Wirtschaftlicher Faktor in der Altmark
Wirtschaftssenatoren aus Sachsen-Anhalt informierten sich im Gefechtsübungszentrum des Heeres in der Colbitz-Letzlinger-Heide über die hochmoderne Ausbildung von Soldaten.
Letzlingen - Scharf geschossen wird im Gefechtsübungszentrum (GÜZ) des Heeres in der Colbitz-Letzlinger-Heide längst nicht mehr. Wo fast 50 Jahre die sowjetische Armee mit ihren Panzern großangelegte Übungen durchführte, dort dominiert heute High-Tech. Per Computer und Laserblitzen lassen sich Kämpfe simulieren. Displays in den Fahrzeugen und an den Uniformen der Soldaten zeigen mögliche Treffer an. Weltweit muss man Ähnliches mit der Lupe suchen, versichert dessen Leiter, Oberst Michael Matz. Militärs aus ganz Europa kämen immer wieder in den Norden Sachsen-Anhalts, um sich von der Leistungsfähigkeit der Technik zu überzeugen. Bis zu 1.500 Soldaten könnten auf dem 230 Quadratkilometer großen Areal zeitgleich üben. Zunehmen gewinne die Vorbereitung von Soldaten für Auslandseinsätze Bedeutung. Bislang sind fast 7.000 in der Altmark gewesen, um sich mit den Besonderheiten solcher Aufgaben vertraut zu machen.
Auch die Wirtschaftssenatoren des Bundeslandes konnten jetzt einen Blick hinter die Kulissen des GÜZ werfen. Es hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt. Jahr für Jahr gibt die Bundeswehr in der Region zwischen 30 und 35 Millionen Euro aus, sagte Matz. Für das Geld erbringen Handwerker Bauleistungen, werden Brötchen geliefert oder Fahrzeuge repariert. "Mit etwa 150 Unternehmen arbeiten wir zusammen", ergänzte er. Diese Kooperationen nutzen dem Mittelstand, versicherte Senator Bernd Zorn. Längst seien die Widerstände gegen die militärische Nutzung der Heide fast vollständig verstummt.
BVMW-Vorstandsmitglied Willi Grothe bekräftigte diese Meinung. Er nannte es beeindruckend, wie die Bundeswehr die Heide in den vergangenen fast 20 Jahren wieder renaturiert habe. Zudem beseitigte sie fast 16.000 Tonnen alte Munition, die von Deutschen Heer und von sowjetischen Truppen stammten. Auch dabei habe sie auf Unternehmen als Dienstleister zurückgegriffen.








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