News Brasilien Dezember 2020

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Die zweite Coronapandemiewelle schwappt auch in Brasilien nach oben, aber im Bundesstaat São Paulo ist davon nur die Gruppe bis zum Alter von 29 Jahren betroffen. Im Juni betrug ihr Anteil an den Gesamterkrankungen 20%, jetzt sind es bereits 27%. Deshalb haben z.B. die ABC-Gemeinden von Groß - São Paulo Kinos und Theater wieder geschlossen, Mannschaftssportarten dürfen bis auf Weiteres nicht ausgeübt werden. Die Auslastung der Intensivstationen in den Krankenhäusern stieg an, ist aber noch beherrschbar. Der durchschnittliche Krankheitsverlauf ist weniger schwer als zu Beginn der Pandemie. Der Übertragungsindex fiel von 1,3 in der letzten Woche auf aktuell 1,02. Die - wie in Deutschland freiwillige - Impfung der Bevölkerung wird vorbereitet, im Bundesstaat São Paulo sollen zuerst die über Fünfundsiebzigjährigen und Mitarbeiter des Gesundheitswesens geimpft werden, wahrscheinlich ab März 2021.

Die Arbeitslosigkeit, vor der Präsident Bolsonaro von Beginn an gewarnt hat und dafür kräftig kritisiert wurde, ging wegen der überraschend guten Wirtschaftserholung zurück. Zwischen März und Mai 2020 gingen coronabedingt 1,594 Millionen Arbeitsplätze verloren, aber im Oktober wurden 394.000 Arbeitsplätze geschaffen; das ist der beste Wert seit 2009. Trotzdem habe wir kumuliert immer noch 171.130 Arbeitsplätze weniger als zu Beginn der Pandemie.

Trotz der Pandemie haben sich die Lebensverhältnisse in Brasilien stetig gebessert, was sich in einem Anstieg der Lebenserwartung ausdrückt, sie beträgt heute 73,1 Jahre bei Männern und 80,1 Jahre bei Frauen, das ist ein Anstieg der durchschnittlichen Lebenserwartung seit 1940 um 31,1 Jahre. 1940 betrug der Anteil der über Fünfundsechzigjährigen an der Bevölkerung 2,4%, 2019 waren es 9,5%.

Das Bruttoinlandsprodukt wird 2020 voraussichtlich um 4,5% schrumpfen und 2021 um 3,4% wachsen. Die Inflation für beide Jahre wird auf 3,5% geschätzt. 2020 betragen die ausländischen Direktinvestitionen prognostizierte 45,1 Mrd. US$, 2021 sollen es 61,9 Mrd. US$ werden. 2019 waren es bereits 81,3 Mrd. US$. Das Abfallmanagement und die sehr gute Ausgangsposition Brasiliens für die weltweit angestrebte kohlenstoffemissionsarme Wirtschaft bieten schon heute gute Chancen für Investoren, ebenso natürlich die Landwirtschaft und ihre Zulieferer.

 

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