Erneuerbare Energien und aktuelle Entwicklung Brasilien

„Intersolar” – Veranstaltung Vom 27. bis 29. August fand in São Paulo eine Messe zum Thema PV-Energie statt, die Intersolar.

Es handelt sich um eine globale Veranstaltung mit Fokus auf Erneuerbare Energien und insbesondere Photovoltaik, PV-Produktionstechnik, thermische Technologien und elektrische Energiespeicher. Sie findet weltweit zu unterschiedlichen Terminen in München, Mumbai, Peking, São Paulo und San Francisco statt. Mit mehr als 300 Ausstellern und 25.000 Besuchern (darunter große Hersteller, Investoren und Regierungsvertreter) ist sie die größte Branchenmesse Südamerikas für die Solarindustrie. Auf der Messe wurden eine Reihe neuer Technologien und Projekte sowohl von größeren Unternehmen als auch von kleineren Start-ups vorgestellt.


Die hohe Anzahl der auf der Messe anwesenden Personen und Unternehmen deutet auf einen kleinen zukünftigen Solarboom in Brasilien hin. Die Strompreise sind hoch während die Kosten für Module sinken. Zusätzlich gibt es neue Regelungen für PV-Energie. Mehrere Staaten haben in den letzten Jahren einen Steuerfreibetrag der „ICMS” (d.h. Mehrwertsteuer) für Solarstromerzeuger eingeführt.


Auktion für Erneuerbare Energien: Die brasilianische Regulierungsbehörde für Elektrizität (ANEEL) hat kürzlich die Ergebnisse ihrer letzten Auktion ratifiziert, bei der 401 MW an Projekten genehmigt und auf 10 verschiedene Bieter in insgesamt 15 Projekten aufgeteilt wurden: 5 kleine Wasserkraftwerke, 6 Solarkraftwerke, 3 Windparks und 1 Biomasse-Thermokraftwerk.

 

Steuerbefreiung: Am 25. September wurde von dem Constitution and Justice and Citizenship Committee of the Brazilian Senate eine Steuerbefreiung für die Einfuhr von Waren und Ausrüstungen zur Solarstromerzeugung genehmigt, wenn auf dem brasilianischen Markt keine gleichwertigen Ausrüstungen verfügbar sind.

 

BVMW Brasilien in Kooperation mit ABEAMA (Verbamd Erneuerbare Energien Rio de Janeiro) bereiten für 28 März bis 04 April 2020 eine Unternehmersreise vor mit 10 brasilianischen Unternehmern im Bereich Erneuerbare Energien. Ziel ist es, das deutsche Unternehmen Investitionsmöglichkeiten sehen und neue Technologien und Projekte nach Brasilien bringen in zusammenarbeit mit den brasilianischen Unternehmen.

Die März Veranstaltung soll auch  über Rahmenbedingungen, Ausschreibungen sowie Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten für Projekte im Bereich der Bioenergie und Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung in Brasilien informieren. Brasilien hat in diesem Bereich ein enormes Potential und gleichzeitig einen hohen Nachholbedarf.

Mercosur /EU
Es ist als sehr positiv zu bewerten, dass ,nach fast 20 Jahren, Verhandlungen zwischen Südamerika – Mercosur (rund 512 Millionen Einwohner) und der Europäischen Union (rund 260 Millionen Einwohner) ein lang ersehntes Freihandelsabkommen geschlossen wurde, welches in den nächsten Jahren angewendet werden soll. Dieses Handelsabkommen könnte sich auf alle Branchen, inklusive der Erneuerbaren Energien auswirken, indem es den Zugang für ausländische Investoren nach Brasilien erleichtert. Neben mehreren strukturellen Änderungen wird das Abkommen schrittweise die Abschaffung der Zölle bewirken: 91 Prozent der bestehenden Einfuhrzölle auf EU-Waren sollen abgeschafft werden (92 Prozent für Importe in die MERCOSUR-Region). Nach Angaben der EU könnte dies zu einem Einsparpotenzial für europäische Importeure von ca. 4 Billionen Euro führen.

 

AKTUELLE ENTWICKLUNG BRASILIEN

 Die brasilianische Wirtschaft war in den letzten Jahren (hauptsächlich 2015 und 2016) durch eine Reihe negativer Schlagzeilen gekennzeichnet, darunter hohe strukturelle Defizite, steigende Inflation, politische Skandale und große Korruptionsfälle. Als Ergebnis dieser unsicheren Zeiten ist in Brasilien eine Rezession eingetreten, die zu allgemein niedrigeren in- und ausländischen Investitionen führte. Jedoch steht das Land mit günstigeren Aussichten und steigendem Marktoptimismus wieder im Fokus ausländischer und inländischer Investoren in nahezu allen Bereichen, einschließlich der Infrastruktur.


Die neue brasilianische Regierung (amtierend seit 2019 ) arbeitet systematisch an der Umsetzung einer Reform- und marktfreundlichen Agenda, die neben Entbürokratisierung, Privatisierung und einer grundlegenden Steuer- und Rentenreform auch eine Marktöffnung vorsieht.  Die meisten Beurteilungen kommen zu dem Ergebnis, dass die endgültige Genehmigung bald (wahrscheinlich noch 2019) erfolgen wird. Bruttoschätzungen zufolge wird sich dadurch das Defizit Brasiliens um Milliarden von Real (brasilianische Währung) verringern. Jedoch wird das künftige Wirtschaftswachstum in Brasilien davon abhängen, ob die Regierung in der Lage ist, diese wichtigen Reformen umzusetzen. Aber die Rentenreform und andere Vorschläge sind bedeutende Schritte nach vorn.

Die Wachstumsaussichten für Brasilien haben sich leicht verbessert, positive Signale sendete zuletzt der brasilianische Arbeitsmarkt. Gestützt wird der Aufschwung durch das anhaltend niedrige Zinsniveau. Neben der Geldpolitik stimulieren die Privatisierungen staatlicher Unternehmen und die Vergabe von Infrastrukturkonzessionen die Investitionstätigkeit.