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Rückblick Wirtschaftsforum Wuppertal

Bei der „Denktankstelle“ für Entscheider im Bergischen Land waren die Zapfsäulen im Dauerbetrieb. Veranstalter Prof. Dr. Gerhard Nowak lud 14 Experten ein, ihr Wissen als Ideen-Treibstoff für die teilnehmenden Unternehmer zur Verfügung zu stellen....

WFW 2017

Bei der „Denktankstelle“ für Entscheider im Bergischen Land waren die Zapfsäulen im Dauerbetrieb. Veranstalter Prof. Dr. Gerhard Nowak lud 14 Experten ein, ihr Wissen als Ideen-Treibstoff für die teilnehmenden Unternehmer zur Verfügung zu stellen. Unter dem Generalthema „Die Zukunft unserer Arbeit“ wurde im Golfhotel Vesper nachgedacht, vorgedacht, quergedacht, jede Menge Fragen gestellt und Antworten gesucht.

„Ich arbeite, also bin ich“ – gilt dieser provokante Satz? Welchen Stellenwert hat Arbeit im Leben von Menschen im Bergischen Land? Wie harmonisiert man Arbeitszeit und Freizeit? Ist Arbeitszeit Lebenszeit? Wie kooperiert man mit künstlicher Intelligenz? Spielen Start-ups eine wichtige Rolle?

Für eine hohe Anfangsgeschwindigkeit im Denken sorgte IHK-Vizepräsident Jörg Heynkes mit seiner Keynote. Abseits von Visionen zeigte er eindrucksvoll auf, was jetzt schon „Zukunft“ ist und wie sich Dinge schon gegenwärtig verändern. Bezogen auf die drei Kardinalthemen Energie, Mobilität und Digitalisierung begeisterte der Aktivist, Unternehmer und Politiker mit klaren Positionen, die zur Diskussion herausforderten. Diese folgte dann im ersten Meinungsforum, moderiert von Michael Oelmann, Inhaber der Internet-Plattform „Die Deutsche Wirtschaft“ (DWW).

Für die Agentur für Arbeit Wuppertal zeigte Martin Klebe (Vorsitzendes Mitglied der Geschäftsführung Agentur für Arbeit Wuppertal), dass seine Behörde Arbeitsabläufe zukunftsfähig organisiert. Dazu zählen insbesondere die Digitalisierung von Akten und das „Vorausahnen von Arbeitsbedarfen bzw. Arbeitslosigkeit“. Damit wird seine Agentur ein stärker agierender als ein reagierender Player im Markt. Ein starkes Plädoyer für die Notwendigkeit von Gewerkschaften hielt für den Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Gewerkschafssekretär Klaus Churt. Selbstverständlich ist ein höheres Maß an Flexibilität bei Arbeitnehmern nötig, aber es gibt auch Grenzen. Diese müssen Arbeitnehmer mitbestimmen dürfen. So wurde auf das „H&M-Negativ-Beispiel“ verwiesen, wo Mitarbeiter auf Abruf zur Arbeit kommen.

Marc Tenbieg, geschäftsführender Vorstand des Deutschen Mittelstands-Bundes (DMB), appellierte dafür, sich jede Branche und jedes Unternehmen im Einzelnen anzusehen. Es gibt keine Rasenmäher-Lösung für die Arbeit von morgen. Sicher ist, dass der Mittelstand als Rückgrat der deutschen Wirtschaft von der vierten industriellen Revolution gewinnen müsse und nicht abgehängt werden darf.

Beim zweiten Meinungsforum moderierte Uwe Steinweh vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) durch die Diskussion, bei der es hauptsächlich um Kooperationen und Kollaborationen ging. Helmut Muthersvom Bundesverband Initiative 50Plus zeichnete ein klares Bild von der leistungsfähigen und -bereiten Generation, die als so genannten „Baby-Boomer“ geboren wurden. Muthers erklärte die ökonomische Bedeutung dieser Altersgruppe, er illustrierte, warum man Erfahrungswissen in jedem Unternehmen erhalten muss und das jeder Arbeitnehmer selbst entscheiden sollte, wann er in Rente gehen will. – Muthers brachte aktuell auf der Frankfurter Buchmesse das viel beachtete Buch heraus „Ab 50 ist man alt.“

Für die „Generation Y“ brach Dr. Florian Feltes eine Lanze. Der promovierte Experte und Mitherausgeber von YMAZING verwies auf die neue Lebensart der „jungen Menschen“. Statussymbole verschwinden, Familie, Freizeit, Erlebnis gewinnen an Bedeutung. Natürlich auch Arbeit, um sich darin zu verwirklichen. Als Arbeitnehmer oder -geber. Die Bereitschaft zur unternehmerischen Flexibilität ist höher, als bei den aktuellen „Chefs“.

Als eine probate Chance und Möglichkeit, neue Produkte und Dienstleistungen an den Markt zu bringen, erweisen sich „Start-ups“ und die Kooperation mit ihnen. Dessen ist sich Dr. Lorenz Gräf, Inhaber, Geschäftsführer STARTPLATZ in Düsseldorf und Köln sicher. Vor einer Gefahr warnte Claudia Schleicher, Expertin für Change-Management: Es wird zu häufig geschaut, was in der Arbeitswelt trennend ist. So werde alt gegen jung gestellt oder Arbeitnehmer gegen Arbeitgeber. Viel wertvoller und wertschätzender sei es, das Verbindende zu suchen. Auf dieser Basis lasse sich viel effektive Zukunft gestalten.

Alle Diskutanten waren sich einig, dass die Arbeitswelt von morgen nur mit Digitalisierung verstanden werden kann. Dazu zeigte Nico Lüdemann (CEO blue cue consulting) als Strategie-Berater für Digitales Management, was heute schon Realität ist und warum man unbedingt die Begriffe „IT“, „Technik“ und „Digitalisierung“ nicht in einen Topf wirft. Digitalisierung verändert Prozesse grundlegend. Dazu zählt auch die Notwendigkeit, dass Menschen lernen müssen, mit Robotern und anderer künstlicher Intelligenz zusammenzuarbeiten.

Bei den Praxisworkshops reiste zur Erklärung der „Experimentierräume“ – Ein Beratungs- und Förderprogramm des Bundesministerium für Arbeit und Soziales Michael Schulze aus Berlin an. Nico Lüdemann und Inga Hansen führten feinfühlig durch die Welt der Digitalisierung als Motor für die Zukunft der Arbeit von morgen. Die Teilnehmer profitierten dabei u.a. von einem neuartigen Abstimmungs-Tool und einem persönlichen Exemplar des Buches, das Nico Lüdemann und Inga Hansen druckfrisch nach Wuppertal brachten. Der Titel ist Programm „Der Mensch in der Digitalen Transformation“.

Veranstalter Prof. Dr. Gerhard Nowak bilanzierte final erwartungsgemäß positiv: „Der erstklassige Wirtschaftsstandort Wuppertal und das Bergische Land sind sich der Stärken durch diese besondere Begegnungs-Plattform bewusster geworden. Die gesellschaftliche Bedeutung und Wertschätzung von Unternehmertum bekam einen exponierten Stellenwert bei diesem Wirtschaftsforum.“

Das nächste „Wirtschaftsforum Wuppertal – die „Denktankstelle“ der Wirtschaft im Bergischen Land“ ist für Dienstag, 06. November 2018 im Golfhotel Vesper geplant.

WirtschaftsForum Wuppertal

Das Wirtschafts-Forum Wuppertal (WFW) ist ein neuartiges Informations-Format für Wuppertal und das Bergische Land. Das Besondere daran: Statt Fachvorträgen mit nur einem Standpunkt erwarten die Teilnehmer pointierte Impuls-Referate und inspirierende Fach-Talkrunden. Hier werden die neuesten Business-Trends kontrovers und differenziert diskutiert.

Der Vorteil für die Teilnehmer: Sie erhalten in minimaler Zeit den maximalen Überblick über praxiserprobte Business-Konzepte aus der Region – und zwar branchenübergreifend und klientelunabhängig aus erster Hand. – Das WFW bringt kleine, mittlere und große Unternehmen zusammen, um beim Business Talk of Town Wissen für die Zukunft auszutauschen.

Der BVMW unterstützt schon seit mehreren Jahren das Wirtschaftsforum.
 

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