BVMW-Kreisverband Greiz/Triptis hinterfragt Lösungsmöglichkeiten
Die Unternehmerveranstaltung des BVMW-Kreisverbandes Greiz/Triptis im Berufsförderungswerk Seelingstädt (BFW) griff das teilweise heiß diskutierte Thema Versorgung mit ausreichend Telekommunikationskapazität (Breitbandanschluß) im Landkreis auf
Nach kurzer Ausführung von Mike Schneider vom BFW zu dessen Möglichkeiten der Fachkräftebereitstellung, stellte Holger Neubauer, IBZ Neubauer, die Möglichkeiten seines in Zeulenroda ansässigen Unternehmens vor, dass sich bundes - und europaweit mit der Planung und Herstellung von Telekommunikationsnetzen beschäftigt. Die wenigsten wissen, dass dieser Markt nicht mehr an einen Anbieter gekoppelt ist und dass es auf diesem Gebiet keine Versorgungspflicht der öffentlichen Hand gibt, wie das zum Beispiel bei Wasser, Abwasser und Strom ist. Es wird nur dort ausreichend versorgt, wo es sich auch für die Investoren lohnt. Das heißt, der ländliche Raum ist extrem benachteiligt. Ingolf Gläser, von der IBZ Neubauer, erläuterte die technischen Hintergründe. Deutschland ist hier gegenüber anderen europäischen Ländern im Hintertreffen, weil durch Zuständigkeitsgerangel die Zeit nicht genutzt wird. In vielen Gewerbegebieten wurde inzwischen der fehlende oder nicht ausreichende Breitbandanschluss zum begrenzenden wirtschaftlichen Faktor. „Es darf nicht soweit kommen, dass unsere Unternehmen gezwungen werden, die Standorte zu verlassen, weil sie nicht über ausreichend technische Infrastruktur verfügen, oder enorme Anschluss- bzw. Telekommunikationskosten übernehmen müssten“ meint Kerstin Kramer, Leiterin des Kreisverbandes des BVMW. Sie verwies auf ein gerade von Volkmar Vogel, Bundestagsabgeordneter des Kreises, geschicktes Papier der Bundesregierung, wonach die Kosten zur Schließung dieser sogenannten „Wirtschaftlichkeitslücke“ gefördert werden. Antragsteller können die Gemeinden sein. Nur- ist es denn den Gemeinden zuzumuten, sich auch noch individuell mit diesem hochspeziellen technischen Thema zu beschäftigen? Sollen sie die Arbeit für die Netzbetreiber machen, die danach den wirtschaftlichen Nutzen aus der Maßnahme ziehen? Oder wäre es nicht sinnvoller, dass sich Interessengemeinschaften zusammenschließen, die sich um Planung, Finanzierung und Umsetzung des Themas kümmern und dann durch die Vermietung der Infrastruktur an die Telekommunikationsanbieter ihre Aufwendungen refinanzieren? Diese Fragen wurden sehr intensiv diskutiert, auch an Beispielen der Gemeinden Hermsdorf im Saale-Holzland-Kreis, wo die Leistung durch die EON-Tochter Netcon erbracht und bereits realisiert wurde, Burkersdorf, wo es sehr aufwändig ist, das erforderliche Signal von Weida heranzuführen, von Seelingstädt, wo sich die Gemeinde Gedanken zur Lösung der Aufgabe macht und von Zeulenroda, wo die Firma IBZ der Stadt eine Machbarkeitsstudie zur Versorgung der Umliegenden ländlichen Ortsteile vorgelegt hat.
Eines wurde klar - es wird keine einheitliche Lösung geben. Dort wo die Herstellung der Infrastruktur für das DSL finanziell aufwändig ist, müssen die Bedarfsträger in Zukunft mit den Gemeinden in Eigeninitiative handeln. Dazu ist die Unterstützung und Kreativität durch sachkundige und möglichst ortskundige Firmen erforderlich.


Abonnements