Hände weg von der Förderung der Solarenergie!
Wustermark. Mit einem dringenden Appell hat sich der Landesgeschäftsführer des BVMW in Berlin-Brandenburg, Dr. Dieter Kapell, an Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler gewandt. "Hände weg vom Einspeisegesetz! Hände weg von der Solarförderung!" forderte Dr. Kapell auf der 1. Unternehmer-Solarkonferenz in Wustermark vor rund 200 Unternehmern aus der Hauptstadtregion.
Die Limitierung der Förderung von Photovoltaik-Anlagen unter dem Vorjahresniveau nehme den mittelständischen Unternehmern und Investoren die unverzichtbare Planungssicherheit, mahnte Dr. Kapell. Das wirke sich kontraproduktiv auf die gewünschte Ablösung fossiler Brennstoffe durch erneuerbare Energien aus. "Wir begrüßen es, dass die Bundesregierung die Energiewende beschlossen hat. Aber jetzt muss sie auch mit Leben erfüllt werden."
Die 1. Unternehmer-Solarkonferenz, zu deren Initiatoren auch der BVMW gehört, verabschiedete zudem eine Erklärung, mit der die Konferenzteilnehmer die politischen Entscheidungen zur Energiewende ausdrücklich unterstützen. "Wir rufen gleichzeitig dazu auf, die Energiekonzepte der Länder Brandenburg und Berlin und damit die Energiewende durch aktives Handeln zu begleiten", heißt es weiter in der Erklärung.
"Ich begrüße es sehr, dass der Minister für Wirtschaft und Europaangelegenheiten des Landes Brandenburg, Ralf Christoffers, der heute an unserer Konferenz teilnahm, sich auch gegenüber der Bundesregierung in der kommenden Woche für die brandenburgischen Interessen stark machen will", erklärte Dr. Kapell nach der Tagung. "Länder mit einem hohen Anteil an erneuerbaren Energien dürfen nicht dadurch benachteiligt werden, dass ihnen die Lasten der 110-Kilowatt-Leitungsnetze allein aufgebürdet werden, wie die Bundesregierung das plant." Christoffers hatte zuvor eine Studie der BTU Cottbus vorgestellt, die die Netzausbaukosten mit zwei Milliarden Euro beziffert. Davon seien allein 1,2 Milliarden Euro für das 110-KV-Netz notwendig.
Für den Mittelstand sei die Energiewende eine Herausforderung und ein Abenteuer, sagte Dr. Kapell weiter. Der Mittelstand beanspruche zu Recht einen hohen wirtschaftlichen Anteil an der Umgestaltung des Energie-Mixes. Das betreffe neben der Stromerzeugung auch die Gebäudesanierung, das Gebäudemanagement und weitere Dienstleistungsbereiche. "Mittelständisch zu sein, bedeutet dezentral zu wirken. Das entspricht auch der Veränderung der Energiepolitik hin zu dezentralen Lösungen, die an die regionalen Quellen und Möglichkeiten anknüpfen. Wenn Stromproduzenten und -konsumenten zusammenfallen und intelligente Netze entstehen, sinken die Kosten. Die Umwelt wird geschont, das Wachstum gefördert und neue Arbeitsplätze vor Ort erhöhen die gesellschaftliche Akzeptanz für die Energiewende", erläuterte Dr. Kapell. Die Gemeinden forderte er auf, Dachflächenkataster zu schaffen, um der Photovoltaik den Weg ebnen zu helfen.
"Die Unternehmer haben sich heute nicht nur in zahlreichen Vorträgen, an Ausstellungsständen und bei der Podiumsdiskussion einen komplexen Überblick zur Thematik Solarenergie und Photovoltaik verschafft. Sie haben auch deutliche Worte dafür gefunden, was jetzt nötig ist. Deshalb kann ich unserem BVMW-Landeswirtschaftssenator Fred Kehler von der B5Solar, der diese Veranstaltung inspiriert hat, und allen beteiligten Partnern der 1. Unternehmer-Solarkonferenz nur gratulieren. Ich hoffe, dass es uns gemeinsam gelingt, diesem ersten Signal aus dem Land Brandenburg weitere folgen zu lassen."









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