Die Chancen des afrikanischen Kontinents erkennen und nutzen
 

Deutscher Mittelstand in Afrika willkommen!

Der deutsche Mittelstand genießt als Wunschpartner zur Entwicklung und Realisierung wirtschaftlich nachhaltiger Projekte ein hohes Ansehen in Afrika. Noch sind die deutschen KMU sehr zurückhalten und ihre Scheu stößt auf breites Unverständnis, insbesondere auch in den frankophonen Staaten mit fester Anbindung an den Euro. Unterdessen besetzen Länder wie China, Indien, Türkei oder Brasilien mit ihren Produkten und Dienstleistungen strategisch wichtige Marktpositionen zum Nachteil der deutschen mittelständischen Wirtschaft.

Die Fachgruppe Afrika hilft dem Mittelstand in doppelter Weise die Chancen des afrikanischen Kontinents zu erkennen und zu nutzen:

Unterstützend:

Marktrecherchen, Identifizierung von Geschäftsmöglichkeiten, Entwicklung nachhaltiger Geschäftsmodelle, Businessplanung, Suche nach potentiellen Geschäftspartnern, Unterstützung bei Behörden und Geschäftsverhandlungen, Finanzierung

Beratend:

Strategische Beratung, Beratung zur Geschäftsentwicklung, Management-Service, Rechts- und Steuerberatung durch vor Ort zugelassene Kanzleien

Empfehlenswerte Artikel der Credit Suisse:

Private Equity in Afrika — Nischenstrategie mit Potenzial (15.05.2013)
Das sehr große Wachstumspotenzial Afrikas (03.06.2013)

Fachgruppe Afrika im BVMW

 

Am 26. November 2009 veranstaltete die neu gegründete Fachgruppe ihren ersten  Informationsabend

 Diesseits von Afrika… mitten in Berlin!

Obwohl kalter Novemberwind zwischen Gendarmenmarkt und Museumsinsel die Besucher kräftig durchpustete, ging im neuen „Arcotel John F“ am Werderschen Markt die afrikanische Sonne auf: Birgid Zoschnik und der BVMW hatten zum Informationsabend „Neue Märkte in der erweiterten Euro-Zone von West- und Zentralafrika“ geladen. Afrikanische Exzellenzen und Botschafter erwiesen den Gastgebern die Ehre. Etwa 100 Mitglieder des BVMW waren der Einladung gemäß ebenfalls in das moderne Hotel gekommen, dessen Markenzeichen, der Schaukelstuhl, zum entspannten Verweilen bittet.

Barbara Bonrath-Kaster vom Foreign Trade Departement des BVMW begrüßte die Gäste mit dem Hinweis auf unübersehbares Wirtschaftswachstum Afrikas, an das gerade deutsche Mittelstandsunternehmer andocken sollten. - In Tagen der Wirtschaftskrise der für manche vielleicht zukunftsträchtigste Weg!

Dr. Christophe M. Schreier, Naturwissenschaftler der Afrikan Development Solutions (ADESOL) und der Afrikagruppe des BVMW zugehörig, stellte den Zuhörern die erweiterte EURO-Zone von West- und Zentralafrika mit ihren Vorteilen für mittelständische Unternehmer vor: In vierzehn Ländern dieses Gebietes, unter ihnen die Elfenbeinküste, Kamerun, Republik Kongo, Gabun, Äquatorial-Guinea, Togo, Tschad, die Zentralafrikanische Republik und die Komoren, gilt die einheitliche Währung des Franc CFA. Durch dessen freie Konvertierbarkeit ermöglicht er den freien Kapitalverkehr mit dem Euroraum bei festem Wechselkurs. Gerade  Deutsche Klein- und Mittelstandsunternehmen können in diesen Ländern davon profitieren.

Dr. Schreier betonte: „Durch die große Bewegung in der Wirtschaftlichen Entwicklung der CFA-Zone entstanden in Afrika regelrechte „Börsen“. So konnte die 1985 in Togo gegründete Ecobank sich inzwischen stabile Repräsentanzen in 28 Staaten aufbauen.“ Immerhin liegen die Gewinne der Bank bei 40 %, die „New York Times“ betitelte sie sogar als eine der zuverlässigsten.

Zusätzliches Sicherheitsgefühl  bietet das gesellschaftliche Wirtschaftsrecht der OHADA, das über Schutzverträge mit der Bundesrepublik Deutschland den Unternehmer in Afrika absichert, weshalb Verträge nur unter deren Zuhilfenahme nach nationalem Recht abgeschlossen werden sollten. -  Leider sucht man in Deutschland noch immer Rechtsanwälte, die darauf spezialisiert sind!

Den positiven Aussagen seines Vorredners beizustimmen und sie noch zu vertiefen, gelang dann auch auf anschauliche und überzeugende Art Dr. Dieudonné Tobbit. Geboren in Kamerun studierte er in Moskau, Petersburg und Paris. Als Unternehmensberater arbeitet er heute in Berlin für die KWP-GMBH. Spukt in manchen Köpfen immer noch das Wort „Entwicklungshilfe“, heißt es, dies nun endgültig auszutauschen:

Die unterschiedlichen Voraussetzungen in Mentalität und Eigenschaften Afrikas und Deutschlands befürworten die Bildung gewinnversprechender Synergien:

Hohe Kapazität an dynamischen afrikanischen Arbeitskräften verbunden mit Aufgeschlossenheit und Hochachtung für deutsches Know How bieten den idealen Ausgangspunkt für ein erfolgreiches Miteinander zwischen Afrika und deutschen KMU.  

Tobbits Resümee an diesem Nachmittag: „ Es geht um den Export der deutschen Tugenden: Disziplin, respektvoller Umgang mit Angestellten und positiver, schon lange währender Ruf des „Made in Germany“ lassen Afrika fragen: Wo seid Ihr, deutsche KMU? Zusammen werden wir mit der Win-Win-Strategie richtig liegen, schon kleine positive Änderungen bringen in Afrika den nachhaltigen Einsatz, der Ihrem Unternehmen Erfolg bringt!“

Nach so viel positiven Aussichten galt es, sich in der Pause bei interessanten Gesprächen mit den Vertretern der Afrikanischen Länder darüber und über vieles mehr untereinander auszutauschen, bevor eine weitere Vortragsrunde von den Fluggesellschaften AIRFRANCE  und KLM angenehm eingeleitet wurde: Die Verlosung eines von ihnen gespendeten Fluges für 2 Personen innerhalb Europas und eines Wochenendes im Amsterdamer Park-Hotel bescherte zwei strahlende Gewinner.

Für Außenstehende schwer greifbare Themen wie „Außenhandelsfinanzierung“ und „Fördermöglichkeiten der Europ. Union“ wurden von Wolfgang Lenz und Frank Bösenberg  jedoch allgemein verständlich referiert, verbunden mit wertvollen Finanz-Tipps.

Afrikanisches Temperament übertrug abschließend noch Dr. Trumenta F. Kennedy vom „Building Global Cooperation“ auf die Zuhörer, zählte er doch die nicht zu unterschätzenden kulturellen Faktoren des afrikanischen Wirtschaftserfolges überzeugend auf.

Eines wurde durch diese blickerweiternde und aufklärende Veranstaltung des BVMW deutlich: Unser Nachbarkontinent Afrika liegt von Deutschland gar nicht so weit entfernt. Deutsche KMU sind stets willkommen, so dass der ein oder andere Mittelstandsunternehmer den eventuellen Aufbruch dorthin nun ernster überdenken kann!

 Text: Jacqueline Lorenz, TextLade Lorenz 12/09
Bilder: Yonne Fischer www.ideazione.de