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Bio-Umsatz durchbricht 2012 die 7-Milliarden-Marke

„Der Bio-Markt ist wie ein Auto mit den Verbrauchern als starkem Motor und den politischen Rahmenbedingungen als angezogene Handbremse. Nun muss die Politik die Bremsen lösen und alle Register ziehen, um das Wachstum des Ökolandbaus zu beschleunigen“, so kommentiert Felix Prinz zu Löwenstein, Vorstandsvorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) die Bio-Marktdaten für das Jahr 2012. Nach der Berechnung des von der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) koordinierten Arbeitskreises Biomarkt*1 verzeichnete der deutsche Bio-Markt 2012 ein Umsatzplus von 6 % und erreichte ein Marktvolumen von insgesamt 7,04 Mrd. Euro (2011: 6,64 Mrd. €). Sein Anteil am gesamten Lebensmittelmarkt in Deutschland erhöht sich damit von 3,7 % im Jahr 2011 auf 3,9 % im Jahr 2012.

„Die Nachfrage der Verbraucher nach umwelt- und tierfreundlich erzeugten Bio-Lebensmitteln wächst stetig weiter und das Potenzial ist noch lange nicht ausgeschöpft“, so Alexander Gerber, Geschäftsführer des BÖLW. Alle Verkaufsstätten haben Anteil am Marktwachstum; so steigerte der Lebensmitteleinzelhandel (LEH) seinen Bio-Umsatz um 6 %, der Naturkostfachhandel um 7 % und sonstige Verkaufsstätten um 4 %*2. Die Verteilung des Umsatzes auf die Verkaufsstätten bleibt somit konstant: 50 % des Bio-Umsatzes entfallen auf den LEH, 31 % auf den Naturkostfachhandel und 18 % auf die sonstigen Verkaufsstätten.

Dem Marktwachstum steht die anhaltend schwächere Entwicklung der Bio-Betriebe und -Flächen gegenüber. Nach aktuellen Schätzungen nahm die ökologisch bewirtschaftete Fläche 2012 um rund 27.902 ha auf 1.043.528 ha zu, was einem Plus von 2,7 % gegenüber 2011 entspricht. Die Zahl der Bio-Betriebe wuchs binnen eines Jahres von 22.506 auf 23.096 Betriebe, eine Zunahme von knapp 600 Betrieben oder 2,6 %. Der Flächenzuwachs ist bei den verbandsgebundenen Betrieben mit 3,0 % etwa größer als bei den EU-Bio-Betrieben mit geschätzten 2,6 %. „Konkurrenz um Pachtflächen, eine unverhältnismäßige Förderung von Biogas, keine verlässlichen Aussagen zur Ökolandbau-Förderpolitik und das hohe Preisniveau für konventionelle Rohwaren im Jahr 2012 stehen einer Ausweitung des Ökolandbaus weiter im Weg“, kommentiert Löwenstein.

Mit den jüngsten Beschlüssen des EU-Rats zur Reform der EU-Agrarpolitik hat Deutschland jetzt die Mittel in der Hand, um gegenzusteuern. Löwenstein fordert: „Die Bundesregierung muss jetzt von der Möglichkeit Gebrauch machen, 15 % der Mittel aus der ersten in die zweite Säule zu transferieren, um damit Agrarumweltmaßnahmen und die Entwicklung des Ökologischen Landbaus voranzutreiben.“ Nur so könne der dringend erforderliche ökologische Umbau der gesamten Landwirtschaft eingeleitet werden.

www.boelw.de


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