Kommission "Job & Wohnen"

Zwei Themen beherrschen die Schlagzeilen: der Fachkräftemangel und der Mangel an Wohnungen. Oft hängt beides direkt zusammen. Mit der Mittelstandsinitiative "Mitarbeiterwohnungsbau" will der BVMW nun Abhilfe schaffen – Mitstreiter sind willkommen.


 

Mitarbeiterwohnungsbau im genossenschaftlichen Modell

- Überblick über die wesentlichen Eckdaten -

 

   1. Gründung einer Genossenschaft

 

  • mind. 3 Unternehmen gründen eine Genossenschaft zu dem Zweck, potentielle Mitarbeiter für sich zu gewinnen und bestehende Mitarbeiter an sich zu binden durch die Bereitstellung preisgünstigen Wohnraums
  • Pilotprojekt mit 7.000 m² Wohnfläche startet in Berlin

 

 

   2. Vergabe von Belegungsrechten

 

  • Jedes Mitglied erhält im Rahmen des Beitritts die gewünschte Anzahl an Belegungsrechten an vorab zu bestimmenden Wohnungen
  • Belegungsrecht gibt das Recht zu bestimmen, welche Personen (Mitarbeiter des Unternehmens) zur Nutzung der jeweiligen Wohnung auf Basis eines Mietvertrages berechtigt sein sollen
  • Belegungsrechte werden dinglich abgesichert (Dienstbarkeit)
  • Pilotprojekt in Berlin sieht Belegungsrechte für vier Wohnungsgrößen vor:

 

40 m², 53 m², 70 m² und 84 m², vorläufig kalkuliert zu Kosten von EUR 437,50/m² Wohnfläche einmalig und EUR 35,00 je Wohneinheit/monatlich

 

   3. Erwerb von Grundstücken und Errichtung der Mitarbeiterwohnungen

 

  • Genossenschaft erwirbt Grundstücke (Eigentum oder Erbbaurechte)
  • Genossenschaft bebaut Grundstücke mit Wohnungen
    • Bebauung in modularer Bauweise, ggfls. in Holzbauweise
  • Pilotprojekt in Berlin kalkuliert vorläufig mit Kosten für Erwerb und Bebauung von insgesamt rd. EUR 2.100,00 je m² Wohnfläche

 

 

   4. Abschluss von Mietverträgen mit Mitarbeitern

 

  • Genossenschaft schließt mit den Mitarbeitern, die aufgrund der Belegungsrechte von den Unternehmen bestimmt worden sind, Werkmietverträge über die Nutzung der Wohnungen
  • Beendigung des Anstellungsverhältnisses und Bedarf an der Wohnung für anderen Mitarbeiter berechtigt zur Kündigung des Mietvertrages
  • Pilotprojekt in Berlin kalkuliert vorläufig mit Nettomiete von EUR 6,50 je m² Wohnfläche (diese decken die laufenden Kosten von EUR 35 je WE)

 

 

   5. Finanzierung

 

  • 80% Fremdkapital (Berlin: IBB-Darlehen)
  • 20% Eigenkapital = Kosten für die Belegungsrechte

 

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„Mitarbeiterwohnen im genossenschaftlichen Modell“ – die Mittelstandsinitiative „Job & Wohnen“ des BVMW­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­

 

portrait von Dr. Peter Diedrich
Dr. Peter Diedrich, Rechtsanwalt und Notar Managing Partner der DSC Legal Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Berlin; Vorsitzender der Rechtskommission und stellvertretender Vorsitzender des Schiedsgerichts des BVMW

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Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit möchten wir Sie herzlich einladen zur Informationsveranstaltung „Mitarbeiterwohnen im genossenschaftlichen Modell“ – die Mittelstandsinitiative „Job & Wohnen“ des BVMW.

Datum:  Dienstag, den 15.01.2019
Uhrzeit: 9:00- 11:00 Uhr, Einlass ab 8:30 Uhr
Ort: BVMW Bundeszentrale, Potsdamer Straße 7 / Potsdamer Platz, 10785  Berlin

Die Veranstaltung richtet sich in erster Linie an alle Mitglieder und Interessierte, die auf der dringenden Suche nach Fachkräften sind und von der Möglichkeit Gebrauch machen möchten, zukünftigen Mitarbeitern neben einem interessanten Job auch eine bezahlbare Wohnung anbieten zu können.

Grundlage des Konzeptes „Mitarbeiterwohnen im genossenschaftlichen Modell“ – die Mittelstandsinitiative „Job & Wohnen“ des BVMW, ist der geplante Zusammenschluss von Mitgliedern des BVMW zu einer eigenständigen Mittelstands-Wohnungsbaugenossenschaft, die den dringend benötigten, bezahlbaren Wohnraum errichtet und den Mitgliedern der Genossenschaft über die Einräumung von Belegungsrechten die Möglichkeit verschafft, nach dem Motto „Fachkräfte finden, Fachkräfte binden“, neben dem Job auch eine bezahlbare Wohnung anbieten zu können.

Ziel der Veranstaltung ist es, den Teilnehmern das Konzept des „Mitarbeiterwohnen im genossenschaftlichen Modell“ in seiner wirtschaftlichen und rechtlichen Ausprägung zu erläutern und darüber hinaus Hintergrundinformationen zum aktuellen Stand der Umsetzung des Konzeptes zu geben. Vor allem wird es um die Frage gehen, wer sich wie an der Genossenschaft von Mittelstandsunternehmen des BVMW beteiligen kann und wie viele Wohnungen er zu welchen Bedingungen für künftige oder bereits beschäftigte Mitarbeiter reservieren kann.

Bei den entstehenden Wohnanlagen wird es sich um Mitarbeiterwohnungen mit integrierter Ganztageskinderbetreuung handeln, die in Kooperation mit dem Land Berlin auf landeseigenen Grundstücken in serieller Bauweise (ökologisch und energieeffizient) errichtet werden sollen. Damit sollen Bauzeit und Baukosten maximal begrenzt werden, mit dem Ziel, idealerweise schließlich die Mitarbeiterwohnungen zu sehr günstigen monatlichen Konditionen an die Fachkräfte vermieten zu können.

Programm:

9.00 Uhr - Begrüßung der Teilnehmer
Herr Prof. Dr. h.c. Marcus Jerger, BVMW Bundesgeschäftsführer

9.15 Uhr - Konzept des Mitarbeiterwohnens im genossenschaftlichen Modell,  BVMW Mittelstandsinitiative „Job & Wohnen“
Herr Rechtsanwalt und Notar Dr. Peter Diedrich, Vorsitzender der BVMW Rechtskommission

 

  • Ziele und Nutzen des Mitarbeiterwohnungsbaus für Mittelstandsunternehmen
    - Die Tradition des Werkwohnungsbaus als Anknüpfungspunkt für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum
    - Das Angebot „Job &Wohnen“ als Instrument gegen den Fachkräftemangel in Berlin
     
  • Rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für das Pilotprojekt „Job und Wohnen“ des BVMW
    - Das Genossenschaftsmodell
    - serieller, ökologischer und energieeffizienter Wohnungsbau
    - Erwerb von Genossenschaftsanteilen und Belegungsrechten
     
  • Aktueller Umsetzungsstand
    - Gründung einer ersten Mittelstandsgenossenschaft für Wohnungsbau
    - Auswahl eines geeigneten Grundstücks (BIM), Pilotprojekt
    - Erlangung von Fördermitteln (IBB, Staatliche Lotterie)
    - Finanzierung des Vorhabens
    - Kooperation mit dem Land Berlin

 

9.45 Uhr - Architektonische Vision des modernen Mitarbeiterwohnungsbaus mit integrierter Kinderbetreuung – ein Modellprojekt für Berlin

- Serieller Wohnungbau
- ökologisches Bauen
- Nachhaltigkeit / Energie Effizienz
- Zukunftswohnen
- Infrastruktur
- Gemeinschaftsflächen, Nachbarschaftsgärten,
- Nachbarschaftskaffee
- Ganztages-Kinderbetreuung, Kindergarten
- barrierefreies Bauen
- Inklusion (Integration von Behinderten)


10.00 Uhr - Offene Fragerunde und Diskussion
Moderation Frau Liz Becker, Referentin für Steuern und Finanzen, BVMW

10.45 Uhr - Schlusswort
Frau Birgid Zoschnik, BVMW Hauptstadtregion Süd, Leiterin der Repräsentanz


 

Job & Wohnen – eine Initiative des BVMW

Ein Artikel von Dr. Peter Diedrich
DSC Legal Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, www.dsc-legal.com

Foto: © Calado – www.fotolia.com
Foto: © Calado – www.fotolia.com

Zwei Themen beherrschen die Schlagzeilen: der Fachkräftemangel und der Mangel an Wohnungen. Oft hängt beides direkt zusammen. Mit der Mittelstandsinitiative Mitarbeiterwohnungsbau will der BVMW nun Abhilfe schaffen – Mitstreiter sind willkommen.

Der Wohnungsmangel ist vor allem in den Ballungsräumen zu beobachten. In Berlin, Frankfurt, München, Hamburg und anderen deutschen Großstädten wird Wohnraum immer knapper und teurer. Selbst gut bezahlte und qualifizierte Fachkräfte bleiben bei Wohnungsbewerbungen häufig chancenlos.

Städte werden weiter wachsen

Bevölkerungsforscher sagen voraus, dass im Jahr 2050 mehr als 80 Prozent der Menschen in Städten leben werden. Weil das urbane Leben zunehmend attraktiver wird, nimmt der Wohnungsmangel weiter zu. Derzeit ist noch kein Ende dieser Entwicklung abzusehen. Die politischen Entscheidungsträger haben das Problem zwar erkannt und benannt, doch die von der Politik eingeführten Maßnahmen waren bislang wenig erfolgreich oder sogar kontraproduktiv.

Anknüpfen an Traditionen

Der BVMW nimmt die prekäre Lage zum Anlass, eine eigene Initiative zu starten, um bezahlbaren Wohnraum für Mitarbeiter von mittelständischen Unternehmen in den Ballungsräumen Deutschlands bereitzustellen. Die Initiative knüpft an den traditionellen Werkswohnungsbau an, der aus der Mode geraten ist, nachdem sich fast alle der traditionsreichen Industriekonzerne von ihren Werkswohnungsbeständen getrennt haben. Mit dem Angebot „Job plus Unterkunft“ wird es möglich, gesuchte Fachkräfte zu gewinnen und zu binden. Das macht den Mitarbeiterwohnungsbau heute wieder attraktiv.

Mit Zusammenschlüssen Abhilfe schaffen

Für viele Mittelständler ist die Errichtung von Mitarbeiterwohnungen im Alleingang natürlich nicht möglich. Wenn sich aber mehrere Unternehmen regional zusammenschließen und – getreu dem Motto „Gemeinsam sind wir stark“ – eine Genossenschaft gründen, wird der Bau von zukünftigen Mitarbeiterwohnungen durchaus realistisch. Eine wesentliche Rolle bei der Schaffung von preiswertem Wohnraum spielen die Kommunen. Der BVMW-Plan sieht vor, dass die jeweilige Kommune entweder als direktes Mitglied der Genossenschaft oder als Kooperationspartnerin auftritt. So können bis zu einem Drittel der zu errichtenden Wohnungen als Sozialbauwohnungen ausgewiesen werden (Sozialquote). Im Gegenzug kann die Kommune ein passendes Grundstück per Erbbaurecht einbringen und dann auch solche Mitarbeiter in ihrem Belegungskontingent auffangen, die sich vom Arbeitgeber trennen und mit der Aufgabe des Jobs auch die Wohnung einbüßen würden.

Bezahlbarer Wohnraum ist keine Utopie

Um die künftigen Bauvorhaben der BVMW-Mittelstandsinitiative so schnell und preisgünstig wie möglich zu realisieren, kann die serielle Bauweise angewendet werden. Der moderne Modularbau erfolgt nachhaltig und entspricht hinsichtlich der Energieeffizienz den Vorgaben der KfW. Die Bauzeit für Mehrgeschosswohnungsbau in serieller Bauweise liegt gegenwärtig bei wenigen Monaten, die Kosten weit unter den üblichen Baupreisen. Der BVMW wird mit seiner Initiative in den kommenden Wochen das Gespräch mit der Politik auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene suchen. Neben der Mittelstandsinitiative Mitarbeiterwohnungsbau kann die im Bauministerium angesiedelte „Initiative zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum“ ein bedeutsamer Baustein sein, um die politisch avisierten 1,5 Millionen bezahlbaren Wohnungen bis 2021 zu errichten. Der BVMW erklärt sich bereit, sich auch dieser Initiative zur Schaffung bezahlbaren Wohnraums anzuschließen. Die Zeit drängt, denn diese Aufgabe gehört neben den Herausforderungen der Digitalisierung zu den wichtigsten sozialen Fragen des 21. Jahrhunderts in Deutschland.

Ihre Meinung ist gefragt:

 

  • Der BVMW nimmt die prekäre Lage zum Anlass, eine eigene Initiative zu starten, um bezahlbaren Wohnraum für Mitarbeiter von mittelständischen Unternehmen in den Ballungsräumen Deutschlands bereitzustellen.
  • Der BVMW fordert den Gesetzgeber in einem Positionspapier auf, dass speziell der Mitarbeiterwohnungsbau z. B. mit Genossenschaften intensiv und effizient gefördert wird. https://bvmw.info/pdf-mitarbeiterwohnungsbau
  • Sie sind BVMW-Mitglied und interessieren sich für die Mittelstandsinitiative Mitarbeiterwohnungsbau? Dann schreiben Sie an: politik@bvmw.de

 

Dr. Peter Diedrich
Rechtsanwalt und Notar
Managing Partner der DSC Legal Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Berlin
Vorsitzender der Rechtskommission und stellvertretender Vorsitzender des Schiedsgerichts des BVMW
www.dsc-legal.com


Positionspapier Mitarbeiterwohnungsbau im genossenschaftlichen Modell

Stand September 2018

Zwei Themen beherrschen derzeit die Schlagzeilen: der Fachkräftemangel und der Mangel an Wohnungen. Oft hängt beides direkt zusammen. Mit der Mittelstandsinitiative Mitarbeiterwohnungsbau wollen wir Abhilfe schaffen. Der BVMW nimmt die prekäre Lage zum Anlass, eine eigene Initiative zu starten, um bezahlbaren Wohnraum für Mitarbeiter von mittelständischen Unternehmen in den Ballungsräumen Deutschlands bereitzustellen. Die Initiative knüpft hierbei an den traditionellen Werkswohnungsbau an. Mittelständische Unternehmen können sich durch den regionalen Zusammenschluss von Unternehmen in einer Genossenschaft, welche die zukünftigen Mitarbeiterwohnungen errichtet und verwaltet, an der Errichtung von Mitarbeiterwohnbauten beteiligen. Um dies zu ermöglichen, muss die Politik jedoch die Rahmenbedingungen für den Mitarbeiterwohnbau verbessern.

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