Die digitale Betriebsprüfung

Ausgebucht! Hohes Interesse beim BVMW Steuerberater Event in Alzenau am 7. Mai 2019

Volles Haus am 7. Mai 2019 im Schloss Michelbach in Alzenau: Etwa 150 Interessierte hatten sich auf den Weg zur BVMW-Veranstaltung: „Digitale Betriebsprüfung: Was kommt da auf Sie zu?“ gemacht. Alleine die große Anzahl der Besucher veranschaulicht sehr beeindruckend, dass das Thema doch durchaus dem einen oder anderem Unternehmer sehr am Herzen liegt. Denn, sind wir doch mal ganz ehrlich, die Betriebsprüfung durch das Finanzamt gehört nicht gerade zu den Highlights des Unternehmerdaseins.

Initiiert hatte die Veranstaltung, Beatrice Brenner Leiterin des BVMW Kreisverbandes am Bayerischen Untermain gemeinsam mit sechs Steuerberatungsgesellschaften aus dem BVMW Unternehmer-Netzwerk.

Mit Volker Pflaum, dem Sachgebietsleiter Betriebsprüfungen vom Finanzamt Aschaffenburg, konnte ein Experte als Redner gewonnen werden, der anschließend auf dem Podium neben einem Steuerberater und einem betroffenen Mandanten Rede und Antwort stand.

Die sechs Steuerkanzleien standen den Unternehmern nach der Podiumsdiskussion in Einzelgesprächen auch noch als Gesprächspartner zur Verfügung:

 

 

Das Finanzamt ist nicht dein Feind

trotzdem könnte alles etwas einfacher sein

Volker Pflaum erklärte in seinem Vortrag wie die Digitalisierung in der Steuerverwaltung aussieht, und erklärte auch, dass beispielsweise eine Lohnsteuer-Außenprüfung keine Betriebsprüfung ist. Bei der allgemeinen Betriebsprüfung werden nämlich alle Steuerarten geprüft beziehungsweise alle steuerlich relevanten Sachverhalte. Außerdem beschrieb er, unter anderem, wie eine Betriebsprüfung aussehen kann.

Auch das Thema „Kassennachschau“ das seit 2018 die Gemüter bewegt, wurde kurz angerissen. Volker Pflaum stellte klar, dass eine Kassennachschau vor Ort zwar eine Steuerprüfung ist, aber mit dem Thema Steuerfahndung rein gar nichts zu tun hat.

Das Finanzamt sei nicht der Feind der Unternehmer, aber Gesetze (also auch Steuergesetze!) sollten eingehalten werden. Die Mitarbeiter der Behörde stehen, natürlich neben den Steuerberatern, den Unternehmern beziehungsweise Firmeninhabern in einem gewissen Rahmen natürlich bei Fragen zur Verfügung.

Bei der anschließenden Podiumsdiskussion standen Steuerberater Florian Bauer (Steuerberatungsgesellschaft mbH Bauer), Volker Pflaum als Vertreter des Finanzamts und Wolfgang Fecher (Betterlighting GmbH) stellvertretend für die Unternehmer auf der Bühne.

Viele Fragen aus dem Publikum gingen insbesondere an Volker Pflaum und Florian Bauer. Dieser riet den Unternehmern, sich vor allem die Abläufe sowohl in ihrer Firma als auch bei der digitalen Betriebsprüfung genau anzuschauen, um so eventuelle Systemfehler zu vermeiden, und um möglichst wenige Angriffspunkte zu bieten.

Unternehmen, die bis jetzt keinen Steuerberater haben, riet er dazu,  spätestens bei einer Betriebsprüfung einen dazu zu holen. Denn diese sind Spezialisten, die wesentlich tiefer in der Materie sind als die meisten Unternehmer. Zudem bietet es sich ohnehin an, die Vorgänge regelmäßig zu überprüfen.

Sehr interessant ist übrigens die Tatsache, dass gewisse Unregelmäßigkeiten bei Lieferanten auch zu einer Betriebsprüfung beim Empfänger der Waren beziehungsweise Dienstleistungen führen kann.

Hoher Aufwand schon im Vorfeld

Der bürokratische Aufwand im Unternehmertum ist enorm hoch und die Digitalisierung hat nicht unbedingt zur Vereinfachung beigetragen, stellte auch Wolfgang Fecher fest.

Zudem ist der Dschungel der verschiedenen Bestimmungen und Steuergesetze für den Laien sehr schwer durchschaubar. Die Zusammenarbeit mit einem Steuerbüro lohnt sich also für Unternehmer durchaus.

Autor und Bildquelle: Miriam Weitz