Gute Unternehmenskultur zahlt sich aus

Kleine Änderungen im Umgang mit Mitarbeitern können Großes bewirken

Eine Umfrage von Great Place to Work zeigt es ganz deutlich: damit Arbeitnehmer motiviert und auch gerne arbeiten, muss ein Unternehmen nicht gleich einen Tischkicker aufstellen oder einen Firmenausflug mit der kompletten Mannschaft nach Mallorca machen. Es geht auch eine Nummer kleiner und weniger bombastisch. 

Weiterbildung steht an erster Stelle

Es gibt sie immer noch, Unternehmen die ihren Mitarbeitern nur mit Zähneknirschen und nach viel Bitten und Betteln Weiterbildungsmaßnahmen genehmigen. Das ist ein großer Fehler. 
Zum einen, weil viel Potential einfach verschenkt wird. Schon David Ogilvy (Gründer der weltberühmten Werbeagentur Ogilvy and Mathers) sagte, dass er Menschen bewundert, die ihre Mitarbeiter fortbilden. Für ihn war das der einzige Weg um selbst aufzusteigen. Wichtige Positionen sollten nicht mit Mitarbeitern besetzt werden, die nicht im eigenen Unternehmen groß geworden sind. 
Zum anderen ist es für viele Menschen nun einmal frustrierend, beruflich auf der Stelle zu treten, und sich nicht weiterentwickeln zu können. Die Folge sind Mitarbeiter, die sich einen anderen Arbeitgeber suchen, der ihnen genau das bietet. 
Dabei muss es noch nicht einmal gleich ein Seminar sein, bei dem man im Anschluss ein Zertifikat in die Hand gedrückt bekommt. Kontinuierliche Weiterbildung geht auch anders. Es gibt beispielsweise Unternehmen, die ihren Mitarbeitern eine „Bücherflatrate“ anbieten. Interessiert sich ein Mitarbeiter für ein bestimmtes Buch, kann dies über den Einkauf bezogen werden. Grundvoraussetzung ist allerdings, dass das Buch etwas mit dem Job zu tun hat. 

Vorstellungsgespräch mal anders

Ein Unternehmen kann auch bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter andere Wege beschreiten.  So könnte es zum Beispiel einem potentiellen Bewerber ganz genau erklären, was es nicht sucht. So können schon viele Probleme im Vorfeld ausgeschlossen werden. 
Statt Lebenslauf und Anschreiben kann man die potentiellen Bewerber auch kleine Rätsel lösen lassen – natürlich auf ihr Berufsbild zugeschnitten. 
Wer außergewöhnliche Wege geht muss natürlich damit rechnen, weniger Bewerbungen zu bekommen. Dafür sind diese meist hochwertiger und bieten mehr Mitarbeiterpotential. 

Flexible Arbeitszeiten 

Starre Arbeitszeiten sind der Alptraum für viele Mitarbeiter – gerade dann wenn Kinder im Spiel sind. Hier können flexible Arbeitszeitmodelle eine Lösung sein. Wichtig ist allerdings, dass die Mitarbeiter sich im Team untereinander absprechen, wer in einem Zeitrahmen von 6:00 Uhr bis 20:00 Uhr wann arbeitet. 
Ebenso sollten Unternehmen darüber nachdenken, ihren Mitarbeitern die Möglichkeit anzubieten, im Homeoffice zu arbeiten – auch nach Corona. 

Mitarbeiter-Aktien-Wert 

Das Hotel Schindlerhof. ein Unternehmen das bereits als GREAT PLACE TO WORK ausgezeichnet wurde. hat eine Software entwickelt, die sich Mitarbeiter-Aktien-Index nennt. Über dieses Programm schätzen die Mitarbeiter sich anhand von 30 Kriterien einmal im Monat selbst ein. Dazu kommen Kundenreferenzen. 
Ist ein Mitarbeiter einmal nicht so gut, hat das allerdings keine sichtbaren Auswirkungen, weil lediglich die besten Mitarbeiter veröffentlicht werden. 
Dazu sollten sich Chefin oder Chef natürlich die Zeit nehmen, um auf die Selbsteinschätzung einzugehen und um ein schriftliches Lob zu verfassen. Wer möchte, kann auch dem Mitarbeiter des Monats ein kleines Geschenk machen und/oder das beste Team auszeichnen. 

Weitere Ideen für eine GREAT PLACE TO WORK Bewertung sind beispielsweise Ruheräume, in denen die Nutzung von Handys und Laptops strengstens untersagt ist. Oder Bootcamps, in denen jeder Mitarbeiter seine Ideen für das Unternehmen einbringen kann. Das können Themen wie Nachhaltigkeit sein aber auch Dinge, die Mitarbeiter persönlich betreffen, wie beispielsweise Schwierigkeiten beim Delegieren von Aufgaben. 

Autor: Miriam Weitz