Gesundheitsreform
Unternehmer sein ist eine moderne Form von Leistungssport
Unternehmerveranstaltung des BVMW bei der AOK Plus
Unter dem Thema „Die Gesundheitsreform wirft ihre Schatten voraus“fand in den Räumen der AOK Plus in Zeulenroda ein Themenabend des Bundesverbandes Mittelständische Wirtschaft Landkreis Greiz/Triptis statt. Thomas Scheidig, einer der Vertriebsleiter der der AOK Plus Ostthüringen stellte die Möglichkeiten vor, die der Versicherte und die Unternehmen nach in Kraft treten der Gesundheitsreform im Januar 2009 haben. Mit 42% Anteil aller Versicherten in Thüringen ist die AOK Plus die erste gesetzliche Krankenkasse, die verschiedene neue Tarife anbieten wird, mit denen sich ihre Mitglieder Zusatzleistungen oder Boni sichern können. Durch den einheitlichen Beitragssatz scheinen künftig die Krankenkassen gleiche Leistungen anzubieten, aber inhaltlich wird es sehr verschiedene Leistungsspektren über die Pflichtleistungen hinaus geben. Nach den Aussagen von Harald Lang, Regionalgeschäftsführer pflegt die AOK eine langjährige Partnerschaft mit Arbeitgebern unter dem Motto „Erfolg braucht Wohlbefinden- Gesundheit im Unternehmen“ .Sie bietet AOK Plus die Analyse der Arbeitsplatzgestaltung, von Krankenständen und zielt wesentlich auf die positive Beeinflussung gesundheitsbezogener Verhaltensweisen von Beschäftigten sowie auf die gesundheitsbezogene Verbesserung von Arbeitsbedingungen und betrieblichen Verhältnissen ab. „Es muss ein gemeinsames Anliegen in Ihrem Unternehmen sein und setzt die Einbindung aller Betroffenen voraus“ meint er.Auch die Bezuschussung von Präventivmassnahmen, wie beispielsweise Rückenschule, Zeitmanagement oder Entspannungskurse sind möglich.Von einem Mitgliedsunternehmen kritisch hinterfragt wurde, ob es denn nach wie vor notwendig wäre, 240 Krankenkassen mit all ihrer Bürokratie und Verwaltung bestehen zulassen. Die Kostenerhöhungen werden wieder auf dem Rücken der mittelständischen Unternehmen ausgetragen. So genannte „Steuergeschenke“ sind in den letzten Jahren durch vielfältige neue Abgaben übertroffen worden. Der Arbeitnehmer nimmt oftmals einen Schwund auf dem Lohnzettel wahr, der nicht durch das Unternehmen entstanden ist, sondern durch dieses mit aufzubringen ist.Klaus Riesel, Geschäftsführer der Serimed Medizinservice GmbH , ein Dienstleister im Gesundheitsbereich mit 45 Mitarbeitern stellte vor, welche Angebote den Mitarbeitern in seinem Unternehmen gemacht werden, um gesund und fit zu bleiben. Er stellt kritisch fest, dass zu viel Sitzen , falsches Essen und zu wenig Bewegung allgemein Gesundheitsrisiken unserer modernen Gesellschaft darstellen und der Gesetzgeber hier mehr auf Prävention, vor allem bei jungen Menschen setzen müsste. „Unternehmer sein ist eine moderne Form von Leistungssport“ sagt er und mahnt an, dass der Chef einer Firm beim Thema „Gesunderhaltung“ mit gutem Beispiel vorangehen müsse. Für seine Mitarbeiter bietet er Aufklärung zur gesunden Ernährung, besonders zum Thema „Azedose“ an, Massagen, Magnetfeldtherapie und Kurzpausen zum Stressabbau. „Ein gutes Arbeitsklima ist im Unternehmen besonders wichtig und beugt stressbedingten Krankheiten vor“. Auch das Lichtklima trägt zur Gesunderhaltung bei, daher installierte das Unternehmen in den Büros Tageslichtlampen. Ulrich Horn, von der EML GmbH machte nochmals deutlich , dass Selbständige, die freiwillig gesetzlich versichert sind, ab 1.1. 2009 keinen Anspruch mehr auf Krankentagegeld haben und auch im Krankheitsfall, bei Verdienstausfall, künftig weiter ihre Beiträge zahlen müssen. Es gibt auch hier Möglichkeiten, sich freiwillig dagegen zu versichern, aber natürlich wiederum mit Zusatzkosten verbunden.„Wir werden auch 2009 das Thema „Betriebliches Gesundheitsmanagement im Fokus des Verbandes halten“ sagt Kerstin Kramer, Leiterin des Kreisverbandes,“ denn das Alter der Beschäftigten steigt weiter und auch die prozentuale Anzahl derer, die stressbedingt unter psychischen und psychosomatischen Krankheiten leiden. Hier sind Vorsorge und individuelle Angebote zum Ausgleich dringend erforderlich, nicht zuletzt auch unter dem Aspekt der Kostenexplosion.“



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