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Energiewende kann nicht vom Mittelstand finanziert werden

Berlin. Ein voraussichtlich leichtes Sinken der EEG-Umlage im kommenden Jahr, die am Mittwoch veröffentlicht wird, kann nur als kleiner Schritt auf dem richtigen Weg angesehen werden. Das erklärte...

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BVMW fordert angemessene Berücksichtigung des regionalen Mittelstandes bei Vergabe öffentlicher Aufträge in Berlin

Berlin. Der Mittelstand in der Hauptstadtregion muss bei der Vergabe von Aufträgen, vor allem bei Großprojekten des Landes Berlin, angemessen...

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BVMW will das Rückgrat der Wirtschaft in der Hauptstadtregion stärken

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Verzahnung von Bildung und Mittelstand ist ein Erfolgsmodell

Cottbus. "Die Verzahnung von Bildung und mittelständischer Unternehmensstruktur ist das Erfolgsmodell für den Wohlstand unseres Landes und bedeutet...

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Politik

Neugewählte Stadtverordnetenversammlung

Frankfurt (Oder). Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft gratuliert allen Stadtverordneten, die in die neue Stadtverordnetenversammlung von...

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Forum Führung mit Dr. Reinhard K. Sprenger im Axica Berlin

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BVMW für angemessene Berücksichtigung des Mittelstandes bei Vergabe öffentlicher Aufträge

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Berlin. Der Mittelstand in der Hauptstadtregion muss bei der Vergabe von Aufträgen, vor allem bei Großprojekten des Landes Berlin, angemessen berücksichtigt werden. Das erklärte Christian Würzburg in Berlin bei einem Podiumsgespräch mit dem Bürgermeister und Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, Michael Müller (SPD). Darüber hinaus müsse die Energiepolitik des Landes Rahmenbedingungen schaffen, die für die mittelständische Wirtschaft auch in Zukunft Versorgungssicherheit und bezahlbare Energiepreise gewährleisten, so Würzburg weiter unter Bezugnahme auf das Kommunalpolitische Programm des BVMW. 

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft hatte Müller im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Auf ein Wort, Herr Senator…" nach Tempelhof in die Eventlocation Pier 13 eingeladen. 


Müller wies darauf hin, dass sich der Senat mit beiden Themen derzeit befasse. Das Vergabegesetz solle "entschlackt" werden. "Allerdings ist es mit einem Olympiastadion wie mit einer Landebahn - das können nur wenige", räumte er ein. Trotzdem habe der Senat ein großes Interesse an der Beteiligung der mittelständischen Unternehmen bei Investitionsprojekten und messe den KMU eine wesentliche Bedeutung bei der Stadtentwicklung zu.

Die angestrebte Rekommunalisierung in den Bereichen Wasser und Energie nannte der Senator die Korrektur eines Fehlers. Dadurch solle auch einer Verteuerung entgegengewirkt werden. Trotzdem sei die Preisentwicklung auf dem Energiemarkt nicht vorhersehbar.   

Während der Diskussion mit mehr als 40 Unternehmerinnen und Unternehmern, die Christian Würzburg moderierte, ging es um die Wachstumsdynamik in Berlin und die damit verbundenen Themenbereiche von der Entwicklung der Infrastruktur über die Nutzung freier Flächen bis zum Wohnungs- und Gewerbebau.

Besonderes Interesse bekundeten die Diskussionsteilnehmer an der Olympia-Bewerbung Berlins, der Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur, den Genehmigungsverfahren für Bauprojekte in den Stadtbezirken und der nachhaltigen Stadtentwicklung.  

"Der Mittelstand zeigt großes Interesse an der Entwicklung Berlins als attraktive, prosperierende Metropole. Wir hoffen, dass Michael Müller als Senator oder auch als möglicherweise zukünftiger Regierender Bürgermeister die Anregungen engagierter Unternehmer aufgreifen und in die politische Debatte über die Zukunft der deutschen Hauptstadt einbringen wird", so Würzburg nach der Veranstaltung. 

Compliance ist kein Modethema

Berlin. Ein Modethema dachten viele - und irrten sich. Denn Verfehlungen von Mitarbeitern, Untreue oder Illoyalität, machen auch mittelständischen Unternehmen zu schaffen. Sie beschädigen das Image, erweisen sich als Wettbewerbsnachteil und könnten künftig sogar strafrechtliche Relevanz erlangen, wenn sich die Rechtsprechung in Deutschland nach dem, Vorbild anderer Staaten ändert, wie Professor Peter Fissenewert es prophezeiht. Dann nämlich ist die Firma selbst haftbar für  mögliche Fehltritte der Angestellten.

Höchste Zeit also, sich um ein CMS, ein Compliance Management System zu kümmern, das die Einhaltung innerbetrieblicher und gesetzlicher Normen im Unternehmen sichern hilft und die Möglichkeit schafft, Verstöße aufzudecken und deren Wiederholung entgegen zu wirken.

Wie das möglich ist, war das Thema einer Veranstaltung, zu der Christian Würzburg als  Kreisgeschäftsführer des BVMW und Ulrich Hänchen als Vizepräsident des IBWF in das Golden Tulip Hotel nach Berlin eingeladen hatten. Sie bildete zugleich den Auftakt einer Reihe unter dem Titel „Im Fokus moderner Unternehmensführung“ und wurde diesem hohen Anspruch auch zweifellos gerecht. 

Während Hans Ulrich Wabnitz „Compliance als Teil einer nachhaltigen und modernen Unternehmensführung im Mittelstand“ dazustellen verstand, widmete sich Professor Peter Fissenewert der „Compliance im Vertrieb“ und erläuterte praxisnah und humorvoll, was es auf sich hat mit Einladungen und Geschenken im Spannungsfeld rechtlicher Anforderungen“. 

„CMS ist nicht Restriktion, sondern Vorsorge“, betonte Wabnitz.

Prozessanalyse sei dabei das A und O. „Es ist ein Stück Unternehmenskultur, wenn ein Mitarbeiter bemerkt, dass er dem gesamten Unternehmen schadet, wenn er sich nicht compliand verhält“, unterstrich Professor Fissenewert. Manchmal genüge es, sich zu fragen: „Möchte ich das, was ich gerade mache, morgen in der Zeitung lesen?“ Auch ein klares Leitbild des Unternehmens schaffe Verbindlichkeit für die Mitarbeiter.                                 

Bundesverband lud zum Familiensonntag beim Berliner Sechs-Tage-Rennen ein

Auch das berühmte Sechs-Tage-Rennen im Berliner Velodrom ist ein mittelständisches Unternehmen. Mit 15 Mitarbeitern stemmt Geschäftsführer Reiner Schnorfeil eine der bedeutendsten Sportveranstaltungen in der Bundeshauptstadt, die in diesem Jahr zum 103. Mal stattfand. „An den Renntagen wächst die Zahl der Mitwirkenden allerdings auf 75.000“, berichtet Schnorfeil. So viele Zuschauer kommen erwartungsvoll in die Halle mit einer der schnellsten Rennbahnen Europas. Für Berlins Senator für Inneres und Sport, Frank Henkel, gehört das Sechs-Tage-Rennen „seit jeher in de Kreis der herausragenden Traditionssportveranstaltungen“. So erinnert er als Schirmherr des Rennspektakels auf dem Velodrom an das Motto „Januartage sind in Berlin Radsporttage!“

Reiner Schnorfeil hat bereits 1997 als Allein-Vermarkter der Veranstaltung begonnen und wurde 2010 Geschäftsführer.  Er ist sichtlich stolz darauf, „von Anfang an“ dabei gewesen zu sein. Außerdem macht Erfolg natürlich Spaß und erst recht der Hallentrubel bei den anspruchsvollsten Duellen der Spitzenfahrer, der Jubel über Bestleistungen der Publikumslieblinge.  

Seit dem vergangenen Jahr ist die 6-Tage-Rennen GmbH auch Mitglied im Bundesverband mittelständische Wirtschaft. „Wir haben überlegt, wie wir den Sonntag als Familienbrunch nach vorn bringen“, berichtet Schnorfeil. „So wurde mit Renate Fonfara, Kreisgeschäftsführerin des BVMW, die Idee geboren, Mitglieder des Bundesverbandes einzuladen.“ Ein Einstands-Angebot, von dem Renate Fonfara und ihre Mitstreiter gern Gebrauch machten. Für den BVMW in der Hauptstadtregion wurde der Tag zu etwas ganz Besonderem.

Großes VIP-Erlebnis für 190 BVMW-Mitglieder

190 Verbandsmitglieder, deren Familien, Partner, Freunde und Bekannte erlebten im VIP-Bereich des ausverkauften Velodroms, direkt auf der Innenseite der Start- und Zielbahn einen spektakulären Renntag der 68 Fahrer aus 21 Nationen. Unter den Sportlern befanden sich zahlreiche Welt-, Europa- und Landesmeister. Manche entstammen Radsportler-Dynastien, die schon seit Jahrzehnten für Aufsehen im Rennsport sorgten.

„Für mich ist das heute aber nicht nur ein großartiges Radsportereignis, sondern auch ein Unternehmertreffen des BVMW in einer einmaligen Atmosphäre“, meint der BVMW-Kreisgeschäftsführer Christian Würzburg. „Wo könnte man besser miteinander ins Gespräch kommen, neue Kontakte knüpfen und natürlich zugleich spannende und unterhaltsame Stunden miteinander verbringen“, meint BVMW-Kreisgeschäftsführerin Marion Arndt. 

Begeistert zeigten sich auch die Gäste. Für die Gattin eines Neuköllner Familienunternehmens war der Besuch des Sechs-Tage-Rennens beispielsweise eine echte Premiere. „Ich lasse mir noch das eine oder andere erklären, aber das ist gar kein Problem – mein Mann kommt jedes Jahr hierher.“ 

Mit dem Taschenlampenkonzert der Berliner Gruppe Rumpelstil wurde zudem ein Show-Act geboten, der nicht nur die Erwachsenen Spaß bereitete, sondern mehr noch den Kindern. Eingängige Musik und sinnreiche, fröhliche deutsche Texte - auch das ist heute schon ungewöhnlich genug.

Rabat ist für mich eine Stadt in Marokko – sonst nichts

„Wenn wir unsere Mitarbeiter mit Erdnüssen bezahlen, sind wir von Schimpansen umgeben“, sagt Klaus Kobjoll. Oder: „Rabat ist für mich eine Stadt in Marokko – sonst nichts.“ Solche Bonmots, und die liefert der seit 40 Jahren unternehmerisch tätige Hotelier am laufenden Band, reichten gut und gern aus, um einen Abend zu füllen. Die drei Stunden würden auch dem  neuester Forschung entsprungenen Rat der Marketingstrategen aus Übersee gerecht, beim Angebot für den Kunden Erlebnis und Bildung miteinander zu verbinden. Doch viel interessanter an dem Urbayern, der mit knapp tausend Mark zusammengeborgtem Startkapital einst als erster Deutscher eine Creperie eröffnete und inzwischen 14,5 Milionen Euro in seine Projekte investiert hat, ist die Synthese zwischen Marktforschung und Unternehmensstrategie, zwischen einem ganzheitlichen und dabei offenen und entwicklungsfähigen Konzept auf der einen und dessen Verwirklichung in einem organischen Gesamtprojekt auf der anderen Seite.

Wie das funktioniert, erläuterte Kobjoll in der Berliner Mercedeswelt am Salzufer beim Forum Führung des BVMW. Wer seinem Vortrag im vermutlich  weltgrößten Autohaus folgte, kann nachvollziehen, dass der 63-Jährige auch heute noch „Schmetterlinge im Bauch“ hat,  wenn er sich an die Arbeit macht. Dazu brauchte er nicht enmal die Liste der Top-Auszeichnungen herzuzählen, die er „Prinnzessinnen“ nennt und von denen jedes Jahr mindestens eine auf der Agenda seines Schindlerhofes steht - European Quality Award inklusive.

Unter dem Motto „Wa(h)re Herzlichkeit“ weihte Kobjoll Unternehmerinnen und Unternehmer in das einfachste, aber auch bestechendste Geheimnis erfolgreicher Dienstleister ein: den Überraschungsfaktor Freundlichkeit. Die Basisqualität der Branche zu bieten und darüber hinaus die Erwartungen der Kunden zu erfüllen, ist das eine. Doch das einzige, was der Kunde sich merkt – und was er weiter erzählt – ist das unvorhergesehene Angenehme, dem er begegnet. Nicht als netter Charakterzug der Angestellten, sondern als Ergebnis gemeinsamer Analyse. So ließ Kobjoll seine Lehrlinge und Profis auf Ideenblättern 50 Details zusamentragen, von denen sie sich im Alltag beeindrucken lassen – und setzte die besten gemeinsam mit ihnen in Unternehmensphilosophie um, denn: „Service-Qualität ist ein emotionales Erlebnis“.

Da lassen sich die oft verwechselten Regenschirme mit einem unaufdringlichen Schließsystem fixieren, hängen am Ausgang die aktuellen Polizeiblitzer im Umkreis von 20 Kilometern, staunen die Herren, dass sie über der Keramik zu ihrer Verrichtung ein Pult mit der Tageszeitung vorfinden, genießen Gäste das haptische Erlebnis einer hölzernen Badewanne mitten im Raum, bekommen Sehschwache zum Studium der Karte eine Brille passender Dioptrienzahl gereicht und die Tageungsteilnehmer in der Kaffeepause eine Sonnenbrille. Die Galerie der Stammgäste im Backoffice erlaubt auch Azubis schon nach wenigen Tagen, die Ankommenden so zu bedienen, wie sie es erwarten – nein, viel besser, eben individuell.

„Von der Gastronomie zur Gastfreundschaft“, nennt Kobjoll das. Was er aus den Bedingungen seiner Branche ableitet und mit moderner Verkaufspsychologie, bayerischem Charme und kaufmännischer Chuzpe untersetzt und mit zahllosen Beispielen belegen kann, das erweist sich am Ende als eine Arbeits- und Lebensphilosophie. So werden „Verkaufswege zu Kapillarsystemen“, ist Konjol überzeugt. „Jedes Geschäft, das sie heute abschließen, ist ein Beziehungsgeschäft.“

Aus den 30.000 D-Mark Umsatz seines ersten Unternehmerjahres sind  inzwischen mehr als sieben Millionen Euro Jahresumsatz geworden, die er mit 53 Mitarbeitern und 21 Auszubildenden erwirtschaftet: mehr als doppelt so viel pro Kopf, wie in der Branche üblich. Sie arbeiten länger dafür, als 35 Stunden in der Woche. Trotzdem haben sie den Schindlerhof auch im Ranking der arbeitnehmerfreundlichen Unternehmen europaweit ganz nach vorn gebracht. Auf klassische Werbung verzichtet Kobjoll zugunsten eines komplexen Erscheinungsbildes in den neuen Medien, vom eigenen Web-Portal über Xing und Facebook bis zu Twitter und Google+. Allein die Internetseite verzeichnet jährlich eine viertel Million Besucher und die kosten Kobjoll nach eigenem Bekunden  nur 150 Euro im Monat. „Gewinn ist lediglich ein Ausdruck von Effizienz“, meint er und verweist auf die „Balance zwischen Umsatz und Wachstum“, die zu finden für jeden Unternehmer eine Herausforderung ist. Doch unter dem Strich zählt das, was sich nicht nachahmen lässt, was das Unternehmen davor bewahrt, „me too“-Produkte anzubieten. „Das Nichtkopierbare sind die Beziehungen des Unternehmens zu seinen Mitarbeitern und seiner Mitarbeiter zu seinen Kunden.“

BVMW-Präsident Mario Ohoven, der das Forum Führung eröffnet hatte, fand sich in Kobjolls durchaus tiefgründiger Agilität in jeder Hinsicht bestätigt. Es ist die Pflege einer seriösen Unternehmenskultur, die Erfolg von Misserfolg trennt, unabhängig davon, wie groß dieses Unternehmen ist. Und auch die Bundesgeschäftsführung und die Sponsoren des Abends von Telekom, Post und SAP zeigten sich in der Pause beeindruckt. Die Gefühle eines Menschen treffen sekundenschnell auf den Punkt. Deshalb ist Herzlichkeit der schnellste Weg zu ihm.

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