Ganzheitliches Entlastungspaket nötig

In der angespannten Lage der hohen Energiepreise fordert Der Mittelstand.BVMW ein ganzheitliches Entlastungspaket, das Unternehmen und Haushalte entlastet.

Der BVMW setzt sich in der aktuellen Rekordpreisphase für Energie für eine gezielte Entlastung der Bürger und Unternehmen ein: „Sowohl die Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen als auch Leistungsträger in den vielen mittelständischen Unternehmen von Handwerkern, Spediteuren bis zum Taxi- und Mietwagenbetreiber leiden unter der Kostenexplosion beim Sprit und sollten entlastet werden“, betonte Markus Jerger, Vorsitzender des Verbandes Der Mittelstand.BVMW, jetzt gegenüber der Funke-Mediengruppe. „Unserer Ansicht nach ist es daher vollkommen falsch, Verbraucher gegeneinander auszuspielen und neue Fronten zwischen unterschiedlichen Gruppen aufzumachen. Viel mehr unterstützen wir die Aussage von Bundeswirtschaftsminister Habeck, dass die Haushalte und Unternehmen entlastet werden müssten, die wirklich in Not sind.“

Ob das Mobilitätsgeld letztendlich die richtige Entscheidung sei, bleibe fraglich. Bislang gebe es noch nicht einmal einen Modus, wie überhaupt eine solche Unterstützung rein technisch ausgezahlt werden könne, so Jerger weiter. Die Regierung denkt unter anderem über eine Auszahlung über den Arbeitgeber nach, der dann weniger Lohnsteuer an den Staat abführen würde. „Gerade für mittelständische Betriebe würde eine solche Regelung jedoch eine deutliche zusätzliche bürokratische Belastung bedeuten – und wenn wir eines in Deutschland nicht haben, ist es zu wenig bürokratische Belastungen für Unternehmen“, erklärt der BVMW-Verbandsvorsitzende. 

Der BVMW fordert daher auch viel mehr ein ganzheitliches Entlastungspaket, das Unternehmen und Haushalte auf all diesen Ebenen entlastet. Jerger: „Eine Energiepreisbremse oder Steuerreduzierungen wären unserer Ansicht nach das zielführende Mittel: Die Mehrwertsteuer auf Energieträger sollte temporär von 19 auf 7 % oder weniger reduziert werden, die Energiesteuer auf Kraftstoffe befristet halbiert werden, die Pendlerpauschale vom 1. Kilometer an 40 Cent betragen. Im Grunde würde es reichen, dass der Staat das zurückgibt, was er durch die hohen Energiepreise zusätzlich an Steuern kassiert hat.“

Was in der ganzen Diskussion nicht aus dem Auge verloren gehen dürfe, sei die gesamte Palette an Energiepreisen, die Bürger und Unternehmen in Not bringen würden, betont Jerger abschließend: „Nicht nur der Sprit sei für viele fast unbezahlbar geworden, auch die extrem hohen Heiz- und Stromkosten treiben die Leute in den Ruin.“