Wieder mal keinen Azubi gefunden!

Für viele Unternehmen wird es immer schwieriger, offene Ausbildungsstellen zu besetzen. Woran liegt's?

Fehlende Sozialkompetenz bei Azubis

Für viele Unternehmen wird es immer schwieriger, offene Ausbildungsstellen zu besetzen. Doch selbst die, die momentan noch ausreichend Bewerbungen bekommen, tun sich häufig schwer, passende Kandidaten zu finden. 

Ein sehr häufiger Grund: Die fehlende Sozialkompetenz der zukünftigen Mitarbeiter. Die Generation Y beziehungsweise die sogenannten Millennials haben zwar meistens großes fachliches Talent, aber bei den sogenannten „Soft Skills“ hapert es leider nur allzu häufig.

 

Sozialer Umgang: Note „ungenügend“

In unserem, zugegebenermaßen, etwas angestaubten Schulsystem hängen wir nicht nur hinterher, was das Thema Digitalisierung betrifft. Auch das Vermitteln von einfachsten sozialen Fähigkeiten und Höflichkeitsformen wie das Grüßen seines Gegenübers, oder pünktlich zum Unterricht zu erscheinen, scheint in den Augen des Bildungssystems vernachlässigbare Tugenden. Es wird eher den kognitiven Fähigkeiten der Vorzug gegeben.

Zieht ein Lehrer dann doch einmal am erzieherischen Zügel, stehen in der heutigen Zeit die Chancen relativ gut, dass sofort ein Helikopterelternteil beim Direktor steht, und sich über die ungerechte Behandlung seines Zöglings beschwert.

Zudem gibt es auch Azubis, die finden, dass der Teil mit der Ausbildung völlig überbewertet wird, und die sich gleich auf dem Chefsessel sehen und sich entsprechend verhalten.

Das ist jetzt zwar stark überspitzt formuliert. Aber leider ist es Tatsache, dass vielen Jugendlichen neben korrekter Rechtschreibung und den Grundrechenarten auch Tugenden wie Pünktlichkeit, Verantwortungsbewusstsein, Leistungsbereitschaft etc.pp. völlig abgehen.

„Das habe ich gar nicht gewusst!

Die beste Lösung wäre es natürlich, das komplette Schulsystem zu ändern. Nur leider ist zu befürchten, dass das durchaus noch ein bisschen auf sich warten lässt.

Also ist neben Ausbildungsbetrieb auch der Azubi selbst gefragt, um schwelende Konflikte im zwischenmenschlichen Bereich vernünftig zu lösen. Das bedeutet zwar einiges an Überwindung, kann aber auch ein riesiger Schritt ins Erwachsenenleben sein.

Das Wichtigste ist die Kommunikation zwischen Azubi und seinem Ausbilder. Sachliche Kritik sollte sich ein Azubi durchaus zu Herzen nehmen, und auch daran arbeiten, sich selbst zu verbessern. Hier können übrigens die Azubi-Workshops des BVMW am Bayerischen Untermain ein tolles Hilfsmittel sein. Denn die meisten Jugendlichen sind glücklicherweise äußerst lernwillig und stehen gerade Knigge-Schulungen, wie sie in den Workshops angeboten werden, äußerst offen gegenüber. Denn so paradox es vielleicht klingt, geschliffene Umgangsformen sind durchaus wieder im kommen. Nur braucht der eine vielleicht ein bisschen mehr Anleitung als der andere.

Wir hören wirklich oft „das habe ich gar nicht gewusst“.

Die Unternehmen selbst sollten aber auch nicht vergessen, dass sie es mit Jugendlichen zu tun haben, die gerade erst ins Berufsleben starten. In manchen Fällen müssen dann halt die Ausbildungsbetriebe ihren Azubis die sogenannten Soft Skills beibringen. Denn wer ausbildet, trägt auch einiges an Verantwortung für die jungen Menschen.

Wir vom BVMW Bayerischer Untermain haben dieses Thema aufgegriffen und bereits 2013 AZUBI-Workshops ins Leben gerufen. Einen Überblick finden Sie hier

Dort gibt es u.a. auch einen Knigge-Workshop für die Jugendlichen.