Frachkräftemangel: so schätzen mittelständische Unternehmen in der Region die Lage ein
Hier erfahren Sie, wie sich mittelständische Unternehmen in der Region mit dem Fachkräftemangel auseinandersetzen und wie wichtig das eigene Image aus Sicht der Betriebe für die Fachkräftegewinnung ist.
Die noch im letzten Jahr gestartete Umfrage erfolgte im Rahmen eines Praktikantenprojektes in Zusammenarbeit mit der Unternehmensberatung Thoennessenpartner, ist branchenunabhängig und spiegelt die Situation in der Region bis Ende 2009 wieder. Beteiligt haben sich 31 Unternehmen, die mehr als fünf Mitarbeiter beschäftigen. Diese wurden entweder persönlich befragt oder gaben ihre Meinung online ab. Mit den Ergebnissen, die allerdings nicht als repräsentativ gelten, wollen wir uns ein klareres Bild von der Situation vor Ort machen.
Demnach haben sich knapp 70 Prozent der befragten Unternehmen bereits mit dem Thema auseinandergesetzt. Während die meisten der befragten Unternehmen die wirtschaftliche Lage zum Zeitpunkt der Befragung Ende 2009 als gut oder besser einschätzten, gab fast die Hälfte der befragten Unternehmen Probleme bei der Fachkräfterekrutierung an. Die Ergebnisse zeigen weiterhin, in welchen Fachbereichen der Fachkräftebedarf am meisten drückt: so stehe der Bereich Marketing und Verkauf mit 23 Prozent an erster Stelle, gefolgt von Fertigung und Produktion (19 Prozent), 10 Prozent gaben den Bereich Forschung und Entwicklung als schlecht zu besetzen an. Kaufmännische Bereiche wie Personalwesen, Buchhaltung oder Management wurden von 6 Prozent, andere Bereiche wie Materialwirtschaft und Verwaltung von 3 Prozent der Befragten benannt. Insgesamt spielt der Fachkräftemangel bei den Unternehmen in der Region eine große Rolle: knapp über 30 Prozent der Befragten gaben an, bereits unter dieser Situation zu leiden, 13 Prozent davon sogar stark.
Generell bewerten über zwei Drittel der Befragten (70 Prozent) Unternehmen das Image der mittelständischen Unternehmerwelt in Deutschland aus eigener Sicht als gut bis sehr gut. Hinsichtlich der Fachkräftegewinnung wird das eigene Unternehmensimage von fast allen Befragten als wichtig bis sehr wichtig eingeschätzt. Dabei wird die Internetseite von fast allen Unternehmen als hilfreichstes Marketinginstrument angesehen.
Fast drei Viertel der Befragten glauben nicht, dass die Rekrutierung von Akademikern zukünftig besondere Schwierigkeiten bereite. Auf die Frage, was Fachkräfte dazu veranlassen soll, lieber in einem mittelständischen Unternehmen als in einem Großunternehmen zu arbeiten, gaben die Befragten bessere Aufstiegschancen, ein breiteres Arbeitsspektrum sowie flexibleres Arbeiten an. Weiterhin gehöre nach Ansicht der Befragten die Nähe zu Kunden und Kollegen sowie eine hohe Eigenverantwortung bei kurzen Entscheidungswegen zu den Vorteilen einer Beschäftigung in einem mittelständischen Betrieb.
Deutlich wurde zudem, dass knapp drei Viertel aller befragten Betriebe die Mitarbeiterbindung als sehr wichtig erachten. Für etwa 70 Prozent der Befragten kommt das einer Kultur des Förderns und Forderns gleich, 45 Prozent fragen die Haltung Ihrer Mitarbeiter zum Unternehmen regelmäßig über Fragebogen ab, ebenso viele Betriebe unterstützen die positive Haltung ihrer Mitarbeiter zu lebenslangem Lernen. Fast ein Viertel der Befragten berücksichtigen die Work-Life-Balance ihrer Mitarbeiter.
Die einzelnen Fragen sowie die Ergebnisse dazu finden Sie über diesem Textabschnitt zum Download.
Mit herzlichen Grüßen Ihre
Angela Willeke
Unternehmer für Johannesschüler - Johannesschüler für Unternehmer
Unter dem Motto „Unternehmen für Johannesschüler – Johannesschüler für Unternehmen“ - soll in Zusammenarbeit mit der Gemeinschaftshauptschule Johannesschule in Willich-Anrath die Berufsorientierung bei Jugendlichen gefördert werden. Dazu gehen Unternehmer für ein bis zwei Schulstunden direkt in die Abgangsklassen und informieren die Schülerinnen und Schüler über Berufsbilder und darüber, wie sich die Ausbildung im Betrieb gestaltet. Dabei ist es egal, ob Ausbildungsberufe im gewerblich-produzierenden oder im kaufmännischen Bereich vorgestellt werden, jeder Betrieb, der ausbildet, kann mitmachen!
Interessierte UnternehmerInnen melden Sie ganz einfach formlos unter Email: angela.willeke@bvmw.de oder Telefon: 02154-481880.

- Rolf Mützelburg, Geschäftsführer AIS GmbH und Bernd Schuster erklären den Schülerinnen und Schülern den Ausbildungsberuf Konstruktionsmechaniker/in
Praktikantenplätze gesucht
Gesucht werden Unternehmen aus Krefeld und dem Kreis Viersen, die den
Schulabgangsklassen der Gemeinschaftshauptschule Johannesschule (diese ist auch Europaschule in NRW) die Möglichkeit für ein Langzeitpraktikum eröffnen. Die Schüler/innen werden dazu an einem festen Tag pro Woche entweder ein Jahr oder ein halbes Jahr lang Ihren Betrieb besuchen und so das Praktikum erfolgreich absolvieren können. Bitte unterstützen Sie diese Aktion mit einem Praktikumsplatz in Ihrem Unternehmen! Jeder Praktikumsplatz ist willkommen! Bereite UnternehmerInnen melden sich bitte einfach formlos bei mir unter Email: angela.willeke@bvmw.de
oder Telefon: 02154-481880.
Fachkräftemangel - Ergebnisse der Mitgliederumfrage aus Dezember 2010
Die aktuelle Liquiditätsklemme hemmt vor allem vor allem den Deutschen Mittelstand. Notwendige gesetzliche Anpassungen sowie die Aussetzung von Basel II sind jetzt dringend angesagt
Mittelständische Unternehmen kämpfen derzeit ums Überleben, weil Kredite nicht verlängert oder weil die Kreditvergabementalität der Banken gerade bei Unternehmen, die nicht unbedingt mit einem „AAA“ im Banken-Rating gesegnet sind, zunehmend erschwert wird oder gar stagniert. Laut Creditreform mussten im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise knapp 17.000 deutsche Unternehmen Insolvenz anmelden. Diese beschäftigten rund 250.000 Mitarbeiter. In einer aktuellen Umfrage des BVMW – Bundesverband mittelständische Wirtschaft, Unternehmerverband Deutschlands e.V.-, aus Juni 2009 gaben knapp die Hälfte der befragten Unternehmer an, heute finanziell schlechter aufgestellt zu sein als noch vor einem Jahr.
760 Mrd. Euro an Garantien und Eigenkapitalhilfen umfasst der Rettungsschirm des Bundes für Banken. 442 Mrd. EUR an Liquiditätsstärkung hat die die EZB gerade in die Geldhäuser der EURO-Zone gepumpt. Dabei sieht sich das Bankensystem immer noch als unterkapitalisiert, weil hohe stille Lasten bzw. Wertberichtigungen bisher noch nicht einmal annähernd offengelegt werden können: so wird der weltweite Abschreibungsbedarf auf über 4 Billionen Dollar geschätzt, 1,5 Billionen davon sind aber erst wertberichtigt. Noch dramatischer wird die Situation in der EURO Zone durch Basel II, den strengen Richtlinien zur Regelung der Eigenkapitalvorschriften von Banken, welche trotz heftiger Widerstände von Wirtschaftsverbänden im Jahr 2006 amtlich wurden: weil Kreditinstitute für Kredite von Kunden mit guter Bonität weniger Eigenkapital hinterlegen müssen, als bei Kreditnehmern mit weniger Bonität, müssen die Banken im Zuge des Abschwungs immer mehr Eigenkapital aufbringen, um den strengen Anforderungen bei bestehenden Krediten selbst nachkommen zu können. Mögliches Resultat: Darlehen werden nicht verlängert, gekürzt oder auch rigoros gekündigt.
Nahezu irrwitzig erscheint dabei die Tatsache, dass Basel II aus Sicht der Bankenaufsicht die Vermeidung von Finanzkrisen zum Ziel hatte. Ein System beißt sich in den Schwanz und gehört deswegen dringend ausgesetzt! Daneben ist eine dringende Anpassung des wiederum spezifisch in Deutschland angewandten Bilanzrechts angesagt, welchem z.B. Finanzinstitute in Frankreich oder Grossbritannien nicht unterliegen. Angesichts der „Kreditklemme“ sollte die Möglichkeit einer direkten Kredit-Vergabe an notleidende Unternehmen durch den Bund oder durch bundeseigene Institutionen dringend weiter verfolgt werden, auch wenn’s momentan von einigen Experten als „Unfug“ abgetan wird. Schließlich und zur Vermeidung der Liquiditätsfalle sollte der Staat regulierend eingreifen, wenn es um die Festlegung variabler Zinsen oder Gebühren durch Geldhäuser geht, allein die Einrichtung der Bad Bank sollte genug Eigenkapital der betroffenen Geldhäuser freisetzen. Die Art und Weise, wie manche Finanzjongleure den gehobenen Mittelfinger in Richtung Staat, Wirtschaft und Gesellschaft zeigen, in dem sie alle staatliche Unterstützung und die immense Summe an rettenden Steuergeldern als „free lunch“ bezeichnen, sollte diese Überlegungen verstärken.
Schwierige Zeiten erfordern striktes Vorgehen. Und nachhaltige Investitionen der mittelständischen Wirtschaft in Innovation, Wertschöpfung sowie in Arbeits- und Ausbildungsplätze sichern das Fortbestehen einer soliden Volkswirtschaft sowie unserer sozialen Marktwirtschaft. Wenn reinvestierte Gewinne dann noch steuerfrei gestellt werden, könnte ein Boom durch Deutschland gehen.
Ihre Angela Willeke
Leiterin BVMW Krefeld-Viersen
Erstmals negativer Gründungssaldo seit 1970 - Angststarre der Finanzbranche verhindert Wertschöpfung durch mittelständische Strukturen
Spricht man in diesen Tagen einerseits von Konjunkturförderung in Milliardenhöhe, stehen die Zeichen für Deutschlands Mittelstand auf „kurz-vor-Sturm“. Laut Institut für Mittelstandsforschung (IfM), Bonn, zeigt sich der Gründungssaldo (Differenz aus Unternehmensgründungen und –liquidationen) erstmals seit über 30 Jahren negativ. 33.800 Betriebe – Mittelständler - machen den Negativsaldo der Gründungsbilanz aus. Vor allem kleine mittelständische Unternehmen hatten seit Ende 2008 weder Kraft noch Mittel, ihre Betriebe aufrecht zu erhalten. Für 2009 wird eine weitere Zunahme der Liquidationen und Insolvenzen erwartet.
Der Mittelstand stellt über 70 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in Deutschland und bildet ca. 80 Prozent aller Auszubildenden in Deutschland aus. Vier von fünf Firmen setzen sich regelmäßig für soziale Zwecke ein. 75 Prozent aller Patente in Deutschland sind mittelständischen Ursprungs. Selbst die EU hat den Wert des Mittelstands erkannt und spricht u. a. von qualifizierten Abgrenzungsfaktoren wie der „personal-geprägten Betriebsgemeinschaft, in der zwischenmenschliche Beziehungen durch persönliche Kenntnis und ständige Fühlungsnahme bestimmt sind“. Im Neu-Jargon nennt man dies zumindest im weitesten Sinne auch Corporate Citizenship. Trotzdem werden Mittelständler doch nur allzu häufig von Öffentlichkeit und Politik an ihre soziale Verantwortung erinnert. Was völlig überflüssig ist, gehört diese dringende Mahnung doch wohl in eine ganz andere Liga.
Gerade bei den Sparkassen werden in der nächsten Zeit gravierende Missverhältnisse in den Bilanzen offenbar werden, denn hier drohen hohe Verluste aus Beteiligungen an den Landesbanken. Sollten die Sparkassen bzw. Sparkassenverbände sich weigern, sich an den Verlusten zu beteiligen, wird auch der Schutzschirm nicht aufgespannt. Weiter auf der Liste der Alarmsignale stehen 40 Milliarden Euro Soforthilfe aus KfW-Mitteln für kleine und größere mittelständische Betriebe. Diese Gelder fließen allerdings nicht direkt in die Betriebe, sondern unterliegen dem Hausbankprinzip. Da die Hausbanken allerdings wegen der schlechten Konjunkturaussichten panische Angst vor Kreditausfällen haben, werden selbst nahezu haftungsfrei gestellte Kredite nicht vermittelt und Bonitätsprüfungen nahezu drakonisch durchgeführt. Hinzu kommt ein aufwändiges Antragsverfahren sowie geringe Verdienstmargen für Banken oder Sparkassen bei der Vermittlung von Kfw-Krediten. Im Resultat bedeutet dies: die Hausbank spielt nicht mit, die Gelder fließen nicht in die Betriebe. So wird das Hausbankprinzip zum Kreditverhinderungsprinzip. Bedenkt man, dass dieses Hausbankprinzip einzig und allein deswegen ins Leben gerufen wurde, weil man davon ausgeht, dass die Hausbank Unternehmer partnerschaftlicher und besser bei der Beantragung öffentlicher Fördermittel berät und begleitet als die Förderbanken selbst, gehört diese Regelung schnellstmöglich auf den Müll – und hoffentlich auf die nächste Agenda im Parlament.
Allein das kapitale Know-how und die damit einhergehende Innovationskompetenz mittelständischer Unternehmen ist nicht nur deutschlandweit, sondern weltweit geschätzt. Auch bei Großunternehmen oder Konzernen spielen Mittelständler durch höchste Qualität eine entscheidene Rolle z.B. in der Zulieferkette. Würde dieser Wertschöpfungsfaktor Mittelstand weiter durch die restriktive Kreditvergabe von Banken und Sparkassen trotz ausreichend vorhandener Mittel im Konjunkturpaket systematisch ignoriert, verlören wir das wohl wertvollste, was eine gesunde Volkswirtschaft ausmacht: Das Potenzial für organisches Wachstum und nachhaltige Wertschöpfung.
Angela Willeke
Leiterin BVMW Krefeld - Viersen
Strenge Bonitätsprüfungen seitens der Hausbanken bremsen Rettungsgelder für mittelständische Betriebe
Während die Bundesregierung mit der Verlängerung der Abwrackprämie weiter Wahlkampf betreibt, gehen mittelständische Betriebe in der Region bei ihren Hausbanken auf Klinkenputz. Aus dem Konjunkturpaket I stehen derzeit 15 Mrd. Euro an Kfw-Mitteln für den Mittelstand zur Verfügung. Nur können diese selten fließen. Immer wieder wird seitens mittelständischer Unternehmen in der Region beklagt, dass die Hausbanken, welche die Förderkredite nur durchleiten müssen, sehr strenge Bonitätsprüfungen vornehmen. So liegen momentan satte 14 Milliarden Euro an Rettungsgeldern im Tiefschlaf, während die Kurzarbeit in der Region auf Rekordhöhe steigt.
Der deutsche Mittelstand stellt 70 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten und 80 Prozent aller Auszubildenden. Kommunen und Regierung sollten gerade jetzt vermehrt für die Belange des Mittelstand in der Region kämpfen. Eine Lösung wäre z.B. ein gemeinsamer Appell an die Banken, in Krisenzeiten weniger kurzfristig sondern nachhaltig zu denken. Mittelständler investieren ihre Gelder schließlich in Arbeitsplätze und verbrennen es nicht in Spekulationsgeschäften. Aber während dem ein oder anderen Mittelständler hier langsam die Puste ausgeht, klagen die wegen schwerer Fehler entlassenen Ex-Vorstände der KfW- und IKB völlig ungeniert auf Weiterzahlung ihrer Chefgehälter und Pensionen. Was für ein Irrwitz. Ist diese Wahlkampf-womöglich nur auf Schrott gebaut?
Angela Willeke
Leiterin BVMW Kreisverband Krefeld-Viersen
Subventionierte Kredite für Mittelständler nicht aus den Augen verlieren!
Während man noch im Dezember 2008 im Rahmen der Finanzmarktstabilisierung darüber sinnierte, welche Bank Staatshilfe erhalten kann, sollte, soll, oder welche man gar zum Jagen tragen muss, leiden die Unternehmen in der Region unter verschlechterten Finanzmarktkonditionen und schwierigen Rahmenbedingungen. Zahlreiche Gespräche mit Mitgliedsunternehmen bestätigen, dass besonders kleine mittelständische Unternehmen weiterhin unter bürokratischen Monsterkonstruktionen z.B. zum Erhalt von Bürgschaften leiden oder nahezu aussichtlos darum kämpfen, Auftragsschwankungen mit kurzfristigen Finanzierungslösungen zu überbrücken.
Es bleibt zu fordern, die subventionierte Kreditvergabe an kleine und mittelständische Betriebe weiter im Auge zu behalten und massiv voranzutreiben, damit diese schneller und flexibler auf Schieflagen oder die Finanzierung von Aufträgen reagieren können. Dabei könnte das Kfw-Sonderprogramm 2009 ein erster Schritt sein. Es bleibt allerdings abzuwarten, wie schnell und unbürokratisch notwendige Gelder auch wirklich in die Betriebe fließen werden. Da Mittelständler bekanntermaßen in die Schaffung von Arbeitsplätzen investieren und nicht in systematisches „Lustzocken“, ist hier neben den zahlreichen Lobliedern zum Konjunkturpaket II eine Priorisierung der unbürokratischen Kreditvergabe für mittelständische Unternehmen im Bankensystem dringend angebracht.
Angela Willeke
Leiterin BVMW Kreisverband Krefeld - Viersen




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