Der BREXIT und seine Auswirkungen auf REACH

Kaum ein Thema wirft so viele Fragen auf wie die Folgen des BREXIT. Europäische Unternehmen müssen sich Gedanken dazu machen, inwieweit sie selbst vom BREXIT betroffen sein könnten.

REACH und der Brexit

REACH ist die Europäische Chemikalienverordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe.

Wenn Großbritannien nicht mehr der Europäischen Union angehört und der REACH-Gesetzgebung nicht mehr unterworfen ist, ergeben sich automatisch Konsequenzen, die auch Ihr Unternehmen betreffen kann.

Registrierungen verlieren ihre Gültigkeit für den EU-Raum

Die offensichtlichste Konsequenz ist, dass Importe aus dem Vereinigten Königreich als Importe in den Geltungsbereich der EU gewertet werden und die importierende Firma Registrierungspflichten zu erfüllen hat. Sollten Sie Stoffe, Gemische oder Erzeugnisse aus dem Vereinigten Königreich beziehen, werden Sie REACH-Verpflichtungen, die bisher noch von Ihrem englischen Handelspartner erfüllt wurden, nun selbst erbringen müssen. Hierzu zählen Registrierungen, die Kommunikation innerhalb der Lieferkette (z.B. SVHC-Kommunikation, Weitergabe von Sicherheitsdatenblättern) und die Prüfung auf Einhaltung von Beschränkungen und Zulassungen. Ein Import aus Großbritannien ist dann – wie heute ein Import aus der Schweiz, den USA oder China – mit großem regulatorischem und finanziellem Aufwand verbunden.

Aber auch wenn Sie nicht direkt aus dem Vereinigten Königreich beziehen, können Sie mit dem Vollzug des BREXIT registrierungspflichtig werden. Dies ist dann der Fall, wenn Sie von einem Nicht-EU-Staat beziehen und der Hersteller einen Alleinvertreter (Only Representative = OR) im Vereinigten Königreich bestellt hat. Aufgrund der weltweit einfachen sprachlichen Verständigung erfüllen vor allem viele englische Unternehmen die Rolle des Alleinvertreters und sorgen dafür, dass andere Unternehmen innerhalb der Europäischen Union keinen Registrierungspflichten unterliegen. Ungefähr 2.000 der aus dem Vereinigten Königreich eingereichten Registrierungen wurde von Alleinvertretern für eine Firma aus einem Nicht-EU Land getätigt. Solange diese Alleinvertreter nicht ihren Sitz in die Europäische Union verlegen, gibt es vermutlich tausende Unternehmen in ganz Europa, die mit Eintreten des BREXIT ihre Registrierung verlieren.

Registrierungsdossiers mit einem federführenden Registranten aus dem Vereinigten Königreich müssen überarbeitet werden und ein neuer federführender Registrant muss bestimmt werden. Dies wird zu nicht absehbaren Diskussionen über Rechte und Kostenteilungen führen und zusätzliche Kosten für alle Registranten mit sich bringen.

Firmen aus Großbritannien sind nach einem BREXIT nicht mehr verpflichtet, Ihnen die Sicherheitsdatenblätter in Ihrer Landessprache zur Verfügung zu stellen. Sie müssen daher mit zusätzliche Kosten für die eigene Erstellung eines EU-konformen Datenblatts rechnen.

Unsere Empfehlung:

Prüfen Sie, ob Ihre Produkte aus dem Vereinigten Königreich importiert werden oder ob Alleinvertreter Ihrer Handelspartner den Sitz in Großbritannien haben. Sollte dies der Fall sein, treten Sie rechtzeitig mit allen Beteiligten in Kontakt, um schnelle und günstige Lösungen zu finden.

Sie können auch gerne unser Mitglied REACHeck  kontaktieren. Das Unternehmen befasst sich seit Jahren mit der REACH-Gesetzgebung, Product Compliance und all den Themen, die mit der Registrierung von Stoffen, Gemischen oder Erzeugnissen zu tun haben.

Wir stellen gerne den Kontakt für Sie her. Schicken Sie eine Email an Beatrice Brenner.