Infomailings zur Corona-Krise (aktuell 17.3.20)

Stand 17.03. 14:00 Uhr

Stündlich ändern sich die Nachrichten über die Ausbreitung und die Gefährlichkeit der Corona-Pandemie. Unser Mittelstand steht mit seinen Partnern und Belegschaften im Feuer dieser für uns alle einmaligen Krise und e...

Stand 17.03. 14:00 Uhr

Stündlich ändern sich die Nachrichten über die Ausbreitung und die Gefährlichkeit der Corona-Pandemie. Unser Mittelstand steht mit seinen Partnern und Belegschaften im Feuer dieser für uns alle einmaligen Krise und es ist unklar, wann es wie weitergeht.

Wir stehen als Mittelstandsverband im unmittelbaren Kontakt mit der Politik und beraten Handlungsträger auf allen Ebenen. So laufen bei uns wichtige Informationen zusammen. Unser Spezifikum als weltweit agierendes Unternehmernetzwerk macht es möglich, dass wir ein internationales Netzwerk von aktiven Kontakten in Ihren Dienst stellen können. Ein großer Erfolg für unseren Verband ist, dass die vom Gesetzgeber vorgesehenen Lieferkettengesetze noch nicht umgesetzt wurden.

Branchenübergreifend sammelt der BVMW internationale Geschäftskontakte und bündelt diese in seinen weltweiten Geschäftsstellen – ein einmaliges Netzwerk, auf das wir Sie in diesen Krisentagen mit Nachdruck hinweisen wollen. Uns ist es wichtig, Ihnen beizustehen, wenn es darum geht, ausgefallene Lieferanten zu ersetzen, Ihre firmeneigenen Lieferketten zu stützen und einen Beitrag zur Sicherung Ihres Unternehmens zu leisten.

BVMW CORONA- Homepage mit vielen Infos.

Die folgende Seite wird von der BVMW Zentrale stets aktualisiert.

http://bit.ly/CORONA-BVMW

Den Recherchedienst unserer internationalen und nationalen Kontakte finden Sie im Premiumbereich für unsere Mitglieder: https://bit.ly/3b68YVr.


Arbeitslosenversicherung

Das von Bundestag und Bundesrat am 13. März 2020 im Eilverfahren beschlossene Gesetz zur befristeten krisenbedingten Verbesserung der Regelungen für das Kurzarbeitergeld wurde am 14. März 2020 im Bundesgesetzblatt verkündet.
Es ist am 15. März 2020 in Kraft getreten. Das Gesetz ermächtigt die Bundesregierung dazu, Verordnungen mit erleichterten Kurzarbeitergeldregelungen zu erlassen.
Diese Ermächtigung ist befristet bis einschließlich 31. Dezember 2021.
Entsprechende Verordnungen sollen schnellstmöglich beschlossen werden.
Nach Verlautbarungen des Bundesarbeitsministeriums sollen die Erleichterungen rückwirkend zum 1. März 2020 in Kraft treten können:

https://www.bmas.de/DE/Presse/Meldungen/2020/mit-kurzarbeit-gemeinsam-beschaeftigung-sichern.html



Rechtliches zu Home Office & monetäre Förderung von Home Office Arbeitsplätzen

Die Zeitschrift IMPULSE hat dazu folgendes veröffentlicht: http://bit.ly/Corona-IMPULSE

Für die Einrichtung dieser Home Offices gibt es sogar Förderungen durch das Bundeswirtschaftsministerium (Stand 14:19 Uhr).  Ziel ist natürlich, dass Kapazitätsausfällen und Leistungseinbrüchen vorgebeugt werden soll. Das Leistungsspektrum Modul 3 (Digitalisierung von Geschäftsprozessen) wird ab sofort erweitert um die Einrichtung von Home Office Arbeitsplätzen. Das ist eine gute Möglichkeit für Sie, denn bei der Go-Digital-Förderung werden die Kosten in Höhe von 50 % (bis maximal 16.500 Euro) bezuschusst (nicht rückzahlbar).

Wenn Sie Hilfe bei der Einrichtung von Home-Office benötigen, sprechen Sie uns bitte an.


Ein- und Ausreise, Grenzübertritt, Rückholaktion für Deutsche

Deutschland ordnet Einreisestopp (Tagesschau): http://bit.ly/Corona-Einreisestopp-Tagesschau

Rückholaktion für Deutsche

Die zahlreichen Verschärfungen von Ein- und Ausreisebestimmungen weltweit, haben in vielen Ländern zu einer deutlichen Reduzierung oder Einstellung des Flugverkehrs geführt. Die Bundesregierung will allen Deutschen, die hierdurch im Ausland gestrandet sind, eine Rückkehr nach Deutschland ermöglichen. Hierfür hat die Bundesregierung bis zu 50 Millionen Euro bereitgestellt.

An erster Stelle wird eine Reihe besonders betroffener Länder stehen, zunächst insbesondere Marokko, die Dominikanische Republik, Ägypten, die Malediven und die Philippinen. Reisende in diesen und in allen anderen Ländern sollten sich zunächst über die Reise- und Sicherheitshinweise informieren, und Kontakt zu ihrem Reiseveranstalter oder ihrer Fluggesellschaft aufnehmen und sich in die Krisenvorsorgeliste (www.diplo.de/elefand) eintragen.

Selbstständige und Freiberufler

Die Anzahl der Solo-Selbstständigen und Freiberufler liegt bei rund 2,2 Millionen Menschen, deren Auftragslage nicht mehr gesichert ist.

Wichtig zu wissen ist, was Sie nun tun müssen, wenn Sie in Quarantäne sind: http://bit.ly/CORONA-Quarantäne (Hierbei gilt auch Infektionsschutzgesetz §56)

Weitere Infos für kleine Unternehmer/ Selbstständige/ Freiberufler:

http://bit.ly/Coronahilfen-Selbststaendige

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/FAQ/2020-03-13-Corona-FAQ.html


Weiteres

*Kurzarbeitergeld*:

Unternehmen bekommen in dieser besonderen Situation Unterstützung, damit sie Entlassungen vermeiden können. Am Freitag hat der Bundestag den Gesetzentwurf für ein erleichtertes Kurzarbeitergeld im Schnellverfahren beschlossen. Unternehmen können bereits jetzt schon Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit beantragen. Es reicht aus, wenn 10 Prozent der Beschäftigten eines Betriebes vom Arbeitsausfall betroffen sind, damit ein Unternehmen Kurzarbeit anmelden kann. Kurzarbeitergeld ist auch für Beschäftigte in der Zeitarbeit gültig. Sozialversicherungsbeiträge werden vollständig erstattet. Die Erleichterungen werden rückwirkend zum 01. März in Kraft treten.

Kurzarbeitergeld http://bit.ly/Arbeitsagentur-Corona-Kurzarbeitergeld

*Kinderzuschlag*: (bitte informieren Sie Ihre Mitarbeiter)

 Dieser Zuschlag auf das reguläre Kindergeld ist für Familien mit kleinem Einkommen eingeführt worden. 185 Euro pro Monat pro Kind sind möglich. Auch Familien, die von Verdienstausfällen, Kurzarbeit oder Lohneinbußen durch Corona betroffen sind, können den Kinderzuschlag jetzt beantragen. Das ist schnell und einfach auf kizdigital.de möglich.

*Milliarden-Schutzschild*:

Ein milliardenschwerer Notfallfonds für kleinere und mittelständische Unternehmen sowie Soloselbstständige wurde eingerichtet, um bei Verbindlichkeiten wie beispielsweise Miete und Pachten zu helfen. Darüber hinaus werden Steuerstundungen und Senkungen von Vorauszahlungen möglich gemacht.

*Insolvenzantragspflicht ausgesetzt*:

Das Justizministerium bereitet eine gesetzliche Regelung zur Aussetzung der Insolvenzpflicht vor. Regular ist die Insolvenz binnen drei Wochen zu beantragen. So soll verhindert werden, dass Unternehmen nur deshalb Insolvenz anmelden müssen, weil die von der Bundesregierung beschlossenen Hilfen nicht rechtzeitig ankommen.


Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien Gesundheit und die Kraft, auch Ihr Unternehmen durch die Krisenzeit zu steuern. Wenden Sie sich bei Fragen an uns, wir sind für Sie da!

Mit besten Grüßen und bleiben Sie gesund!

-


 

Infomail vom 16.3.2020 14:00 Uhr

Die Corona-Welle trifft nahezu jeden von uns - ganz gleich, ob der Betrieb selbst nun von heute auf morgen seine Tätigkeit unterbrechen muss, Aufträge von Kunden zurückgezogen wurden oder Mitarbeiter mit ihren schulpflichtigen Kindern zu Hause bleiben müssen. Die Auswirkungen dessen kennen wir nicht, aber handeln Sie als Unternehmer früh genug!

Unser Team vom BVMW NRW Südwest steht bereits seit dem Wochenende mit einigen Unternehmern in direktem Kontakt zu den Themen Kurzarbeit, Rettungsschirme der Regierung und schnell umsetzbare Maßnahmen.

Die aktuellsten Informationen haben wir Ihnen zusammengestellt
(Stand 16.03.2020 14:00 Uhr).

Bitte leiten Sie diese Nachricht auch an betroffene Unternehmen weiter, von denen Sie glauben, dass die Firmen sie benötigen.

Status Quo - Der Plan von Scholz und Altmaier

4 Säulen des Schutzschildes

1. Kurzarbeitergeld flexibilisieren

Bis Anfang April werden Regelungen angepasst,

 

  • Absenkung des Quotums der von Arbeitsausfall betroffenen Beschäftigten im Betrieb auf bis zu 10 %
  • teilweiser oder vollständiger Verzicht auf Aufbau negativer Arbeitszeitsalden
  • Kurzarbeitergeld auch für Leiharbeitnehmer
  • vollständige Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge durch die Bundesagentur für Arbeit (BA)

 

2. Steuerliche Liquiditätshilfe für Unternehmen

Steuerstundungen in Milliardenhöhe für Unternehmen

  1. Die Gewährung von Stundungen wird erleichtert. Die Finanzbehörden können Steuern stunden, wenn die Einziehung eine erhebliche Härte darstellen würde. Die Finanzverwaltung wird angewiesen, dabei keine strengen Anforderungen zu stellen. Damit wird die Liquidität der Steuerpflichtigen unterstützt, indem der Zeitpunkt der Steuerzahlung hinausgeschoben wird.
  2. Vorauszahlungen können leichter angepasst werden. Sobald klar ist, dass die Einkünfte der Steuerpflichtigen im laufenden Jahr voraussichtlich geringer sein werden, werden die Steuervorauszahlungen unkompliziert und schnell herabgesetzt. Die Liquiditätssituation wird dadurch verbessert.
  3. Auf Vollstreckungsmaßnahmen (z. B. Kontopfändungen) beziehungsweise Säumniszuschläge wird bis zum 31. Dezember 2020 verzichtet, solange der Schuldner einer fälligen Steuerzahlung unmittelbar von den Auswirkungen des Corona-Virus betroffen ist.

Milliarden-Schutzschild für Betriebe und Unternehmen Unverschuldete Umsatzrückgänge, keine Begrenzung auf Maßnahmen der Liquiditätsausstattung

  1. Die Bedingungen für den KfW-Unternehmerkredit (für Bestandsunternehmen) und ERP-Gründerkredit - Universell (für junge Unternehmen unter 5 Jahre) werden gelockert, indem Risikoübernahmen (Haftungsfreistellungen) für Betriebsmittelkredite erhöht und die Instrumente auch für Großunternehmen mit einem Umsatz von bis zu zwei Milliarden Euro (bisher: 500 Millionen Euro) geöffnet werden. Durch höhere Risikoübernahmen in Höhe von bis zu 80% für Betriebsmittelkredite bis 200 Millionen Euro wird die Bereitschaft von Hausbanken für eine Kreditvergabe angeregt.
  2. Für das Programm für größere Unternehmen wird die bisherige Umsatzgrenze von zwei Milliarden Euro auf 5 Milliarden Euro erhöht. Dieser „KfW Kredit für Wachstum“ wird umgewandelt und künftig für Vorhaben im Wege einer Konsortialfinanzierung ohne Beschränkung auf einen bestimmten Bereich (bisher nur Innovation und Digitalisierung) zur Verfügung gestellt. Die Risikoübernahme wird auf bis zu 70% erhöht (bisher 50%). Hierdurch wird der Zugang von größeren Unternehmen zu Konsortialfinanzierungen erleichtert.
  3. Bei den Bürgschaftsbanken wird der Bürgschaftshöchstbetrag auf 2,5 Millionen Euro verdoppelt. Der Bund wird seinen Risikoanteil bei den Bürgschaftsbanken um 10% erhöhen, damit die in der Krise schwer einzuschätzenden Risiken leichter geschultert werden können


Sonderprogramme

4. Stärkung des Europäischen Zusammenhalts

Die Bundesregierung begrüßt die Idee der Europäischen Kommission, für eine „Corona Response Initiative“ mit einem Volumen von 25 Milliarden Euro

Ankündigung der europäischen Bankenaufsicht, bestehende Spielräume zu nutzen, damit Banken weiter verlässlich Liquidität an die Wirtschaft geben können (lt. Schreiben des Bundesministerium Finanzen, Bundesministerium Wirtschaft und Energie: Ein Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen)

Quelle: http://bit.ly/Bundesfinanzministerium2020 


BVMW-Corona Homepage (Gesundheit, Wirtschaft, Arbeitsrecht, FAQ) - die Homepage wird stetig aktualisiert:

http://bit.ly/BVMW-Corona

Stellungnahme des BVMW zu den wirtschaftlichen Folgen: 

http://bit.ly/Stellungnahme-BVMW-Corona 


KFW und NRW Bürgschaftsbank zur Corona-Krise 

http://bit.ly/KFW-Coronahilfe 
ebenso wie

http://bit.do/Coronahilfe-NRW-Buergschaftsbank

 

Bestandsunternehmen >5 Jahre am Markt: KfW-Unternehmerkredit

Risikoübernahmen (Haftungsfreistellungen) für die durchleitenden Finanzierungspartner (in der Regel die Hausbanken) von bis zu 80 % für Betriebsmittelkredite bis 200 Mio. EUR Kreditvolumen. Eine höhere Risikoübernahme kann die Bereitschaft der Finanzierungspartner für eine Kreditvergabe erleichtern.

Öffnung der Haftungsfreistellung auch für Großunternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 2 Mrd. EUR (bisher: 500 Mio. EUR).

Corona - Die KfW wird die folgenden Konditionen verbessern:

 

  • Risikoübernahme von bis zu 80% für Betriebsmittelkredite bis 200 Mio. Euro Kreditvolumen
  • Öffnung der Haftungsfreistellung auch für Großunternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 2 Mrd. Euro

 

 KfW Kredit für Wachstum

 

  • Temporäre Erweiterung auf allgemeine Unternehmensfinanzierung inkl. Betriebsmittel im Wege der Konsortialfinanzierung (bisher Beschränkung auf Investitionen in Innovation und Digitalisierung)
  • Erhöhung der Umsatzgrenze für antragsberechtigte Unternehmen von 2 Mrd. auf 5 Mrd. EUR.
  • Erhöhung der anteiligen Risikoübernahme auf bis zu 70 %. Hierdurch wird der Zugang von mittelständischen und größeren Unternehmen zu individuell strukturierten, passgenauen Konsortialfinanzierungen erleichtert

 

Corona - Die KfW wird die folgenden Konditionen verbessern

 

  • Temporäre Erweiterung auf allgemeine Unternehmensfinanzierung inkl. Betriebsmittel im Wege der Konsortialfinanzierung
  • Erhöhung der Umsatzgrenze für antragsberechtigte Unternehmen auf 5 Mrd. Euro
  • Erhöhung der anteiligen Risikoübernahme auf bis zu 70%

 

Junge Unternehmen < als 5 Jahre am Markt: ERP-Gründerkredit – Universell

 

  • Risikoübernahmen in Höhe von bis zu 80 % für die durchleitenden Finanzierungspartner (in der Regel die Hausbanken) für Betriebsmittelkredite bis 200 Mio. EUR. Eine höhere Risikoübernahme kann die Bereitschaft der Finanzierungspartner für eine Kreditvergabe erleichtern.
  • Öffnung der Haftungsfreistellung für Großunternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 2 Mrd. EUR (bisher: 500 Mio. EUR) geöffnet werden.

 

Die KfW wird die folgenden Konditionen verbessern

 

  • Risikoübernahme von bis zu 80% für Betriebsmittelkredite bis 200 Mio. Euro Kreditvolumen
  • Öffnung der Haftungsfreistellung auch für Großunternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 2 Mrd. Euro

 


Kurzarbeitergeld http://bit.ly/Arbeitsagentur-Corona-Kurzarbeitergeld

Sonderregelungen sind derzeit in der Absprache.

Die Ausweitung des Kurzarbeitergeldes soll schnell und gezielt helfen, wenn Unternehmen mit ihren Beschäftigten durch das Corona-Virus COVID-19 Arbeitsausfälle haben.

Unternehmen bekommen in dieser besonderen Situation Unterstützung, damit sie Entlassungen vermeiden und sie zusammen mit ihren Beschäftigten nach der Krise unmittelbar wieder durchstarten können. So sichern wir gemeinsam Arbeitsplätze.

Dazu werden die Voraussetzungen für den Bezug von Kurzarbeitergeld erleichtert:

 

  • Es reicht, wenn 10 Prozent der Beschäftigten eines Betriebes von Arbeitsausfall betroffen sind, damit ein Unternehmen Kurzarbeit beantragen kann. Sonst muss mindestens ein Drittel der Beschäftigten betroffen sein.
  • Sozialversicherungsbeiträge werden bei Kurzarbeit von der Bundesagentur für Arbeit vollständig erstattet.
  • Kurzarbeitergeld ist auch für Beschäftigte in Zeitarbeit möglich.
  • In Betrieben, in denen Vereinbarungen zu Arbeitszeitschwankungen genutzt werden, wird auf den Aufbau negativer Arbeitszeitkonten verzichtet.

 

Diese Erleichterungen werden rückwirkend zum 1. März in Kraft treten und auch rückwirkend ausgezahlt. Ansprechpartnerin ist die Agentur für Arbeit vor Ort.

Anzeigen von Kurzarbeit können ab sofort abgegeben werden. Deshalb:

 

  • sollten Arbeitgeber Arbeitsausfall ab sofort bei der Agentur für Arbeit anzeigen – auch wenn weniger als ein Drittel der im Betrieb beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von Entgeltausfall betroffen sind,
  • können auch Zeitarbeitsunternehmen ab sofort einen Arbeitsausfall bei der Agentur für Arbeit anzeigen.

 

Stand: 16. März 2020 18:00 Uhr

Steht meinen Mitarbeitern bei Corona Kurzarbeitergeld zu?

Wenn Sie wegen Corona Kurzarbeit anordnen müssen und es zu Entgeltausfällen kommt, können Sie jederzeit Kurzarbeitergeld nach § 95 SGB III bei Ihrem zuständigen Arbeitsamt beantragen.

Voraussetzung: Sie reduzieren die üblichen Arbeitszeiten für eine bestimmte Phase, weil weniger produziert werden kann oder die Nachfrage zurückgeht.

Beantragung von Kurzarbeitergeld:
Zuständig ist die örtliche Arbeitsagentur.
Unternehmerhotline der Bundesagentur:
Telefon: 0800 45555 20

Bundesarbeitsministerium: http://bit.ly/Corona-Bundesarbeitsministerium

Was tun, wenn bei Mitarbeitern ein Corona-Verdacht besteht?

Wenn Sie von einem Verdacht bei einem Mitarbeiter hören oder schon konkrete Symptome von Corona (Covid-19-Erkrankung) feststellbar sind, sollte Ihre Firma das zuständige Gesundheitsamt informieren. Die Behörde gibt Ihnen dann Verhaltenstipps, kümmert sich um den Patienten, den Meldeweg und entscheidet über weitere Maßnahmen.

Die Entscheidung, ob Sie Ihre Belegschaft in Zwangsurlaub schicken, können Sie natürlich jederzeit selbst treffen – auch wenn das Testergebnis für den Betroffenen noch nicht vorliegt.

Das Gesundheitsamt befragt alle Verdachtspersonen zu ihren Kontakten in den vergangenen Tagen. Diese werden registriert und inzwischen auch Labortests unterzogen. Es kann also sein, dass weitere Mitarbeiter dann in Heim-Quarantäne geschickt werden.

Sie sollten auf jeden Fall als Führungskraft Ihrem Team Unterstützung und Vertrauen zusichern und alle Mitarbeiter stets über Entwicklungen informieren.

Tipp: Über die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.infektionsschutz.de) können Sie Infografiken und Hygienetipps für Ihren Betrieb besorgen – auch in Fremdsprachen. Gute Informationen und die Adressen der Gesundheitsämter finden Sie auf der Webseite des Robert-Koch-Instituts (www.rki.de).

Wer zahlt, wenn meine Mitarbeiter jetzt ausfallen?
Das Gesundheitsamt beruft sich bei Quarantäne auf § 29 und § 30 Infektionsschutzgesetz.

Wird jemand vorsorglich ohne konkrete Diagnose aus dem Betrieb abgezogen, besteht Anspruch auf Verdienstausfall. Wie hoch ist dieser? Das zuletzt verdiente Nettogehalt. Wer bezahlt den Betrag? Zunächst Sie als Arbeitgeber. Innerhalb von drei Monaten können Sie jedoch nach § 56 Infektionsschutzgesetz einen Antrag auf Erstattung stellen.

Ist bei einer Person Corona oder eine andere Grippe-Krankheit festgestellt, gelten die Regeln für eine Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall.

Sie sind zudem zu einer Fortzahlung verpflichtet, wenn ein Arbeitnehmer arbeitsfähig ist, Sie ihn aber aus betrieblichen Gründen (Betriebsrisikolehre, § 615 Satz 3, BGB) nicht beschäftigen können – etwa durch eine Anordnung des Gesundheitsamts, wegen einer unterbrochenen Lieferkette oder wegen vorübergehender Betriebseinstellung. (Quelle: limbw.de)

Was tun, wenn meine Lieferanten nicht mehr liefern?

Gerade der produzierende Mittelstand ist davon betroffen. Wenn Sie Lieferanten-Ausfälle zu beklagen haben, können Sie ad hoc nur nach Alternativen suchen und daraus ein Konzept für die Zukunft aufbauen, Stichwort „Second Source“.

Erste Kontakte in viele Länder und Branchen vermitteln Ihnen die deutschen Auslandshandelskammern (www.ahk.de). Die Berater sind weltweit in mehr als 90 Gastländern aktiv. Gleiches gilt natürlich für die Auslandsrepräsentanzen des BVMW. Der BVMW ist in rund 40 Ländern aktiv und unterstützt bei der Lieferantensuche.

Kann ich meine Betriebsunterbrechungsversicherung in Anspruch nehmen?

Leider nein. Diese Spezialversicherung baut auf einen vorangegangene Sachschaden auf. Das heißt: Es muss etwas beschädigt worden sein im Betrieb (z.B. Maschinen, Gebäude, Vorräte), so dass nicht mehr weitergearbeitet werden kann.

Auch wenn Sie die Police um sogenannte Rückwirkungsschäden erweitert haben, wird kein Geld fließen. Denn auch beim Lieferanten oder Geschäftspartner muss ein Sachschaden wie Feuer, Wasser, Sturm vorliegen, damit Sie eine Betriebsunterbrechung abgesichert bekommen.

Gleiche Faktenlage gilt bei Transport-, Messe- und Montageversicherungen. Fragen Sie im Einzelfall aber bei Ihrem Versicherer nach! (Quelle: limbw.de)

Aufträge und Lieferungen werden wegen „höherer Gewalt“ gekündigt – was nun?

Bei derartigen Vorfällen sollten Sie mit Ihren Geschäftspartnern über einen fairen Ausgleich oder zukünftige Aufträge verhandeln.  Eine juristische Beratung und Begleitung ist anzuraten.

Noch gibt es zu „Höhere Gewalt Corona“ keine offiziellen Aussagen oder Musterurteile. Hinzu kommt, dass sich die Rechtsfolgen bei Lieferausfällen im internationalen Handel unterscheiden. So ist vermeintliche oder tatsächliche höhere Gewalt nach deutschem und angelsächischen Recht in den Verträgen anders beschrieben. (Quelle: limbw.de)

Messen und Veranstaltungen – wie komme ich aus Verträgen raus?

Prüfen Sie, ob Sie geplante Messebeteiligungen und Veranstaltungen proaktiv stornieren wollen! Lesen Sie die AGBs der bestehenden Verträge durch – meist fallen Stornokosten von mind. 10% der Vertragssumme an.

Auch gebuchte Hotels und Reiseverbindungen sofort auf eine Kündigung hin überprüfen. Besteht eine Reiserücktrittsversicherung, erhalten Sie auch bei kurzfristiger Stornierung den Großteil der Anzahlung zurück. (Quelle: limbw.de) 

Wer hilft mir rund um Corona weiter?

Infotelefon des Bundesgesundheitsministeriums

(Quarantänemaßnahmen, Umgang mit Verdachtsfällen, etc.): 030-346465100

Als BVMW sind wir größter Vertreter des Mittelstandes in Deutschland eine starke Gemeinschaft. Gerade in diesen Zeiten stehen wir unseren Mitgliedern in erster Linie mit Informationen, Kontakten und Vernetzung zur Verfügung.

Bringen Sie sich mit ein, wenn Sie helfen können, stellen Sie uns Fragen. Nennen Sie uns Ihre Herausforderungen. Wir verstehen uns als Kommunikationsplattform für Experten und Betroffene.

Wir alle stehen vor komplett neuen Situationen und sind aufeinander angewiesen.

Empfehlen Sie dieses Netzwerk auch anderen Unternehmen weiter. Zusammen werden wir diese Zeiten besser bewältigen.


Mit besten Grüßen und bleiben Sie gesund!