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Bundesverband mittelständische Wirtschaft lehnt Bettensteuer zur Finanzierung von Sanssouci energisch ab

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BVMW-Jahresempfang 2014 in Berlin

Bundesverband lud zum Familiensonntag beim Berliner Sechs-Tage-Rennen ein

Auch das berühmte Sechs-Tage-Rennen im Berliner Velodrom ist ein mittelständisches Unternehmen. Mit 15 Mitarbeitern stemmt Geschäftsführer Reiner Schnorfeil eine der bedeutendsten Sportveranstaltungen in der Bundeshauptstadt, die in diesem Jahr zum 103. Mal stattfand. „An den Renntagen wächst die Zahl der Mitwirkenden allerdings auf 75.000“, berichtet Schnorfeil. So viele Zuschauer kommen erwartungsvoll in die Halle mit einer der schnellsten Rennbahnen Europas. Für Berlins Senator für Inneres und Sport, Frank Henkel, gehört das Sechs-Tage-Rennen „seit jeher in de Kreis der herausragenden Traditionssportveranstaltungen“. So erinnert er als Schirmherr des Rennspektakels auf dem Velodrom an das Motto „Januartage sind in Berlin Radsporttage!“

Reiner Schnorfeil hat bereits 1997 als Allein-Vermarkter der Veranstaltung begonnen und wurde 2010 Geschäftsführer.  Er ist sichtlich stolz darauf, „von Anfang an“ dabei gewesen zu sein. Außerdem macht Erfolg natürlich Spaß und erst recht der Hallentrubel bei den anspruchsvollsten Duellen der Spitzenfahrer, der Jubel über Bestleistungen der Publikumslieblinge.  

Seit dem vergangenen Jahr ist die 6-Tage-Rennen GmbH auch Mitglied im Bundesverband mittelständische Wirtschaft. „Wir haben überlegt, wie wir den Sonntag als Familienbrunch nach vorn bringen“, berichtet Schnorfeil. „So wurde mit Renate Fonfara, Kreisgeschäftsführerin des BVMW, die Idee geboren, Mitglieder des Bundesverbandes einzuladen.“ Ein Einstands-Angebot, von dem Renate Fonfara und ihre Mitstreiter gern Gebrauch machten. Für den BVMW in der Hauptstadtregion wurde der Tag zu etwas ganz Besonderem.

Großes VIP-Erlebnis für 190 BVMW-Mitglieder

190 Verbandsmitglieder, deren Familien, Partner, Freunde und Bekannte erlebten im VIP-Bereich des ausverkauften Velodroms, direkt auf der Innenseite der Start- und Zielbahn einen spektakulären Renntag der 68 Fahrer aus 21 Nationen. Unter den Sportlern befanden sich zahlreiche Welt-, Europa- und Landesmeister. Manche entstammen Radsportler-Dynastien, die schon seit Jahrzehnten für Aufsehen im Rennsport sorgten.

„Für mich ist das heute aber nicht nur ein großartiges Radsportereignis, sondern auch ein Unternehmertreffen des BVMW in einer einmaligen Atmosphäre“, meint der BVMW-Kreisgeschäftsführer Christian Würzburg. „Wo könnte man besser miteinander ins Gespräch kommen, neue Kontakte knüpfen und natürlich zugleich spannende und unterhaltsame Stunden miteinander verbringen“, meint BVMW-Kreisgeschäftsführerin Marion Arndt. 

Begeistert zeigten sich auch die Gäste. Für die Gattin eines Neuköllner Familienunternehmens war der Besuch des Sechs-Tage-Rennens beispielsweise eine echte Premiere. „Ich lasse mir noch das eine oder andere erklären, aber das ist gar kein Problem – mein Mann kommt jedes Jahr hierher.“ 

Mit dem Taschenlampenkonzert der Berliner Gruppe Rumpelstil wurde zudem ein Show-Act geboten, der nicht nur die Erwachsenen Spaß bereitete, sondern mehr noch den Kindern. Eingängige Musik und sinnreiche, fröhliche deutsche Texte - auch das ist heute schon ungewöhnlich genug.

Energiewende in Deutschland

Neuenhagen. Die Energiewende, viel beschworen, viel diskutiert und von manchen voreilig zu Grabe getragen, findet statt. Im Land Brandenburg. In Ostdeutschland. Davon ist Gunter Scheibner, Leiter Systemführung bei der 50 Hertz Transmission GmbH in Neuenhagen bei Berlin überzeugt. Das Unternehmen betreut mit seinen 757 Mitarbeitern das insgesamt 9.800 Kilometer lange Höchstspannungsnetz von 400-Kilo-Volt- und 220-Kilo-Volt-Leitungen mitsamt 70 Umspannwerken auf dem Gebiet der ehemaligen DDR und der Freien und Hansestadt Hamburg. Das sind 31 Prozent des Bundesgebietes. 400 Millionen Euro wurden im vergangenen Jahr in das Netz investiert. „Geschuldet ist dies der Energiewende und der Einspeisung durch erneuerbare Energien“, erläuterte Gunter Scheibner den Wirtschaftssenatoren des BVMW-Landesverbandes Berlin-Brandenburg bei ihrem Besuch.

Bei Stürmen wie Xaver laufen wir über

„Allerding realisieren wir ausschließlich Investitionen, bei denen die Refinanzierung über Netzentgelte gesichert ist.“ Die von Dr. Dieter Kapell vorgetragene Forderung des BVMW, Strom so dezentral wie möglich und so zentral wie nötig zu produzieren, sieht Gunter Scheibner längst nicht verwirklicht. „Tatsächlich wird der Strom dort produziert, wo er produzierbar ist - ein deutliches Missverhältnis.“

Deshalb findet die Energiewende im Netzbereich der 50 Hertz Transmisson GmbH statt, so der Energieexperte, der die Branche seit mehr als dreieinhalb Jahrzehnten kennt. Schon 2012 wurde hier ein Anteil von 35 Prozent Erneuerbarer Energien erreicht, also jenes Volumen, das sich die Bundesregierung für das Jahr 2020 zum Ziel gesetzt hat. Zu den Ergebnissen gehört aber auch: „Bei Stürmen wie Xaver laufen wir buchstäblich über.“

Gab es im Jahr 2000 im Bereich der 50 Hertz Transmission GmbH eine installierte Leitung Erneuerbarer Energien von 2.100 Megawatt, so waren es 2012 bereits 20.583 Megawatt. Im Jahr 2024 rechnet das Unternehmen mit 44.800 Megawatt. 

Derzeit laufen Windkraftanlagen mit einer Leistungskraft zwischen jeweils 1,5 und 5 Megawatt. „Die 7,5-Megawatt-Anlagen kommen jetzt, die 10-Megawatt-Anlagen befinen sich auf dem Reißbrett“, so Gunter Scheibner. Auch wenn die hiesige Windvorratsfläche bereits weitgehend genutzt wird, gibt es einen erheblichen Zuwachs durch diese neuen Anlagen. „Man sollte die Technologie weiter entwickeln, die am effektivsten ist. Bei uns ist das die Windenergie.“

Gleichzeitig weist der Experte aber auch darauf hin, dass die Energiewende nicht umsonst zu haben ist. „Die kostet richtig Geld, nicht nur als Anschub zur Durchsetzung der Technologie, sondern auch zur Sicherung des Betriebes mit entsprechenden Technologien.“

Für die Systemführung und die Versorgungssicherheit bedeute die wachsende Durchdringung mit Erneuerbaren Energien eine enorme Herausforderung. Allein durch die Veränderung der Windstärke liegt die Schwankung der eingespeisten Leistung aus Windkraftanlagen binnen eines Tages bei 8.353 Megawatt. Im Extremfall, wie beim Sturmtief Xaver, liegen  plötzlich sogar 11.064 Megawatt auf der Leitung. 

„Liberalisierung des Marktes statt Monopol bedeutet auch, dass der Markt darüber entscheidet, welches Kaftwerk einspeist, und nicht die Warte“, so Gunter Scheibner. 98 Terra-Watt-Stunden wurden 2012 an die Endkunden abgesetzt. Von den 42.900 Megawatt installierter Leistung gehörten 20.583 Megawatt zu den Erneuerbaren Energien. 

Das Interesse am technologischen Umgang mit einer umweltfreundlicheren Stromerzeugung ist groß. Selbst aus Japan kommen die Besucher der 50 Hertz Transmission GmbH. „Auch dort werden entsprechende Gesetze geplant“, weiß Gunter Scheibner. 

Der Job findet seinen Bewerber

Berlin. Es ist so gekommen, wie Kommunikationswissenschaftler es vor mehr als einem Jahrzehnt vorausgesagt haben. Nicht das Vorhandensein von Informationenund die Zugriffsmöglichkeit darauf verursacht heute den größten Aufwand, sondern das effiziente Auffinden. Die Antworten des Internets auf diese Herausforderung heißen intelligente Suche und Interaktivität. Das Webportal Monster.de, erfolgreicher Partner des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, vereint beides. Zu welchem Zweck und mit welchem Ergebnis, das erfuhren Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Hauptstadtregion im November bei einer BVMW-Veranstaltung im Herzen Berlins. 

Das Interesse an der neuen Veranstaltungsreihe Meeting Mittelstand in der Hauptstadt war so groß, dass die Zahl der Anmeldungen zu diesem Abend unter dem Thema „Wachstum sichern - Fachkräfte gewinnen! - Erfolgreiche Personalbeschaffung im Mittelstand“ die Platzkapazität in der Kanzlei Dentons bei weitem überschritt.

68.000.000 Stellengesuche in einem Monat

40 Prozent der Unternehmen, so berichtete  BVMW-Regionalgeschäftsführerin Birgid Zoschnik, finden derzeit nicht die benötigten Fachkräfte. Ihnen zu helfen, hat sich das börsennotierte Unternehmen Monster.de zur Aufgabe gemacht. Es geht um einen riesigen Markt. 68 Millionen Jobs werden im Internet international jeden Monat gesucht. Gleichzeitig ist beispielsweise im Bereich Forschung und Entwicklung jede 15. Stelle nicht besetzbar. In den kleinen und mittleren Unternehmen gab es in diesem Jahr nahezu zehn Prozent unbesetzte Stellen. Und beide Seiten warten doch nur darauf, zueinander zu finden!

Dabei setzen knapp zwei Drittel der Jobsuchenden auf Internetstellenbörsen wie Monster.de, reichlich ein Drittel wendet sich den Webseiten konkreter Unternehmen zu und knapp ein Drittel nutzt Karrierenetzwerke wie Xing. Angesichts des eher abnehmenden Interesses an den samstäglichen Stelenanzeigen in vielen Zeitungen meint Henryk Vogel: „Im Internet ist immer Sanstag, 24 Stunden am Tag, sieben Tage in der Woche.“

Der Monster-Direktor berichtete darüber, dass sich sein Unternehmen nicht nur neuer Suchtechnologien bedient, sondern auch Recruiting-Trends im Mittelstand forciert, beispielsweise zur papierlosen Bewerbung, die sowohl dem Unternehmen bei der elektronischen Erfassung und Bearbeitung entgegenkommt, als auch dem Jobsuchenden im Informationszeitalter. 

Unternehmen müssen Eindruck machen

Wer im Wettbewerb mit den Großunternehmen die besseren Kandidaten gewinnen möchte, muss selbst als Unternehmen den besseren Eindruck machen. Employer Branding heißt das Schlüsselwort: das eigene Unternehmen zur Marke machen und als Marke bewerben, am besten mit den eigenen Angestellten in ihrem Umfeld, aber auch zielgruppengerecht in sozialen Netzwerken, auf Internetportalen. „Signaltechniker haben sehr oft ein gemeinsames Hobby: die Modelleisenbahn. Also trifft man sie auf den entsprechenden Internettseiten und macht dort auf sich aufmerksam“, erzählte Vogel. 

Ein weiterer Trend ist die Stellenanzeige, die auf mobilen Endgeräten erscheint. Zu den gebündeltenErfahrungen, die sich Monster.de zu Nutze macht, gehört auch, dass vor allem jüngere Menschen mehr an Entfaltung und Kreativität interessiert sind, als an Geld und Sicherheit, an flexiblen Arbeitszeiten und elternfreundlicher Atmosphäre. 

Viele Möglichkeiten stehen mittelständischen Unternehmern offen, um auf solchen Wegen die Mitarbeiterbindung zu erhöhen und zu professionalisieren.  Monster.de als Qualitätssieger im Verhältnis von Bewerbungszahl und Qualität der Bewerber (Westpress Media Leistungstest) kann KMU bei ihrer Präsentation zur Seite stehen. Die enge Partnerschaft mit dem BVMW hat es ermöglicht, deutschlandweit Veranstaltungen zum Thema Fachkräfte-Recruiting durchzuführen. Auf der Inernetseite www.fachkraft-im-mittelstand bieten Monster.de und BVMW gemeinsam wichtige Informationen zur Personalbeschaffung an.

Dentons als Gastgeber des Abends verfügt als Fullservice-Agentur auf dem Gebiet des Arbeitsrechts ebenfalls über umfangreiche Erfahrung. Schwerpunkt der Kanzlei ist die Dauerbetreuung langjähriger Mandanten, wie Dr. Markus Diepold berichtete. Dabei geht es auch um das Gewinnen und Halten von Mitarbeitern durch Employer Branding.  „Sechs Monate dauert es heute, um beispielsweise einen Lokführer zu finden.“ 

Lebensgestaltung ist wichtiger als mehr Geld

Kein Wunder, dass viele Unternehmer ihren Mitarbeitern Zielprämien zahlen, wenn sie die richtige Verstärkung für das eigene Team vermitteln. Um zu sehen, wie sich das Unternehmen auf veränderte Erwartungen von beschäftigten einstellen kann, genügt ein Blick in entsprechende Studien. 

63 Prozent der Arbeitnehmer beklagten bei einer Umfrage die schlechte Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Auch die flexible Arbeitszeitgestaltung - von der Kernarbeitszeit bis zum Lebensarbeitszeitkonto - gewinnt an Bedeutung. Familienzimmer und Kinderbetreung können ein unschlagbares Plus für ein Unternehmen sein. Aber auch Gesundheits- und Altersvorsorge sowie Qualifikationsmöglichkeiten sind gefragt. Für jüngere Menschen ist es nicht unwichtig, welche Rolle Nachhaltigkeit im eigenen Unternehmen spielt, ob es sich sozial verantwortlich engagiert. Schließlich kann Mitarbeiterbindung auch über Vergütungsmodelle gefestigt werden. Dentons hat dafür die Formel SMART: schriftlich fixiert und präzise, messbar nach objektiven Kriterien, anspruchsvoll und herausfordernd, realistisch und erreichbar und schließlich terminiert im Rahmen eines konkreten Zeitraums.   

Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Peter Zierbock von der Firma ttp mit ihren 160 Mitarbeitern kann das bestätigen. Angemessene Ausbildungsvergütungen und Stipendien bieten sich als Stimulanz für potentielle Mitarbeiter an. Fortbildungen und Zielvereinbarungen motivieren gewonnenene Fachkräfte. „Es lohnt sich aber auch, das Mitarbeitergespräch nicht über die Höhe der Vergütung zu führen, sondern über die Arbeitsbedingungen.“ Nicht nur, weil sich dabei die tatsächliche Priorität von Bedürfnissen bei der Lebensgestaltung der Mitarbeiter zeigt, sondern auch, weil der Unternehmer beziehungsweise sein Personalchef daraus selbst neue Vorschläge und Anregungen gewinnen können. In den vergangenen Jahren hat sich zudem gezeigt, dass Mitarbeiterbindung ein Thema ist, das nicht erst mit dem Berufsleben beginnt.
 

Frühzeitig tragende Verbindungen knüpfen

Die JMS Junior Management School bietet in Abstimmung mit der Industrie- und Handelskammer ein zwölfmopnatiges Curriculum an, bei dem eine direkte Förderung durch interessierte Unternehmen stattfindet. Die jugendlichen Teilnehmer haben einen unmittelbaren Ansprechpartner und werden selbst zu Botschaftern für „ihr“ Unternehmen in ihren eigenen sozialen Netzwerken. Für die Unternehmen bedeutet das eine Imagewirkung dort, wie sie tatsächlich benötigt wird. Für Kleine und mittlere Unternehmen wird das Pilotprojekt zudem gefördert. BVMW-Regionalgeschäftsführerin Birgid Zoschnik will dieses Modell auch nach Berlin holen. 

Beim Get-together hatten die Gäste des Abends nicht nur Gelegenheit, sich vertiefend über das Thema auszutauschen. Melanie Piontek, selbst Mitglied im BVMW, hauchte dem Abend mit ihrem Saxophon ein wenig Swing ein.Die hochtalentierte Musikerin hat in den zurückliegenden Jahren charmant und professionell die Berliner Szene erobert - bis hin zu zahlreichen hochkarätigen gesellschaftlichen und Firmenevents, auf denen die Solistin parlierte.  

Großer Beifall für die „Gefährten“

Berlin. Das Stück ist kein Musical und die Geschichte, nach einem Kinderbuch inszeniert, ist eher schlichter Natur undlässt dem Ensemble vor allem im zweitenTeil wenig Raum, über die Kolportage hinaus Charaktere zu entwickeln. Trotzdem dürfte „Gefährten“ zu Recht einer der größten aktuellen Theatererfolge werden. Davon konnten sich auf Einladung des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft und seiner Regionalgeschäftsführerin Birgid Zoschnik im November auch zahlreiche Unternehmerinnen und Unternehmer aus der Hauptstadtregion überzeugen.

Nach der Begrüßung durch den Hausherrn,Vertriebsleiter Andreas Voigt von der Stage Entertainment Marketing & Sales GmbH, Sponsor Jürgen Stehle von der Salesforce Germany GmbH, Marketing-Direktor Sven Klann-Lejeune von den Grand City Hotels, Uwe Piefke von der Deutschen Post und Birgid Zoschnik gab es einen Sektempfang für die Theaterbesucher, die so noch Gelegenheit fanden, sich im feierlichen Ambiente des traditionsreichen Theaters auf das Bühnenerlebnis vorzubereiten oder auch Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. Am Rande beobachtet: Es warensehr viele erfreulich junge Theaterbesucher unter den Gästen - die Inszenierung trifft also nicht nur Herz und Seele der Zuschauer, sondern offenkundig auch einen Nerv der Zeit.

Was aber ist denn nun das Geheimnis dieser Inszenierung des National Theatreof Great Britain nach dem Roman von Michael Morpurgo? Vor allem sind esgewiss die lebensgroßen Tiergestalten,allen voran die titelstiftenden Pferde ausder Handspring Puppet Company. Die Tiere werden nicht nur getreu bis inskleinste Detail durch sinnreiche Mechanismen bewegt - vor den Augen des Zuschauers und je weiter er sich einlässt auf die Geschichte, erwachen sie buchstäblich zum Leben.

Die Symbiose dieser Meisterwerke des Puppenbaus und der diesem keineswegs nachstehenden Kunst der Puppenspieler verzaubert und berührt. Das Herz läuft den wissenden Sinnen davon: Dort vornauf der Bühne, das ist Joey, der alle Leideneiner armen Bauernfamilie, der das ganze Drama des Ersten Weltkrieges zubeiden Seiten der Front erlebt, und seintreuer Freund und Reiter. Zum zweiten ist es die Leistung des gesamten Schauspielerensembles, das diese Geschichte einer tiefen Freundschaft zwischen Pferd und Reiter erzählt, die letztendlich beiden das Leben rettet. Von der Kinderfigur bis zur Gestalt des Sängers, loten sie die Geschichte aus, soweit das Stück auf der einen, der Showcharakter der Inszenierung auf der anderen Seite das zulassen.

Schließlich erlebt das Publikum einen grandiosen Umgang mit Bühnentechnik und Bild. Zeichnung, Malerei, Animation, Licht und Effekte sind wirkungsvoll, aber ohne Effekthascherei, sparsam, aber ohne Askese eingesetzt. Alles ist in sich stimmig und so entsteht ein opulentes Epochengemälde, ohne Überfrachtung und ohne Beliebigkeit. Der brausende Beifall am Ende der Vorstellung war zweifelsohne verdient.

Für den BVMW in der Hauptstadtregion war das gemeinsame Erlebnis ein herausragendes Beispiel, wie Mitglieder ihren Verband leben: als Miteinander, das weit über die politische Interessenvertretung hinaus Zugänge zur Kultur und zum gesellschaftlichen Leben pflegt und schafft, hochkarätige Veranstaltungen mit großartigem Erlebnischarakter anbietet und auch so den Zusammenhalt der Mittelstandes fördert.

Weltspitze bei Munitionsentsorgung - Wirtschaftssenatoren besuchen Spreewerk

Lübben. Hinter den videobewachten Betriebszäunen der Integrated Solutions from Lübben türmt sich der Stoff, aus dem die schlechten Träume sind. Hier wird Lagermunition entsorgt, die aus den Beständen militärischer Kräfte in aller Welt stammt. Von der Gewehrpatrone bis zur Rakete oder Bombe. Die brandenburgische Firma hat das dazu notwendige Know how weitestgehend selbst entwickelt und stellt auch mehr als 90 Prozent der dafür benötigten Ausrüstungen selbst her. Damit ist sie zu einem der weltweit führenden Partner der Branche geworden.

Gegründet 1957 als VEB Spreewerk Lübben blickt der Betrieb auf eine Geschichte als Munitionshersteller und –entsorger zurück, bei dem sich ursprünglich alles um die Kalaschnikow drehte. Auch Strafgefangene, die ein eigenes Lager auf dem 187 Hektar großen Gelände hatten, wurden dabei eingesetzt. In den 80er Jahren erfolgte die Modernisierung zu einem der weltweit modernsten Munitionswerke. Mit der Wende wurde die Produktion gestoppt. Munition aus NVA-Beständen wurde umgerüstet zu Sportmunition und ging in den Export. Im gleichen Jahr richtete sich der Fokus auf die Entsorgung. Die amerikanische Gruppe General Atomics übernahm das Werk bei der Privatisierung 1992. „Ein Glücksgriff für uns“, erinnert von Wickede. „Die Amerikaner haben usn auch in schwierigen Jahren nicht im Regen stehen lassen.“

Der Dresdener, schon früher mit dem Bau von Sondermaschinen befasst, empfand die Aufgabe als ingenieurtechnische Herausforderung und wurde1995 Geschäftsführer. 1996 begann die Entsorgung für NATO-Armeen. Das transatlantische Bündnis ist seitdem ein fester Partner des Unternehmens. Seit2008firmiert das Spreewerk unter dem Namen Integrated Solutions from Lübben. Der Name signalisiert, dass zum Portfolio auch die Beratung und der Export technologischer Lösungen bei der Entsorgung des Kriegsgeräts gehören.

In den letzten Monaten des Dritten Reiches, wurden auf dem Firmengelände Betonkörper- Eisen war knapp geworden –für Seeminen gegossen. Die Bauern hatten ganz praktische Anschauungen von Konversion und nutzten die Gefäße nach dem Krieg als Zisterne. Ein Exemplar hat Geschäftsführer Dr. Gert von Wickede erst vor kurzem für die werkseigene Ausstellung sichern können. In dieser einzigartigen Exposition ist dokumentiert, welche Menge welcher Art Munition hier umweltgerecht und unter umfassender Kontrolle vernichtet wird. Darunter auch eine große Menge Clusterbomben, die nach dem Osloer Abkommen inzwischen weltweit geächtet sind. „Wir entsorgen mit unseren 78 Mitarbeitern alles – außer ABC-Waffen“, berichtet von Wickede. 15.000 Tonnen Munition und Explosivstoffe  sind das im Jahr. Gearbeitet wird in Schichten, je nach Auftragslage. Eine eigene Verbrennungsanlage gewährleistet die ökologische Beseitigung von bis zu 160 Kilogramm Explosivstoffen pro Stunde. Der Firmenumsatz liegt bei neun bis elf Millionen Euro im Jahr. Es gibt eine Ausschmelzanlage für Weißen Phosphor, eine Auswaschanlage, die dem Festbrennstoff von Raketenmotoren mit einem Hochdruck-Wasserstrahl beikommt, es gibt Sicherheitszellen in denen ferngesteuert die Gefechtsköpfe von Panzergranaten aufgebrochen werden.

Die strengen Auflagen, denen der Betrieb unterliegt, sieht von Wickede nicht nur als Verwaltungsaufwand – der allerdings 40 Prozent des Arbeitsvolumens ausmacht. Vom Qualitäts- bis zum Umweltmanagement, von der Arbeitssicherheit bis zum lückenlosen Nachweis jedes Stücks Munition reicht die Aufsicht. „Das Kriegswaffenkontrollgesetz ist ein Wettbewerbsvorteil für uns“, stellt von Wickede fest. Auch wenn die Entsorgungskosten in Deutschland höher liegen als anderswo, weiß jeder Auftraggeber, dass im Spreewald entsorgte Munition in keinem der Bürgerkriegsgebiete der Welt wieder auftauchen wird. Selbst ohne die strenge Beobachtung wäre das so: „Ich vernichte gern Munition.“

Mitarbeiter finden - Mitarbeiter binden -Soziale Unternehmenskultur

Eberswalde. Unter dem Motto Mitarbeiter finden - Mitarbeiter binden - Soziale Unternehmenskultur trafen sich bereits zum dritten Mal gut 60 Unternehmer, Dozenten und Studenten sowie Vertreter von Unternehmensverbänden auf dem Waldcampus der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung in Eberswalde. Den Auftakt machte die Deutsche Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt. Sie stellte ein GPS unabhängiges Ortungssystem für weitläufige Landschaften ohne Internetanbindung vor. Anschließend ging es sofort um das Hauptthema dieser Veranstaltung. 

Susan Wernicke von der BITO AG, einem Großhändler für Farben, Putze, Lacke und Bodenbeläge, erläuterte, wie sie es mit ihren 138 Mitarbeitern geschafft haben, dem allgemeinen Fachkräftemangel eine nachhaltige Strategie und Taktik entgegen zu setzen. Denn dem Unternehmen geht es um Nachhaltigkeit. Also nicht nur um das liebe Geld in der Lohntüte der Mitarbeiter. Sondern insbesondere um die eigene Ausbildungsakademie, um altersdifferenzierte Angebote, um Team- Rotation und regelmäßige Schnupperpraktika der Mitarbeiter in anderen Betriebsbereichen. Überhaupt erwies sich auch in den weiteren Vorträgen, dass der Mitarbeiter immer als Mensch, niemals jedoch als ein Kostenfaktor betrachtet wird. Peter Jahn von der Märkisch Grün GmbH zeigte dies sehr eindrucksvoll auch für sein Unternehmen auf.

Weitere Darlegungen zu der Frage, wie ich als Chef die Entwicklung meines Unternehmens nachhaltig und im Konsens mit meinen Mitarbeitern gestalten kann, regten den anschließenden Erfahrungsaustausch und die Diskussionen der Gäste sehr lebhaft an. Den kleineren mittelständischen Unternehmen fehlt häufig die Kraft, Innovationen und neue Ideen umzusetzen. Von daher werden Partner, wie die Hochschule, aber auch Unternehmen wie der LernSINN erlebBAR e.V., dringend benötigt. Kümmern müssen sich um diese Kontakte und Kooperationen natürlich die Chefs. Denn nichts kommt von allein, und in der Regel kostet es auch Geld. 

Auch darin waren sich alle einig: Die Unternehmen müssen für ihre Zukunft  noch mehr und weitaus effektiver in die Aus- und Fortbildung investieren. Es ist wichtig, ihre eigene Attraktivität für interessierte Bewerber deutlich zu steigern. Also auch als Arbeitgeber eine eigene Marke zu entwickeln. Denn nur so kann verhindert werden, dass mehr als die Hälfte der HNE- Absolventen seine berufliche Zukunft eher im Ausland oder in anderen Bundesländern sucht.

In der finalen Podiumsdiskussion unter der Leitung von Prof. Alexander Pfriem kamen weitere praktische Handlungsansätze zur Sprache. Beim Abendbüfett wurden zwischen den Gästen zahlreiche Verabredungen für die Vertiefung der Erstkontakte getroffen. Eines regen Zuspruchs erfreute sich auch die gut bestückte Arbeitsplatz- Börse für Unternehmer und Studenten. Die Pinnwand im Auditorium konnte die Angebote kaum aufnehmen. Auf der Website der HNE www.hnee.de ist alles Wichtige dauerhaft hinterlegt. Auch 2014 wird es wieder einen Unternehmertag geben. Anfragen und Hinweise dazu nehmen die Hochschule und die regionalen Funktionsträger des BVMW bereits heute gern entgegen.
 
Margrit Schröder-Voigt

Stahl hat eine Zukunft in Europa

Eisenhüttenstadt. Die Stahlindustrie in Europa hat eine Zukunft, wenn sie auf Qualität, Innovation und hervorragenden Kundenservice setzt. Das ist die Quintessenz einer Veranstaltung, zu der der Bundesverband mittelständische Wirtschaft und der Verein Brandenburgischer Ingenieure und Wirtschaftler gemeinsam nach Eisenhüttenstadt eingeladen hatten. Mit Professor Karl Döring und Matthieu Jehl saßen zwei hochkarätige Gesprächspartner im Podium, bei denen sich jahrzehntelange Erfahrung und harte Praxis auf dem gegenwärtigen Markt hervorragend ergänzten.

Karl Döring, Jahrgang 1937, war stellvertretender Minister der DDR für Erzbergbau, Metallurgie und Kali, Generaldirektor des VEB Bandstahlkombinat und von 1990 bis 1995 Vorstandsvorsitzender der EKO Stahl AG Eisenhüttenstadt, anschließend Geschäftsführer Technik der EKO Stahl GmbH des Cockerill-Sambre-Konzerns Im Jahr 2000 gründete er sein Beratungsunternehmen Projekt Consulting.

Matthieu Jehl ist Vorsitzender der Geschäftsführung der ArcelorMittal Eisenhüttenstadt (AMEH).

Trotz der seit den 70er Jahren anhaltenden Überproduktion von Stahl sehen die beiden Referenten den Werkstoff als konkurrenzlos auf dem Weltmarkt. 1,5 Milliarden Tonnen werden jährlich produziert, davon 40 Millionen Tonnen in Deutschland. Dem gegenüber stehen 240 Millionen Tonnen Plaste weltweit und 60 Millionen Tonnen Aluminium. Inspiriert vor allem durch die Autoindustrie, erlebt der Werkstoff eine anhaltende Innovation. Stahl wird intelligent: verformbar und stabil zugleich, wiederstandfähig und dabei immer leichter. Für Karl Döring bleibt er „das Rückrat der Wirtschaft“, auch durch die Rüstungsindustrie, „so lange die Welt so unvernünftig und verrückt ist, wie heute“. Dabei wird der Wettbewerb härter. Mittelfristig kann Russland rund 15 Prozent billiger produzieren als Westeuropa. „Deshalb geht es darum, auch in Zukunft höherwertige Produkte anzubieten, als sie die Konkurrenz herstellt.“  Der Standort Eisenhüttenstadt, daran lässt Döring keinen Zweifel, ist dazu in der Lage.

Das sieht auch Matthieu Jehl nicht anders, selbst wenn China nach seiner Prognose in absehbarerer Zeit an einem Tag so viel Stahl produzieren wird, wie AMEH in einem Jahr. Die chinesische Jahresproduktion könnte quantitativ den Bedarf von ganz Europa decken, die chinesische Überschussproduktion ist ebenso hoch, wie die Gesamtproduktion von Stahl in Deutschland. „Der Mehrwert liegt in den Rohstoffen“, betont Jehl. Deshalb ist ArcelorMittal mit seinen Niederlassungen in 60 Ländern, 245.000 Mitarbeitern, 59 Hochöfen und 84 Milliarden US-Dollar Umsatz im Jahr weltweit marktfähig. Der Standort Eisenhüttenstadt ist vergleichsweise klein mit seinen 2.600 Mitarbeitern und 200 Auszubildenden sowie 1,2 Milliarden Euro Jahresumsatz. „Aber er gehört trotzdem zu den bedeutenden Standorten der ArcelorMittal“, betont Jehl. Damit das so bleibt, investiert der Konzern jährlich rund 20 Millionen Euro in Eisenhüttenstadt. „Es sind Investitionen in Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und Energieunabhängigkeit sowie Produktentwicklung und Innovation.“ Wobei letzteres nicht nur Materialforschung meint, sondern beispielsweise auch moderne Unternehmensführung, Arbeitssicherheit, Motivation und Qualifikation der Belegschaft.

Zu den Ergebnissen gehört ein Rekordjahr 2013 bei der Flachstahlproduktion. Mit mehr als 1,6 Millionen Tonnen Jahresproduktion rechnet der Vorstandschef. Eine Steigerung von 40 Prozent gegenüber 2009. „Eisenhüttenstadt liegt in der Mitte eines großen Wachstumszentrums in Osteuropa“, erläutert Jehl. Da 40 Prozent der Stahlproduktion der Autoindustrie und ein weiterer beträchtlicher Teil der Bauindustrie zufließen, partizipiert AMEH am osteuropäischen Wirtschaftsaufschwung.

Von der Politik erwartet Jehl „eine Energiewende, die nicht zur Gefahr für die Stahlindustrie wird“. Das Errichten immer neuer Hürden, die mit hohem Aufwand und hohen Kosten verbunden sind, werde zu einem Wettbewerbsnachteil Deutschlands im Zuge der Globalisierung, warnt Jehl.

Auch die Perspektive zahlreicher Mittelstandsbetriebe, die sich im Umfeld von AMEH gegründet haben, ist von der Zukunft des Stahlstandortes nicht zu trennen, selbst wenn viele Betriebe inzwischen einen hohen Grad der Unabhängigkeit von ihrem ursprünglichen Mutterunternehmen erlangt haben. Für den ostbrandenburgischen Wachstumskern Frankfurt (Oder) / Eisenhüttenstadt ist AMEH längst zur festen Burg geworden, während die Nachbarstadt durch die ins Schlingern geratene Solarindustrie in den Strudel der Krise gerissen wird. „Umso wichtiger ist es, dass der Standort Eisenhüttenstadt betriebswirtschaftlich einen guten Platz im Gesamtranking belegt“, so der Landesgeschäftsführer des BVMW in Berlin-Brandenburg, Dr. Dieter Kapell.

Seit 250 Jahren im Porzellangeschäft

Berlin. Die Königliche Porzellan Manufaktur in Berlin ist ein besonderer Ort. Sie ist der älteste noch produzierende Gewerbebetrieb der Stadt: gerade konnte sie ihr 250-jähriges Bestehen feiern. Sie ist ein Ort der Handwerkskunst, des zerbrechlich Schönen, aber auch der Innovation und, weit über das fürstliche Geschirr hinaus, des Luxerösen, des Ungewöhnlichen und Staunenswerten.

Wer kann sich zum Beispiel einen 400 Stundenkilometer schnellen Bugatti vorstellen, der innen und außen mit Porzellanelementen geschmückt ist? Die Porzellanmacher konnten, sie bauten den Wagen in aller Noblesse und fanden dafür dankbare Kunden, die für eines dieser Unikate anderthalb Millionen Euro bezahlten.

Das ist nur eine von vielen Geschichten, die Peter Rosenberger zu erzählen wusste, als er in der KPM-Erlebniswelt Unternehmer des BVMW empfing. „Als Jörg Woltmann 2006  Alleingesellschafter des Unternehmens wurde,  haben wir nicht nur neue Services auf den Markt gebracht. Es ging auch darum, unsere Premiumprodukte international erfolgreich zu platzieren.“ 

In den Ausstellungsräumen und in der Schauwerkstatt bekommt der Besucher eine Ahnung davon, wie hier aus Jahrhunderterfahrungen geschöpft und auf Jahrhunderttraditionen aufgebaut wird. Vollkommen Schlichtes und gänzlich Verrücktes haben dabei gleichberechtigt ihren Platz, denn das Image des Wunderstoffes Porzellan verändert sich wie alles ringsum in der Welt. „Aber Made in Germany wird hier richtig gelebt“, berichtet Rosenberger stolz in der weltweit einzigen existierenden Ringkammerofenhalle, die noch vor hundert Jahren das Prunkstück der KPM-Produktion war. Die Manufaktur lebt auch ihre kulturhistorische Verbundenheit mit Berlin und öffnet sich dem Publikum nicht nur als Werkschau, sondern auch als Veranstaltungsort mit besonderem Ambiente, für Hochzeiten und Jubiläen, Feiern und Feste.  

Inzwischen hat das Porzellan der KPM beispielsweise auch die fashion week erobert. Bernadett Penkov kooperiert mit der Manufaktur, Porzellan trifft auf Baumwolle, Eleganz potenziert sich in Eleganz. Edelste Claches werden verschönt. Dem Einfallsreichtum sind keine Grenzen gesetzt.      

Ein Startplatz für die Zukunft

Berlin. Wie werden wir leben? Kaum etwas ist so spannend, wie diese Frage. Sich die Stadt der Zukunft vorzustellen, bedarf es aber nicht nur beflügelnder Phantasie, sondern vor allem eines innovativen Geistes, komplexen Denkens und bei jedem Schritt einer Teamfähigkeit, die es erst ermöglicht, die Facetten des Zusammenlebens herauszuarbeiten und sie umzuwandeln in technische, infrastrukturelle und logistische Lösungen. Es ist eine ganz besondere Herausforderung, solch eine Vorstellung in Wirklichkeit zu verwandeln. Das weiß auch Hardy R. Schmitz von der Tegel Projekt GmbH. Wirtschaftssenatoren des BVMW-Landesverbandes besuchten das WISTA-Tochterunternehmen und seinen Chef in Berlin, um vor Ort zu erfahren, was es auf sich hat mit der Urban Tech Republic, die auf dem Gelände des Flughafens Tegel entstehen soll, sobald Berlin-Brandenburg International in Betrieb geht und der Traditionsflughafen in Berlin geschlossen wird. 

In den nächsten 40 Jahren, so haben Forscher errechnet, werden die Menschen weltweit mehr Stadt bauen, als in den vergangenen vier Millennien. 70 Prozent der Weltbevölkerung werden dann auf drei Prozent der Erdoberfläche leben. Dort werden 75 Prozent aller Ressourcen gebunden, aber auch 80 Prozent des Brutto-Inlands-Produktes geschöpft. Schon heute ziehen Woche für Woche 1,4 Millionen Menschen vom Land in die Städte. Was soll daraus werden? Reiche Kernstädte mit streng abgeschirmten Wohnparks, umgeben von einem immer breiter und bedrohlicher werdenden Gürtel aus Slums und wilden Mülldeponien, wie es in düsteren Science Fiction-Spektakeln vorgezeichnet wird? Und wie überhaupt lässt sich solch ein Horrorszenario verhindern?
 

Für Wissenschaftler und Planer geht es vor allem um sechs Schwerpunkte: neue Energien, neue Verfahren zur Aufbereitung von Wasser, aber auch zur Ver- und Entsorgung, innovative Mobilitätskonzepte, tragfähige Recycling-Modelle, neue Werkstoffe und schließlich eine Informations-und Kommunikationstechnologie, die den Anforderungen von morgen gewachsen ist. An verschiedenen Orten in der Welt wird darüber nachgedacht, entstehen  testweise Infrastrukturen, die wegweisend sein könnten, so genannte „smart cities“, die ein Stück Zukunft vorwegnehmen wollen. Flankiert wird dieser Prozess von Fachmessen, Kongressen und Forschungsprojekten, aber auch von einer auf den neuen Markt einschwenkenden Wirtschaft. Immerhin geht es allein in den Jahren bis 2025 um ein Gesamtmarktvolumen 4,4 Billionen Euro.

Rückenwind durch die Erfolgsgeschichte Adlershof

Daran kann auch Tegel partizipieren. Die 460 Hektar umspannende Urban Tech Republik soll aus einem dichten Netz von Hochschulen, Start up-Unternehmen, Industriebetrieben und Instituten bestehen. Die bestandsgeschützten Gebäude bieten dafür 150.000 Quadratmeter Fläche. 245 Hektar Baufläche stehen zur Verfügung. Das heißt bis 2025: Für mindestens 800 Unternehmen, Institute und Forschungseinrichtungen mit 5.000 Studierenden und 15.000 Arbeitsplätzen ist Platz vorhanden. Zwei Milliarden Umsatz im Jahr könnten dort generiert werden. Neben dem vorhandenen Autobahnanschluss könnte ein U-Bahn-Anschluss entstehen. Mit dem Slogan „15 Minuten zur Regierung“ wird nicht nur auf die Nähe zur Innenstadt, sondern auch auf die Bedeutung des Experiments hingewiesen. Dass die Metropole der beste Ort für den Start in die Zukunft ist, daran besteht für Schmitz kein Zweifel. Die aktuellen Wirtschaftskennziffern sprechen für die künftige Entwicklung – von den Gewerbeanmeldungen über den Anteil der Selbständigen bis zum Zustrom professioneller Talente nach Berlin. 

Schmitz verfügt überlangjährige Erfahrungen bei der strukturellen Neuordnung und wirtschaftlichen Erschließung von Gebieten. Zu den bisher größten Projekten gehörte der Standort Adlershof – inzwischen eine Erfolgsgeschichte, die auch den Ideen für Tempelhof Rückenwind verschafft hat. 2011 wurde die Tegel Projekt-Gesellschaft gegründet. „Mit einem Mitarbeiter“, wie sich Schmitz lachend erinnert. Das erste Büro befand sich auf dem Flughafengelände. „Man muss vor Ort sein, wenn man so etwas beginnt.“ Später zog das langsam wachsende, hochqualifizierte Team um in die Lietzenburger Straße. Die Planungen wurden vorangetrieben, Netzwerke geknüpft, Partner interessiert. Im Juli dieses Jahres sollte der Flugbetrieb in Tegel eingestellt, im September mit der Projektverwirklichung gestartet werden. 

Die Verzögerungen bei der Fertigstellung von BER machten den Planern einen Strich durch die Rechnung. „Wir hatten bei der europa-weiten Ausschreibung allerdings auf einen Vertragspassus geachtet, der die Verwirklichung der Verträge von der tatsächlichen Flughafenschließung  abhängig machte. Das hat dem Land Berlin einiges an Kosten erspart“, berichtet Schmitz. Die erste Verschiebung kam den Planern noch gelegen – noch besteht ja kein Baurecht und das Profil wäre  schwach ausgeprägt gewesen. Daran wird jetzt gearbeitet. Wenn das Zeitfenster überdehnt wird, wird es kritisch. Investoren glauben vieles, aber es muss eine klare Perspektive geben. Wenn jetzt allerdings die Planung aus Budgetgründen nicht energisch vorangetrieben werden können, liegt das Gelände nach der Schliessung lange bracht. Das ist sehr teuer. Wir müssen jetzt die Planungsicherheit schaffe. „Wenn diese Kosten nicht gedeckt werden können, haben wir Krise“, sagt Schmitz. Aber optimistisch fügt er hinzu: „Jetzt bereiten wir uns auf den 1. Januar 2016 als Übergabedatum vor.“

Ankerfinanzierungen mobilisieren privates Kapital

Der Planungschef ist überzeugt, dass der Weg, über öffentliche Anker-Investitionen private Mittel in Größenordnungen in Bewegung zu setzen, der richtige für Tegel ist. „So lange wir nicht  bauen können, versuchen wir unserem Projekt einen sicheren Stand zu verschaffen.“ Der Flughafen, einst für sechs Millionen Fluggäste projektiert und heute mit 16 Millionen Fluggästen im Jahr frequentiert, ist etwas Besonderes. Seine Strapazierfähigkeit offenbart in Schmitz Augen auch die Genialität seiner Erbauer. Zudem ist der Flughafen eine erste Adresse nicht nur in Deutschland und seiner Hauptstadt, sondern weltweit. Tegel muss man nicht erklären, was man damit vorhat aber kann sich sehen lassen und Stichwörter wie „urban technology“ und „Stadt der Zukunft“ werden auch international verstanden. Deshalb ist für Schmitz eine ressortübergreifende Anbindung des Projekts in der Politik wichtig. Damit wächst die Selbständigkeit, die bei einem lediglich städtebaulichen Vorhaben kaum gegeben wäre. Ein starker Träger muss erkämpft werden. Jedes Ressort tendiert dazu sich selber als dominant zu erklären.  „Das Kämpfen macht auch Spaß, aber die Inhalte sind es, die mich begeistern“, so Schmitz. Wenn die Finanzierung gesichert und Baurecht geschaffen ist, kann gebaut und verkauft werden. 

Zugpferd für Tegel soll die Beuth Hochschule für Technik Berlin mit ihren urban tech-Studiengängen, einem Gründerzentrum, Mensa, Kinderbetreuung, Sportanlage und allem, was dazu gehört, werden. Wo heute Flüge abgefertigt werden, soll auf 24.000 Quadratmetern ein Campus für zunächst 1.600 und später deutlich mehr Studierende entstehen, wie es ihn noch nicht gab. Die Ertüchtigung der Bausubstanz wird zwar kaum billiger als ein Neubau, aber kein Neubau könnte einen solchen Imagetransfer leisten. Die Technische Universität könnte folgen, ebenso vielleicht ein  Fraunhofer Institut. Gerade diese Organisation hat mit dem Dachthema „Morgenstadt“ eine große Innovationskraft zum Kernthema von Tegel gebündelt. Dazu kommen zwei Industrieparks, ein Gewerbeband und die Cité Pasteur aus den 50er Jahren, benannt nach dem berühmten Mikrobiologen, in der heute rund 600 Menschen leben. Hier könnten Wohnbereiche mit intelligenten Gebäuden entstehen. Die Hangars haben bereits das Interesse der Berlin Fire and Rescue Academy geweckt. Die Berliner Feuerwehr ist immerhin die größte in Europa und verfügt über den europaweit größten Rettungsdienst, wie Schmitz betont. In der Academy sollen deutsche, aber auch ausländische Fachkräfte geschult werden. 

Grundstücksgrößen von 3.000 bis 5.000 Quadratmetern sollen sowohl Gründern als auch etablierten Unternehmen genug Raum bieten und dabei Optionen offen halten, die künftigen Erweiterungen Rechnung tragen. „Wir wollen vom ersten Tag an für jede Größenordnung ansiedlungsbereit sein“, betont Schmitz. Deshalb gibt es für jedes Gebäude einen Steckbrief, der die Ansiedlungsentscheidung erleichtert. „Natürlich wird Tegel für längere Zeit ein Pionierort sein, bis es zu einem Hip-Ort wird.“ Die Planung umfasst klare Investitionssummen und auch die entsprechende Phasierung. Die anvisierten 70 Millionen Euro als Startinvestition für die Beuth-Hochschule durch das Land Berlin hält er für kritisch für die Vertauensbildung in das kühne Projekt. „Was es braucht, das ist der politische Willen, jetzt mit der Umsetzung zu beginnen. Eine Verzögerung bis 2018 oder noch länger würde in vielen Bereichen zu einem Neubeginn zwingen.“

Berlin ist eine Mittelstandsstadt

Berlin. Die deutsche Hauptstadt entwickelt sich dynamisch. Mit 1,2 Prozent lag ihr Wirtschaftswachstum 2012 deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 0,7Prozent. „Wir wollen dieses Wachstum auch im Jahr 2013 wieder erreichen und möglicherweise sogar überschreiten“, erklärte Berlins Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer jüngst beim Unternehmertreffen des BVMW in der KPM-Erlebniswelt in Berlin. BVMW-Kreisgeschäftsführer Christian Würzburg hatte an den historischen Ort im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Auf ein Wort, Frau Senatorin..“ eingeladen.

Eine zweite Berliner 
Gründerzeit bricht an 

Die Botschaft der Senatorin an die rund 50 BVMW-Mitglieder war eindeutig: „Berlin hat den Aufholprozess gestartet. Die Hauptstadt arbeitet sich im bundesweiten Ranking harter Wirtschaftsdaten nach oben.“ Dieser Prozess soll auch bei der Neuordnung des Länderfinanzausgleiches fortgesetzt werden. „Wir wollen uns aus den bestehenden Abhängigkeiten befreien, indem wir das Wirtschaftswachstum auf allen Gebieten überproportional entfalten.“ Dabei kommt dem Mittelstand in Berlin nach den Worten von Cornelia Yzer besondere Bedeutung zu. 99,8 Prozent der Berliner Betriebe sind kleine und mittlere Unternehmen. „Berlin ist eine Mittelstandsstadt.“ Unter diesem Aspekt betrachte der Senat auch seine Verantwortung, mittelständische Unternehmen zu fördern. „Dazu gehören zahlreiche neu entstandene Unternehmen. Man könnte fast von einer zweiten Berliner Gründerzeit sprechen.“

Um die Mittelstandsunternehmer vor überbordender Bürokratie zu schützen, gebe es in der Senatsverwaltung für Wirtschaft inzwischen einheitliche Ansprechpartner.“ Das ist ein hervorragendes Navigationsteam durch die Berliner Verwaltung“, betonte die Senatorin. „Vor einem Jahr hatten wir eine Fall-Zahl von 80 per anno, inzwischen sind es 1000 im Quartal. Das werden wir weiter ausbauen.“ Gründungs- und Wachstumsfinanzierung sollen ebenfalls verbessert werden, unter anderem durch ein eigenes Bürgschaftsprogramm der Hauptstadt. Cornelia Yzer verwies auf das Wachstumsprogramm der Investitionsbank Berlin, die Bürgschaften der Bürgschaftsbank Berlin und weitere Instrumente zur Wirtschafts- und Technologieförderung. Gleichzeitig sei es ihr Anliegen, „neue und alteingesessene Unternehmen wieder enger zusammnzuführen“, um „gemeinsame win-win-Situationen zu schaffen“. Durch Vernetzung soll die Integration innovativer Lösungen in die Unternehmen beschleunigt werden. Ein weiterer Schwerpunkt sei die Außenwirtschaft.Mit einer Exportquote von 55 Prozent liege Berlin weit über dem Bundesdurchschnitt. 

Schließlich bilde die Berliner Forschungs- und Entwicklungslandschaft einen wichtigen Erfolgsfaktor. Zwei Drittel der 770 außeruniversitären Forschungseinrichtungen werden aus öffentlicher Hand bezahlt. „Mein Ziel ist es, dieses Verhältnis umzukehren“, so Cornelia Yzer.                                   

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