Früher war alles besser. Man besuchte die Schule, schloss mit Hauptschule oder Mittlerer Reife ab, suchte sich einen Ausbildungsplatz und lernte einen ordentlichen Beruf – kaufmännisch, handwerklich, technisch, gewerblich. So mit 18, 19 Jahren war man fertig und verdiente sein eigenes Geld. Richtig gutes Geld. Die wirklich Schlauen, ja die machten Abitur und studierten Medizin, Biologie, Chemie. 

Für Unternehmen bedeutete dies Bewerbungen im Überfluss. Es gab deutlich mehr Bewerber als Arbeits- oder Ausbildungsplätze. Unternehmen hatten die Qual der Wahl, konnten wirklich auswählen und versuchten sich an neuen Auswahlverfahren, wie z.B. Assessment Center, um sich die passenden Charaktere aussuchen. Fachkräfte- und/oder Nachwuchsmangel war kein Thema, es gab ja genug. 

Und das alles in einer analog denkenden und arbeitenden Gesellschaft. 

Und heute? Heute gilt der Spruch „Für mein Kind der höchstmögliche Bildungsabschluss!“. Diese neue gesellschaftliche Grundhaltung führt seit Jahren dazu, dass mehr als 60% eines Jahrgangs die Hochschulreife erlangt und studiert. Aufgrund dieser Nachfrage gibt es zwischenzeitlich ein Überangebot von rund 27.000 verschiedenen Bachelor- und Masterstudiengängen. Im Vergleich aber ein sinkendes Ausbildungsangebot von nur noch ca. 400 Ausbildungsberufen. 

Die Studienabbrecherquote hingegen bleibt konstant bei ca. 30%. Mit wachsender Grundgesamtheit leisten sich Staat und Gesellschaft also eine jährlich steigende Zahl enttäuschter Berufseinsteiger.
Pikantes Detail: Erfolgreiche Universitäten bewertet man anhand höchstmöglicher Abbruchquoten. 

Digitalisierung ist eines der Schlagwörter die Schule, Wirtschaft und Gesellschaft begleitet. Die jungen Generationen wachsen mit einem digitalisierten Umfeld auf, die älteren müssen sich hineindenken. Schulen müssen digital aufgerüstet und Lehrmethoden an eine digitalisierte Welt angepasst werden. Beides geschieht nicht. Gelder aus dem Digitalpakt Schule werden nicht abgerufen, aus den verschiedensten Gründen. Staat und Mittelstand sind nun gefordert. 

Der Mittelstand braucht Fachkräfte. Idealerweise bildet der Mittelstand selbst aus. Gemeinhin heißt es aber „die können ja heute nichts mehr – ich muss nachqualifizieren.“ Dabei sinkt nicht zwangläufig die Qualität der Schule, vielmehr verschiebt sich die Klientel. Die, die früher mit Mittlerer Reife in die Ausbildung gingen, machen heute Abitur und studieren. Der Mittelstand ist gefordert selbst aktiv zu werden und auf sich aufmerksam zu machen. Nur so kann es gelingen wieder Fachkräfte fürs eigene mittelständische Unternehmen zu interessieren, seine eigenen Fachkräfte aus- und weiterzubilden, zu qualifizieren, Stellen ordentlich zu besetzen und vielleicht sogar das Unternehmen später zu übergeben.  

Die Bildungsallianz Hessen ist die Unternehmer-Plattform Hessens, die die Stakeholder an einen Tisch bringt. Mit seinen vielen unterschiedlichen Erfahrungen, Impulsen, Ideen und Wünschen trifft der Unternehmerbeirat der Bildungsallianz Hessen auf Politik, Schule, Eltern und Wissenschaft. Es geht um Austausch, um Gestaltung und Meinungsbildung. Aber vor allem geht es um die Zukunftssicherung des Mittelstands. 

Die Bildungallianz Hessen koordinieren die BVMW-Repräsentanten aus Nord-/Ost-/Mittel- und Südhessen Meike Diesing, Ellen Ehring, Sascha Buurman, Malu Schäfer und Karsten Daugill. Sprechen Sie mit uns und werden Sie Teil des Unternehmerbeirats.