Hocheffiziente Prozesse zur Fertigung von multikristallinen Wafern
Es war ein beeindruckender Nachmittag für die Teilnehmer des 21. Arbeitstreffens der BVMW-Fachgruppe „Präzision aus Jena“ (PaJ), die sich bei der SCHOTT Solar Wafer GmbH am Mittwoch, den 6. Juli 2011, trafen. Das Interesse war groß: Die Teilnehmer kamen nicht nur aus Jena, sondern auch aus Stadtroda, Petersberg und Umgebung, um etwas über das Unternehmen der SCHOTT-Gruppe, dessen Produkte und Herstellungsprozesse vor Ort zu erfahren und damit ganz im Sinne der BVMW-Verbandsphilosophie nach Ansätzen für Empfehlungen sowie mögliche geschäftliche Partnerschaften zu suchen.
Geschäftsführer Dr. Patrick Markschläger führte die knapp 50 Unternehmer und Unternehmerinnen in die Welt der erneuerbaren Energien ein. Der Erfolg von SCHOTT begann 1884 mit der Gründung des Glastechnischen Laboratoriums SCHOTT & Genossen durch Otto Schott. Heute zählt das Unternehmen weltweit 17.500 Mitarbeiter, davon 6.400 in Deutschland und ca. 550 in dieser Konzerntochter. Die SCHOTT Solar Wafer GmbH ist der jüngste Geschäftsbereich, der 2003 aus dem früheren Joint Venture mit RWE hervor ging. Mit seiner Waferproduktion gehört SCHOTT Solar zu den Marktführern. Die Solartechnik wird sowohl von privaten also auch industriellen Anwendern genutzt. Der Einsatzbereich geht weit über die vielerorts sichtbaren Solardächer hinaus: ob in Armbanduhren oder der Landwirtschaft - Solartechnik ist heute nicht mehr wegzudenken. Selbst in der berühmt Central Station, dem New Yorker Hauptbahnhof, sind die Wafer zu sehen.
Fasziniert waren die Teilnehmer dann während des Rundganges, bei dem der Produktionsprozess vom großen, ca. 600 kg großen Ingot (Siliziumblock) bis zum 0,18 mm dünnen, ca. 12 mal 12 cm großen Wafer gezeigt und erläutert wurde. Nach ca. einer anderthalben Stunde wusste man dann mehr über das, was in diesem Betrieb produziert wird. (Aus Sicherheitsgründen durften hier leider keine Fotos gemacht werden.)
Bei weltweiter Marktführerschaft im Standort in Jena blieb die Frage nach den Produktions- und Personalkosten im Vergleich zum asiatischen Markt nicht aus. SCHOTT kompensiert die höheren Personalkosten durch einen hohen Automatisierungsgrad und ständige Innovationen, durch die das Jenaer Unternehmen weltweiten Konkurrenten im Bereich Forschung, Entwicklung und Fertigung um zwei Jahre voraus ist.
Im Rahmen des Treffens wurde das neue Mitglied im Verband Dr. Reinhard Boldt, Geschäftsführer der JEMATIC engineering und marketing GmbH, herzlich willkommen geheißen und bekam von Kreisgeschäftsführer des BVMW Jena/Saale-Holzland-Kreis den Mitgliedsausweis und die Partnertafel überreicht. Herr Dr. Markschläger erhielt die Urkunde, die ihn als aktives Mitglied in der BVMW-Fachgruppe „Präzision aus Jena“ ausweist.
Neu war, dass neben den Unternehmern und Unternehmerinnen waren auch ein Schüler des Otto-Schott-Gymnasiums anwesend war, die sich über die SCHOTT Solar Wafer GmbH informierte, nämlich Tim Adomat, 17 Jahre alt. Er meinte: „Wir Menschen müssen sehen, wie wir in Zukunft mit den knapper werdenden Rohstoffen umgehen. Ich finde die Arbeit, die SCHOTT hier leistet, sehr gut und hat mich echt beeindruckt.“ Für den Elftklässler war die Präsentation von Patrick Markschläger zudem interessant, da er einen runden und umfassenden Einblick zum Firmenprofil, den Standort Jena und die Arbeit rund um erneuerbare Energien bekam. „Informationen von einem gestandenen Geschäftsmann, dessen Arbeit und seine Bedeutung für die Wirtschaft und die Umwelt zu bekommen, war sehr aufschlussreich“, erzählt der Schüler. Bereits in der Vergangenheit kooperierte die SCHOTT AG mit dem Otto-Schott-Gymnasium in Form von einem Bewerbungstraining. „Ich finde es gut, dass Unternehmen so etwas für uns Schüler anbieten. Sie geben sich Mühe und es lohnt auf jeden Fall, solche Möglichkeiten wahrzunehmen“, empfiehlt Tim Adomat. Dietmar Winter, Kreisgeschäftsführer des BVMW-Kreisverbundes Jena/Saale-Holzland-Kreis, liegt die enge Zusammenarbeit von Wirtschaft und Schulen sehr am Herzen. „Wir wollen nicht nur den Fachkräftemangel beklagen, sondern handeln. Bei unseren Veranstaltungen bekommen die Schüler einen echten Einblick in die Industrie - und das ist sehr wichtig. Auch künftig werden wir interessierten Schülern die Teilnehme an den Treffen der Fachgruppe ermöglichen.“
Text: Janine Weller, FAKT PR
Foto: Jürgen Scheere, SCHEERE FOTOS






























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