Fachkräftemangel in Schleswig-Holstein
„Das Bündnis für Fachkräfte ist nur ein erster Schritt“
„Wir begrüßen das von der Landesregierung Schleswig-Holstein neu ins Leben gerufene Bündnis für Fachkräfte sehr und werden es natürlich nach Kräften unterstützen“, erklärt Hans Hermann Laturnus, Landesbeauftragter des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW) Schleswig-Holstein. „Diese Fachkräfteinitiative kann aber nur ein erster Schritt sein. Laut Erhebungen der Landesregierung werden uns im Jahr 2030 etwa 253.000 Fachkräfte fehlen. Das entspricht etwa einem Fünftel aller derzeit in Schleswig-Holstein abhängig Beschäftigten. Diese dramatischen Zahlen machen deutlich, dass ein zügiges Handeln auf allen Ebenen erforderlich ist, soll die Wirtschaft unseres Landes nicht ernsthaft Schaden nehmen.
Besonders betroffen vom Fachkräftemangel sind schon heute mittelständische Unternehmen, die Leistungsträger der schleswig-holsteinischen Wirtschaft. Darum müssen sie sich in Zukunft noch intensiver als in der Vergangenheit mit Themen wie die Verbesserung der Beschäftigungssituation Älterer oder dem lebenslangem Lernen auseinandersetzen. Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass der Fachkräftemangel nicht ausschließlich dem demographischen Wandel zu verdanken ist. Immer häufiger können heute angebotene Ausbildungsplätze nicht besetzt werden, weil die Unternehmen zu wenige ausbildungsfähige Schulabgänger finden. Dass sich dies in absehbarer Zeit nicht ändern werde, wie Wirtschaftsminister Jost de Jager bei der Auftaktveranstaltung zur Fachkräfteinitiative feststellte, kann so nicht hingenommen werden. Der BVMW Schleswig-Holstein fordert als Stimme des Mittelstands deshalb von der Landesregierung bei der Verbesserung der Ausbildungsfähigkeit nicht nur benachteiligte Jugendliche durch entsprechende Förderprogramme zu unterstützen, sondern auch die Lehrpläne der allgemeinbildenden Schulen praxisnäher und wirtschaftsfreundlicher zu gestalten.
Darüber hinaus gilt es bei den Aktivitäten gegen den Fachkräftemangel zu berücksichtigen, dass Schleswig-Holstein immer stärker in Konkurrenz zu anderen Bundesländern stehen wird. Gut ausgebildete Arbeitnehmer werden schon bald eine große Auswahl an Arbeitsangeboten haben. Ihre Entscheidung für ein Unternehmen wird sich dann nicht allein an den gebotenen Konditionen festmachen. Auch die Infrastruktur sowie soziale und kulturelle Angebote werden eine nicht unerhebliche Rolle bei der Wahl des Arbeitsplatzes spielen. Die entsprechenden Lebensbedingungen zu schaffen, um für Fachkräfte unterschiedlicher Branchen attraktiv zu sein, ist eine Aufgabe, welche die Landesregierung darum künftig weit intensiver berücksichtigen muss. Die Fachkräfteinitiative ist darum zwar ein wichtiger, aber eben nur ein erster Schritt in die richtige Richtung.“





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