Geschäftsstelle Ennepe-Ruhr-Kreis

BVMW verleiht Unternehmerpreise 2012

Gustl Lotz erhielt seinen Preis aus den Händen von BVMW-Vizepräsident Friedhelm Runge.
Von links: Wilfried Stein, Heiko Schäfer, Friedhelm Runge, Martin Reich, Wolfgang Osinski, Horst-Werner Altena, Dr. Jens Gericke und Franz Frerich.
Von links: Friedhelm Runge, Horst-Werner Altena, Gustl Lotz, Michael Kreyenberg, Paul Breitner, Franz H. Frerich.

Velbert, 15. Mai 2012. Stabiles Wachstum und Arbeitslosenquoten, die sich nach langen Jahren wieder der Marke von sieben Prozent nähern – so präsentiert sich in diesen Tagen die Wirtschaftsregion des Ennepe-Ruhr-Kreises, Mettmanns und des Bergischen Landes. Zeitgleich versinken weite Teile Europas in einer Rezession, deren soziale Folgen auch aus Expertensicht kaum absehbar zu sein scheinen.

Erfolgsgarant und damit auch die Antwort auf die Frage nach dem deutschen Wirtschaftswunder ist ein stabiles Fundament mittelständischer Unternehmen. Der BVMW zeichnete auch in diesem Jahr sozial engagierte und innovative Mittelständler aus. Ort der Verleihung war das Velberter Traditionsunternehmen EMKA Beschlagteile GmbH & Co. KG, dessen Geschäftsführer und BVMW-Vizepräsident Friedhelm Runge über 100 regionale Mittelständler begrüßte. Das Auswahlverfahren der eingesetzten Jury gestaltete sich schwieriger als erwartet, kann doch die Region mit einem wahren Fundus innovativer und global erfolgreicher Mittelständler wuchern. Die Jury entschied sich schließlich für einen Doppelsieg: mit der Hattinger Firma RELAXGAS, die sich mit der effizienten Distribution von Erdgas beschäftigt, erhielt Geschäftsführer Heiko Schäfer seine verdiente Auszeichnung. Den ersten Platz teilte sich Schäfer mit  dem Velberter Dipl.-Ing. Martin Reich von der Scemtec automation GmbH, die mit Innovationen im Health Care-Bereich den demografischen Wandel begleitet und damit einen Beitrag zu einem würdevollen Lebensabend leistet.

Eine Auszeichnung für sein unternehmerisches Lebenswerk erhielt Gustl Lotz, Gründer der AGL-Architektengemeinschaft, der sich auch heute noch an der Realisierung städtebaulicher Projekte beteiligt. Geschäftspartner und Fußballweltmeister Paul Breitner hob in seiner Laudatio das beispielhafte soziale Engagement des Unternehmers hervor, der sich unter anderem aktiv für die Velberter Kindertafel einsetzt. Zum Abschluss erhielt der Gevelsberger Unternehmer Wilfried Stein, der mit seinem Betrieb „STEIN Industrie-Anlagen“ an der Umsetzung von Energieeffizienz arbeitet und mit Maßnahmen der Produktionskostenoptimierung die Modernisierung mittelständischer Betriebe fördert, eine Ehrenurkunde.

 

Die Organisation, bei über 100 Gästen aus der Wirtschaft, der Jury-Auswahl unter unzähligen, innovativen Unternehmen, ein wahrer Drahtseilakt, unternahmen Franz Frerich und Horst-Werner Altena vom BVMW. Sie führten damit die Tradition des regionalen Unternehmerpreises auch in diesem Jahr fort. Die Moderation, als „Tandem“ von beiden vorgenommen, leitete durch einen unterhaltsamen Abend, der zum Abschluss des Fußball-Relegationspiels in den Räumen der Firma EMKA ausklang.

Neueste Meldungen

Hr. Michael Vogelsang, Hr. Franz Frerich
Hr. Michael Vogelsang, Hr. Berthold Schmuch, Hr. Franz Frerich
Hr. Frank Schwarze, Hr. Andre Stinka
Zuschauerrunde (Landrat Dr. Armin Brux, außen rechts)

Steuergrundlagen und Energiepolitik mit Glaskugeleffekt

Chancen für Unternehmer aus dem EN-Kreis

Perspektiven für den regionalen Mittelstand: unter diesem Motto waren über 50 Unternehmer einer gemeinsamen Einladung des Bundesverbandes mittelständischen Wirtschaft (BVMW) und der Volksbank Sprockhövel in Hattingen zusammen mit den Ehrengästen Dr. Armin Brux, Landrat des EN-Kreises und Rainer Bovermann MdL für den EN-Kreis gefolgt.

Bei einem 360 Grad Ausblick im Satkom-Ruhr-Tower erwartete die Gäste ein Vortrag zu Rechtsformen von Unternehmen aus steuerpolitischer Sicht. Referent war der Wirtschaftsprüfer Berthold Schmuch von der Bochumer Steuerkanzlei ZEPTRUM. Er vermittelte den Teilnehmern auf unterhaltsame Art und Weise Einblicke in steuerliche Vor- und Nachteile bei der Wahl von Gesellschaftsformen für Unternehmen. Ob bei Gründung, Vererbung, Verkauf oder Umwandlung – immer ist die Wahl der richtigen Rechtsform ein entscheidender Faktor für die Steuerthematik.

Im Anschluss widmete sich der zweite Vortrag der deutschen Energiewende. Andre Stinka, Klima- und Umweltpolitischer Sprecher der SPD Landtagsfraktion NRW zeigte Chancen für den Mittelstand im Zuge des Wechsels auf alternative Energiegewinnung auf. Wortmeldungen aus dem Publikum bildeten die Grundlage für eine anschließende rege Diskussion mit dem Referenten. Wortmeldungen einiger Mittelständler liessen deutlich werden, dass man ein nachhaltiges Energiekonzept sowohl auf Bundes- als auch Landesebene benötigt, um Klarheit und Sicherheit zu erhalten. Ein solch solides Fundament benötigt der Mittelstand. Damit wären Investitionen besser planbar.

Franz Frerich, Regional-Geschäftsführer des BVMW NRW und Frank Schwarze, Leiter Firmenkundengeschäft, sowie Michael Vogelsang, beide von der Volksbank Sprockhövel, zeigten sich sehr zufrieden mit dem Verlauf des Abends. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch angeregte Gespräche unter den Gästen sowie Netzwerkmöglichkeiten für die Unternehmer, die auch zu ersten Kooperationsgesprächen führten.

Unternehmer und HAZ trommeln für Wege aus der Demografie-Falle

Der demografische Wandel und damit verbundene Engpässe bei qualifizierter Mitarbeiterversorgung und Nachwuchsförderung muss kein Angstszenarium für den bedeutendsten Arbeitgeber im Ennepe-Ruhr-Kreis sein, den Mittelstand!

Zu diesem Ergebnis kam die erste gemeinsame Veranstaltung der HAZ-Stiftung „Jugend, Kompetenzen, Zukunft“ und des Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW).
Unter der Überschrift „Talente entwickeln für die Zukunft - Den Herausforderungen des demografischen Wandels begegnen“ sammelten sechzig Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach einem „Herzlich Willkommen“ von Seiten des stellv. Landrats Willibald Limberg  Argumente und Ideen im Rahmen eines „open space“.

Unter der Moderation des Hattinger Journalisten Bernd Brunke waren besonders die beteiligten Unternehmer aufgefordert, „rücksichtslos“ und anonym ihre Ideen und Forderungen u. a. zu „Zukunft der Ausbildung“, „Personalgewinnung“ sowie „Fachkräfte- und akutem Handlungsbedarf“ in einen „Topf der Wünsche“ zu geben.
Zur Einstimmung hatten zuvor Jürgen Köder von der EN-Agentur über die wirtschaftlichen Perspektiven des EN-Kreises und Johanna Dragon von der Agentur Mark (Hagen) über den Demografischen Wandel im Kreis referiert.

Der vorweihnachtliche Wunschzettel der Unternehmer zeigte schließlich, dass „fordern und fördern“ kein Exklusivbegriff der Politik ist. Gehäuft tauchte in allen Themenbereichen die Forderung nach verstärktem fachlichen (Wissenstransfer) und menschlichen Austausch zwischen älteren und jungen, auch zukünftigen Mitarbeitern auf.  Weiter wurde angeregt, Kooperationen von Schule und Industrie zu vertiefen. Auch mehr Ferienjobs könnten das Interesse zukünftiger Facharbeiter fördern und die Motivation zum Beruf steigern. Älteren Arbeitnehmern solle auch mehr die Möglichkeit von Teilzeitbeschäftigungen gegeben werden, war aus der Ideensammlung zu erfahren.

Auf manchen Denkanstoß konnten Peter Wiemann und Dr. Armin Stickler von der HAZ-Stiftung sofort eingehen: Unter dem Titel „Zukunft stiften - Talente stärken“ gaben sie einen Einblick in deren aktuelle Arbeit, die bereits manchen der Unternehmerwünsche erfülle. Die überzeugend lebendige Veranstaltung solle nach ihrer Meinung eine ebenso konstruktive Fortsetzung finden.
Franz F. Frerich von einladenden BVMW nahm diesen Ball gerne auf und unterstrich, nur ein enger Gedankenaustausch helfe, das weder der Mittelstand noch der Nachwuchs in die Demographie-falle treten werden.

Die Trommel für sichere Zukunftsplanung rührten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer übrigens nicht nur verbal. Zum Abschluss des Treffens schnappte sich nämlich jeder eine Trommel und unter der Anleitung von Wilfried Mach (Institute für Situational Training, Ratingen) gab es eine Darbietung im „drum circle“, dass die Wände wackelten.

Auch EN-Unternehmen sind Leckerbissen für Industriespionage

Informationsschutz, Industriespionage und Datenklau, ein brandheißes Thema bewegt international die Wirtschaft. Dass auch im Ennepe-Ruhr-Kreis jedes vierte Unternehmen bereits oft unerkannt „ausspioniert“ wurde, erstaunte die Teilnehmer einer Mittelstand-Veranstaltung in Hattingen dabei doch.

Auf Einladung des Bundesverbandes Mittelständische Wirtschaft (BVMW) informierten im „Henrichs“
in Hattingen international hochkarätige IT-Fachleute:
Sicherheits-Auditor Dr. Ralf Schadowski (Aachen), die Experten und Systementwickler Hans Tünneßen (Rommerskirchen) und Rüdiger Gropp (Witten), sowie Henrik Damm aus Schwelm,
heute als Berater für Risikomanagement in Frankfurt ansässig. Sie verdeutlichten, dass die Informationssicherheit in Betrieben vielmehr als ein IT-Problem ist.
Um sein Unternehmen vor Verlusten von existentiellen Informationen zu bewahren, sei allein die Geschäftsführung gefordert, unterstrich Henrik Damm. „Das gehört zum Risikomanagement, wie Unglücke und technische Pannen, darf also nicht von untergeordneten Abteilungen verantwortet werden.
Hans Tünneßen warnte: „Es sind nicht nur Chinesen und Russen, die spionieren, auch der Nachbarbetrieb stellt eine Gefahr für das Firmen-Knowhow dar.“ Dies verdeutliche, wie niederschwellig  Diebstahlsmöglichkeiten im „nachbarschaftlichen Umgang“ von Mitarbeitern seien.
Dr. Schadowski gab mit dem Hinweis  Grund zum Grübeln: Täglich würden in deutschen Unternehmen etwa 6000 Festplatten und oder USB-Sticks kaputt gehen und nur selten würde deren Vernichtung beaufsichtigt. So könnten Unbefugte leicht kritische Daten auslesen und kriminell verwenden.
Allgemein bedauerten die Fachleute, dass auch die Fachpresse das Thema Betriebssicherheit im Informationswesen überwiegend auf die IT-Peripherie beschränkten.
Die Experten gaben Einblicke, in neueste Technologien, wie zum Beispiel Daten die eine Firma bereits elektronisch verlassen haben, sogar „ferngelöscht“ werden könnten. Dies sei ein relativ aufwands- und kostenminimaler Weg, Spionen, egal woher, das Leben schwer zu  machen“, meinte Rüdiger Gropp.
Gastgeber Franz Frerich hiesiger Regionalgeschäftsführer des BVMW, erinnerte daran, dass laut einer Studie der KPMG jährlich bis zu 50 Milliarden Euro Verluste durch Knowhow-Diebstahl in der deutschen Wirtschaft errechnet wurden. Die Gefährdung der heimischen mittelständischen Industrie sei besonders groß, weil, was mancher nicht wissen könne, auch im Ennepe-Ruhrkreis mehrere Dutzend Unternehmer ansässig sind, die Weltmarktführer in ihrer Nische sind. Diese weltweite  Bedeutung ist die positive Seite, dagegen steht automatisch auch die weltweite Begehrlichkeit von Datenjägern.

BU: Anerkannte Experten beschrieben moderne Maßnahmen gegen Betriebsspionage und Datenklau: (v.l.) Gastgeber Franz Frerich )(BVMW) Dr. Ralf Schadowski (Aachen), Rüdiger Gropp (Bochum), Hans Tünneßen (Rommerskirchen) und Henrik Damm (Frankfurt).

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