Viertes Symposium Erneuerbare Energien am 06. Mai 2010 in der Alten Aula der Philipps-Universität Marburg
Wasser ist Leben
Auch Wasser ist eine Erneuerbare Energie, zeichnet sich diese doch dadurch aus, dass sie über lange Zeiträume in quasi beliebig großer Menge zur Verfügung steht, aber laufend nur in begrenztem Umfang abgerufen werden kann. Das vierte Symposium Erneuerbare Energie der Forschungsstelle Mittelständische Wirtschaft der Philipps-Universität Marburg hat daher diesmal in den Mittelpunkt der Diskussion unter dem Titel „Wasser ist Leben“ das Wasser gesetzt. Es ging uns aber nicht so sehr um das Leben spendende Element, sondern um das Energie spendende Element Wasser.
Seit Ende des 19. Jahrhunderts werden Wasserkräfte zunehmend zur Elektrizitätsversorgung eingesetzt. Die Vorteile gegenüber den damaligen Wärmekraftwerken sind offensichtlich. Es gibt keine Kohlentransporte, es besteht hohe Betriebssicherheit und es besteht Versorgungssicherheit.
Einerseits stellt die Politik die Nutzung regenerativer Energien und damit auch die Wasserkraftnutzung in den großen Rahmen der Ressourcenschonung und des Umweltschutzes, doch andererseits belasten und behindern die europäische und deutsche Politik und Gesetzgebung die Nutzung von Wasserkräften in zunehmendem Maße. Der Betrieb bestehender Anlagen unterliegt ständig neuen Restriktionen. Der Neubau ist kaum noch möglich. Auch Maßnahmen zur Verlängerung der Lebensdauer bei bestehenden Anlagen sind in Frage gestellt. Hierzu tragen neben dem deutschen Wasserrecht besonders die Wasserrahmenrichtlinie 2000 der Europäischen Union sowie Regelungen des Natur- und Landschaftschutzrechts bei.
Auch wenn im Vergleich zu seinen Nachbarn Deutschland nur über wenige große Flüsse verfügt, beträgt das nutzbare Wasserkraftpotenzial etwa 27 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr. Das entspricht etwa vier Prozent der gesamten Stromerzeugung. Die Ausschöpfung des noch ausbauwürdigen Potenzials wäre durch Neubauten weniger großer Kraftwerke und entsprechende Erweiterung vorhandener Anlagen möglich.
Professor Dr. Dr. h. c. mult. Gilbert Gornig
Sprecher der Forschungsstelle Mittelständische Wirtschaft,
Geschäftsführender Direktor des Instituts für Öffentliches Recht,
Dekan des Fachbereichs Rechtswissenschaften
Mit freundlicher Unterstützung von:
(Kopie 1)
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