Was tun, wenn beim Azubi Verdacht auf Corona besteht?

Die Corona Pandemie stellt Unternehmer vor ganz neue Herausforderungen, nicht nur was das Thema Hygienebestimmungen und Sicherheit der Mitarbeiter angeht.

Corona und Berufsschule?

Vor einigen Tagen kam ein Ausbildungsbetrieb auf uns zu, was eigentlich zu tun ist, wenn bei Auszubildenden – in diesem Fall übrigens aus dem kaufmännischen Bereich – Verdacht auf eine Corona-Infektion besteht.

Wie sieht das mit der Berufsschule aus? Kann ein Azubi auch notfalls im Homeoffice arbeiten? Was sagen die zuständigen Kammern dazu?

Wir vom BVMW am Bayerischen Untermain haben uns des Themas angenommen und nachgefragt.

Zum Unterricht in Berufsschulen

Das sagen die Berufsschulen Aschaffenburg und Miltenberg/Obernburg

Beide Berufsschulen haben eine klare Haltung, was eine Corona-Infektion bei Azubis angeht. Sobald ein Schüler Symptome einer Corona Erkrankung zeigt, soll er dem Unterricht fernbleiben. Nähere Informationen zu den Symptomen finden Sie hier.

Der Azubi muss sich selbstverständlich morgens vor dem Unterricht krankmelden, wenn er Kontakt mit an Covid-19 Infizierten hatte. Die Berufsschule darf erst dann wieder besucht werden, wenn nachweislich negativ auf Corona getestet wurde. Infos zu den Testzentren finden Sie weiter unten im Text.

In der Berufsschule Aschaffenburg wurden Schüler sogar schon zum Arzt geschickt, weil sie mit Erkältungs- beziehungsweise Coronasymptomen im Unterricht saßen.

Die Corona Tests sind in Bayern übrigens kostenlos!

Zum Homeoffice

Das sagt die IHK Aschaffenburg

Natürlich kann man nicht alle Ausbildungsberufe und Azubis über einen Kamm scheren. Denn bei manchen Ausbildungsberufen macht ein vorübergehendes Arbeiten im Homeoffice einfach keinen Sinn, beispielsweise bei Verkäuferinnen und Verkäufern.

Ist es allerdings möglich, dass der Azubi im Homeoffice arbeitet (und natürlich dabei auch etwas lernt) muss dies der Industrie- und Handelskammer Aschaffenburg gemeldet werden.

Diese klopft dann ab, wie die Voraussetzungen sind, zum Beispiel, ob eine schnelle Internetverbindung vorhanden ist. Dann steht einer (vorübergehenden) Ausbildung im Homeoffice nichts mehr im Wege.

Übrigens: Die IHK Aschaffenburg hat eigens eine Corona-Hotline eingerichtet. Nähere Informationen finden Sie hier.

Das sagt die HWK Unterfranken

Ähnlich gelagert ist der Fall bei den handwerklichen Ausbildungen. Auch hier muss es Sinn machen, dass der Azubi von Zuhause aus arbeitet. Ein Maurer Azubi kann ja beispielsweise schlecht eine Mauer Zuhause in seinem Zimmer hochziehen.

Eine weitere Voraussetzung der Handwerkskammer: Der Kontakt zum Ausbilder muss gegeben sein. Zudem sollte der Ausbildungsbetrieb abwägen, ob der Azubi charakterlich überhaupt geeignet ist, im Homeoffice zu arbeiten. Denn es gibt durchaus Jugendliche, bei denen die Gefahr besteht, dass sie alles schleifen lassen, sobald sie nicht mehr unter Anleitung des Ausbilders stehen.

Soll der Azubi im Homeoffice arbeiten, muss dies auch an die Handwerkskammer gemeldet werden. Hier wird dann von Fall zu Fall entschieden.

Wichtig ist an dieser Stelle noch die Information lt. HWK, dass der Einsatz des Azubis im Homeoffice nicht über einen längeren Zeitraum erfolgen soll.

 

Corona Testzentren im Landkreis Aschaffenburg

Corona Testzentrum im Landkreis Miltenberg

11.10.2020 Miriam Weitz