ExpertenTALK | Der Mitarbeiter geht - das Wissen bleibt

Zu diesem wichtigen Thema trafen sich mehr als 30 UnternehmerInnen in der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) in Bielefeld. Thema der Veranstaltung war die Wissenssicherung als Herausforderung für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie die

V.l. Beate Leibnitz, BVMW OWL Nord, Professor Dr. Angelika Röchter, Professor Dr. Thomas Jensen, beide FHDW, Bielefeld

Vorstellung und Diskussion technologiebasierter Lösungsansätze. Eine Lösung bietet die KI. Wie kann der Mittelstand Künstliche Intelligenz für sich nutzbar machen?

Um Wissensverlust in Unternehmen zu verringern, ist es erforderlich, einen strukturierten Prozess zu verfolgen, der den Wissenstransfer als strategischen und nachhaltigen Erfolgsfaktor versteht. Für Unternehmen spielen neben klassischen vor allem digitale Lösungsansätze eine immer entscheidendere Rolle. 

Beim Wissensmanagement geht es für Unternehmen vor allem um  „Risikomanagement“. Prognosen zu Zahlen der Erwerbstätigen gehen davon aus, dass in den kommenden Jahren ca. 350.000 Beschäftigte pro Jahr ihre Unternehmen verlassen – und ihr wertvolles Erfahrungswissen mitnehmen. Mit diesem Problem müssen sich mittelständische Unternehmen auseinandersetzen. Denn bei ihnen besteht aufgrund der Unternehmensgröße und der Abhängigkeit von wenigen Schlüssel-Wissensträgern die große Gefahr, dass Wissen nicht adäquat weitergegeben wird und verloren geht. Dabei fehlen im Mittelstand oftmals technologiegestützte Lösungsansätze zur Bewahrung von Wissen.  

Im ExpertenTalk: „Der Mitarbeiter geht – das Wissen bleibt “ gab die Referentin Frau Prof. Dr. Angelika Röchter, Prodekanin Betriebswirtschaft FHDW, zunächst eine kurze Einordnung zum Wissensmanagement und der damit einhergehenden Thematik der Wissenssicherung. Sie führte aus, dass KI die Arbeitswelt bereits nachhaltig beeinflußt. Auch im Bereich Wissensmanagement zeichnen sich Wege ab, wertvolles Wissen der Mitarbeiter im Unternehmen zu halten und zielgerichtet bereitzustellen. 

Mit den Einsatzmöglichkeiten Künstlicher Intelligenz in mittelständischen Unternehmen beschäftigt sich das Kompetenzzentrum „Arbeitswelt.Plus“. Ziel ist es, die Forschungserkenntnisse gewinnbringend in die Unternehmenspraxis zu transferieren. Die FHDW, als ein Mitglied des Forschungskonsortiums untersucht die Möglichkeiten der Erfassung und Bereitstellung impliziten Wissens mit Hilfe von KI. In ihrem Vortrag ging Frau Prof. Dr. Angelika Röchter auf einige bereits bestehende Ansätze zum Einsatz von KI im Wissensmanagement ein.

Explizites Wissen ist erfaßbares Wissen, von komplexerer Bedeutung ist die Erfassung des impliziten Wissens. People to people wird es in der Interaktion weitergegeben. Dies kann z.B. durch Lerntandems geschehen. Andere Möglichkeiten sind die Erstellung einer Job Map, wenn jemand das Unternehmen verläßt oder die Erstellung eines Wissensbaumes. Auch die Methode "Story Telling" das Austauschen von Experten Geschichten oder Anekdoten verankert Wissen und gibt so implizites Wissen weiter. Erfassung, Verteilung und Aktualisierung von WIssen kann mittels der KI durch selbstlernende Algorithmen erfolgen. Dies erfordert in der Praxis einen wertschätzenden und vertrauensvollen Umgang aller Beteiligten sowie natürlich ein strukturiertes Vorgehen.

Im Anschluss ergab sich eine lebhafte Diskussion der UnternehmerInnen über Lösungsansätze und Erfahrungen zu diesem spannenden Thema. Der rege Austausch bot Ideen und Denkanstöße, die von den UnternehmensvertreternInnen mitgenommen werden konnten.   

 

Fotos BVMW OWL Nord

 

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