Einigung von EU und Mercosur: die größte Freihandelszone der Welt

Die USA und China stecken tief in ihrem Handelskonflikt - da rücken Europäer und Südamerikaner enger zusammen: Beim G20-Gipfel haben sie die größte Freihandelszone der Welt beschlossen.

Gemeinsam wollen die Europäische Union und der südamerikanische Staatenbund Mercosur die größte Freihandelszone der Welt aufbauen. Größer noch als JEFTA, das Abkommen der EU mit Japan, das seit 1. Februar in Kraft ist. Rund 20 Jahre haben die Verhandlungen gedauert, zuletzt drohten sie wegen Unstimmigkeiten mit dem neuen, rechts-konservativen Präsidenten von Brasilien, Bolsonaro, zu scheitern. Nun jubelt auch er, wie Kommissionschef Juncker auf Twitter, über einen "historischen Moment" - das "wichtigste Handelsabkommen aller Zeiten."

Abbau von Zöllen, mehr Zulassungsverfahren
Ziel der Übereinkunft ist der weitgehende Abbau von Zöllen und anderen, sogenannten "nichttarifären" Handelshemmnissen, wie etwa doppelte Zulassungsverfahren. Damit hofft man, den wechselseitigen Warenaustausch anzukurbeln und der Wirtschaft Kosten in Milliardenhöhe zu ersparen. Vier Milliarden Euro an Zollgebühren, verspricht Handelskommissarin Malmström, würden jedes Jahr allein auf EU-Seite wegfallen, wenn das Abkommen einmal vollständig in Kraft sei - vier Mal so viel wie im Handel mit Japan.

Der Mercosur umfasst die Länder Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Mit einer Bevölkerung von mehr als 260 Millionen Menschen ist er einer der größten Wirtschaftsräume der Welt. Durch den Vertrag mit der EU entstünde ein Markt von 780 Millionen.

Mehr Infos: http://europa.eu/rapid/press-release_IP-19-3396_en.htm