die Beratung und der Export technologischer Lösungen bei der Entsorgung des Kriegsgeräts gehören.

In den letzten Monaten des Dritten Reiches, wurden auf dem Firmengelände Betonkörper- Eisen war knapp geworden –für Seeminen gegossen. Die Bauern hatten ganz praktische Anschauungen von Konversion und nutzten die Gefäße nach dem Krieg als Zisterne. Ein Exemplar hat Geschäftsführer Dr. Gert von Wickede erst vor kurzem für die werkseigene Ausstellung sichern können. In dieser einzigartigen Exposition ist dokumentiert, welche Menge welcher Art Munition hier umweltgerecht und unter umfassender Kontrolle vernichtet wird. Darunter auch eine große Menge Clusterbomben, die nach dem Osloer Abkommen inzwischen weltweit geächtet sind. „Wir entsorgen mit unseren 78 Mitarbeitern alles – außer ABC-Waffen“, berichtet von Wickede. 15.000 Tonnen Munition und Explosivstoffe  sind das im Jahr. Gearbeitet wird in Schichten, je nach Auftragslage. Eine eigene Verbrennungsanlage gewährleistet die ökologische Beseitigung von bis zu 160 Kilogramm Explosivstoffen pro Stunde. Der Firmenumsatz liegt bei neun bis elf Millionen Euro im Jahr. Es gibt eine Ausschmelzanlage für Weißen Phosphor, eine Auswaschanlage, die dem Festbrennstoff von Raketenmotoren mit einem Hochdruck-Wasserstrahl beikommt, es gibt Sicherheitszellen in denen ferngesteuert die Gefechtsköpfe von Panzergranaten aufgebrochen werden.

Die strengen Auflagen, denen der Betrieb unterliegt, sieht von Wickede nicht nur als Verwaltungsaufwand – der allerdings 40 Prozent des Arbeitsvolumens ausmacht. Vom Qualitäts- bis zum Umweltmanagement, von der Arbeitssicherheit bis zum lückenlosen Nachweis jedes Stücks Munition reicht die Aufsicht. „Das Kriegswaffenkontrollgesetz ist ein Wettbewerbsvorteil für uns“, stellt von Wickede fest. Auch wenn die Entsorgungskosten in Deutschland höher liegen als anderswo, weiß jeder Auftraggeber, dass im Spreewald entsorgte Munition in keinem der Bürgerkriegsgebiete der Welt wieder auftauchen wird. Selbst ohne die strenge Beobachtung wäre das so: „Ich vernichte gern Munition.“

Mitarbeiter finden - Mitarbeiter binden -Soziale Unternehmenskultur

Eberswalde. Unter dem Motto Mitarbeiter finden - Mitarbeiter binden - Soziale Unternehmenskultur trafen sich bereits zum dritten Mal gut 60 Unternehmer, Dozenten und Studenten sowie Vertreter von Unternehmensverbänden auf dem Waldcampus der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung in Eberswalde. Den Auftakt machte die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt. Sie stellte ein GPS unabhängiges Ortungssystem für weitläufige Landschaften ohne Internetanbindung vor. Anschließend ging es sofort um das Hauptthema dieser Veranstaltung. 

Susan Wernicke von der BITO AG, einem Großhändler für Farben, Putze, Lacke und Bodenbeläge, erläuterte, wie sie es mit ihren 138 Mitarbeitern geschafft haben, dem allgemeinen Fachkräftemangel eine nachhaltige Strategie und Taktik entgegen zu setzen. Denn dem Unternehmen geht es um Nachhaltigkeit. Also nicht nur um das liebe Geld in der Lohntüte der Mitarbeiter. Sondern insbesondere um die eigene Ausbildungsakademie, um altersdifferenzierte Angebote, um Team- Rotation und regelmäßige Schnupperpraktika der Mitarbeiter in anderen Betriebsbereichen. Überhaupt erwies sich auch in den weiteren Vorträgen, dass der Mitarbeiter immer als Mensch, niemals jedoch als ein Kostenfaktor betrachtet wird. Peter Jahn von der Märkisch Grün GmbH zeigte dies sehr eindrucksvoll auch für sein Unternehmen auf.

Weitere Darlegungen zu der Frage, wie ich als Chef die Entwicklung meines Unternehmens nachhaltig und im Konsens mit meinen Mitarbeitern gestalten kann, regten den anschließenden Erfahrungsaustausch und die Diskussionen der Gäste sehr lebhaft an. Den kleineren mittelständischen Unternehmen fehlt häufig die Kraft, Innovationen und neue Ideen umzusetzen. Von daher werden Partner, wie die Hochschule, aber auch Unternehmen wie der LernSINN erlebBAR e.V., dringend benötigt. Kümmern müssen sich um diese Kontakte und Kooperationen natürlich die Chefs. Denn nichts kommt von allein, und in der Regel kostet es auch Geld. 

Auch darin waren sich alle einig: Die Unternehmen müssen für ihre Zukunft  noch mehr und weitaus effektiver in die Aus- und Fortbildung investieren. Es ist wichtig, ihre eigene Attraktivität für interessierte Bewerber deutlich zu steigern. Also auch als Arbeitgeber eine eigene Marke zu entwickeln. Denn nur so kann verhindert werden, dass mehr als die Hälfte der HNE- Absolventen seine berufliche Zukunft eher im Ausland oder in anderen Bundesländern sucht.

In der finalen Podiumsdiskussion unter der Leitung von Prof. Alexander Pfriem kamen weitere praktische Handlungsansätze zur Sprache. Beim Abendbüfett wurden zwischen den Gästen zahlreiche Verabredungen für die Vertiefung der Erstkontakte getroffen. Eines regen Zuspruchs erfreute sich auch die gut bestückte Arbeitsplatz- Börse für Unternehmer und Studenten. Die Pinnwand im Auditorium konnte die Angebote kaum aufnehmen. Auf der Website der HNE www.hnee.de ist alles Wichtige dauerhaft hinterlegt. Auch 2014 wird es wieder einen Unternehmertag geben. Anfragen und Hinweise dazu nehmen die Hochschule und die regionalen Funktionsträger des BVMW bereits heute gern entgegen.
 
Margrit Schröder-Voigt

Stahl hat eine Zukunft in Europa

Eisenhüttenstadt. Die Stahlindustrie in Europa hat eine Zukunft, wenn sie auf Qualität, Innovation und hervorragenden Kundenservice setzt. Das ist die Quintessenz einer Veranstaltung, zu der der Bundesverband mittelständische Wirtschaft und der Verein Brandenburgischer Ingenieure und Wirtschaftler gemeinsam nach Eisenhüttenstadt eingeladen hatten. Mit Professor Karl Döring und Matthieu Jehl saßen zwei hochkarätige Gesprächspartner im Podium, bei denen sich jahrzehntelange Erfahrung und harte Praxis auf dem gegenwärtigen Markt hervorragend ergänzten.

Karl Döring, Jahrgang 1937, war stellvertretender Minister der DDR für Erzbergbau, Metallurgie und Kali, Generaldirektor des VEB Bandstahlkombinat und von 1990 bis 1995 Vorstandsvorsitzender der EKO Stahl AG Eisenhüttenstadt, anschließend Geschäftsführer Technik der EKO Stahl GmbH des Cockerill-Sambre-Konzerns Im Jahr 2000 gründete er sein Beratungsunternehmen Projekt Consulting.

Matthieu Jehl ist Vorsitzender der Geschäftsführung der ArcelorMittal Eisenhüttenstadt (AMEH).

Trotz der seit den 70er Jahren anhaltenden Überproduktion von Stahl sehen die beiden Referenten den Werkstoff als konkurrenzlos auf dem Weltmarkt. 1,5 Milliarden Tonnen werden jährlich produziert, davon 40 Millionen Tonnen in Deutschland. Dem gegenüber stehen 240 Millionen Tonnen Plaste weltweit und 60 Millionen Tonnen Aluminium. Inspiriert vor allem durch die Autoindustrie, erlebt der Werkstoff eine anhaltende Innovation. Stahl wird intelligent: verformbar und stabil zugleich, wiederstandfähig und dabei immer leichter. Für Karl Döring bleibt er „das Rückrat der Wirtschaft“, auch durch die Rüstungsindustrie, „so lange die Welt so unvernünftig und verrückt ist, wie heute“. Dabei wird der Wettbewerb härter. Mittelfristig kann Russland rund 15 Prozent billiger produzieren als Westeuropa. „Deshalb geht es darum, auch in Zukunft höherwertige Produkte anzubieten, als sie die Konkurrenz herstellt.“  Der Standort Eisenhüttenstadt, daran lässt Döring keinen Zweifel, ist dazu in der Lage.

Das sieht auch Matthieu Jehl nicht anders, selbst wenn China nach seiner Prognose in absehbarerer Zeit an einem Tag so viel Stahl produzieren wird, wie AMEH in einem Jahr. Die chinesische Jahresproduktion könnte quantitativ den Bedarf von ganz Europa decken, die chinesische Überschussproduktion ist ebenso hoch, wie die Gesamtproduktion von Stahl in Deutschland. „Der Mehrwert liegt in den Rohstoffen“, betont Jehl. Deshalb ist ArcelorMittal mit seinen Niederlassungen in 60 Ländern, 245.000 Mitarbeitern, 59 Hochöfen und 84 Milliarden US-Dollar Umsatz im Jahr weltweit marktfähig. Der Standort Eisenhüttenstadt ist vergleichsweise klein mit seinen 2.600 Mitarbeitern und 200 Auszubildenden sowie 1,2 Milliarden Euro Jahresumsatz. „Aber er gehört trotzdem zu den bedeutenden Standorten der ArcelorMittal“, betont Jehl. Damit das so bleibt, investiert der Konzern jährlich rund 20 Millionen Euro in Eisenhüttenstadt. „Es sind Investitionen in Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Energieunabhängigkeit sowie Produktentwicklung und Innovation.“ Wobei letzteres nicht nur Materialforschung meint, sondern beispielsweise auch moderne Unternehmensführung, Arbeitssicherheit, Motivation und Qualifikation der Belegschaft.

Zu den Ergebnissen gehört ein Rekordjahr 2013 bei der Flachstahlproduktion. Mit mehr als 1,6 Millionen Tonnen Jahresproduktion rechnet der Vorstandschef. Eine Steigerung von 40 Prozent gegenüber 2009. „Eisenhüttenstadt liegt in der Mitte eines großen Wachstumszentrums in Osteuropa“, erläutert Jehl. Da 40 Prozent der Stahlproduktion der Autoindustrie und ein weiterer beträchtlicher Teil der Bauindustrie zufließen, partizipiert AMEH am osteuropäischen Wirtschaftsaufschwung.

Von der Politik erwartet Jehl „eine Energiewende, die nicht zur Gefahr für die Stahlindustrie wird“. Das Errichten immer neuer Hürden, die mit hohem Aufwand und hohen Kosten verbunden sind, werde zu einem Wettbewerbsnachteil Deutschlands im Zuge der Globalisierung, warnt Jehl.

Auch die Perspektive zahlreicher Mittelstandsbetriebe, die sich im Umfeld von AMEH gegründet haben, ist von der Zukunft des Stahlstandortes nicht zu trennen, selbst wenn viele Betriebe inzwischen einen hohen Grad der Unabhängigkeit von ihrem ursprünglichen Mutterunternehmen erlangt haben. Für den ostbrandenburgischen Wachstumskern Frankfurt (Oder) / Eisenhüttenstadt ist AMEH längst zur festen Burg geworden, während die Nachbarstadt durch die ins Schlingern geratene Solarindustrie in den Strudel der Krise gerissen wird. „Umso wichtiger ist es, dass der Standort Eisenhüttenstadt betriebswirtschaftlich einen guten Platz im Gesamtranking belegt“, so der Landesgeschäftsführer des BVMW in Berlin-Brandenburg, Dr. Dieter Kapell.

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