Spezieller steuerlicher Verlustrücktrag als Liquiditätshilfe

Mittlerweile hat die Politik umfangreiche Hilfspakete für Corona-geschädigte Unternehmen geschnürt. Neben Soforthilfe, Kurzarbeitergeld, Stundungen der Steuerzahlungen und KfW-Sofortkrediten gibt es nun den unterjährig steuerlichen Verlustrücktrag

Die Corona Pandemie bedeutet für viele Unternehmen – gerade im Mittelstand  - eine unglaubliche finanzielle Belastung. Aufträge wurden zurück gestellt oder im schlimmsten Fall storniert und Neuaufträge lassen auf sich warten. Wie es weitergeht ist extrem schwer einzuschätzen – trotz aller Lockerungen.

Mittlerweile hat die Politik umfangreiche Hilfspakete geschnürt. Neben Soforthilfe, Kurzarbeitergeld, Stundungen der Steuerzahlungen und KfW-Sofortkrediten gibt es nun auch den unterjährig steuerlichen Verlustrücktrag als Liquiditätshilfe.

Was bedeutet unterjährig steuerlicher Verlustrücktrag?

Ab sofort können Unternehmer die von der Corona Krise betroffen sind und für dieses Jahr mit einem Verlust rechnen, bereits unterjährig einen Antrag auf pauschalen Verlustrücktrag ins Jahr 2019 stellen.

Mit dieser Maßnahme möchte die Bundesregierung eine schnelle und unbürokratische Liquiditätshilfe schaffen. Gerade in der aktuellen Situation ist es schwer einzuschätzen, wie hoch der Verlust eigentlich sein wird. Von einer Betroffenheit wird übrigens dann ausgegangen, wenn die Vorauszahlungen für das Jahr 2020 bereits auf 0,00 €uro herabgesetzt wurden.

Der pauschal festzusetzende Verlustrückgang aus 2020 beträgt 15% der maßgeblichen Einkünfte, die bei der Festsetzung der Vorauszahlungen für 2019 zugrunde gelegt wurden, maximal aber 1 Million €uro (bei Splitting das doppelte).

Auf dieser Grundlage werden die Vorauszahlungen für die Einkommens- und die Körperschaftsteuer neu berechnet. Eventuelle Überzahlungen werden erstattet. Es werden übrigens auch Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer berücksichtigt.

Wer kann ihn beantragen?

Der pauschale Verlustrücktrag kann nur von Personen beantragt werden, die körperschafts- oder einkommenssteuerpflichtig sind, und/oder die im Laufe des Veranlagungszeitraums Gewinneinkünfte oder Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung haben. Andere Einkunftsarten sind unschädlich. 

Die Inanspruchnahme erfolgt nur auf Antrag. Dieser ist schriftlich oder elektronisch (beispielsweise über ELSTER) bei dem Finanzamt einzureichen, das zuständig ist für die Festsetzung der Körperschaftssteuer beziehungsweise der Einkommenssteuer.

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