Rückblick KUNST im Brauhaus: Führung im alten Sudhaus am 04.11.2017

Neukölln hat einen imposanten Kulturort dazugewonnen, ein Zentrum für internationale Gegenwartskunst in der ehemaligen KINDL Brauerei.

Neues in denkmalgeschützter Industriearchitektur

Das KINDL-Zentrum für zeitgenössische Kunst in Neukölln atmet nicht nur Brauereigeschichte, es ist auch ein imposanter Kulturort. Danke Karin Walkenbach für die Idee, einen Blick hinter die Kulissen dieser inspirierenden Location zu werfen!Die Leiterin des BVMW-Kreisverbandes Neukölln hat eine Kunstführung organisiert und vielen Teilnehmern damit neue Türen geöffnet.

Zwar ist nur noch ein Bruchteil der 1872 gegründeten Vereinsbrauerei erhalten, doch der Gebäudekomplex um das Sudhaus ist das Herzstück des früheren Konzernkomplexes. Und das schlägt seit 2016 für zeitgenössische Kunst! Die Sammler Salome Grisard und Burkhard Varnholt haben auf 5.500 Quadratmeter Kunsträume geschaffen, in denen „über die Realität und wie wir sie wahrnehmen“ nachgedacht werden soll. Da ist jeder Besucher erst einmal selbst gefordert, zumal sich der angestrebte inhaltliche Zusammenhang der einzelnen Ausstellungen nicht sofort erschließt. Doch wir hatten ja Hilfe!

Los gings im Kesselhaus, ein typisch post-industrieller Ort. Dort beeindruckt die Installation „Silo of Silence - Clicked Core“ der Koreanerin Haegue Yang. Die aus 154 schwarzen und blauen Jalousien bestehende Installation erinnert an einen riesigen Speicher und füllt, als in sich rotierender Zylinder, den hohen lichten Raum. Im Maschinenhaus setzt sich die Künstlerin Asta Gröting mit Berliner Fassaden auseinander, die noch die Spuren des Zweiten Weltkriegs tragen. Sie hat von versehrten Flächen Silikonabdrücke gemacht. Neben Einschusslöchern hat Gröting Staub, Dreck und Graffitis in ihren zum Teil monumentalen Skulpturen verewigt. Die Arbeiten sollen „das Bewusstsein dafür schaffen, dass wir in den Ruinen der Geschichte leben.“ Zu diesem Thema gibt es noch mehr konzeptionelle Kunst im Turm des KINDL-Zentrums, von dem man übrigens tolle Weitblicke über die Stadt hat.

Krönender Abschluss ist das ehemalige Sudhaus. Eine monumentale Halle, die von sechs kupfernen Sudpfannen dominiert wird. In diesem beeindruckenden Ambiente verwöhnt das Café Otto seine Gäste, ohne die Atmosphäre des Raumes zu stören. Ein Ort der Begegnung und des Austauschs, der Lust auf mehr macht.

Beate Hoffbauer                                                                             

Berlin, 04.November 2017

Pressereferentin BVMW Berlin Hauptstadtregion Süd und Nord-Ost

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