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Netzwerk Bauen und Energie gegründet

Bad Liebenwerda. Den weitesten Weg zum Elster Natureum in Bad Liebenwerda hatte Jameo Chambas aus Ghana. Der Lehrer für deutsche und englische Sprache, als Gast des Goethe-Instituts zum Studienaufenthalt in Deutschland, wollte selbst erleben, wie der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) funktioniert. Die Gründung eines neuen Netzwerkes Bauen und Energie (NBE) am Donnerstag durch rund 20 Unternehmer aus der Region war für den Afrikaner eine willkommene Gelegenheit, zu erleben, wie sich der Mittelstand vernetzt, um innovativer und flexibler auf die Ansprüche des Marktes reagieren zu können. Auch Christian Jaschinski, Landrat im Landkreis Elbe-Elster, verbindet mit dem Netzwerk die Hoffnung auf wirtschaftliche Impulse. „Wir sind ein strukturschwacher, aber vielfältig aufgestellter Landkreis. Gerade für uns ist es wichtig, Netzwerke zu nutzen, regionale Kreisläufe anzustoßen und positive Erfahrungen aufzugreifen.“
Wie der Zusammenschluss funktionieren könnte, berichtete BVMW-Regionalgeschäftsführer Paul Rehfeld, der das Netzwerk Bauen und Energie Berlin-Brandenburg unter dem Dach des BVMW mit ins Leben gerufen hat. Seit der Gründung im Herbst 2006 in Berlin gab es dort 16 Veranstaltungen, zum Teil in verschiedenen Unternehmen, mit ingesamt mehr als 400 Gästen. Zehnmal im Jahr trifft man sich, hört einen Vortrag zu einem Fachthema, diskutiert darüber und nutzt auch individuelle Gespräche, um neue Geschäftskontakte anzuknüfen. Die Themenpalette reicht von Technik, Recht und Ökologie bis zu Kundenakquise und best practice-Beispielen. „Wir schaffen eine Plattform für den Transfer von Erfahrung, für die Anbahnung von Geschäften und für den Gemeinschaftsgeist in unserem Verband“, so Rehfeld.
Das ist auch Anliegen von BVMW-Kreisgeschäftsführer Eckhard Höse. Er will ein agiles Organisations-Team um sich scharen, das zweimonatlich Veranstaltungen vorbereitet, den Mitgliedern des Netzwerkes Ideen für einen Arbeitsplan unterbreitet und als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Die ersten Vorschläge kamen prompt. So wünschen sich mehrere Unternehmer, möglichst auch mit den Amtsdirektoren und Bürgwermeistern ins Gespräch zu kommen – beispielsweise über die Regionalplanung für die nächsten Jahre. Verschiedene Unternehmer boten an, über ihre Erfahrungen zu berichten – sei es beim Engagement in Polen, bei der Gestaltung einer Ausschreibungsplattform im Internet oder auch über Fachfragen, wie die Speicherung alternativ gewonnenener Energie. Die Netzwerk-Ideen an die Öffentlichkeit zu tragen, könnte ein weiterer Schritt sein.
Für Eckhard Höse war die Netzwerk-Gründung ein Erfolg. „Eigentlich ist das schon ein Programm für ein halbes Jahr“, freute er sich. Die Palette der Interessenten reicht vom Handwerker und Einzelhändler über das Architekturbüro und die Ingenieurgemeinschaft bis zum Arbeitspsychologen und Finanzberater. „Das Netzwerk ist hochaktuell und eine never ending story“, ist deshalb auch Paul Rehfeld überzeugt. „Dabei funktioniert es sehr einfach. Man spricht miteinander und und findet so auch die Möglichkeit, unternehmeerisch gemeinsam zu handeln.“ Landrat Christian Jaschinski will das Netzwerk Bauen und Energie bei seiner Entwicklung aktiv begleiten.
BVMW nominiert Mitgliedsfirma für Deutschen Umwelt-Preis

- Moderne Technik half, den Stromverbrauch zu halbieren.
Jedes Jahr vergibt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) den Deutschen Umweltpreis, der mit 500.000 Euro dotiert ist. Damit erfüllt die DBU ihren Stiftungszweck, „Forschung, Entwicklung und Innovation im Bereich umwelt- und gesundheitsfreundlicher Verfahren und Produkte unter besonderer Berücksichtigung kleiner und mittlerer Unternehmen ... innerdeutsche Kooperationsprojekte in der Anwendung von Umwelttechnik vorwiegend durch mittelständische Unternehmen einschliesslich Aus- und Fortbildungsmassnahmen...“ zu fördern.
Bereits in den Jahren 1995, 2004 und 2005 waren es BVMW-Mitgliedsunternehmen, die diese rernommierte Auszeichnung erhielten. Der BVMW in Gestalt des Deutschen Forums Nachhaltiger Mittelstand ist berechtigt, als einziger bundesweit organisierter und branchenübergreifender Mittelstands-Verband Kandidaten für den Deutschen Umweltpreis vorzuschlagen. Eine 16-köpfige Jury entscheidet über die Auszeichnung.
„In diesem Jahr habe ich dem Forum Nachhaltiger Mittelstand nahegelegt, die Gourmet Fleischerei- und Feinkost GmbH in Herzberg für den Preis zu nominieren“, so BVMW-Kreisgeschäftsführer Eckhard Höse. „Dieses Unternehmen weist eine einzigartige Energie-Effizienz-Bilanz auf, die es mit Hilfe eines nachahmenswerten Projekts realisieren konnte, und bietet das Know how anderen Unternehmen zur Nutzung an“, erläutert Höse. „Die Anlage kann nach Vereinbarung auch besichtigt werden.“ Das Interesse ist groß. Zu den Besuchern gehörten nicht nur Unternehmer, sondern auch Vertreter des Bundesumweltministeriums.
Der Gourmet Fleischerei- und Feinkost GmbH ist es in den vergangenen Jahren gelungen, den hohen, vor allem durch Kühltechnik verursachten Energieaufwand von einer Million Kilowattstunden im Jahr mehr als zu halbieren. Binnen drei Jahren wurden fast 1,8 Millionen Kilowattstunden eingespart. Auch die Instandhaltungskosten wurden drastisch gesenkt. Die Abwärme der Anlage konnte stark reduziert werden. Für die Errrichtung der Anlage erhielt Wolfgag Leo den Theo-Macks-Preis.
Basis des Projektes ist eine Modernisierung der Steuerung und Überwachung der kältetechnischen Anlagen. Diese Prozessoptimierung beruht auf vorhandenen technischen Möglichkeiten und dem Einsatz energieeffizienter Komponenten – einfach gesagt: auf der präzisen Nutzung physikalischer Gesetze. Dazu gehörte auch der Ersatz vieler einzelner Kältemaschinen durch mehrere Verbundsysteme, die rechnergestützt überwacht werden. Außerdem wurde ein neues Kältemittel eingesetzt.
Realisiert wurde das Projekt gemeinsam mit der Kühlanlagenbau Südost GmbH, einer Tochtergesellschaft der Unternehmensgruppe der Dresdner Kühlanlagenbau GmbH (DKA,) und der Frigotechnik Handels GmbH (Frigotechnik).
„Das Projekt wurde erstmals in Deutschland entwickelt und umgesetzt. Es ist problemlos auf ähnliche Wirtschaftszweige übertragbar und gewährleistet eine hohe Einsparung an Ressourcen sowie eine evidente Verringerung des CO2-Ausstoßes“, erläutert Höse. Das Einsparpotential liegt zwischen 20 und mehr als 50 Prozent. „In Deutschland könnten zwei Kraftwerke abgeschaltet werden, wenn eine solche Einsparung bundesweit allein im Bereich der Kältetechnik realisiert würde.“
Für das Unternehmen hat sich der Aufwand längst gelohnt, denn neben dem Beitrag zum Umweltschutz und der Verbesserug der Lebensmittelqualität erzielte die Gourmet Fleischerei- und Feinkost GmbH eine beträchtliche Senkung der Betriebskosten.
Die Gourmet Fleischerei- und Feinkost GmbH ist ein Unternehmen mit 60 Mitarbeitern am Produktionsstandort Herzberg (Elster), das pro Jahr rund 3.600 Tonnen Schweine- und Rindfleisch verarbeitet. Es wird vakuumverpackt oder als Frischware an Kunden sowie an 23 eigene Läden mit rund 180 Mitarbeitern in Sachsen Anhalt und Brandenburg ausgeliefert. In 24 Kühlräumen mit einer Fläche von 4.500 Quadratmetern finden Zerlegung, Herstellung, Weiterverarbeitung, Verpackung und Lagerung der Produkte statt.
Laser-Show in Bad Liebenwerda
BVMW gratulierte dem Traditionsunternehmen REISS
Der Legende nach berechnete der Firmengründer des heutigen Büromöbelherstellers die Pflanzorte der Bäume auf seinem Grundstück von einem Fenster des Fabrikgebäudes aus mit dem Sextanten. REISS – das stand von Anbeginn für Genauigkeit und Neuerertum. So ist es bis heute geblieben. Nach 1882 errichtete das Unternehmen in Bad Liebenwerda das erste Heizkraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung, um den Energie- und Wärmebedarf der Produktion zu sichern. Auch die erste Präzisionsdrehmaschine wurde hier aufgestellt. „Weisheiten werden zu REISSheiten“, umschreibt Geschäftsführer Dietmar Menzel diese Philosophie, die sich auch im Firmen-Slogan widerspiegelt: „Wir denken weiter.“ Heute bedeutet das zum Beispiel, als mittelständisches Unternehmen mit 125 Mitarbeitern und fünf Auszubildenden die Auszeichnung für den Besten Lehrling im Kammerbezirk zu holen, eng mit Schulen zu kooperieren, die den Namen Robert Reiss tragen, Neuentwicklungen zur Patentreife zu treiben und vor allem natürlich den Kunden Produkte auf höchstem Niveau anzubieten. Bereits 1992 wurde das Qualitätsmanagement bei REISS nach der europäischen Norm ISO 9001 zertifiziert, 1995 folgte die Zertifizierung des Umweltmanagements nach ISO 14001. Der Erfolg gibt der Firma Recht: Im vergangenen Jahr wurde das beste Geschäftsergebnis in der Betriebsgeschichte eingefahren. Möglich ist dies, weil Innovationswillen mit Investitionsbereitschaft einhergeht. So konnte Eckhard Höse, Kreisgeschäftsführer des BVMW, den Geschäftsführern Dietmar Menzel und Hans-Georg Wiegand jüngst zur Einweihung eines TruLaser Tube 5000 der Firma Trumpf gratulieren. Die 700.000 Euro sind gut angelegt. Das fand auch die Sparkasse, Partner des Unternehmens seit 1904, als die ersten 19.000 Reichsmark Kredit an REISS ausgereicht wurden.
Lasertechnik ist nicht nur ihrer Genauigkeit wegen auf dem Vormarsch. Die neue Anlage gestattet es, Rohre in Sekundenschnelle dreidimensional zu bearbeiten. Dadurch verkürzen sich nicht nur Produktionszyklen. Spezielle Konstruktionen des Biegens und ineinander Verankerns sparen aufwendige Schweißprozesse ein. Die beim Bohren und Fräsen entstehenden Abfälle entfallen ebenso, wie das nachträgliche Entgraten der Bearbeitungsflächen. Aber auch die Umwelt wird entlastet: Bohrwasser und Fette müssen nicht mehr aufgebracht und entfernt, die Rückstände nicht mehr geklärt werden. Deshalb nannten die Gastgeber ihre Einweihung eine Lasershow, und weil die Praxis vom Beispiel lebt, hatte Dietmar Menzel auch gleich den Lubwartturm, das Wahrzeichen der Stadt, in der Hand. Hergestellt aus Edelstahl mit der neuen Technik, verziert mit dem R – wie REISS – und als Stifte-Becher auf den Schreibtisch zu stellen. „Die Maschine erlaubt die Realisierung neuer Teile, die wir noch gar nicht gedacht haben“, erklärte er den mehr als 50 Gäste, zu denen auch Bürgermeister Thomas Richter gehörte. „Die ersten Programme haben wir bereits implementiert.“ Verantwortlich dafür zeichnen Fachkräfte des Unternehmens. Die Möglichkeiten zu nutzen, die sich aus dieser Fortschrittsinvestition ergeben, bietet REISS auch anderen Firmen in der Region an.
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