Mittelstandslexikon 2011
(Verfasser: Peter Menke-Glückert)
Wozu ein Mittelstandslexikon?
Das Mittelstandslexikon gibt Argumentationshilfe für Diskussion der Problemzonen, Sorgen, Bürokratie- und anderen –nöten typischer Familien-, Mittel- und Kleinbetriebe in Deutschland. Nach kurzer Einführung in ein Stichwort werden weiterführende Hinweise über Links zur vertieften Information gegeben.
Entsprechend den Zielen der BVMW-Satzung 2004 soll auch die Zusammenarbeit unter BVMW-Unternehmen und BVMW-Partnerverbänden durch gemeinsame Aktionen gefördert und damit KMUs zukunftsfähiger für den globalen Wettbewerb werden. Ergänzungen, Kritik, Negativ- wie Positivbeispiele aus Vor-Ort-Erfahrungen sind hocherwünscht. Das Mittelstandslexikon muss mit seinen Nutzern zusammen weiterentwickelt und ständig auf den letzten Stand des Wissens gebracht werden – auch was den verwendeten IT-Standard angeht.
Das Mittelstandlexikon
- erleichtert Verfassen Presseerklärungen, Redetexten, Stellungnahmen zu Tagesproblemen,
- hilft bei offensiver Darstellung mittelständischer Interessen und Leistungen
- ermuntert zu gemeinsamen Aktionen mittelständischer Unternehmen in Kommunen, Öffentlichkeit, gegenüber Großkonzernen
- stärkt Solidarität unter BVMW-Mitgliedsunternehmen und –Partnerverbänden
- gibt freiheitlich-sozialer Marktwirtschaft und deutscher Mittelstandskultur Stimme und Gewicht in der Öffentlichkeit
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
A
Asbest
Abest ist Gruppenbezeichnung für verfilzte faserartige Mineralien wie Serpentin oder Hornblende. Asbest ist unbrennbar und unempfindlich gegen Laugen und einige Säuren, ist schlechter Wärmeleiter und hat einen hohen Schmelzpunkt. Asbest ist in den 50er und 60er Jahren in vielen Bauten, Bedachungen und Veranden verwendet worden - zum Beispiel im Palast der Republik in Ostberlin, im sozialen Wohnungsbau und in vielen Schulbauten in West- wie Ostdeutschland.
Asbest, ist ein aus dem Griechischen stammender jahrhundertealter Sammelname für feuerfeste in der Natur als Fasern vorkommende silikatische Minerale. In der Bundesrepublik sind vor allem der Weißasbest (Chrysotil, ein sogenannter Serpentinasbest) mit 96 Prozent sowie der Blauasbest (Krokydolith) mit drei Prozent und der Amosit mit einem Prozent Marktanteil wichtig (letztere sind sogenannte Amphibolasbeste)... Volltext
Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Asbest
Atommüllzentrum Gorleben
Eines der am kontroversesten diskutierten Gefährdungspotenziale friedlicher Nutzung der Atomenergie ist die für sehr lange Zeiträume sichere Entsorgung abgebrannter Kern-brennstoffe und aller anderen Formen des Atommülls. Nach Atomgesetz 2002 § 9a Absatz 1b und Absatz 3 ist entsprechender Nachweis einer nach Stand von Wissenschaft und Technik risikofreien "Beseitigung bestrahlter Kernbrennstoffe durch realistische Planungen über ausreichende, bedarfsgerecht zur Verfügung stehende Zwischenlagerungsmöglichkeiten erbracht..." Der Bund hat "Anlagen zur Sicherung und zur Endlagerung radioaktiver Abfälle einzurichten", die Länder Ländersammelstellen. Diese Gesetzesformulierungen geben - je nach energiepolitischer Auffassung - unterschiedlichen Interpretationen Raum, verwischen und verunklaren die alleinige Bundesverantwortung für sichere Endlagerung des Atommülls... Volltext
B
Babylonische Sprachverwirrung
Die Redensart beruht auf der Bibel, 1.Buch Mose/Genesis Vers 11, in dem vom Bau des babylonischen Turmes (18.-16. Jahrhundert v. Chr.) berichtet wird, der bis in den Himmel reichen sollte. Der Turmbau zu Babel gilt als Sinnbild menschlicher Überheblichkeit, Arroganz, Uneinsichtigkeit in Grenzen menschlichen Tuns - und gleichzeitig als Beispiel menschlicher Ohnmacht und Hilflosigkeit. Gott gebietet Einhalt, indem er die Sprache völlig verwirrt (Genesis 11, 7) - der Herr sprach: "lasst uns...ihre Sprache verwirren, dass keiner mehr des anderen Sprache versteht....". Keiner der Bauleute verstand fortan mehr den anderen. Der monströse Turmbau blieb Ruine. Der Herr "zerstreute sie über die ganze Erde..." zur Strafe für ihren Hochmut...Volltext
Basler Konvention
Basler Konvention zur Kontrolle grenzüberschreitender Transporte gefährlicher Abfälle
Ob in Fässern eines Giftmüllfrachters oder auf einem LKW - seit Beginn der achtziger Jahre wurde wiederholt illegale Transporte von gefährlichem Müll in Entwicklungsländer aufgedeckt - unter anderem in Marokko, Nigeria, Indien, aber auch Belgien oder Rumänien. Dabei handelte es sich um giftige Industrieabfälle, die in Westeuropa oder den USA wegen strenger Umwelt-Auflagen nur unter hohen Kosten behandelt werden durften. Sie wurden vornehmlich nach Afrika, Asien und Osteuropa zu "Dumping-Preisen" geliefert, ohne daß dort eine umwelt-verträgliche Behandlung garantiert war.
Nach zahlreichen Skandalen bereiteten 1987 die Vereinten Nationen eine Internationale Abfall- Konvention vor. Dies führte im März 1989 in der von 115 Staaten beschlossenen Basler Konvention, durch die Giftmüll-Exporte eingeschränkt und besser kontrolliert werden sollen... Volltext
Link: www.bvse.de Stichworte: Umwelthaftung, Umweltstrafrecht, bvse
Bellheim Gesellschaft
Initiative Wirtschaftsethik - Vortrag auf der Gründungsversammlung der Bellheim Gesellschaft, 19.04.07 in Oppenheim
Ethikdiskurse, Klagen über WERTE-verfall, Appelle für business ethics / Wirtschaftsethik, Anmahnen "Weltethikkonsens" und Ethikunterricht / neudeutsch Lebenskunde - haben Hochkonjunktur. Ganze Bibliotheken werden zu vieler Art Bindestrich-Ethiken vollgeschrieben. Ethik ist PR-Dauerthema der Politiker. Kein Unternehmer spart Ethik-WERTschätzung aus.
Ethik ist "trendy"
Von Ethik-Investment-Fonds über die Tübinger-Weltethiktreffen zwischen Hans Küng und Staatsmännern, sustainibility conferences, Fair-Trade-Initiativen bis zu EMASPLUS sustainable-churches-Programmen der Evangelischen Kirche von Westfalen. Ethik ist kein Luxus mehr in Sonntagsreden. Ethik garantiert Unternehmen Zukunft, Polit-Appeal, Fernseh-quote, moralische Kompetenz.
Tatsache ist jedoch: Konsens über einfachste Regeln fairen Umgangs miteinander - eben nicht nur im Geschäftsverkehr fehlen, ja Konsens wird immer unwahrscheinlicher, wegen nicht ausgeWERTeter Herausforderungen im Globalisierungsdruck. Wegen "clash of civilizations" / Widerspruch zu Fremd-WERTkulturen, zu Ideologien mit Ethik-Monopol-Anspruch, Ethik-Konkurrenzen. Vorgelebt im "clash of culturs" des 68er-Generationenkonflikts.
Virulent werden diese Ethik-Konflikte in heutiger Freiweltmarkt-Fundamentalkritik an angeblichem "Terreur l`economie" (Vivian Forrestier), an Schlagworten wie "Raubtierkapitalismus", "Gerechtigkeitslücke", "Ethik-Ignoranz"- massivem Zweifel, ob Unternehmer überhaupt Wirtschaftsethik praktizieren wollen, wirklich durchsetzen können.
Gefordert wird eine Bellheim-Ethik nachhaltiger Zukunftssicherung deutsch-traditioneller "mittelständischer Qualität des Anständigen" (Theodor Heuss).... Volltext
Beziehungsmanagement / Vertrauen
Im Beziehungsmanagement jedes BVMW-Unternehmens ist das entscheidende "Kapitalpolster Kundenvertrauen" – durch nichts anderes zu ersetzen. - Dieses Kundenvertrauen / "Kundenmitnahme in die Unternehmensphilosophie" kann nicht in einem Ad-hoc-Event oder PR-Werbespruch erreicht werden, sondern braucht kundenhelfende - und dadurch überzeugende – viele Einzelaktionen. Es muss Schritt für Schritt geduldig zäh allmählich aufgebaut werden... Volltext
Biodiversität
Biodiversität ist ein sehr junger Begriff der Biologie. Eingeführt durch den Evolutions-biologen E.O. Wilson mit seinem Buch 1985 „Biodiverity“. Wilson fasst darin 200 Jahre biologische Forschung zur Entstehung und Schwund von Arten zusammen – von Linne über Darwin bis zu Haeckel. Unterschieden wird zwischen der Artendiversität-Vielzahl an Arten in einem Ökosystem, etwa einem Wald, einem Moor. Ferner zwischen Ökosystem-Diversität / Vielfalt an Lebensräumen (einschließlich dem Biotop Stadt) und funktionaler Diversität – realisierte ökologische Prozesse in einem Ökosystem (etwa Metabolismen oder Stoffabbaukapazitäten). Wilson wie Hubert Markl oder Autrum definieren Biologie als „Naturwissenschaft alles Lebendigen“ - auch zuständig für die Naturgattung Mensch / ErdBürger, homo sapiens. Natur wird damit zur „Kulturaufgabe“ des Menschen. ... Volltext
Bildung
Wort und Begriff Bildung haben eine mehrtausendjährige - nicht nur christlich-europäische - Geschichte. Meist sind Bildungskulturen regional "geprägte Form, die lebend sich entwickelt" nach Goethe, der selbst klassisch-humanistischer Weltbildungsbürger war. Stets weltempfangend und weltbeschenkend. Auch er - wie seit 200 Jahren deutsche Gymnasial-Studienräte "das Land der Griechen mit der Seele suchend...". Bildung meint Bleibendes, Lebens-Dienliches, Grundlage für eigenes Entdecken der Welt, eigene Bildungs-Anstrengung.... Volltext
Link: Bundesinstitut für Berufsbildung
Bildungskompetenz - Mehr Kompetenz für Bildung
Akademie mittelständische Wirtschaft des BVMW mit neuem Aufgabenprofil
Nachhaltiges Wirtschaftswachstum und eine stabile soziale Entwicklung werden in Deutschland entscheidend durch die kleinen und mittleren Unternehmen bestimmt. Damit der Mittelstand auch unter verschärften Wettbewerbsbedingungen seine Rolle als maßgeblicher Träger wirtschaftlichen Wachstums verwirklichen kann, müssen die wichtigsten Voraussetzungen geschaffen werden. Vor allem: Qualifikation, Motivation und Kompetenz. Ein greifbarer Ausdruck für das langjährige bildungspolitische Engagement des Bundesverbandes liegt u.a. darin, dass durch die Gründung der Akademie der mittelständischen Wirtschaft bereits 1991 mit dem Aufbau eines leistungsfähigen mittelstandsorientierten Bildungspotentials begonnen wurde. Seit dieser Zeit hat sich dieser juristisch selbstständige Verein zu einer bildungspolitisch und fachlich anerkannten Institution entwickelt... Volltext
Biodiesel
Gutachten Besteuerung Biodiesel und erneuerbare Energien
Das Deutsche Forum Nachhaltiger Mittelstand sieht als Ergebnis einer Umfrage bei mittelständischen Biodieselproduzenten und -dienstleistern die Existenz dieser innovativen Branche gefährdet. Unter anderem wegen der aktuellen Debatte über die Besteuerung von Biodiesel und Auslaufen steuerlicher Privilegierung. Das Bundesfinanzministerium hatte Mitte Februar 2005 den Entwurf eines Energiesteuergesetzes veröffentlicht, der die Teilbesteuerung von Biodiesel mit 10 Cent pro Liter für die Reinform des alternativen Kraftstoffes sowie 15 Cent pro Liter im Falle der Beimischung von Biodiesel zu herkömmlichem Dieselkraftstoff vorsieht. Das Inkrafttreten dieser Bestimmungen ist für August 2005 geplant... Volltext
Biologische Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft/ BBA in Braunschweig
Die "Biologische", wie die BBA auch genannt wird mit ihren über 30 Aussenstellen und Instituten, ist zuständig für Prüfung und Zulassung von Pflanzenschutzmitteln und Erforschung aller Aspekte des Pflanzen- und Vorratsschutzes. 1898 als "Biologische Abteilung am Kaiserlichen Gesundheitsamt" in Berlin gegründet, behielt die BBA auch nach 1945 das Stammhaus in Berlin- Dahlem. Ihr Hauptsitz ist Braunschweig.
Die BBA arbeitet mit vielen wissenschaftlichen Instituten der Pflanzenforschung zusammen und gehört internationalen Organisationen wie der UNO-Welternährungsbehörde/ FAO an. Zu den BBA-Aufgaben gehören Unterrichtung und Beratung der Bundesregierung in allen Fragen der Pflanzenkrankheiten, vor allem verursacht durch schädliche Umwelteinflüsse. Erforscht werden unter anderem schadresistente sowie gentechnisch manipulierte Pflanzenzüchtungen, natürlichbiologische Regulations-faktoren des integrierten Pflanzen-schutzes, C 4-Pflanzen zur industriellen Nutzung. Seit 1987 -Inkrafttreten des neuen verschärften Pflanzenschutzgesetzes - werden Pflanzenschutzmittel, deren Rückstände sich nach mehrfacher Anwendung im Boden anreichern, nicht mehr zugelassen.
Ein Viertel der über 900 ständigen BBA-Mitarbeiter ist mit Prüfung und Zulassung von Pflanzenschutzmitteln und -geräten befasst. Jedes Produkt, das auf den Markt kommt - zur Zeit rund 2000 mit 300 sehr unterschiedlichen Wirkstoffen - muß von der BBA untersucht und in seinen Auswirkungen auf die Umwelt getestet werden. Notwendig ist für die Zulassung auch Zustimmung des Umweltbundesamtes. Die Zulassung wird für maximal zehn Jahre erteilt, anschließend sind neue Analysen und Prüfungen erforderlich. 90 Prozent des BBA-Haushalts trägt das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, den Rest unter anderem die Deutsche Forschungsgemeinschaft/DFG, EU und das Bundesumweltministerium.
Information: www.bba.de
Umweltgütezeichen Blauer Engel
Das international erfolgreichste Umwelt-Gütesiegel besteht seit 1978. In diesem Jahr tagte unter Vorsitz des Umweltbeauftragten der Evangelischen Kirche und in Abstimmung mit dem RAL-Institut der Wirtschaft für Gütesicherung und Kennzeichnung zum erstenmal in Bonn die "Jury Umweltzeichen". 1979 trug erstmals eine Produktgruppe den "Blauen Engel": runderneuerte Reifen. Heute tragen das Engel-Symbol 4500 Produkten von 900 die deutsche mittelständische Dachmarke ECOmade in GERMANY -umweltgeprüft/umweltsicher aus Deutschland.
Daß eine Ware keinen "Blauen Engel" trägt, muß nicht automatisch gegen sie sprechen: Produkte, die generell umweltfreundlich sind, Fahrräder zum Beispiel, werden nicht gekennzeichnet. Entscheidend ist, daß eine Ware besser abschneidet als solche in derselben Angebotsgruppe. Lebensmittel sind ausgenommen, für sie gibt es die Kennzeichnungen anderer Verbände, die zuverlässig über Inhalt und Herstellung informieren. Den Zuschlag erteilt nach fachlicher Vorbereitung durch das Umweltbundesamt das Deutsche Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung/RAL.
Dem Vorbild des "Blauen Engels" folgten die skandinavischen Länder mit dem Symbol "nordischer Schwan"; für Österreich schuf der Künstler Hundertwasser ein eigenes Umweltzeichen, die Europäische Union kreierte die "Euro-Margerite". In Deutschland gibt es mittlerweile so viele Umwelt-Siegel - häufig mit der Vorsilbe BIO -, daß sich die Verbraucher mit der Bewertung schwertun. Vorzüge des "Blauen Engels" sind die Unabhängigkeit der Entscheidungsgremien und fundierte wissenschaftliche Begleitung.
Ziel muss sein ein EU zertifiziertes Umweltgütesiegel durch EU-Verordung, dass Mindestkritierien für nationale Umweltzeichen - Systemkongruenz - vorschreibt. Auch der Blaue Engel erhielte dann den Zusatz " EU-zertifiziert" oder "entsprechend EU VO xxxx" Zu überlegen bleibt auch, ZERTIFIZIERTEN Umweltgütesiegel-Produkten und Dienstleistungen von dem geplanten ÖKO- Zuschlag als Teil Mehrwertsteuer zu befreien oder die Mehrwertsteuer ganz zu erlassen , wenn im Faktor mehr als 1 :10 Energie- und Ressourcenersparnis nachgewiesen. Dies würde Innovations- und Existenzgründer-Boom auslösen.
Dies ist Ziel des Acht-Thesen-Einfachsteuer-Reformvorschlags 1995 des BVMW. Teil des Ökosteuerreformpakets. Die Teilnahme der BVMW-Unternehmen an der BVMW-Umweltolympiade ist - durch eine ausgestellte Urkunde - Nachweis über ein erfolgreiches Nachhaltigkeitsmanagement.
Links: www.blauer-engel.de - Rede Genscher - 25 Jahre Blauer Engel
BSH - Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie
Das BSH in Hamburg ist wissenschaftliche Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesverkehrsministeriums - geschaffen 1990 durch Zusammenlegung des Deutschen Hydrographischen Institutes mit dem Bundesamt für Schiffsvermessung. Das BSH hat eine Außenstelle in Rostock. Das BSH ist zuständig für alle Fragen des Meeresumweltschutzes- einschließlich Umsetzung internationaler Meeresschutzabkommen der Law of the Sea conferences. Dazu gehört unter anderem Überwachung der Nord- und Ostsee, aber auch der Weltmeere auf Schadstoffe, Giftmüll, Öl- und Abfallverklappung und Radioaktivität. Das BSH führt das Ozeanographische Datenzentrum (DOD).
Die Umweltorganisation Greenpeace hat mehrfach "im Namen der Robben" wegen der Verschmutzung der Meere Klage gegen die Bundesrepublik erhoben. Das BSH vertritt die Bundesrepublik in allen Prozessen, in denen Reedereien und Schiffeigentümer wegen Meeresverschmutzung deutscher Hoheitsgewässer verklagt werden.
Das BSH ist in fünf Abteilungen gegliedert: für nautische Veröffentlichungen, Vermessung und Seekartenwerke, für technische Schiffssicherheit, für Meeresbiologie, für internationales Seerecht und das Datenzentrum. Das BSH entscheidet, wie viel Giftmüll auf See nach den Londoner Martim-Abkommen verbrannt werden darf. Genehmigungen sollen jedoch nur erteilt werden, wenn der Abfall nicht wiederverwertet oder auf eine andere, die Umwelt weniger belastende Weise gelagert werden kann.
Darüber hinaus erforschen die Wissenschaftler des BSH die chemischen und physikalischen Eigenschaften des Meerwassers. Auf festen Stationen und Forschungsschiffen messen die BSH-Mitarbeiter außerdem regelmäßig den Gehalt an Nährstoffen, Sauerstoff, chlorierten Kohlenwasserstoffen, Erdöl, Schwermetallen und radioaktiven Substanzen der Nord- und Ostsee. Sie untersuchen auch, wie sich Schadstoffe im Meer verändern und im Laufe der Zeit in den Wasserschichten und auf dem Meeresboden verteilen. Das BSH ist auch Anlaufstelle für Genehmigungen von Öl-Plattformen oder Windparks.
Link: www.bsh.de
Bürgerinitiativen
Deutschland hat aus vielen Gründen ein Demokratie-Defizit - aus historischen Gründen (Helmut Plessner "verspätete Nation"), aus Obrigkeits-Respekt, aus Gründen des Versponnenseins in Theorie und Grundsatzideologien (Hölderlin "gedankenvoll, aber tatenarm"), aus Mangel an Zivilcourage und praktizierten Gemeinsinn.
Nach Toqueville ist Kunst der Geselligkeit "Herzstück und unentbehrlicher Anspruch aller Bürger an eine Demokratie. Nur durch die gegenseitige Wechselwirkung der Menschen aufeinander erneuern sich Gefühle und Gedanken, das Herz weitet sich und der Geist des Menschen entfaltet sich...". Bürgerinitiativen sind für Toqueville Voraussetzungen für Bürgergesellschaft (civil society) und damit auch Gradmesser für Demokratieakzeptanz und Demokratiekultur. Nirgendwo ist diese staatseingrenzende, staatsskeptische Haltung in Bevölkerung und gesellschaftlichen Gepflogenheiten stärker verankert als in den USA. Es ist Thomas Jeffersons Grundthese, daß das Volk am besten regiert werde, das am geringsten regiert wird - also am wenigstens Staatsbürokratie zeigt -" People are governed best, who are governed least". In Deutschland ist diese urdemokratische Überzeugung selten anzutreffen... Volltext
Bürgergeld / Bürgersteuer
Kein anderes OECD-Land – außer Deutschland – hat unter seinen Millionen Arbeitslosen mehr als die Hälfte Langzeitarbeitslose (darunter immer mehr Jugendliche). Abhilfe schafft das Bürgergeldkonzept. Wirtschafts-Nobelpreisträger Milton Friedman - heute noch der bekannteste Nationalökonom der Welt - hat in den 1960er Jahren zusammen mit Kommunitaristen wie Etzioni eine allgemeine Bürgereinfachsteuer, auch Bürgergeld genannt, vorgeschlagen. Diese Bürgersteuer sollte die auch in den USA vielhundertfachen Sozialtransferzahlungen der verschiedensten staatlichen Stellen an sozial Schwache, Hilfsbedürftige, Familienausgleichszahlungen, Objekthilfen in staatlichen Sonderprogrammen ersetzen. Nulleinkommens-Bürger, sozial Schwache erhalten einen einheitlichen Sozial-Mindestlebensunterhalt... Volltext
Bürgschaft
Zweck der Bürgschaft ist die Übernahme einer finanziellen Last, sie dient der Kreditabsicherung. Bürgschaft ist Einstehen für die Verbindlichkeit eines anderen nach §756 BGB. Neben das Hauptschuldverhältnis eines Gläubigers tritt ein zweites - ebenso rechtsverbindlich entsprechend Umfang, Bestand und Zahlungsfähigkeit der Hauptschuld. Ein Bürge kann sich auch nur für eine bestimmt Zeit oder begrenzte Summe verpflichten. Für Bankkredite mittelständischer Unternehmen sind Bürgschaften die oft einzige Absicherungsmöglichkeit für dringend erforderlicher Kredite, bei im Vergleich zu andere Ländern chronischer Unterkapitalisierung... Volltext
Bundesamt für Strahlenschutz
Die 1989 neu errichtete Bundesfachbehörde untersteht der Dienst- und Fachaufsicht des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und hat ihren Sitz in Salzgitter mit Außenstellen in Berlin, Freiburg, München, Braunschweig, Berlin-Karlshorst. Angegliedert sind die Geschäftsstellen der Reaktorsicherheitskommission / RSK, der Strah-lenschutzkommssion / SSK und des Kerntechnischen Ausschusses/ KTA.
Das BfS hat die Aufgabe die Bundesregierung in Fragen des Strahlenschutzes einschließlich Bundesaufsicht kerntechnische Sicherheit sowie Entsorgung radioaktiver Abfälle / Transport zu beraten und zu unterstützen... Volltext
Link: http://www.bfs.de/
Bundeskanzleramt
Das Amt des Kanzlers ist mehr als tausend Jahre alt. Ursprünglich war der cancellarius ein Hofgeistlicher am kaiserlichen Hof, zuständig für Ausfertigung von Urkunden und wichtigen Schriftstücken. Diese Bedeutung hat sich erhalten in der Anwaltskanzlei bis heute. Zuerst Karl der Grosse, der das Reichsamt des Erzkanzlers einführte, später betrauten die sächsischen Kaiser den cancellarius bei Hof mit dem Amt des Leiters der Reichskanzlei und zugleich die Hofkapelle. Erzkanzler, Staatskanzler, Reichskanzler waren seitdem Inhaber des wichtigsten Reichs- und Staatsamtes, übergeordnet und weisungsbefugt gegenüber allen anderen staatlichen Amtsinhabern. Bis zu Reichskanzler Bismarck und Führer und Reichskanzler Hitler. Letzter Reichskanzler nach Hitlers Freitod war noch bis Ende Mai 1945 Grossadmiral Dönitz in Schleswig Holstein. Die Tradition des Kanzleramtes wurde im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland beibehalten - als parlamentarisch von den Abgeordneten des Bundestages gewählter Regierungschef- allerdings ohne konservative Deutsche Reichstümelei... Volltext
Links: www.bundesregierung.de - www.bundeskanzler.de
BVMW-Aktion: Banken helfen Mittelstand
Bei vor allem in der Bauwirtschaft schlechten Konjunkturlage - mit erwarteten mehr als 40.000 Konkursen 2002 - und einem der Bedürfnislage und „Traditionen deutscher Mittel-standskultur anständiger Qualität abträglichen national wie international immer ungünstige-rem Umfeld, ergreift der BVMW die Initiative für die AKTION: BANKEN HELFEN MITTELSTAND "BASEL II-INO-KAMPAGNE"... Volltext
Links: www.vnu-ev.de www.bee-ev.de www.energieverbraucher.de
BVMW-Bundeskommission Arbeit und Soziales
Ziel der Bundeskommission ist die Bündelung der fachlichen Kompetenzen im Bereich „Arbeit und Soziales“ der Mitglieder des BVMW zum Zwecke der Erarbeitung von Stellungnahmen des BVMW zu Gesetzesvorhaben und politischen Konzepten, Vorschlägen, Vorstellungen und Bestrebungen... Volltext
BVMW Consulting
Die BVMW Consulting Pool GmbH ist die Servicemarke des BVMW. Die im BVMW Consulting Pool tätigen Dienstleister aus vielen Bereichen unternehmerischen Handelns, wie z.B. Versicherungen und Marketingberatung, stellen Ihnen ihr ausgewiesenes Fachwissen zur Verfügung. Praxis-, lösungs-, zukunftsorientiert. Von Unternehmer zu Unternehmer. Nur als Mitglied des BVMW und seiner Partnerorganmisationen haben Sie Zugriff auf die Erfahrung, das Know How und Dienstleistungsangebot der BVMW Consulting Pool Partner.
Link: http://www.bvmw-consultingpool.de/
C
Common sense
Nach dem Concise Oxford Dictionary ist common sense "sound practical sense, especially in every day matters". Im sächsischen Dialekt würde man das mit "vischilant" übersetzen, also hellwach, gewitzt in Wahrnahme eigener Interessen im Alltag. Sächsisch verballhornt aus dem französischen Wort "vigilant" hoch aufmerksam wie ein Soldat auf der Wache. Sächsischer Mutterwitz trifft das englische Original besser als eine Übersetzung von common sense mit "gesunder Menschenverstand", bei der das Individuell-Praktische, ganz persönliche Urteilen verloren geht, ja sogar ersetzt wird durch eine leicht manipulierbare sogenannte medienbehauptete Allgemeinstimmung... Volltext
Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Common_Sense
D
Demokratischer Aufbruch / DA (DDR-Bürgerrechtsbewegung)
Der 1989 gegründeten neue DDR-Partei "Demokratischer Aufbruch"/DA, der auch Platzeck und Merkel angehörten, geriet 1990 ins Gerede wegen Mitarbeit ihres Vorsitzenden Wolfgang Schnur beim Staatssicherheitsdienst/STASI Eine Initiativgruppe, in der neben Schnur sein Nachfolger Rainer Eppelmann- späterer DDR-Minister für Abrüstung und Verteidigung in der de Maiziere-Regierung - mitwirkten, fand sich Juni 1989 zusammen als friedensoffensive Bürgerbewegung, der viele kirchliche und Umweltgruppen / Umwelt-Bibliotheken angehörten... Volltext
Stichworte: Bürgerbewegung, Bürgerinitiativen, Demokratischer Aufbruch, DDR-Parteien
Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Demokratischer_Aufbruch
Deutschkultur
Nach Theodor Heuss "kann kein Staat Kultur machen, wohl aber kann man mit Kultur durchaus Staat machen." Ideologisch geprägte staatsbestimmte Einheitskultur – sei sie faschistischer oder sozialistischer Prägung - ist Gegenteil schöpferisch-freiheitlicher Kultur, die zur Entfaltung immer künstlerische Freiheit, Improvisation, Vielfalt, Unabhängigkeit von staatlicher Bevormundung, Gängelung, kulturamts-ministerieller Regelung braucht. Daher ist zu recht das Wort "Deutsche Leitkultur" umstritten. Es führt leicht zu Mißverständnissen, weil Weltoffenheit, Pluralität kultureller Äußerungen, Vielfalt kultureller Ausdrucksformen und -traditionen eingeebnet, nach einer Leitidee zurechtgestutzt werden sollen. Ausgerechnet nach deutschen Diktaturerfahrungen.
Deutsche wollen in ihrer übergroßen Mehrheit weltoffen-gastfreundschaftlich bleiben. In langer Asylhilfe-Tradition gerade für Glaubensflüchtlinge. An die Aufnahme der Hugenotten in Brandenburg im 17. Jahrhundert oder der Militärdiktaturen- und Kommunismus-Flüchtlinge in Weimarer Zeit und nach 1945 sei erinnert. Bereits Preußenkönig Friedrich II meinte "Wenn Türken und Heiden kähmen und wollten das Land pöplieren, so wollen wir sie Mosqueen und Kirchen bauen..." Volltext
Dividende Wiedervereinigung
Vom abrupten Ende des Kalten Krieges wurde die westdeutsche politische Klasse 1989 auf falschem Fuß erwischt. Mit Heinrich Heine zu sprechen „Was sich der Lümmel Volk da wieder so ausgedacht“. Jeder hatte sich doch in „friedlicher Koexistenz“, atomarer Abschreckung, business as usual eingerichtet.
Durch Freiheitsmut, friedlichen Protest „Wir sind das Volk“ – auch in regelmäßigen Montags-Friedensgebeten in der Leipziger Nikolai-Kirche und vielen anderen Städten fiel die Mauer in Berlin am 9. November 1989 nach Entmachtung Honecker und traumatisierten SED-Politbüro im Wissen um unaufhaltsamen Staatsbankrott der DDR... Volltext
Driburg Thesen / BVMW-Zukunfts-Manifest 2001
Über die "Philosophie" der Mittelstandskultur informiert das Driburger Manifest:
Volltext...
E
Ehrenkodex des BVMW
Die Ehre eines Menschen ist im Kern Selbstachtung, Selbstberwußtsein, Gewissen, innerster Bereich des ICH-Gefühls, des Ich-Wollens.
Das Wort Ehre - honos, decus, fama - geht weit zurück in die vorchristlich-heidnische Antike und in christliche Wertvorstellungen der gottähnlichen Menschenwürde. "Die Ehre des Herrn ist ewig und strahlt aus auf jeden Menschen". Der Begriffskern ist die Unbescholtenheit, die unverzichtbare Achtung/Selbstachtung, die jeder Mensch als Weltbürger und unverwechselbares Individuum - auch als Teil eines Kollektivs wie Familie, Stamm, Volk, Berufsstandes - beanspruchen kann. Dieser schon archaisch-altertümliche Begriffskern kann missbraucht werden als Antimodernisierungs-Ideologie in Widerspruch zu Völkerecht und Strafgesetzen - etwa im Blut-Ehrbegriff jemenitischer Stammeskrieger oder islamischer, albanischer, sizilianischer Familien.
Trotz dieser Wortgeschichte hat sich der bürgerliche Ehrbegriff in BGB und Strafrecht erhalten - als Ausfluss des Schutzes der Persönlichkeit und Menschenwürde. In mittelständischen Unternehmen gilt dieser Ehrbegriff unverändert mit den Eigenschaften Untadeligkeit und Anständigkeit des ehrlichen Kaufmanns, - für den Geschäftsabschluss mit Handschlag nach "Treu und Glauben" noch Rechtskraft hat. Dieser bürgerliche Ehrbegriff ist auch Grundlage des Ehrenkodex für Aktive Mitglieder im Bundesverband Mittelständische Wirtschaft. Das Bekenntnis zum BVMW-Ehrenkodex mit seinen persönlichen und unternehmerischen Grundsätzen berechtigt zur Nutzung des BVMW-LOGO ECOmade in GERMANY als mittelständisches Qualitätsgütesiegel auf Briefbogen im Geschäftsverkehr.
Für einen überzeugten Kulturliberalen wie Theodor Heuss, erstem Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland und selbst als Zeitschriften-Herausgeber, Werkbund-Existenzgründer und Publizist mittelständischer Unternehmer, ist "mittelständische Qualität immer noch das Anständige".
Der BVMW-Ehrenkodex gliedert sich in Persönliche und Unternehmerische Grundsätze. Praktiziert werden soll "Mitverantwortung im Engagement für das Gemeinwohl und für Erhalt natürlicher Lebensgrundlagen, als Richtschnur auch persönlicher Lebensführung". Mittelständisches unternehmerische Handeln soll "gleichermaßen ethikgebunden sowie kunden- und mitarbeiterorientiert" sein. Als eine seiner wesentlichen Aufgaben sieht es der BVMW-Bundeswirtschaftssenat an, den BVMW-Ehrenkodex als Leitbild überall im Mittelstand und im deutschen Unternehmertum durchzusetzen und umzusetzen.
Der Ehrenkodex findet seine spiegelbildliche Entsprechung im BVMW Governance Kodex für BVMW-Funktionsträger.
Link: Ehrenkodex BVMW-Verantwortungsträger
Einfachsteuer
BVMW-LEITLINIEN STEUERREFORM MITTELSTAND: Acht Thesen zur nachhaltigen Vereinfachung und Umstrukturierung des Steuersystems
THESE 1 Privat statt Staat
Jede nachhaltige Steuerreform muss mit gründlichem kritischen Durchforsten des Staatshaushalts und aller staatlichen Aufgaben, Leistungen und Subventionen begin-nen. Es muss der Grundsatz gelten PRIVAT STATT STAAT. In einer freiheitlichen Demokratie ist es ein Irrglaube, der Staat müsse Alles richten und immer mehr Leistungen übernehmen. Staatsleistungen sind auf Kernaufgaben zu begrenzen. Vor Zuweisung neuer Aufgaben an den Staat ist nachzuweisen, warum Privatleistung auch bei neuen Infrastruktur- und Sozialaufgaben nicht möglich – statt noch mehr Staat ... Volltext
Energiebedarf - Spitzenlast
Energie kann nicht in Fällen hohen plötzlichen zusätzlichen Energie-Bedarfs gespeichert, tiefgefroren, als Sofortreserve in jedem einzelnen Kraftwerk bereit gehalten werden. Daher müssen nach einer Fußball- oder anderer Fernseh-Eventübertragung - jeder schaltet das Licht auf der Toilette an - zwei Kraftwerkskapazitäten zum Abdecken solch plötzlicher Spitzenlast zugeschaltet werden. Das Gleiche gilt bei plötzlichen Kälteeinbrüchen. Das europäische Energieverbundnetz sorgt in diesen Fällen für zusätzliche Energiemengen. Auch über bei Bedarf hochgefahrene Wasser-Pump-Speicherwerke oder Gasturbinenkraftwerke. Die Bedeutung von Erdgas und Erdgaskraftwerken wird in Zukunft stark zunehmen, weil der Bau solcher Kraftwerke vergleichsweise billig, es gibt weniger Emissionen als bei Kohlekraftwerken. Auch sind daher Gaskraftwerke gut geeignet, Spannungsschwankungen von Windkraft-Anlagen auszugleichen.
Das erste Luftspeicher-Gasturbinen-Kraftwerk der Welt, ist 1993 im Oldenburgischen gebaut worden als Sonderform der bisher üblichen Pumpspeicherwerke. In eine Kaverne (Hohlraum in undurchlässigen Bodenschichten - hier ein Salzstock) wird unter hohem Überdruck (70 Atü) Luft eingepumpt, die während der Spitzenbedarfsstunden zusätzliche Gasturbinen antreibt.
Aller Strombedarf unterliegt in jedem Versorgungsnetz starken tages- und jahreszeitlichen Schwankungen. Die Spitzen liegen für wenige Stunden oft um mehr als das Doppelte über der sogenannten Grundlast. Da Großkraftwerke, speziell moderne Atomkraftwerke, aber nur rationell arbeiten, wenn möglichst gleichmäßig Strom erzeugt wird (manche können überhaupt nicht an wechselnde Belastungen angepaßt werden), bemühen sich die Energiewirt-schaft seit langem, hohe Spitzenbelastungen und starke Spannungsschwankungen durch spezielle Spitzenkraftwerke auszugleichen. Dazu zählen bisher relativ teuer produzierende Verbrennungsturbinenkraftwerke und die Pumpspeicherwerke, bei denen zu Zeiten geringeren Energiebedarfs Wasser in höhergelegene Speicherseen gepumpt wird, um damit bei Spitzenbedarf Turbinen zu betreiben. Geplant und im Bau sind in den nächsten zehn Jahren zahlreiche Gaskraftwerke. Erdgas stellte 2004 im Vergleich zu anderen Energiearten bereits 22% -Weit mehr als in Drittel davon kommt aus Russland. Platz 1 unter den Energiearten hält unverändert Öl mit 36 %, Kohle 25 %, Atomstrom 13 % und erneuerbare Energien 4%.
ErdCharta / ErdBürgerVerfassung
Die ErdCharta – Erster Entwurf einer ErdBürgerVerfassung 2000 hat eine mehr als 100jährige Vorgeschichte und viele Väter, Promotoren, Vordenker. Dazu gehören die grossen amerikanischen Natur-Stiftungen, wie Friends of the Earth, Audobon Society, World Wild Life Fund, IUCN/International Union for Conservation of Nature ebenso wie Philosophen, Theologen, Biologen, Ökologen, Völkerrechtler, Systemforscher – wie unter anderem Ernst Häckel, von Uexküll, Ivan lllich, Kenneth Boulding oder Hans Jonas.
Eine Bündelung und ein breites Welt-Medienecho gelang der Weltkommission der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung - Brundtland-Kommission - 1987 mit ihrem Abschlußbericht, dessen Zusammenfassung war mit der Formulierung von ErdBürger-Pflichten und Politik-Empfehlungen, die EARTH CHARTER / Entwurf einer ErdBürger-Verfassung – gleichsam ein Ethik-Kodex nachhaltiger Entwicklung. Kommissions-Manager und Ideengeber war der Kanadier John McNeill, jahrelanger Chef des OECD–Umwelt-Direktorats.
Visionen und Empfehlungen der ErdCharta waren Thema der UN-Regierungs-Konferenz für Umwelt und Entwicklung (UNCED) 1992 in Rio de Janeiro. Zwar wurde 1992 eine Umwelt-Tagesordnung für das 21.Jahrhundert -die "AGENDA 21" beschlossen, aber die ErdCharta fiel durch, fand nicht die Zustimmung der Regierungsvertreter und Wirtschafts-Lobby. Die Entwicklungsländer fühlten sich vor allem nicht mit ihren Interessen ausreichend vertreten.
Die seit der Ersten UN-Umwelt-Regierungskonferenz in Stockholm 1972 entstandene Welt-Öffentlichkeit aktiver Zivilgesellschaft organisierte noch 1992 den "Rat der ERDE" in Costa Rica zusammen mit Umwelt-Aktivisten aus vielen Ländern und dem "Internationalen Grünen Kreuz" (Parallele zum Roten Kreuz) unter dem Patronat von Michael Gorbachov und massiver Unterstützung der holländischen Regierung. 1995 wurde in den Haag die Kommission für die ErdCharta gegründet. Im Juni 2000, im Friedenpalais Den Haag, wurde der von Hunderten von Nicht-Regierungs-Organisationen – NGO`s – unterzeichnete endgültige Text der ErdCharta der Weltpresse vorgestellt. Auch auf dem Regierungs-Weltgipfel 2002 in Johannisburg gelang es nicht, die ErdCharta als offiziellen Tagsordnungspunkt zu behandeln und als verbindliches Regierungsdokument zu verabschieden.
Die ökumenische Initiative EINE WELT der christlichen Kirchen, Hunderte von Umweltverbänden und –Bürgerinitiativen, zahlreiche Wissenschaftler, Lehrerfortbildungs-Initiativen, etwa in Rheinland-Pfalz und Hessen, internationale Klima-Aktionstage ebenso, wie das Deutsche Forum Nachhaltiger Mittelstand im BVMW, unterstützen den "Rat der Erde" und alle Anstrengungen und Aktionen, die vorgeschlagene Erdbürger-Verfassung einen völkerrechtlichen Status zu geben – als UNO-Norm und Tagespraxis.
Die ERD Charta (in Englisch)
Grußwort zur Einweihung des "Zukunfts-Zentrum Mensch-Natur-Technik-Wissenschaft (ZMTW)" in Nieklitz
Zertifizierungsstelle Nachhaltigkeitsmanagement KMU Pommritz/Ostsachsen
Ethik der Nachhaltigkeit
Seit Jahrtausenden werden in allen Weltreligionen ebenso wie in theologischen, poetischen, philosophischen Texten - und in letzter Zeit auch von exakten Naturwissenschaftlern - Forderungen nach einer Überlebensethik der Nachhaltigkeit formuliert. Mit eingeklagten Geboten des Respekts vor Natur- und Schöpfungsordnung, Respekt vor politisch nicht manipulierbaren ökologischen Systemgesetzen. Vom mittelalterlichen Straftatbestand der Brunnenvergiftung bis zu Weltklimaschutzprogrammen 2007 unterlegt von Ethik-Bestsellern, wie Hans Jonas Buch "Prinzip Verantwortung", Papst Benedikt XVI Enzykliken oder UN-Weltklimaschutzberichten.
Eine der berühmtesten dieser Ethik-Codices ist der des Heiligen Franciscus von Assisi, Begründer des weltweiten Franziskaner-Ordens, aus dem 13. Jahrhundert: der Sonnengesang- Canticle lu frate sole. Das gleiche Thema nimmt der Barockdichter Angelus Silesius auf mit den Worten: "Die Sonn" belebt das All... Lässt alle Sterne tanzen... wirst Du nicht auch belebt… gehörst Du nicht zum Ganzen"...
Das Ganze "unser blauer Planet ERDE" – ein Fernsehstar - und seine "ehernen, ewigen Naturgesetze…" – täglich zu beachten von uns Menschen – als EarthCitizens/Erdbürger durch Geburt Mitglied der Naturgattung Homo Sapiens. Jeder Mensch hat eine doppelte Bürgerschaft – als Staatsbürger, zugehörig einer bestimmten völkerrechtlich festgelegten Nation und zugleich als ErdBürger, zugehörig der unendlich großen Artenvielfalt der Natur.
Beides führt zu Rechten und Pflichten jedes Menschen als "zeitweiliger Gast auf diesem Planeten ERDE", beides bringt Lebensfreude oder -leid, Genuss und Verantwortung mit sich für das Ganze der Schöpfungsordnung Natur. Alle Ethik hat hier ihre Wurzel: sozial-kulturelle und völkerrechtliche Konsequenzen zu ziehen, um faires, friedliches Auskommen menschlicher Gemeinschaften und Ordnungen mit Naturkonstanten/ökologischen Eckwerten zu erreichen.
Einen Überblick zur Literatur zur Nachhaltigkeits-Ethik gibt der Konferenzbericht der Tagung 2000 BVMW/IHI-Internationales Hochschul-Institut-Zittau "Ost-sächsisches ETHIK-DAVOS" unter der Schirmherrschaft Hans-Dietrich Genscher und Ulrich Wickert: "Mögliche Wege zu einem Gesellschaftsfähigem Ethik-Konsens", Bernd Markert und Rosemarie Konschak (Hrsg.), Verlag Peter Lang, Frankfurt/Main 2003.
Eine Zusammenfassung der UNESCO/OECD-Auffassungen 1968 gibt Menke-Glückert, "ECO Commandments for EarthCitizens” Paris 1968.
10 Eco-Commandments for earth citizens ... Volltext
Siehe auch Einträge Wirtschaftsethik, Nachhaltigkeit, Klimaschutz, BVMW-Ehrenkodex, Mitte.
F
FDP Umweltleitantrag
Die Umweltpolitik der FDP setzt auf Freiheit und Verantwortung. Umweltpolitik ist langfristig nachaltige Wirtschaftspolitik. Was heute noch billig wird auf Dauer sehr teuer. Ohne staatlichen Eingriff ist der Schutz der Natur, der Gesundheit und der Interessen kommender Generationen nicht immer realisierbar. Nach liberaler Aufffassung muss der Staat auf jeden Fall einen zugleich sozial, für freien Wettbewerb und ökologisch verantwortbaren Ordnungs- rahmen setzen, um externe Kosten und diejenigen Kosten, die auf kommende Generationen verschoben werden,rechtzeitig auszugleichen.
Der Staat darf sich bürokratiearrogant nicht Wissen anmaßen, das er nicht hat. Er sollte den Wettbewerb der Ideen und Lösungen zulassen statt immer neue Monopole Regelungsmonster zu schaffen oder Technologien aus Vorurteil und Ideologie vorzugeben. Der Staat soll Ziele definieren, nicht Wege der Zielerreichung. Zu seinen Aufgaben gehört die Zielkontrolle, in der Regel aber nicht die Aufgabendurchführung selbst.
Die Umweltpolitik der FDP sieht Chancen für neue Lebensqualität, nicht nur Risiken. Ein kompletter Ausschluss von Risiken ist auch in der Umweltpolitik nicht möglich. Drängende Fragen der Umweltpolitik gilt es durch Augenmaß und dem jeweiligen Stand der naturwissenschaftlichen Diskussion entsprechend zu lösen. Nicht die gute Absicht und das Spiel mit der Angst der Menschen soll das Leitbild sein, sondern eine Politik der besten Erfolge, wo Ziele und Mittel in einer vernünftigen Relation stehen. Ein Beleg dafür ist die Weltmarktführungsrolle Deutschlands in vielen Feldern mittelständisch gesprägter Umwelttechnologien, vor allem erneuerbare Energien sind mittelständisch. Das Vorsorgeprinzip ist im Rahmen einer rationalen Risikoabwägung von Bedeutung, aber es darf nicht als Prinzip des Risikoausschlusses und Risiko-Horrormeldung missbraucht und damit zum Argument gegen jede neue technische Entwicklung werden.
Die Umweltpolitik der FDP ist innovations- und technologieorientiert. Wir wollen Forschung und Technologie in den Dienst von Natur, Gesundheit, Umwelt und der Schaffung von Arbeitsplätzen stellen. Als High-Tech-Standorte tragen die Industrieländer dabei eine besondere Verantwortung auch im Interesse des weltweiten Umweltschutzes. Der Verzicht auf Wissen ist nicht nachhaltig. Forschungs- und Denkverbote schränken mögliche Entwicklungspfade unzulässig ein und entziehen dem ökologischen Fortschritt die Basis. Nachhaltig ist, was dazu beiträgt, das technischund wirtschaftlich nutzbare Ressourcenpotenzial dauerhaft zu erhalten oder sogar zu erweitern - durch neues Wissen, technischen Fortschritt und effizientere Organisation der Ressourcennutzung.
Die Umweltpolitik der FDP will praktikable BEST-Lösungen, nicht leere Ökosymbolik eines Political-Correctness-Rituals. Liberale Umweltpolitik verlangt Glaubwürdigkeit. Nur unter dieser Voraussetzung lässt sich die Einsatzbereitschaft der Menschen für den Umweltschutz auf Dauer erhalten. Wenn sich ökologische Politik in symbolischen Gesten erschöpft, beschädigen Ökosymbolik und lebensabgewandte Verzichts- und Verbotsideologien ihre Akzeptanz. Deshalb müssen umweltpolitische Ziele und Instrumente im Eindruck der Entwicklungen von Wissenschaft und Technik stets überprüft werden. Nicht alles, was aus ökologischen Gründen einmal als richtig erkannt worden ist, behält seine Gültigkeit unverändert für Jahrzehnte. Erlasse und Verordnungen sind nach Möglichkeit mit einem Verfallsdatum zu versehen. Das Maß für eine gute Umweltpolitik ist das Erreichen ökologischer Schutzziele, nicht das Durchsetzen abgeleiteter Instrumente als Selbstzweck. Die Umweltpolitik der FDP setzt auf ökologische und ökonomische Effizienz ebenso wie auf soziale Kompetenz... Volltext
Freiheit
Kein Begriff wird so sehr missdeutet, verketzert, verkannt - und ist gleichzeitig so sehr mit - auch sozialpolitisch aufgeladenem - Pathos verbunden wie FREIHEIT. Ganz verloren ging der indogermanische Wortsinn von fri - lieben, hegen, schonen. Noch vorhanden in freien, auf Freiersfüßen gehen. Mittelhochdeutsch vriten - schonen der Freunde, Anverwandten. Freiheit und Frieden hatten im Altdeutschen gemeinsame Wurzeln. Freiheit braucht Frieden... Volltext
"freiheitsrevolution89"
VLA-Initiative "freiheitsrevolution89" - Text für Aufnahme in Liberale Perspektiven
In Fortführung der Diskussion Convent Leipzig - Pfingsten 2007 werden Anregungen,
Vorschläge, Empfehlungen vieler VLA-Mitglieder noch einmal zusammenfassend
referiert und zur Diskussion im Verband gestellt. Wie hervorragend praktiziert unter Alt-Präses Steffen Glöckler wird dabei vor allem der Kontakt und die Unterstützung der Friedrich-Naumann-Stiftung für die FREIHEIT für vorgeschlagene VLA-Aktivitäten
gesucht. Generalnenner sollte der Slogan - in Wortbesetzung und als Dauer-Symbol
einer liberalen PR-Kernmarke sein: "freiheitsrevolution89"... Volltext
Friedensforschung / Frieden
Im Nachdenken über Gefahren eines Atomkrieges mit apokalyptischen Bildern einer Vernichtung der gesamten Menschheit entstand weltweit eine neue sozialwissenschaftliche Disziplin: die Friedensforschung, auch getragen von der Friedensbewegung, bestehend aus vielen politisch sehr unterschiedlich motivierten Bürgerinitiativen, Vereinen und politischen Parteien, wie der Gesamtdeutschen Volkspartei Gustav Heinemanns oder der Kleinstpartei Deutsche Friedensunion... Volltext
G
Gebäudepass
Der Gebäudepass ist eine Urkunde, die nach einem standardisierten Raster die Eigenschaften einer Immobilie objektiv wiedergibt. Somit gleicht der Gebäudepass einem Röntgenbild, das Qualitäten und Mängel neutral aufzeigt. Im Gegensatz zu einem Qualitätslabel wie zum Beispiel der "Blaue Engel" setzt die Erteilung des Gebäudepasses nicht voraus, daß die Immobilie gewisse Qualitätskriterien erreicht. Andererseits ist der Pass ein objektives und prestigeträchtiges Beweismittel für das Vorliegen solcher Qualitäten. Der Gebäudepass mißt die Qualitäten einer Immobilie nicht nur an traditionellen Merkmalen (zum Beispiel Gebäudekonstruktion, Statik) sondern auch an umweltrelevanten Eigenschaften (zum Beispiel Heizwärmebedarf, Schadstoffemissionen)... Volltext
Geist
Friedrich Karl Moser spricht 1766 als erster vom "deutschen NationalGEIST" und beGEISTert am Vorabend der Grande Revolution 1789 das gebildete Deutschland - Hölderlin, Klopstock, Goethe, Wieland und den Weimarer Hof Herzog Karl Augusts.
GEIST ist das wohl deutsch-traditionellste, deutsch-typischste aller deutschen Worte - angesiedelt inmitten von Innigkeit, Gemütlichkeit, Schadenfreude, Leitmotiv, Kindergarten, Waldsterben. Schwer in andere Sprachen, andere Kulturen zu übersetzen. Nicht annähernd wird deutsche mystische Tiefe, philosophische Selbstgefälligkeit deutschen Sonderwegs - auch mit dem Wort Geisteswissenschaften – erreicht in Übersetzungen. Missverstehen ist vorprogrammiert im Land der "Dichter und Denker". Karl Kraus sprach nach Hitler vom Land der "Richter und Henker". Keine Stadt hat Hitler öfter besucht als Weimar -74 Mal. In Köln war er zweimal. GEIST im deutsch-etymologisch-kulturellen Wortsinn hat es schwer, nicht absurd verdreht verfälscht, bagatellisiert, besudelt zu werden. Bis heute etwa durch 68er und Marx-und Murks-Ewiglinke... Volltext
Gerechtigkeit
Der Begriff und politische Kampfruf "Gerechtigkeit" kennt viele Deutungen und Definitionen. Und zwar im subjektiven Sinn verstanden, als Tugend der Fairness und Rechtschaffenheit im Umgang mit Anderen. Objektiv verstanden, als ultimative – staatlicher Gesetzgebung entzogene - Rechtsidee der Beschränkung von Herrschaft, Machtbändigung. Nach dem römischen Juristen Ulpian "der feste und beständigen Willen jedem sein Recht zu gewähren…" Volltext
Gesundheitsvorsorge
VORSORGE STATT KOSTENLAWINE GESUNDHEITSSTAAT: Sieben Thesen "GESUNDHEITSVORSORGE FÜR ALLE" - BVMW-Hilfen – Erwerben von Vitalkompetenz
- Grundsätze - Eigenmanagement - Körperbewußtsein – Mitunternehmertum -
Volltext
GE-Wissen – Stabilitätsanker Demokratie
Scientes bonum et malum - Wissend um Gut und Böse. Das ist nach der Bibel DAS GEWISSEN - Kern des Mensch-Seins. Unterschied zu tierischem Instinkt des Fressens und Gefressenwerdens. Vernunftsgemässes gewissenhaftes Handeln. Moralisches SOLL - als Teil des ganz persönlichen Selbstbewusstseins, gefühlt in überkommenem Kollektiv- und Kultur-Wissen. Auch als schlechtes Gewissen, "innerer Schweinehund" - gegen den anzukämpfen. GE-Wissen ist immer Selbstprüfung, verlangt Mut zur Wahrheit "ehrlicher Überzeugung"... Volltext
H
Hauptschule
Hauptschulen bestehen als selbständige deutsche Schulform seit 1964.Sie traten an die Stelle der bisherigen Volksschuloberstufe und umfassen das 5. bis 10.Schuljahr mit Ziel der "mittleren Reife" zum Eintritt in das Berufsleben als späterer Facharbeiter, Handwerker, kaufmännischer Gehilfe usw. Nach dem Hamburger Abkommen der Kultusminister 1964 sollte "eine auf die moderne Arbeitswelt ausgelegte Arbeitslehre" im Mittelpunkte des Unterrichts stehen. Das Konzept Hauptschule war Antwort auf den Prestigeverlust der Volksschuloberstufe gegenüber Besuch des Gymnasiums, Realschule und anderer weiterführender Schulen in den 1950er Jahren... Volltext
Herausforderungswirtschaft
Plädoyer für eine Herausforderungswirtschaft - Challenge sustainable freedom for EarthCitizens - Vortrag VLA-Convent Freiheitsmuseum Schloß Rastatt 15. Mai 1994 (Peter Menke-Glückert)... Volltext
I
IBIS
Seit wenigen Jahren werden von IT-Firmen neue Verfahren des Wissens-Managements erprobt. Dazu gehören neben den bekanntern Suchmaschinen auch selbst lernende und Nutzerwünschen sich anpassende argumentative Datenbanken und Netzwerke entwickelt. Das von Horst Rittel an der Stanford University/Californien entwickelte und merhfach getestete IBIS-Verfahren gibt mittelständischen Unternehmen zeitsparende Hilfen im Wissensmanagement. Eine Einführung in die IBIS-Datenbanken und Informationsverdichtungs-Konzepte gibt das auf der BVMW-Mitarbeiter-Tagung 2002 in Bad Driburg vorgelegte Thesenpapier... Volltext
Ideologie
Ideologie nannte man Ende des 18. Jahrhunderts in Frankreich, die von bestimmten Philosophen vertretenen philosophisch-erzieherische Ansichten, wonach bestimmte seelische Tätigkeiten – eben „idees“ lebenspraktische Regeln für Recht, Staat, Schule sind. Dieser Idee-Gedanke wiederum war abgeleitet aus Griechisch „idea“, Vorstellung, Leitgedanke, Einfall und das zugehörige Verb „idein“, sehen, erkennen, wissen. Plato hat Idee als Urbild definiert, unveränderlich ewige Seinsqualität der Dinge. Vom Menschen nicht zu fassen, weil nur trügerische Erscheinungen des angeblichen Dings an sich schemenhaft unvollkommen zu erkennen (Höhlen-Gleichnis des Dunkel-Geheimnisvollen des Erkenntnisprozesses)... Volltext
Information
2006 ist das Jahr der Informatik, 2005 war das Einstein-Jahr. Informations-PR pur. Doch hat es - vor allem Existenzgründern und dem Mittelstand - geholfen? Wohl kaum. Wie vor Jahrzehnten im Falle der Unterhaltungselektronik und Kameras, droht 2006 Deutschland auch jede Teilnahme an High-Tech-Weltgeltung in Eigenproduktion von Handys und Chips zu verlieren. Information ist Schlüsselwort, zukunftsträchtig für das nachmoderne 21. Jahrhundert. Jeder benutzt es für Nachweis seiner Technik-Fortschrittlichkeit. Vergessen wird dabei, dass jede Apparatur immer nur so gut, wie die Menschen, die sie bedienen, nutzen. Weltmarkt-Biss kommt nicht aus Apparaten... Volltext
Links:
http://idw-online.de/pages/de/kiosk (Startpunkt für die Recherche nach wissenschaftlichen Informationen)
http://www.scirus.com/ (Search engine that fetches only scientific websites)
Innovation
Lateinisch "innovare" wird übersetzt mit erneuern. Im weitesten heute 2006 gebrauchten Sinne ist Innovation jede Tätigkeit, die Veränderung bewirken will, mit vollem Risiko des Scheiterns. Etwa Neues soll geschaffen werden, wo vorher nichts oder etwas ganz Anderes war. Innovationen wollen die Welt anders laufen lassen, als sie ohne bewusst-energisches kreatives Eingreifen eines Unternehmers, Planers, Politikers, Ingenieurs, Tüftlers, Erfinders laufen würde. Auf einen Innovationsdurchbruch hin mit neuen Ideen arbeiten über vier Millionen mittelständischer Firmen ebenso wie alle Großkonzerne in Deutschland. Konzipieren, Forschen, Planen, Entwickeln, Bildung vermitteln, Dichten, Komponieren, Gesetze machen, Häuser und Städte Bauen – alles das sind Spezialformen der Innovation... Volltext
Inoslvenz
Mittelständische Unternehmen sind nur dann zahlungsfähig, wenn sie liquide, das heißt die verfügbaren Mittel reichen jederzeit aus, um Zahlungsverpflichtungen termingerecht zu erfüllen: zum Beispiel Steuerschulden, monatliche Entlohnung aller Mitarbeiter, Bezahlung gegebener Zulieferaufträge von Rohmaterial für qualitätssichere Ausführung von Kundenaufträgen. Das Insolvenzverfahren wird durch das Insolvenzgericht auf Antrag eines Gläubigers eröffnet - sehr häufig einer Bank - oder eines Schuldners - bei Gesellschaften jedes Mitglieds des Vertretungsorgans. Schon vor Eröffnung des Insolvenzverfahrens kann vom Gericht ein Insolvenzverwalter bestellt werden, auch zur Aufstellung eines Insolvenzplanes zum mit den Gläubigern abgestimmten Abtragens der Schulden in bis zu sieben Jahren. In den letzten sechs Jahren gingen jährlich mehr als 70 000 Firmen, meist kleine und mittlere Unternehmen - in Insolvenz, zwei Drittel davon aus der mittelständischen Bauwirtschaft. Im Fall Massearmut kann das Insolvenzgericht die Eröffnung des Insolvenzverfahrens ablehnen, weil voraussichtlich die Kosten des Insolvenzverfahrens - Gerichtskosten und Auslagen des Insolvenzverwalters und Gläubiger-Ausschusses - noch vorhandene Vermögenswerte der insolventen Firma übersteigen... Volltext
Links: http://www.basel-ii.info/ http://de.wikipedia.org/wiki/Basel_II
J
Jüdisch-Deutsche Kultur
Keine der in vielen Teilen der Welt lebenden Juden - in der Diaspora, nach der Vertreibung aus dem Gelobten Land Israel vor über 2000 Jahren - waren so eng mit der Kultur des Einwanderungslandes verwachsen, wie die deutschen Juden. Sie waren seit dem Frühmittelalter fester Bestandteil deutscher Sprache und Sitten. Beleg dafür ist vor allem das Jiddische, ein mittelhochdeutscher Dialekt. Das zeigen viele Lehnworte und Sprichwörter bis heute. Zum Beispiel "etwas aus Daffke tun", also aus reinem Trotz, nun erst recht etwas nachhaltig gegen den Zeitgeist tun. Das alte deutsche Wort "Trotz" wird hier durch das jiddische Wort "DAVKO" ausgetauscht, mit der Wortbedeutung sicher, gewiss, selbstverständlich. Oder die Redensart "Tacheles reden", mit der Bedeutung unverblümt Klartext sprechen, kein Blatt vor den Mund nehmen. Jiddisch "TACHLES" heißt Ziel, Zweck. "Tachles reden" wird häufig von Politikern und Journalisten 2006 verwendet. Etwa bei den Aschermittwochsreden im ausklingenden Karneval... Volltext
K
Kernkraftwerke / HTR
2004 waren in Deutschland 18 Kernkraftwerke/KKW in Betrieb mit einer Brutto-Leistung von 21.693 Mwe (2005 17 KKW). Der Anteil KKW an der Netto-Stromerzeugung betrug 32 %. Die deutschen Atomkraftwerke leisten keinerlei Ausstoß an klimaschädlichem CO2 und tragen positiv zur deutschen CO2-Bilanz bei mit jährlich eingesparten 150 Millionen Tonnen CO2 im Jahr. Dies entspricht in etwa der CO2-Menge, die jährlich durch den Straßenverkehr freigesetzt wird... Volltext
Konservativismus
Lateinisch Conservare hat die Bedeutung von aufbewahren, erhalten, in Acht nehmen. Konservator ist der Aufseher und Stiftungsverwalter von Traditions-Kulturgut.
Konservativismus ist eine der drei großen Strömungen politischer Kulturgeschichte – neben Sozialismus und Liberalismus. Nach dem britischen Konservativen Edward Heath verlangt der Konservative „immer den praxiserhärteten Nachweis, dass vorgeschlagenes Neues besser als das bewährte Alte“. Tradition erhält also den Zuschlag, es sei denn „der Beweis des Gegenteils wird erbracht“. Nach Churchill sind Konservative Common-sense-Optimisten, die auf das von „den Vätern Ererbte vertrauen, Sozialisten romantische Daueroptimisten ohne Common sense - also neudeutsch Gutmenschen- und Liberale sind immer wieder „an der Lebenspraxis enttäuschte Optimisten“ also im Grunde Pessimisten, aber mit einem gelegentlichen Schuss Hoffnung, mit Optimismus-Mut. Literatur-Nobel-Preisträger Churchill muss es wissen, war er doch eine Zeitlang auch Mitglied der liberalen Fraktion im englischen Unterhaus. Nach Margret Thatcher -“that we Conservatives stand for is basically common sense”, also praktizierter gesunder Menschenverstand des Immer-weiter-so... Volltext
Kreislaufwirtschaft
Mit dem Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung umweltverträglicher Beseitigung von Abfällen vom 27. September 1994 – Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz / KrW-AbfG – ist das wohl ehrgeizigste Nachhaltigkeitsgesetz einer Bundesregierung verabschiedet worden. Noch nie zuvor sind so umfassend aus naturwissenschaftlicher Begriffsbildung entnommene Konzepte in Juristen- und Bürokratiesprache übernommen und zugleich umfangreiche neue Rechtspflichten für – vor allem mittelständische Unternehmen - , aber auch jeden Bürger statuiert worden. Wegwerfgesellschaft und Energieverschwendung wird der Kampf angesagt, ein Signal für deutsche Vorreiter-Rolle im Umweltschutz gegeben... Volltext
Kyoto-Protokoll (Klimaschutz 1997)
1997 wurde in Kyoto eine Weltrahmen-Richtlinie zum Schutz des Weltklimas das sogenannte Kyoto-Protokoll der Vertragsstaatenkonferenz RIO unterzeichnet. Klare Minderungszusagen für klimaschädliche Treibhausgase der Vertragsstaaten fehlten. Es lag ein Konzept als Plan – ohne Einzelheiten vor. Vorangegangen waren
• MIT -Weltklima-Konferenz 1970 in Boston/USA
• UNO-Regierungskonferenz 1972 in Stockholm/Schweden
• UNO-Regierungskonferenz 1992 in Rio de Janeiro/Brasilien
Die Gipfelkonferenz der UNO-Umweltminister im Juli 2001 in Bonn versuchte die Versäumnisse der Gipfelkonferenz 1997 auszugleichen. Die Kyoto-Reduktionsziele sind nach Ländern gestaffelt, für Europa insgesamt sind dies minus 8%, für Japan minus 6%, für USA minus 7%. 2001 hatte kein Land – außer Großbritannien, den skandinavischen Ländern und Deutschland den CO2-Ausstoß gesenkt... Volltext
L
Liberalismus
Lateinisch liber, liberalis steht für aufgeklärt, vorurteilsfrei, edel, freigebig, mild, gütig. Eintreten für Volksfreiheit und freisinnig-fortschrittliche Staatsform. Nach Heyses Fremdwörterbuch von 1873 ist Liberalismus "Liebe zu freien Verfassungen" Heute - 2006 - wird man hinzufügen "Liebe auch zur Markt- und Bürokratiefreiheit".
Liberal sein hieß Anfang des 19.Jahrhunderts "für eine Verfassung eintreten", also Verfassungspatriotismus. Diese Wortbedeutung war 1812 im Ringen um die spanische CORTES - das Parlament - zur Wortbedeutung aufgeklärt, großzügig, tolerant hinzugekommen. Der Gegensatz im spanischen Verfassungskonflikt war servil, absolutistisch, königstreu-konservativ, kurz das Contra zu den Feudalmächten von vorgestern. Das überwiegend liberal gesinnte Bürgertum erkämpfte sich überall in Europa gegen den absolutistischen Staat politische Rechte wie sie formuliert in der Erklärung der Menschen und Bürgerrechte der Französischen Revolution 1789 und der Amerikanischen Unabhängigkeitserklärung von 1776... Volltext
Liberal International / LI
Zu den Jahreskongressen der Liberalen Internationale (LI) treffen sich regelmäßig immer an anderem Ort liberale Politiker, wie der ehemalige kanadische Ministerpräsident Trudeau, der Franzose Valéry Giscard d´Estaing (Staatspräsident in der Zeit Bundeskanzler Helmut Schmidt und Vorsitzender EU-Verfassungs-Convents), Lord Dahrendorf, oder der langjährige dänische Außenminister Uffe Ellemann-Jensen, der isländische Premier Steingrimur Hermannsson und natürlich FDP-Politiker wie Lambsdorff, Genscher, Westerwelle, Bangemann. Augenblicklicher Vorsitzender 2006 ist Lord Alderdice. Präsident der Deutschen LI-Gruppe ist der FDP-Bundestagsabgeordnet Markus Löning / www.markus-loening.de... Volltext
M
Management-Buy-Out/Belegschafts-BUY-Out
Viele mittelständische Firmen in DDR / neuen Bundesländern hat die Treuhandanstalt auf dem Weg des Management-Buy-Out (MBO) an Existenzgründer aus der Belegschaft oder VEB-Manager aus den ehemaligen DDR-Unternehmen verkauft - meist mit Hilfe von Bankkrediten. DDR-Firmenanteile wurden von Belegschaften oder DDR-Managern ganz oder zu einem großen Teil übernommen. Ein Beispiel unter vielen ist die MBO-Privatisierung der VEB-Firma Industriemontagen / IMO Leipzig mit den Investoren Dresdner Bank und Land Sachsen. Die Belegschaft hält über eine Mitarbeitergesellschaft die Aktienmehrheit, Dresdner Bank und ehemalige DDR-Industriemanager den Rest.
Aber auch jenseits der Privatisierungsbestrebungen in der ehemaligen DDR spielen MBOs eine zunehmende Rolle auch in der westdeutschen Wirtschaft. Sie sind häufig dann Problemlösung, wenn ein Eigentümer eines Unternehmens keine Nachfolger aus dem Familienkreis hat, aber den nachhaltigen Bestand des Unternehmens sichern will. Eine andere Variante ist die Abspaltung von Unternehmensteilen bei Großbetrieben. Mitunter stellt sich nämlich heraus, daß eine bestimmte Produktlinie besser und billiger in einer selbständigen Einheit gefertigt werden kann als unter dem Dach eines Konzerns. In einem solchen Fall kann die Unternehmensleitung den in dem Bereich tätigen, leitenden Mitarbeitern anbieten, den Betriebsteil herauszukaufen und ihn künftig selbständig zu führen. Die erworbenen Kenntnisse über die Marktstellung und die Perspektiven des Produkts bieten den leitenden Mitarbeitern aus dem Femilienbetrieb wie kaum einem anderen Käufer den Vorteil, Chancen und Risiken der zukünftigen unternehmerischen Tätigkeit aus jahrelanger Firmen- und Marktkenntnis heraus abwägen zu können. Die Bindung der Arbeitnehmer an das Unternehmen wird intensiver, die Motivation für Firmenerfolg und Innovations-Vorschläge sehr verbessert nach Ludwig Erhards Motto "Wohlstand für Alle".
Manchestertum
Eines der meistgebrauchten Kampfbegriffe aus dem marxistischen Arsenal ebenso wie staatskonservativer Denkschule mit Diffamierung der Marktwirtschaft und Bürgerfreiheiten ist das Wort „Manchestertum“. Meist gleichgesetzt mit ausbeuterischem Raubkapitalismus ohne jede soziale Komponente, ohne staatliche Schutzfunktion für Minderbemittelte, sozial Schwache und Kranke: also Zerrbild des klassisch-humanistischen Liberalismus mit dem Fundament der Grund- und Menschenrechte. Den Liberalen wird soziale Kompetenz abgesprochen... Volltext
Mitte (Land der "MITTE")
Nicht China ist 2006 Land der Mitte - sondern das großkoalitionäre Deutschland.
Nach einem Wort des chinesischen Weisen Konfuzius "geraten Institutionen in Unordnung, wenn die Begriffe nicht stimmen". Mit dem Begriff Mitte verbinden sich jedenfalls in Deutschland viele Unklarheiten, Abgrenzungsprobleme, Ideologien, Beliebigkeit der Definitionen - je nach politischer Einstellung oder Lehrsätzen deutscher 68er-Wirtschaftsethik.
Was heißt eigentlich Mitte?
Mitte ist nach Wortinhalt der gleichmäßige Abstand von zwei entgegengesetzten Verhältnissen, politischen Positionen oder Meinungen. Eben diese "goldene Mitte" eines gleichmäßigen Fernhaltens von einem Zuviel oder einem Zuwenig. Gesunder Menschenverstand. Diese aufklärerische "Tugend virtus in medio posita est" heißt Maßhalten / "modestas". "Diu maze" im Mittelhochdeutschen und ist eine der Rittertugenden, neben Kühnheit, Weisheit, Treue / Loyalität, Gerechtigkeit.
Der Gentil`uomo, Gentleman, Kavalier, Ehrenmann - sie alle haben ihre Wurzel in diesen christlichen Rittertugenden, sind fortwirkendes europäisches Kulturerbe. Heute 2006 auch im Sinne einer Problemlösung der Mediation - des vermittelnden Ausgleichs für innovative Umgründung, Neuanfang, in Ruhe nachgedacht, ohne Tagesmoden nachzulaufen.
Gleichen Ursprung ruhiger traditioneller Mittigkeit haben Geschäftsabschluss per Handschlag, Treu und Glauben im Geschäftsverkehr, praktizierte Fairness im Umgang mit Mitarbeitern und Mitbürgern, Achtung der Menschenwürde, Verlässlichkeit bei Absprachen und Einhalten von Spielregeln - auch in der Politik. Alles auch heute noch hochgehaltene mittelständische Treu-Tugenden. Selbst wenn es schwer fällt.
Zusammengefasst: Entscheidungsmut des Mittelständlers das Anständige durchzuhalten und durchzusetzen. Marktliberalität und sozialethische Verantwortung für Mitarbeiter sind zwei Seiten der gleichen Medaille... Volltext
Mittelstand
Der diffuse Begriff des Mittelstands umreißt eine gesellschaftliche Gruppe, die früher zur sozialen Schicht des Bürgertums gezählt wurde, sich inzwischen aber auf den Kreis der selbständigen Erwerbstätigen verengt hat. Zum Mittelstand werden heute neben Gewerbetreibenden, Freiberuflern und Landwirten insbesondere kleine und mittlere Unternehmen aus Industrie, Handwerk, Handel, Gastronomie, Verkehrswirtschaft und anderen Dienstleistungsbranchen gezählt, die von einem selbständigen Inhaber geführt werden, der im Betrieb mitarbeitet und der auch das unternehmerische Risiko trägt. Klare Abgrenzungen zwischen mittelständischen Betrieben und Großunternehmen gibt es nicht. Staatliche Förderprogramme definieren die Zielgruppe Mittelstand oft sehr umfassend. So werden Unternehmen des produzierenden Gewerbes auch dann noch dazu gezählt, wenn sie mehrere hundert Mitarbeiter beschäftigen. Der gewerbliche Mittelstand, dem in Deutschland mehr als zwei Drittel aller Arbeitnehmer zugerechnet werden, gilt bei Politikern und Ökonomen gemeinhin als wichtigster Motor für Wachstum und Beschäftigung.
Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Mittelstand
Mittelstandsbündnis Energieeffizienz
BVMW-Innovationsoffensive NEUE ENERGIEN
Innerhalb der nächsten 20 Jahre werden in Deutschland weit mehr als die Hälfte der bestehenden Kapazitäten aufgrund Überalterung des Kraftwerksparks und Ausstieg aus der Atomenergie ersetzt werden müssen. Entscheidend wird vor diesem Hintergrund sein, dass heute die richtigen Weichenstellungen für eine nachhaltige Energieversorgung des Mittelstandes und jedes Energieverbrauchers vorgenommen werden. Das BVMW-Mittelstandsbündnis Energieeffizienz setzt sich daher in der Innovationsoffensive Neue Energien mit seinen Mitgliedsunternehmen und Partnerverbänden für nachhaltige Energiewirtschaft, Innovationen für erneuerbare Energien, konsequent verbesserte Effizienz aller Energiedienstleistungen und Stärkung des Verbraucherschutzes privater und kleingewerblichen Energiekunden und neuen Energieanbieter ein... Volltext
Mittelstandsparteien / Poujadismus
In der deutschen Parteien-Geschichte hat es im Bismarckreich, Weimarer Republik und nach 1945 immer wieder Parteigründungen mit dem Ziel konsequenter mittelständischer Interessenvertretung gegeben. So der mit der Deutsche Fortschrittspartei - dem sozialliberalen Teil der deutschen Liberalen - verbundenem mittelständische Hansabund, der den extremen Protektionismus des Bundes Deutscher Landwirte in den 1880er Jahren ablehnte bis zur Reichspartei des Deutschen Mittelstandes/Wirtschaftspartei in den 1920er Jahren. In den 1950er und 1960er Jahren gab es Parteigründungen wie die Wirtschaftsaufbauvereinigung / WAV, Deutsche Wirtschaftspartei, Deutsche Mittelstandspartei, die alle als Klein-Parteien scheiterten. Deutsche Parteien haben heute alle Mittelstandsvereinigungen. Jede Partei behauptet, Mittelstandsinteressen zu vertreten.
Als klassische Partei des Mittelstandes mit klarer marktwirtschaftlicher Positionierung und Eintreten für staatsfreie Unternehmerverantwortung versteht sich seit ihrer Gründung die FDP, die seit einigen Jahren als neoliberale sozialkalte Kapitalisten-Partei denunziert wird in großen Teilen der veröffentlichten deutschen Medien-Meinung... Volltext
Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Poujadismus
Mittelstandskartell
Kartelle sind nach §1 des Gesetzes über Wettbewerbsbeschränkungen / GWB "Vereinbarungen zwischen miteinander im Wettbewerb stehenden Unternehmen, aufeinander abgestimmte Verhaltensweisen, die eine Verfälschung des Wettbewerbs bewirken..." Wettbewerb im Sinne dieser Gesetzesdefinition ist immer gegeben, bei Unternehmen gleicher Wirtschaftsstufe (horizontale Bindung). Doch es gibt auch Vertikalvereinbarungen von Kartellen und Freistellungsausnahmen... Volltext
Mittelstandskultur
EU und deutsche Betriebswirtschaftslehre definieren - anders als in angelsächsischen Ländern - den Begriff Mittelstand nicht als eigentümergeführtes Familien-Unternehmen, sondern nur- statistisch anhand Umsatzzahlen - bis 250 Mio. EURO Jahresumsatz und anhand der Anzahl der Beschäftigten - bis 500. Der BVMW folgt nicht dieser EU-Definition und ist nach seiner Satzung Interessenvertretung Eigentümer-geführten "mittelständischen Unternehmer aller Branchen und Berufsgruppen gegenüber der Öffentlichkeit". Jedes aktive BVMW-Mitglied ist verpflichtet auf den BVMW-Ehrenkodex - der die Grundsätze der deutschen Mittelstandskultur zusammenfasst... Volltext
Siehe auch Stichworte: Privatisierung, Ehrenkodex,Wirtschaftsethik, Mittelstandspanel
Links: Ehrenkodex BVMW-Mitglieder
Ergebnisse der Online-Mittelstandsbefragung / BDI-Mittelstandspanel
Mittelstandsvereinigung der CDU/CSU - MIT
Die CDU/CSU Wirtschafts- und Mittelstandsvereinigung / MIT mit Sitz in Berlin hat etwa 40000 Mitglieder - alles selbständige Unternehmer, Handwerker, Freiberufler, Unter-nehmensberater, Rechtsanwälte. MIT besteht seit 1954 und hat das Ziel, den Mittelstand mit seinen Interessen in den beiden Parteien CDU und CSU zu stärken. Vorsitzender ist der CDU-Bundestagsabge-ordnete Peter Rauen, Hauptgeschäftsführer Hans-Dieter Lehnen.
Ähnlich wie die Junge Union, ist MIT eine Untergliederung der CDU/CSU. In Foren und Kongressen beschäftigen sich die Mittelstandsunternehmer mit Themen wie dem Laden-schlußgesetz, der Unternehmenssteuerreform, der Pflegeversicherung, EU-Dienstleistungs-Richtlinie oder dem Rabattgesetz. Auf jährlichen Bundeskongressen verabschieden die Delegierten Beschlüsse, die der Bundesvorstand als politische Empfehlung an den CDU/CSU-Parlamentskreis Mittelstand weiterleitet, der mit CDU/CSU- Bundestagsabgeordneten besetzt ist. Die Abgeordneten setzen sich im Bundestag dafür ein, daß die Vorschläge in die Diskussion um die jeweiligen Gesetze Eingang finden. Dem Vorstand gehören 16 Personen an; alle zwei Jahre finden Neuwahlen statt. Mit regionalen CDU-Mittelstandsvereinigungen, wie mit der Wirtschaftsvereinigung Nord- Rhein-Westfalen hat die MIT in den letzten Jahren fusioniert.
Link: www.mittelstand-deutschland.de
Mitunternehmertum
Bundespräsident Horst Köhler setzt sich ein für die alte BVMW-Forderung Sozialpartnerschaft in der mittelständischen Wirtschaft: also Respekt vor gegenseitiger Leistung auch in Form Vermögensbildung der Arbeitnehmer durch Beteiligung am Betriebsvermögen. Natürlich unter der Voraussetzung Risikobereitschaft auf beiden Seiten. Das Risiko einer Beteiligung am Betriebsvermögen ist allemal für Arbeitnehmer größer, weil er im Insolvenzfall doppelt verliert: Arbeitsplatz und Vermögen.
Nach dem BVMW-Mittelstands-Ehrenkodex sind Mitarbeiter stets Mitunternehmer, als Mitplaner daher in der Mitverantwortung für unternehmerischen Erfolg. In mittelständischen Familien- und Kleinbetrieben ist solch Mitunternehmertum in ehrlicher Sozialpartnerschaft bis heute selbstverständlich. Flexible Partnerschaft zwischen Unternehmer und Belegschaft ist längst Überlebensnotwendigkeit im immer härter werdenden globalen Wettbewerb. Das nicht- regional-unternehmensbezogene heutige Tarifrecht erschwert Mitunternehmertum und betriebliche Mitverantwortung der Belegschaft, verhindert Risikomanagement im Betrieb mit dem Ziel der Vermögensbildung der Arbeitnehmer. Im Fall existentieller Bedrohung des Unternehmens und einer Zweitdrittel-Zustimmung der Belegschaft zum befristeten Verzicht auf Lohn oder die 35-Stunden-Woche ist das Günstigkeits-Prinzip - zum Erhalt der Arbeitsplätze - erfüllt. Ohne Widerspruchsrecht betriebsferner Gewerkschaftszentrale. Auch ist nicht einzusehen, dass nur gewerkschaftseigene Fonds das geeignete Instrument zur Vermögensbildung von Arbeitnehmern... Volltext
Link: http://www.agpev.de/
N
Nachfolgeorganisationen der Treuhandanstalt
Die Arbeit, die die Treuhandanstalt Berlin als DDR-Staatsbegräbnisagentur nach ihrer Auflösung 1998 hinterlassen hat, wurde von drei Nachfolgeorganisationen mit mehr als 4000 Mitarbeitern bewältigt. Die Hauptaufgabe übernahm dabei die Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BVS), die die Einhaltung der 85 000 Privatisierungsverträge überwachte. Immer noch laufen Prozesse gegen Investoren, die ihre Arbeitsplatz- und Investitionszulagen nicht erfüllen. Die BVS war zudem für die Abwicklung der mehr als 3500 in Konkurs gegangenen Firmen und Betriebsteile verantwortlich, die nicht verkauft werden konnten, sowie für die Privatisierung des land- und forstwirtschaftlichen Vermögens.
Die Liegenschaftsgesellschaft der Treuhand (TLG), die seit 1991 besteht, kümmerte sich um den Verkauf der 60 000 Flächen und Grundstücke, die nicht landwirtschaftlich genutzt wurden. Vor allem die noch nicht geklärten Eigentumsfragen und die umweltverseuchten Böden erschweren bis heute Immobilienverkäufe.
Die Beteiligungs- Management-Gesellschaft (BMG) betreute die vier noch bestehenden Management- Kommanditgesellschaften. In ihnen sind Unternehmen zusammengefaßt, die sanierbar, aber noch nicht verkauft sind. 2002 schlossen alle Treuhand-Nachfolge-Organisationen ihre Arbeit ab.
Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Treuhandanstalt
Nachhaltiger Tourismus
Tourismus ist heute eine wichtige Quelle des gesellschaftlichen Wohlstandes und einer der am schnellsten wachsenden wirtschaftlichen Sektoren. Er ist ein weltweites Phänomen mit wachsender Zahl von Reisenden. Derzeit beträgt der Umsatz im Hotel- und Gaststättengewerbe ca. 13 Milliar-den Euros. Hotels, Gaststätten, Reisevermittlungen und -veranstaltungen, Kongress- und Tagungs-management, Messen und Ausstellungen, Verbände und Organisationen, deren Tätigkeit Reisen zur Folge haben, Reiseveranstalter und -dienstleister beschäftigen mehr als 1,6 Millionen Arbeitnehmer. Nach Umsatzstärke und Arbeitsplatzpotential kommt die Tourismusbranche noch vor der deutschen Stahlindustrie... Volltext
Nachhaltigkeitsmanagement / BVMW-Thesen
These 1 Kontinuität BVMW - Alleinstellungsmerkmal Nachhaltigkeit
Unter mehr als 300 Mittelstandsverbänden und -instituten hat nur der BVMW Kontinuität im Satzungs-Alleinstellungsmerkmal, mittelständische Unternehmen durch Innovationen für nachhaltiges Wirtschaften zukunftsfähig zu machen (§ 2 Abs.8). Vor allem über die BVMW-Satzungsorganisationseinheit „Deutsches Forum Nachhaltiger Mittelstand (§ 13 Abs.5)... Volltext
Interview Mario Ohoven - Aachener Nachrichten
Siehe auch: 10 Eco-Commandments, BVMW-Ehrenkodex, 10 Todsünden der Nachhaltikkeitsdiskussion, Mittelstandsbündis Energieeffizienz.
Nationalliberale contra Sozialliberale
Keine andere Parteigruppierung kennt so heftige Flügelkämpfe und ständige Abspaltungen wie die Freien Demokraten. Seien es Ausschläge nach rechts - wie die der Nationalliberalen Aktion 1970 in Ablehnung der sozialliberalen Koalition unter Scheel und Genscher 1969 oder die der österreichischen Liberalen unter Jörg Haider - seien es Ausschläge nach links wie die der Liberalen Demokraten unter William Borm und das Abdriften der Jungdemokraten in die staatsmarxistische Utopie. Entsprechende Denunziation des jeweils anderen - nicht von Liberalen berücksichtigten Koalitionspartners - ist Teil dieser Links-Rechts-Diskussion.
Für Helmut Schmidt etwa, war Genscher ein "Nationalliberaler von der Sorte, die schon im vorigen Jahrhundert unter Bismarck die Sozialdemokraten unter den Daumen drücken wollten". Für Grüne und SPD sind die Westerwelle-FDPler sozialkalte Neoliberale von vorgestern. Neo wird hier mit alt, verstaubt kurioserweise übersetzt. Ganz gegen den ORDO-Liberalismus eines Ludwig Erhard, von Rüstow, Lambsdorff, also gegen die Thesen einer wert- und sozialgebundenen Wettbewerbsordnung, scharfem Kartellrecht, eingeforderter Unternehmerverantwortung für das Gemeinwohl... Volltext
"Neoliberal"
Noch nie ist das Wort Mittelstand so häufig wie im rotschwarzen Großen-Koalitionsvertrag 2005 genannt worden - 32 Mal. Solche Reverenz bedeutet noch nicht Aktion, Umsetzen der verbalen Vertrauenserklärungen in freiheitliches Markthandeln. Es zeigt nur wie entscheidend Kooperation des Mittelstandes für Erfolg der Grossen Koalition ist. 68er-verbohrte Verunglimpfung marktgerechten Verhaltens deutscher Unternehmer und ihres Bildes in der Öffentlichkeit durch Kampfbegriffe der political correctness hat 2006 Methode. Belegt durch Unworte wie "neoliberale Heuschrecken", "Manchesterliberale", "Partei der Besserverdienenden", "Sozialkaltpolitiker" usw. Mit solch verstaubt marxistischen Feindbild können dingend notwendige Reformen in Deutschland keinen Erfolg haben.... Volltext
Netzwerk
Schlüsselwort - buzz word - der Informatik, Systemforschung, Kybernetik, Kommunikationstheorie, Sozialwissenschaften, Managersprache ist 2008 NETZWERK. Politsprache spricht von "Netzwerkern" - medienbewusst kooperierenden Parteigruppierungen. Vernetzte Strukturen werden in allen Disziplinen, Lebenslagen, Politikfeldern, Unternehmerentscheidungen entdeckt. Erfolgsstrategie für Kooperation mittelständischer Kleinbetriebe.... Volltext
Nibelungenfestspiele Worms
Als Event einmalig packt es Worms, Nibelungen-Festspiele zu veranstalten und eine der traditionsreichsten europäischen Kulturlandschaften in neuem Glanz zu vorzustellen. Denn es ist nicht nur unter der dramaturgisch herausragenden Regie von Dieter Wedel gelungen, ein urdeutsches Nationalepos zeitgemäß zu präsentieren, sondern das wohl älteste Kulturgut deutscher Sprache zu neuem Leben zu erwecken. Sicher, der "nibelunge not" wurde unter dem Eindruck der Wirren der Völkerwanderung und der nordischen Sigfried-Sage im „finsteren Mittelalter“ zu Papier gebracht. Aber alle dramatischen Elemente, wie Liebe und Hass, Treue und Verrat, Edelmut und Eitelkeit sind heute wie damals aktuell. National bedeutsam geblieben, ist der Charakter der Menschen – ihr Mut, ihre Eifersucht, ihre Solidarität füreinander.
Für den Bundesverband Mittelständische Wirtschaft/BVMW sind die Burgunderkönige Gunther, Giselher und Gernot Mittelständische Unternehmer, die ihr Familienunternehmen gegen feindliche Übernahme durch den Multikonzern des König Etzel verteidigen. "So gesehen ist der „nibelunge not“ auch die heutige Not des deutschen Mittelstandes. Für fünf Jahre hat sich der BVMW und die Nibelungen Festspiel GmbH vertraglich festgelegt diesen „Relaunch“ der Nibelungen-Saga im moderner Form durch parallel veranstaltete Kulturtage des Mittelstandes zu unterstützen und als mittelständische Euregiomarke BURGUND / Rheinland-Pfalz zu präsentieren. Dadurch sollen Mittelständler in ganz Europa in ihrem Selbstbewusstsein gestärkt und im Ansehen in der Öffentlichkeit gefestigt werden – auch durch Initiativen des BVMW-Wirtschaftssenats.
Link: http://www.nibelungenfestspiele.de/
O
Offene Gesellschaft
"Die Offene Gesellschaft und ihre Helfer"/"Offene Gesellschaft in der Bewährung"
Veranstaltungsreihe der Privaten Universität Witten/Herdecke - BVMW-Mitglied
Die Private Universität Witten/Herdecke steht wie keine andere deutsche Hochschule für die Ziele der von Karl Popper unter Rückgriff auf Gedanken Immanuel Kants geforderte "Offene Gesellschaft". Karl Poppers "Offene Gesellschaft" ist eine Gesellschaft der "Freiheit in Aktivität" und Gemeinwohlverantwortung, "Freiheit der Chancen für möglichst viele Menschen" in allen Schichten der Bevölkerung. Freiheit der Lebensentwürfe durch Bildung und Weiterbildung... Volltext
P
Pendlerpauschale (Autobürger-Geschenk)
Noch 2008 wird das Bundesverfassungsgericht entscheiden, ob die 1938 eingerichtete Autopendler-Pausachale mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Der Bundesfinanzhof hält die ab 1. Januar 2007 geltende Regelung für verfassungswidrig. Wonach Fahrtkosten erst ab dem 21. Kilometer von der Einkommensteuer absetzbar sind. Der Verzicht auf Abzug der Fahrtkosten zum Arbeitsplatz bedeutet eine Steuervereinfachung und ermöglicht eine Steuersenkung und einen gerechteren Umweltlasten-Ausgleich. Die Rückkehr zur Regelung 1938 hätte auf jeden Fall Steuerausfälle von 2,5 Milliarden zur Folge, die dann mit höheren Einkommens-steuersätzen kompensiert würden. Auch wegen der breiten Angebotspalette von Alternativen zur Auto-Mobilität sind „Autobürger-Geschenke“ von vor 70 Jahren im 21. Jahrhundert eine anachronstisch-reaktionäre Besitzstandswahrung
... Volltext
Peter Bellheim - 2006 - Initiative nachhaltige Mittelstandskultur
Satzungs-Präambel
Mit Vorsatz stellen wir unserem Vorhaben den Titel eines Fernsehfilmes voran, „Der große Bellheim“, in dem Dieter Wedel Ende der Neunziger Jahre des vorigen Jahrtausends das Kunststück gelang, auf ebenso unterhaltsame wie eindringliche Art den Gegensatz Shareholder-Value zur europäischen Stakeholder-Value Kultur – immer auch deutsche Mittelstandskultur - herauszuarbeiten. Zu solcher Mittelstandskultur gehört die Erfahrung eines hohen Stellenwerts des Helfens und Einander-Auffangens im Lebenszyklus der Generationen... Volltext
Political Correctness / "PC"
Nach der Hutchinson Encyclopedia von 1995 ist "political correctness" ein amerikanisches Kürzelwort / Schlagwort ("US shorthand term") für ein Bündel von liberalen Haltungen zu Erziehung und Gesellschaft und die Terminologie, die damit zusammenhängt". Political correctness/"PC" ist 2006 in Deutschland ein vielfach verwendeter Begriff für in der veröffentlichten Publizistik zitierte verbindliche Worte "tonangebender politischer Werthaltung". Meinungssprachregelung /"speech code", intolerante Bevormundung freier Meinungsäußerung. Erfunden und durchgesetzt von multikulturellen Gutmenschen, neidgeplagten Dauerprotestierern, PR-Berufspessimisten, Spätmarxisten, selbsternannten Moralisten aller Schattierungen.... Volltext
Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Political_correctness
Politmaskottchen
Das Wort Maskottchen leitet sich ab aus dem provinzialischen "masco" mit der Bedeutung Hexe, Zauberfetisch und dem lateinischen "mas" - mit langem a gesprochen - männlich, mannhaft, stark. Maskottchen aller Art werden im Devotionalienhandel verkauft, als Talisman, Glücksbringer, Zaubersteine usw. Nicht nur in der Antike sind auch beliebt Stosszähne, Klauen, Federn und andere Tierteile. In Bolivien auch Kleinstpuppen, die unter das Kopfkissen gelegt, Glück bringen, Schutz vor Unbill... Volltext
Privatisierung
Das lateinische verbum "privare" meint in seiner ursprünglichen Wortbedeutung Absondern aus dem Staatsverband, Herausfallen aus staatlichem Einfluss und Aufsicht. Privataudienz bei Fürst oder Minister war privat-persönlicher Gunsterweis außerhalb der sonst geltenden strengen Protokoll-Regeln des Herrschers oder hohen Staatsbeamten. Öffentliche Staatssphäre und Privatsphäre sind klar getrennt schon im römischen Recht.
Privatisierung als echte Vermögens-Privatisierung und Aufgaben-Privatisierung liegt immer dann vor, wenn Staatsvermögen von Staatsunternehmen voll und konsequent in Privathand übergeht, also wirkliche Aufgabenverlagerung stattfindet - ohne noch vorhandenen weiterlaufenden staatlichen Einfluß über Minderheitsbeteiligungen, personelle Verflechtungen, formalrechtliche Umfirmierung. In solchen Fällen liegt lediglich eine Organisations- Privatisierung als Scheinprivatisierung vor oder bestenfalls eine Teil-Privatisierung. Etwa im Falle von Umwandlung kommunaler Abfallentsorgungs- und Abwasser-Reinigung in 100%-GmbH-Töchter oder Aktiengesellschaften als Eigengesellschaft der Kommune, wie in Hamburg. Gleiches gilt für die Teil-Privatisierungen der Deutscher Bahn... Volltext
Q
R
Ruhrmegalopolis / Dialog Testlabor Europa
Keine andere deutsche Region hat soviel an Negativ-Schatten aus der Vergangenheit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu bewältigen - Stichwort Rüstungsschmiede. Vergeblich wird seit Jahrzehnten versucht dieses Negativbild durch eine ganz andere Zukunftsvision / regionale Kernmarke zu überwinden. Seit 1975 hat die nach Bevölkerungs- und Industriedichte größte Ballungsregion Europas fast 400.000 Einwohner durch Abwanderung verloren, liegt in den letzten zehn Jahren stets bei 0,7 % Minuswachstum unter dem Durchschnittswirtschaftswachstum der Bundesrepublik Deutschland. Hinzu kommt eine Verdreifachung der Staatsverschuldung. Unter anderem wird der immer stärker zurückgefahrene Steinkohlebergbau mit den Dreifachen des Weltmarktpreises pro Tonne Ruhrkohle subventioniert. In Gelsenkirchen und anderen Orten ist die Arbeitslosigkeit höher als in Thüringen oder Sachsen. Der Problemstau wird verstärkt durch überdimensionierte Staatsbürokratie in fünf Regierungspräsidien (statt ausreichenden drei), Zersplitterung der Zuständigkeiten in der Verkehrsinfrastruktur, Mittelstands- und Technologieförderung sowie der Sozialverwaltung. Verwirrend für Ruhr-Markenklarheit sind auch eine diffus unkoordinierte Vielzahl von immer neue Innovations-, Technologie-, Öko-, Gründer- und Gewerbezentren - neuerdings kommen Starterzentren für Existenzgründer hinzu. Sämtlich gut gemeint, aber mit mäßigem Erfolg und meist steuerfinanziert... Volltext
Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Ruhrgebiet
S
Schiller
siehe "Zitate Schiller"
Soziale Marktwirtschaft
Das deutsche Wort Markt ist Umformung aus dem Lateinischen MERCATUS, dem römischen Krämer, der Soldaten begleitete. Bereits zu Cäsars Zeiten gab es ein Hausierergewerbe mit öffentlichen Verkaufstagen. Althochdeutsch „jaarmarchata“ – feilbieten bestimmter Waren. Wie heute noch auf Wochenmärkten.
In der Ökonomie-Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts hat sich ein zuerst Nationalwirtschaften und schließlich im 20. Jahrhundert die Weltwirtschaft erfassende hochtheoretische Modellrechnerei auf der Grundlage mathematisierter Voraussagen individueller Konsumentenentscheidungen entwickelt. Vater solch klassischer Nationalökonomie als System natürlicher Freiheit des Einzelnen ist Adam Smith, schottischer Aufklärer, Professor für Moralphilosophie. Für ihn sorgte die Logik "einer unsichtbaren Hand" im offenen Wettbewerb der Preise – Angebot und Nachfrage – für Interessenausgleich zwischen millionenfachen sehr individuellen Einzelentscheidungen der Unternehmer und Kunden.... Volltext
Sozialismus
Sozialismus ist ein System sozialer Gesellschaftsordnung, in dem Privateigentum und Einkommensstreuung sozialer Kontrolle / „social control“ und Staatsreglementierung unterliegt, bei angestrebtem gleichen oder nur unbeträchtlich gestreutem Einkommen. Dies ist nur zu erreichen, bei hohen Staatseinnahmen, durch hohe Steuern und weitverzweigter sozialer Verteil- und Transferbürokratie - vom Tansania-Einheitseinkommensstaat „Nyeres“ bis zum schwedischen „folkhuset“ (Volksheim) der 1960er bis 1980er Jahre... Volltext
Sozialtransferstaat
Schuldendienst und Sozialleistungen kosten dem Steuerzahler immer größere Summen. Über 80% des Bundeshaushalts sind durch diese beiden Ausgabenblöcke festgelegt, immer höhere Staatsverschuldung vorprogrammiert. Jeder Bundesbürger ist mit 18.000 EUR bei zukünftigen Generationen in der Kreide. Für dringend nötige Zukunftsinvestitionen in Bildung, Forschung, Infrastruktur fehlt das Geld. Alle wissen schon lange, dass im Sozialtransferstaat die Rente längst nicht mehr sicher. Wer jetzt einzahlt in die Sozialkassen, wird nicht mehr das zurückerhalten, was er heute einzahlt. Bei immer älter werdender Bevölkerung wird in schon 30 Jahren jeder Erwerbstätige zwei über 60jährige mit seinen Beiträgen mit unterstützen müssen – es sei denn ein Systemwechsel findet statt. Rente nicht schon mit 55 sondern ab 67 ist ein erster Schritt in die richtige Richtung... Volltext
Sprach-DENKEN
Denken braucht Sprache. Wie mit einer Achse verbundene Räder brauchen beide einander, können beide nichts festhalten, Anderen mitteilen ohne Worte, Begriffe, Feinheiten im AusSprechen was IST, sprachlichem Artikulieren des Gesehenen, Gedachtem, Beobachteten, Erinnertem, aber auch Gewolltem. Im Anfang war LOGOS/das Wort – nach dem Johannes-Evangelium der Bibel. Worte gehen Handeln voraus, verraten oder verschleiern Absichten... Volltext
Stiftung Volkswagenwerk (funktionale Stiftungs-Privatisierung von Staatsvermögen)
Die Stiftung Volkswagenwerk, die ihre Leistungen wegen der verschlechterten Ertragslage des VW-Werkes seit 2002 verringern muß, ist durch die Privatisierung des Volkswagenwerkes der Hitler-Jahre entstanden. Der im November 1959 zwischen dem Bund und dem Land Niedersachsen abgeschlossene Staatsvertrag bestimmte, daß von den 600 Millionen D-Mark Grundkapital der VW-Aktiengesellschaft je 20 Prozent der Bund und das Land behielten, die anderen 60 Prozent in Form von Kleinaktien/Volksaktien verkauft wurden. Der Erlös aus dem Aktienverkauf und die Gewinne auf die bei Bund und Ländern verbliebenen Aktien werden in das VW-Siftungsvermögen eingebracht.
Die Stiftung Volkswagenwerk wurde durch Unterzeichnung der Stiftungsurkunde am 19. Mai 1961 offiziell gegründet. Ihre Aufgabe ist es, "Wissenschaft und Technik in Forschung und Lehre zu fördern". Unterstützt werden Forschungsprojekte aus dem gesamten Bereich der Natur- und Geisteswissenschaften, auch aus dem Ausland. Ausgeschlossen sind technische Entwicklung und Erprobung, die Sache der Industrie bleiben sollen. Ein formelles Antragsverfahren besteht nicht, Anträge müssen schriftlich gestellt, ausreichend begründet und mit einer Kostenaufstellung versehen sein.
Unter den bis jetzt unterstützten über 9000 Anträgen befinden sich Projekte wie die Aufstellung des größten Radioteleskops der Welt in der Eifel für 28,6 Millionen Mark oder die Herstellung eines Wörterbuchs zu Hölderlins Dichtungen für 80.000 D-Mark. Großpro-jekte beschäftigen sich mit der Bildungsforschung. Die Musiker-Gesamtausgaben von Bach bis Schönberg wurden bis jetzt mit mehr als zwei Millionen D-Mark gefördert. Anders als beim Gesetz über die Errichtung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt/DBU in Osnabrück kennt der Volkswagen-Staatsvertrag keine Mittelstandsklausel einer bevorzugten Förderung mittelständischer Unternehmen mit deren Technologie-Potenzial.
Link: www.volkswagen-stiftung.de
Spitzenlast-Energiebedarf
Energie kann nicht in Fällen hohen plötzlichen zusätzlichen Energiebedarfs gespeichert, tiefgefroren, als Sofortreserve in jedem einzelnem Kraftwerk bereit gehalten werden. Daher müssen nach einer Fußball- oder anderer Fernsehevent-Übertragung usw. - jeder schaltet das Licht auf der Toilette an - zwei Kraftwerkskapazitäten zum Abdecken solch plötzlicher Spitzenlast zugeschaltet werden. Das Gleiche gilt bei plötzlichen Kälteeinbrüchen. Das europäische Energieverbundnetz sorgt in diesen Fällen für zusätzliche Energiemengen. Auch über bei Bedarf hochgefahrene Wasserpump-Speicherwerke oder Gasturbinenkraftwerke. Die Bedeutung von Erdgas und Erdgaskraftwerken wird in Zukunft stark zunehmen, weil der Bau solcher Kraftwerke vergleichsweise billig, es gibt weniger klimaschädliche Emissionen als bei Kohlekraftwerken. Auch sind daher Gaskraftwerke gut geeignet, Spannungsschwankungen von Windkraftanlagen auszugleichen... Volltext
T
(68er-)Toleranzfalle
Toleranz ist anstrengend - aus Fremderfahrung Dazulernen fällt schwer. Ebenso Eindenken, Hineinhören in andere Kulturen ohne ehrliche eigene Überzeugungen aufzugeben. Unge-wohntes dulden / tolerieren will gelernt sein, braucht Einüben, aber auch Regeln für den Um-gang miteinander. Wenn jeder "nach seiner Facon selig" heißt das nicht, dass keinerlei Regeln beachtet, Recht und Tradition außer Kraft gesetzt, Polit-Entscheidungen entsprechend geltendem Medientrend oder "Political-Correctness-Opportunität" auf St.-Nimmerleinstag verschoben werden. Nicht anecken, business as usual ist das Motto! ... Volltext
U
Umweltbundesamt - UBA
Durch das Bundesgesetz vom 22. Juli 1974 wurde das UBA als oberste Bundesbehörde in Berlin errichtet (damals im Geschäftsbereich des Bundesinnenminsteriums). Seit 1986 ist das Bundesumweltministerium zuständig - zahlreiche ungewöhnlich neue Zuständigkeiten. Dazu gehörten unter anderem Aufbau und Führung eines Informationssystems zur Umweltplanung / UMPLIS und die Pflichtaufgabe die deutsche Bevölkerung über Umweltfragen umfassend zu informieren. Bis 2005 war alleiniger Sitz des UBA Berlin, seit 2005 ist Hauptsitz Dessau.
Das wissenschaftliche Fundament deutscher Umweltpolitik besteht aus drei großen behördlichen Säulen: den Bundesämtern für Naturschutz (Bonn), für Strahlenschutz (Salzgitter) und dem Umweltbundesamt (UBA) - alle unterstellt der Dienstaufsicht des Bundesumweltministeriums.
Das UBA beschäftigt einschließlich angegliederter Kontakt- und Koordinierungsstellen über 1400 Mitarbeiter, unter anderem in den über ganz Deutschland verteilten Meßstellen. Nach Auflösung des Bundesgesundheitsamtes wurde 1994 das Institut für Wasser-, Boden- und Lufthygiene, Europas ältestes Umweltinstitut, in das UBA integriert.
Das Umweltbundesamt ist in sechs Fachbereiche untergliedert: · Zentralabteilung · Umweltplanung und Nachhaltigkeitsstrategien (unter anderem auch mit Zuständigkeit für Europas größte Umwelt-Fachbibliothek und den zentralen Antwortdienst); · Gesundheitlicher Umweltschutz / Schutz der Ökosysteme; · Umweltverträgliche Technik; · Chemikalien und ökologische Sicherheit; · Emissionshandelsstelle
Dem UBA sind eine Reihe internationaler Umweltkoordinierungsstellen und -dienste angegliedert, unter anderem die WHO-Zentren zur Überwachung der Luftqualität und für Forschung Trinkwasser-Hygiene, Kontaktstellen zur EU-Umweltagentur in Copenhagen und für Informationsaustausch beste verfügbare Techniken / Best Available Technologies / BAT sowie die UNESCO-Verbindungsstelle zur Umwelterziehung und die Koordinierungsstelle Nationales System Emissionsinventare. Auch die Geschäftsstelle des Sachverständigenrates für Umweltfragen / SRU ist im UBA / Zweigstelle 10785 Berlin, Reichspietschufer 60 /7.OG. Ein Schwerpunkt des UBA ist Umwelt-Aufklärung der Bevölkerung. Der zentrale Antwortdienst beantwortet jährlich etwa 120 000 Anfragen. Ohne diese Bürgeraktion des UBA fehlten Umweltverbänden und Umweltbewegung Zugang zu wichtigen ökologischen Grundfakten und wissenschaftlichen Bewertungen. Auch allen mittelständischen Unternehmen steht dieses enorme UBA-Amtswissen praktisch unentgeltlich - nicht zuletzt über Internet - zur Verfügung. Das UBA arbeitet der Bundesregierung mit Bundesumweltministerium als seiner Aufsichtsbehörde zu. Präsident ist Professor Dr. Andreas Troge.
Links: www.uba.de und www.umweltrat.de.
Umweltolympiade (des BVMW)
Lebenselixier mittelständischer Unternehmen ist der Wettbewerb auf globalen Märkten. Über hundertjähriges Vorbild für solch weltweites Kräftemessen ist das OLYMPIA des Weltsports, dass seit 1896 (erste Olympiade in Athen) veranstaltet wird. Während der Sport-Olympiade bestehen Friedenspflichten der Nationalstaaten - parallel für Teilnehmer an der BVMW-Umwelt-Olympiade... Volltext
Umweltpreis (der DBU)
Grundsätze Förderung mittelständischer Umweltunternehmen/ Kriterien Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt - DBU - in Osnabrück - www.dbu.de
Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt wurde durch Bundesgesetz vom 18.Juli 1990 als rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts errichtet. Stammkapital sind die Privatisierungserlöse der ehemaligen Salzgitter-Werke in Höhe jetzt 2,3 Milliarden EUR. Aufgabe der Stiftung ist es, "insbesondere zu fördern: Forschung, Entwicklung und Innovation im Bereich umwelt- und gesundheitsfreundlicher Verfahren und Produkte unter besondere Berücksichtigung kleiner und mittlerer Unternehmen. Innerdeutsche Kooperationsprojekte in der Anwendung von Umwelttechnik, vorwiegend durch mittelständische Unternehmen, einschließlich Aus- und Fortbildungsmaßnahmen." Zielgruppe der DBU sind also alle BVMW-Unternehmen mit Schnittstellen Umwelttechnik, erneuerbare Energien, Energieeffizienz, verifizierte nachhaltige Umweltentlastung und Natursensibilität. 1995, 2004 und 2005 haben BVMW-Unternehmer den Deutschen Umweltpreis erhalten.
Die Stiftung vergibt jährlich den Deutschen Umweltpreis in Höhe einer halben Million EUR. Dies ist der größte in Europa vergebene Preis für nachhaltiges Wirtschaften und Umweltentlastung. Der Bundesverband Mittelständische Wirtschaft - Forum Nachhaltiger Mittelstand - ist berechtigt als einziger bundesweit organisierter und branchenübergreifender Mittelstands-Verband, Kandidaten für den Deutschen Umweltpreis vorzuschlagen. Die Vorschläge müssen bis 15.Januar jeden Jahres spätestens beim Deutschen Forum Nachhaltiger Mittelstand im BVMW zu Händen RA Menke-Glückert, Augustastrasse 51 53173 BONN / thomas.fischer(at)bvmw.de vorliegen.
----------------------------------------------------------
In den Preis-Bewerbungsunterlagen muß nachgewiesen werden, dass die für den DBU-Preis vorgeschlagene Umwelt-Innovation drei Kriterien erfüllt:
- Vorgeschlagene Produkte/Dienstleistungen/umwelttechnische Erfindungen gehen gänzlich neue Wege, die wirtschaftspraktisch umsetzbar. Stichwort: Innovations-potenzial mit "Schneeball-Effekt".
- Die Innovation hat multiplizierenden Charakter mit Vorbildfunktion vor allem für die mittelständische Wirtschaft. Stichwort: Modellcharakter mit Anreizeffekt zu Mitmachaktionen und Unternehmermotivation.
-Erreicht wird Schonung natürlicher Ressourcen und /oder Energieeffizienz bei bedeutender Umwelt-(Schadstoff)-Entlastung und / oder Absenken klimaschädlicher Stoffe / Gase wie unter anderem Kohlendioxid. Stichwort: Ökobilanz positiv.
Berücksichtigt werden vor allem DBU-Preis-Nominierungen von der 15-köpfigen DBU-Preis-Jury, die sich auszeichnen durch einen ganzheitlichen und interdisziplinären Nachhaltigkeits-Ansatz bei über Fachgrenzen hinausgehenden kooperativem Engagement.
Jedes vom Forum Nachhaltiger Mittelstand im BVMW angenommene DBU-preisnomierte BVMW-Unternehmen nimmt teil an der jährlichen BVMW-Umwelt-Olympiade und erhält eine Urkunde mit der Teilnahmebestätigung als umweltinnovatives Vorbild-Unternehmen.
Informationen zum Deutschen Umweltpreis und DBU-Preisträger sind abrufbar unter www.dbu.de und www.zmtw.de.
V
Verantwortung
Im Wort Verantwortung schwingt mit ein altväterlich-paternalistisches Vertrauen-Schaffen, Verlässlichkeit, aber auch Beanspruchung und Last desjenigen, der für einen Anderen, für eine oft ungewohnte Aufgabe Zuständigen, Verantwortlichen. Eltern haben Verantwortung für ihre Kinder, der Ingenieur für die Schnee-Tragfähigkeit des Daches einer Eissporthalle, ein Bankier für die Bonität seiner beworbenen Anleihen oder Aktien; Politiker für ihr Wahlversprechen.
Der Verantwortliche muß in der Öffentlichkeit 2008 einstehen für das wofür er verantwort-lich. Das bedeutet auch Anklage bei Versagen, bei Pflichtvergessenheit, Charakter-schwäche, Korrumpierung. Verantwortungslosigkeit wird härter beurteilt als bloß gelegentliche Pflichtvergessenheit, Nachlässigkeit. Der Vorwurf trifft die ganze Person bis ins Mark. Alltags-Pflichten sind genauer definiert als der Umfang übernommener Verantwortung, die sich immer wieder ganz neuen Lebens-Umständen stellen muß, im Eintreten für das anvertraute Verantwortungs-Mündel, Sachbereiche, Gemeinwohl-Aufgaben... Volltext
Vernunft
Das althochdeutsche Wort "fernunft" leitet sich ab von "ferniman", vernehmen, In-Sich-Aufnehmen dessen, was in Zünften handwerklichen Berufsalltags allgemein Bewährtes, Richtiges, Nicht-Angezweifeltes. Das heißt: Genaues Auffassen und das Vermögen solch sinnlich aufgenommenen Gegenstände geistig zu verarbeiten, in eignen Sprachschatz und Gedächtnis aufzunehmen. Beides - intensives Wahrnehmen und mit bisherigem Wissen zusammen zu bringen - gehören in ursprünglich-altdeutscher Wortbedeutung zusammen. Noch enthalten in Redewendungen, wie Vernunftpraxis, öffentliche Vernunft, vernünftiges Verhalten, Korridor der Vernunft, vernunftgemäß, vernunftgewiss, vernunftsicher. Eben mit gesunder Vernunft, mit Vernunft eines normalen Menschen - ohne alles philosophisch-tiefgründiges „Vernünfteln“, also nur mit dem „Schein von Augenblicks-Wahrheiten“-argumentieren... Volltext
Volksaktien
Das Wirtschaftswunder des Erzliberalen Ludwig Erhard in den westdeutschen 1950er Jahren beruhte auf dem Konzept der Eigentümergesellschaft - ins Amerikanische übersetzt der „ownership society“. Wohlstand für Alle. Erhard-Zitat aus der berühmter Rede vor dem Deutschen Handwerkskammertag in Augsburg am 15.Juni 1955: “Kümmere Dich du, Staat, dich nicht um meine Angelegenheiten, sondern gib mir soviel Freiheit und laß mit von dem Ertrag meiner Arbeit soviel, dass ich meine Existenz... selbst zu gestalten in der Lage bin...“. Eigentümergesellschaft hieß auch Politik für Volksaktien - eine neue Aktienkultur... Volltext
W
Wärmemarkt / Wärmehaushalt
Der umweltökonomische Begriff Wärmemarkt ist immer in Gefahr mit dem biologisch-physikalischen Begriff Wärmehaushalt verwechselt zu werden. Das eine ist politischer Entscheidung unterworfen, das andere nicht. Der Wärmehaushalt oder die Wärmeregulation ist die naturwissenschaftliche Bezeichnung für den Temperaturausgleich bei Pflanzen und Tieren und zwischen Metallen... Volltext
Weltklimaprogramm
Sachstand:
Die Umweltregierungskonferenz von 1992 in Rio de Janeiro (Brasilien) hat ein Weltklimaprogramm beschlossen. Das Kyotoprotokoll zum Klimarahmenabkommen der Vereinten Nationen von 1997 hat feste Ziele zur Verminderung der klimaschädlichen Treibstoffgase beschlossen. Danach soll weltweit bis zum Jahr 2012 gegenüber den Stand von 1990 der Ausstoß von Kohlendioxyd und anderen klima-schädlichen Treibhausgasen um 5,2% vermindert werden. Die Bundesrepublik Deutschland hat sich verpflichtet bis zum Jahre 2005 gegenüber den Stand von 1990 die Kohlendioxydemission um 25% zu verringern. Dies ist weltweit das ehrgeizigste Ziel... Volltext
Wiedervereinigung DDR-Hochschulen
Probleme der Wiedervereinigung des akademischen Bildungswesens Deutschland - Denkschrift der Mitteldeutschen Hochschulkommission der Westdeutschen Rektorenkonferenz / WRK vom 15. September 1958
Im Moment der Wiedervereinigung werden sich zwei völlig verschiedene Hochschulsysteme gegenüberstehen. Die DDR hat ihre Hochschulreform nach sowjetrussischem Vorbild gehabt, Westdeutschland steht sie in Anpassung an moderne Massenuniversität und immer weiter steigenden Bedarf an akademisch ausgebildeten Fachkräften noch bevor.
Die DDR-geplante sozialistische Kaderschmiede Universität verlangt eine straffe Leitung und Kontrolle aller Studierenden, konsequent-vertiefte, streng-fachliche Berufsausbildung – nicht mehr ist Ziel wie bisher an deutschen Universitäten, universitäre Durchbildung einer Individualität in „Einsamkeit und Freiheit“ nach Idealen Wilhelm von Humboldts einer forschungspädagogischen Ergänzung der Grundlagenforschung - in Freiheit ohne staatliche Planvorgaben... Volltext
Wirtschaftsethik
Griechisch ETHOS meint traditionelle Sitte, landläufige Gewohnheit, Gesinnung - also eingeübte, nicht angezweifeltes praktiziertes Verhalten verantwortlichen Handelns innerhalb zwischenmenschlicher Beziehungen. Alle alten Kulturen kennen neben menschlicher Ethik diaethische Tugenden, dem Menschenurteil entzogen, denen die Götter folgten. Daraus leiten sich Naturrecht und Menschen- und Grundrechte ab – nicht politisch manipulierbar. Es gab und gibt keine ethischen Verhaltensregeln, die nicht ökonomische Werte und Verhaltensregeln mit einbeziehen. In jedem Zeitalter – gerade in dem der Globalisierung – muss aufs Neue entschieden werden, welche Spielregeln für das Wirtschaften, welche ökonomische Verhaltensregeln gelten sollen, welche Formen menschlich-anständigen Umgangs miteinander akzeptiertes ETHOS, akzeptierte öffentliche Tugenden/kategorischer Imperativ im Sinne Kants sind. 2006 im Sinne Max Webers oder Hans Jonas´ ist dies von jedem Erdenbürger eingeforderte Weltverantwortung. wann und wo er auch immer auf diese seine Welt gekommen... Volltext
Siehe auch Eintrag "Bellheim Gesellschaft"
Wirtschaftssenat des BVMW
Der Wirtschaftssenat des BVMW ist nach der Satzung § 13 eine "sachliche Organisationseinheit" des Mittelstandsverbandes als "Gremium überregionale bekannter, erfolgreicher Unternehmerpersönlichkeiten". Neben dem BVMW-Bundeswirtschaftssenat, gibt es die Landeswirtschaftssenate. Aufgabe der Wirtschaftssenate ist, "politischen Entscheidungsträgern, Wissen und Erfahrungen mittelständischer Unternehmer zu vermitteln, um hierdurch die Arbeit politischer Entscheidungsträger im Interesse der deutschen Volkswirtschaft - insbesondere der mittelständischen Wirtschaft - zu unterstützen“... Volltext
Wissensmanagement - Strategie contra Unwissen
Deutschland ist ein rohstoffarmes Land - gerade wieder schmerzlich erfahren bei steigenden Öl- und Gaspreisen – und Deutschland hat als wichtigste Ressource nur "die kleinen grauen Zellen" der Erfinder, Ingenieure, innovativen mutigen Existenzgründer. Geopolitisch ungerecht hat der Islam-Nahost nicht nur Öl, sondern auch viel mehr an erneuerbare Endlosenergie Sonne als wir Deutsche. Von Daimler, Zeiss über Konrad Zuse bis Mohn leben wir vom Innovationsmut großer deutscher Erfinder und Unternehmerpersönlichkeiten... Volltext
X
Y
Z
Zitat Brot / Grundwort der Volkswirtschaft
Was für französisches Lebensgefühl die Vielfalt von über 400 Käsesorten, ist für die Deutschen die Überfülle an mindest ebenso vielen regional unterschiedlichen Brotsorten und Brot-Redensarten – vom Steinofenbrot bis zum Dinkelbrot. Zu besichtigen im Deutschen Brotmuseum in Nürnberg. Brotbacken kennt 6000 Jahre Geschichte - von den Sumerern über das Römerbrot bis zu den Eifelbauern... Volltext
Zitate Schiller
Noch heute können viele Gymnasiasten Schillers GLOCKE zitieren: "Festgemauert in der Erden steht die Form aus Lehm gebrannt... Heut` noch muss die Glocke werden. Frisch Gesellen seid zur Hand..." Und dann der berühmte Vers „die züchtige Hausfrau. Die Mutter der Kinder, und herrschet weise.. im häuslichen Kreise.." Oder aus dem Gedicht "Die Künstler".. "Der Menschheit Würde ist in Eure Hand gegeben - bewahret sie.." Oder zur Würde der Frauen..“ Ehret die Frauen! Sie flechten und weben himmlische Rosen ins irdische Leben..". Schon Friedrich Nietzsche war solch Edelmut und Idealismus oft suspekt. Er nannte den immer noch meistzitierten deutschen Dichter daher "Moraltrompeter von Säckingen" – alle diese Sotissen und Schiller-Dokumente sind aufbewahrt in den Schiller-Nationalarchiven in Marbach und Weimar. Friedrich von Schiller ist längst Teil des deutschen bildungsbürgerlichen Kulturerbes... Volltext
Zukunftsforschung
Zukunftsforschung / Futurologie ist ebenso wie Friedensforschung, Wertforschung, Bedürfnisforschung, Freizeitforschung oder Nachhaltigkeitsforschung eine sehr junge Disziplin. Lange Zeit wurde Futurologie nicht recht ernst genommen, als eine Art Ableger der Abenteurer- und Erfinderliteratur der Science-Fiction-Romane von Hans Dominick bis Stanislaw Lem. Das Wort Futurologie ist eine Wortschöpfung von Ossip K. Flechtheim in seinem gleichnamigen Buch 1944 - definiert als "Methoden zur Langfrist-Analyse gesellschaftlicher Voraussetzungen politisch-sozialer Entwicklungen"... Volltext
Literatur / Links
Bernd Markert / Rosemarie Konschak (Hrsg.) „Mögliche Wege zu einem gesellschaftsfähigen Ethikkonsens“ mit Geleitworten Hans-Dietrich Genscher und Ulrich Wickert Frankfurt / Main: Verlag Peter Lang, 2003 unter anderen mit Beiträgen Menke-Glückert
Menke-Glückert, Bürgeranwälte Stuttgart: Deutsche Verlagsanstalt, 1975 und weitere Bände in der dva-Reihe M-Entwürfe für die Zukunft
Menke-Glückert, Friedenstrategien. Wissenschaftliche Techniken beeinflussen die Politik Hamburg: Rowohlt, 1969
www.zukunftsinstitut.de www.opaschowski.de www.horx.com
Zwei-Drittel-Gesellschaft
Das Schlagwort "Zwei-Drittel-Gesellschaft" ist gemeint als sozialistischer SPD- und Links-Partei-Kampfbegriff, um den Sozial-Verteilungsstaat des vergangenen Jahrhunderts der staatlichen Füllhörner als Dauerzustand zu rechtfertigen. Als ideologisch-polemischer Begriff für Deutung des unbestreitbaren Faktums veränderter Arbeitsmärkte und Berufe im 21.Jahrhundert mit Innovationswettbewerb auf globalen Märkten, strukturell hoher Massen-Arbeitslosigkeit im Niedrig-Lohnbereichen, aber auch in kapitalintensiven produzierenden Wirtschaftssektoren der Großindustrie und in mittelständischen Traditions-Unternehmen ist das Bild Zwei-Drittel-Gesellschaft untauglich für nüchterne Problemanalyse und Problem-lösung - ähnlich wie ältere Vorgänger "nivellierte Mittelstandsgesellschaft", "Ellbogen-gesellschaft", "Dauerarbeitsbesitzer-", "Techno-Konzern-, "Leistungsgesellschaft", "Ausschlußgesellschaft".
Es handelt sich auch bei der "Zwei-Drittel-Gesellschaft" um eine Art verkürzte soziologische Hilfskonstruktion, die einen durch Klassenkampfparolen sozialistisch getönte Brille gesehenen - angeblich nicht aufhaltbaren - gesellschaftlichen Trend definieren will. Auch zur Mobilisierung von Neid-Kampagnen. SPD-Bundesgeschäftsführer und Vordenker Peter Glotz hat den Begriff aus dem angelsächsisch-amerikanischen Sprachraum übernommen und in Deutschland eingeführt-. Nur zwei Drittel der deutschen Bevölkerung lebe in Wohlstand mit sicherem Dauerarbeitsplatz, .das restliche Drittel der deutschen Gesellschaft habe keinen Anteil an Lebenschancen und am Wohlstandszuwachs.
In solcher einseitig am DGB-Tarifkartell und hohen Sozialleistungen orientierten Argumentation wird völlig ausgeblendet: der Dienstleistungssektor, Teilzeit-Arbeitsmarkt, sehr kurze Verfallszeiten erworbenen Wissens mit notwendiger permanenter Fort- und Weiterbildung, häufigeren Berufs- und Arbeitsplatzwechsel . Einige Soziologen erweisen sich hier als Vertreter eines camouflierend-moralischen "neubürgerlicher Marxismus". Durch Zusammenbruch der Zweiten Welt des Sowjetkommunismus längst überholte ideologische alte Schützengräben werden auf anderem medien-intellektuellen Niveau erneut ausgehoben.
Link: http://de.wikipedia.org/wiki/Zwei-Drittel-Gesellschaft


Abonnements