News Brasilien April 2021

Alle wichtigen News für Sie zusammengefasst

CORONAPANDEMIE

Brasilien hat ca. 214 Mio. Einwohner und Deutschland 86 Mio. Deutschland hatte zuletzt 2,744 Mio. Erkrankungsfälle, Brasilien sollte wegen seiner 2,4 fachen Einwohnerzahl deshalb nicht mehr als 6,5 Mio. haben, hat aber fast den doppelten Wert.

Bei den Todesfällen sieht es ä h n l i c h a u s . 7 6 . 0 0 0 i n Deutschland entsprechen bei identischen Verhältnissen in Brasilien 182.000 Opfern, aber leider sind es schon über 300.000.

D a b e i k a n n ma n n i c h t behaupten, dass Brasilien nichts gegen die Pandemie tut. Lock down, Maskenpflicht, soziale Distanzierung und Impfkampagnen sind auch hier verordnet. Wie in Deutschland gibt es leider auch in Brasilien Leute vom Schlage der Querdenker, die aber in Brasilien nicht demonstrieren, sondern lieber heimlich Feste feiern, die dann von der Polizei aufgelöst werden müssen.

In Kürze sollen mindestens 2 Mio. Menschen täglich geimpft werden, u.a. durch den Einsatz des in Brasilien entwickelten Serums Butanvac, welches vom berühmten Butantan-Schlangeninstitut gestern bei der Zulassungsbehörde ANVISA zur klinischen Erprobung angemeldet wurde.

A l l e i n d e r B u n d e s s t a a t Amazonas hat eine Fläche von 1,56 Mio. Quadratkilometern b e i  e i n e r Bevölkerungsdichte v o n 2 , 2 3 E i nwoh n e r n pro Quadratkilometer. Ungefähr die Hälfte der 4 Mio. Bewohner wohnen in der Hauptstadt Manaus, die 2000 km entfernt von der Amazonasmündung mitten im Urwald liegt. Deutschland hat zum Vergleich eine Fläche von 357.386 Quadratkilometern. Im Amazonas-Bundesstaat werden viele Menschen in ihrem Kanu geimpft. Wer zu gebrechlich dafür ist, wird zuhause in seiner Hängematte - Betten haben die meisten Uferbewohner nicht - geimpft.

Bei der Bewertung der Impfzahlen muss man diese Verhältnisse berücksichtigen. Das soll aber keine Entschuldigung dafür sein, dass sich die Pandemie in Brasilien weiter ausbreitet, dass medizinischer Sauerstoff knapp ist und die Intensivstationen der öffentlichen und privaten Krankenhäusern überbelegt sind. Hier sind aus politischen Erwägungen heraus sicher schwerwiegende Fehler auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene gemacht worden,
aber jetzt herrscht Konsens darüber, dass es so nicht weiter geht. Aber wenn die Bevölkerung nicht mitspielt, kann auch ein Präsident, Ministerpräsidenten und Bürgermeister wenig ausrichten. Jüngstes Beispiel ist das Vorziehen von Feiertagen in São Paulo, um eine längere arbeitsfreie Periode in der Osterzeit zu schaffen. Statt diese für die Isolierung zu nutzen, fahren vielen Brasilianer an den Strand, obwohl die Strände an der Atlantikküste gesperrt sind.

Eine Ausnahme bildet die Stadt Araraquara im Bundesstaat São Paulo. Die 240.000 Einwohner mussten sich einer rigorosen Beschränkung ihrer Bewegungsfreiheit auferlegen lassen, weil die Intensivstationen der Stadt voll belegt waren, Kranke in andere Städte verlegt werden mussten und die hoch ansteckende Manausvariante des Virus bei den Erkrankten nachgewiesen wurde. Das Resultat spricht für sich. Zwischen dem 21.2. und dem 21.3. ging der Mittelwert der täglichen Neuerkrankungen im Bundesstaat um 40% nach oben, während er in Araraquara um 58% zurückging. Die Stadtverwaltung verbot tagsüber, von wenigen Ausnahmefällen abgesehen, die Bewegung von Menschen und Fahrzeugen in der Stadt. Das sieht nach rigorosem Diktat aus und erinnert an die Abriegelung Wuhans zu Beginn der Pandemie. Aber warum sind Menschen uneinsichtig, wenn es um die Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit geht? Weil sie die Bedrohung nicht sehen und daher nicht glauben können. Man sollte einfach mal fragen, wer auf die Straße gehen würde, wenn er wüsste, dass sich ein Rudel hungriger Löwen in der Stadt herumtreibt.

Die wirtschaftlichen Folgen der Pandemiebekämpfungsmaßnahmen sind schwerwiegend, so haben etliche Autobauer die Produktion eingestellt, weil man befürchtet, dass sich die Mitarbeiter gegenseitig anstecken, aber auch, weil wichtige Komponenten in der Montage fehlen, die aufgrund unterbrochener Lieferketten nicht geliefert wurden.

In den Abendnachrichten wurden heute, am 27.3.21, diese Zahlen für Brasilien gezeigt:

3.368 Tote in 24 h                            310.694 Gesamtzahl der Todesopfer

Gleitender Mittelwert der Todesfälle +39% bzw. 2.548

81.909 neue Fälle in 24 h               12.489.232 Gesamtzahl der Fälle

Gleitender Mittelwert der Fälle + 16% bzw. 77.128

15.248.847 Erstimpfungen bzw. 7,2% der Bevölkerung

4.678.955 Zweitimpfungen bzw. 2,21% der Bevölkerung

 

INVESTITIONEN IN BRASILIEN

Das wirtschaftliche Leben in Brasilien geht trotz Pandemie weiter und verantwortungsbewusste Firmenleiter denken an die Zukunft und investieren, wie es die folgenden Beispiele zeigen:

10.12.20: Nach Angaben der Stadtverwaltung von Piracicaba, São Paulo, beabsichtigt Hyundai Motors Brasil den Bau eines Motorenwerks im Automotive Park. Es wird eine Fläche von 98.000 m2 beansprucht, mit einer Baufläche von 16.250 m2. Das Motorenwerk soll bis 2026 300 Arbeitsplätze schaffen, der Betrieb soll zwischen 2022 und 2025 aufgenommen werden. Die Stadtregierung schätzt die Investition in das Motorenwerk auf über 350 Millionen R$.

4.3.21: BRF hat seine Aktionäre und den Markt im Allgemeinen heute darüber informiert, dass es eine Absichtserklärung mit Aleph Farms unterzeichnet hat, einem israelischen Startup, das Proteine im Labor aus tierischen Zellen entwickelt. Die Vereinbarung zielt auf die Entwicklung und Produktion von Fleisch, das mit der patentierten Produktion von Aleph Farms gezüchtet wird, und der Vertrieb von Proteinen, die von dem Startup ausschließlich in Brasilien gezüchtet werden.

4.3.21: Die amerikanische Bunge, einer der größten Agro-Business-Unternehmen Welt, startete gestern ein Überwachungsprogramm für die indirekten Sojabohneneinkäufe im brasilianischen Cerrado. Es heißt Bunge Sustainable Partnership, und ermöglicht Händlern und Partnern den Zugang zu den Daten einschließlich Satellitenbilder. Ziel ist es, bis 2025 100% der gesamten Lieferkette zu überwachen, um den wachsenden Anforderungen der Kunden des multinationalen Unternehmens in aller Welt gerecht zu werden. Derzeit überwacht Bunge im Cerrado 30 Prozent der indirekt eingekauften Sojamengen und 96 Prozent der direkten Einkäufe. Bei den Direktkäufen gibt es ca. 8.000 landwirtschaftliche Anwesen, die eine Gesamtfläche von 11,6 Millionen Hektar belegen.

4.3.21: Das spanische Unternehmen Citri&Co, der größte Produzent von Zitrusfrüchten in Europa, hat eine Minderheitsbeteiligung in dem Unternehmen Agrícola Famosa in Ceará gekauft, welches die Produktion und den Export von Melonen und Wassermelone weltweit anführt. Mit dem Joint Venture werden die Unternehmen den Umsatz in mehreren Märkten, einschließlich der Vereinigten Staaten und Asien ausweiten. Dafür versprechen sie, in neue
Fabriken und Akquisitionen zu investieren.
4.3.21: Nachfrage nach Getränkedosen springt während der Pandemie nach oben. Der Umsatz wuchs im vergangenen Jahr um 7,3 %; die Branche erwartet, diese Leistung im Jahr 2021 zu wiederholen und wird 2 Mrd. R$ in die Expansion investieren, um die Kunden zu bedienen.

4.3.21: Rumo nimmt heute offiziell den Betrieb der Nord-Süd-Eisenbahn auf. Der Frachtumschlag wird auf dem südlichen Streckenabschnitt beginnen, aber bis Ende 2021 wird das gesamte Netzwerk in Betrieb sein, so Beto Abreu, Präsident des Unternehmens, das zur Cosan-Gruppe gehört. Die Einweihung des Unternehmens ist ein Meilenstein. Sie ereignet sich etwa zwei Jahre nachdem Rumo die Konzession erhalten hat und mehr als 30 Jahre nachdem der Korridor als "Eisenbahnrückgrat" zwischen dem Norden und dem Süden des Landes konzipiert wurde.

4.3.21: Die Anzahl der ländlichen Versicherungspolicen hat sich im letzten Jahr gegenüber 2019 mehr als verdoppelt, berichtete das Landwirtschaftsministerium am Mittwoch. Die Anzahl der Policen wuchs um 108 %, von 93.100 auf 193.400. Das Ministerium hat das
gesamte für das Programm vorgesehenes Budget in Höhe von 881 Mio. R$ dafür verwendet. Mi t diesem Bet ra g wurden l andeswei t 13, 7 Mi l l ionen Hek t a r und ei n Gesamtversicherungswert von 45,8 Milliarden R$ abgedeckt.
4.3.21: Taesa, das Energieübertragungsunternehmen, hat einen Expansionsplan, der Auktionen und Übernahmen vorsieht. Mit 39 Konzessionen erzielte das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Nettoumsatz von 3,56 Mrd. R$ und einen Gewinn von 2,26 Mrd. R$
7.3.21: Im letzten Jahr hat Gemü do Brasil - Entwickler von Ventilen, Mess- und Regelsystemen für Flüssigkeiten, Dämpfe und Gase - die Produktivität des
Vulkanisationsbereichs (Gummipressstufe zur Bildung der Dichtmembran des Ventils) um 27 % gesteigert. Das Ziel des Unternehmens im Jahr 2020 war es, die Produktion in diesem Bereich um 20 % zu verbessern.

7.3.21: Seit dem 1. März ist die Plansee-Gruppe mit Sitz in Österreich Mehrheitsgesellschafter bei Ceratizit. Bis dahin besaß die österreichische Gruppe 50 % des Kapitals des Unternehmens, das 2002 aus der Fusion von Plansee Tizit und der luxemburgischen Cerametal entstanden war. Spezialisiert auf die Herstellung von Hartmetallwerkzeugen, hat Ceratizit seinen Umsatz seit der Fusion verdreifacht.

7.3.21: Eine aggressive Akquisitionspolitik und der Fokus auf wirtschaftlich gesunde Nischen, wie z. B. das Agribusiness - das mehr als 70 % des Auftragsportfolios der OEM-Sparte ausmacht - haben es Randon Companies ermöglicht, im Jahr 2020 ein Nettoumsatzwachstum von 6,5 % im Vergleich zu 2019 zu erreichen und damit 5,4 Mrd. R$ Umsatz zu erzielen.
8.2.2021: Der Staatssekretär für Handel und internationale Beziehungen des Ministeriums für Landwirtschaft, Viehzucht und Versorgung (MAPA), Orlando Ribeiro, sagte, dass die Bundesregierung über Mittel in Höhe von rund 7,5 Mrd. US$ verfügt, um in der Zweijahresperiode 2021/22 in Infrastrukturarbeiten für die Agrarwirtschaft zu investieren.

 

MERCOSUL
Vor 30 Jahren unterzeichneten die Präsidenten Fernando Collor - Brasilien, Carlos Menem - Argentinien, Lacalle Herrera - Uruguay und Andrés Rodriguez - Paraguay den Vertrag von Asunción und gründeten damit, dem Vorbild der heutigen EU folgend, eine gemeinsame Wirtschaftszone. Heute muss leider festgestellt werden, dass die hehren Ziele von damals noch nicht erreicht wurden und der MERCOSUL von Uruguay sogar als Mühlstein am Hals
empfunden wird. Lacalle Pou, Präsident von Uruguay und z.Z.auch des MERCOSUL, forderte auf der Festsitzung, auf der das 30jährige Bestehen gefeiert wurde, eine Flexibilisierung und wurde indirekt vom argentinischen Präsidenten aufgefordert, den Block zu verlassen, wenn ihm die Bedingungen nicht mehr passen würden.

 

POLITIK
Mit Lula als möglichem Präsidentschaftskandidaten für die Wahlen in 2022 steht das Land nach Meinung vieler Wirtschaftsführer und Politikwissenschaftler vor einem Dilemma, welches an Odysses zwischen Skylla und Charybdis erinnert. So sagt Luiz Felipe d’Avila, Gründer des Centro de Liderança Pública - CLP, der u.a. das Buch „10 Mandamentos - Do Brasil que Somos para o País que Queremos3“ geschrieben hat, dass die Gesellschaft die Geduld mit dem Präsidenten verloren habe. Seiner Ansicht nach hat der Präsident ein Machtvakuum geschaffen, welches durch eine Mobilisierung der Gesellschaft ausgefüllt werden wird. Daran ist nicht nur die wirtschaftliche Elite des Landes interessiert und beteiligt, sondern auch die Führung des Kongresses. Ein äußeres Anzeichen des Druckes, der sich aufbaut, ist eine offener Brief von 1.700 Ökonomen, Bankiers und Unternehmern, mit dem Änderungen in der Bekämpfung der Pandemie von der Regierung gefordert werden. Bolsonaro zeigt auch bereits, dass er zum Einlenken bereit ist. Wie groß die Macht des Präsidenten trotz aller Beschränkungen, die im Legislative und Judikative auferlegen, ist, zeigt der Staatsanteil am Bruttoinlandsprodukt - 40%!

Luis Stuhlberger, der Manager des „Fundo Verde“ mit 52 Mrd. R$ von Itaú Unibanco, der seit Schaffung des Fonds in 1997 eine kumulierte Rentabilität von 18.681% erreicht hat, während CDI - Certificado de Depósito Bancario nur um 2.230% zulegten, verfügt über eine Stimme, die Gewicht in Brasilien hat. Diese verweigert er dem Präsidenten, obwohl er ihn 2018 gewählt hat. Stuhlberger hat den oben erwähnten offenen Brief mit unterzeichnet und macht aus seiner Enttäuschung über den Präsidenten kein Hehl. Er sieht für 2022 keine Kandidaten außer Bolsonaro und Lula mit Erfolgsaussicht und betont, dass die Unternehmerschaft verzweifelt einen geeigneten Zentrumskandidaten für die Präsidentschaftswahlen sucht. Er sieht aber auch Positives und betont, dass er nicht an eine Börsenblase glaubt, weil der Leitzins und auch die Inflation im einstelligen Bereich bleiben werden. Seiner Meinung nach ist auch die Zeit der unproduktiven Geldanlagen vorbei. Brasilien habe 26 Jahre unproduktiv in CDI investiert, heute seien Infrastrukturanleihen, Immobilienfonds und Kreditstrukturen an ihre Stelle getreten. Um Gewinn zu kreieren, werde dieses Geld jetzt der Realwirtschaft zugeführt. Abschließend sagte er in einem Interview, dass die Regierung Brasilien nicht helfen müsse, besser zu werden; sie müsse nur aufhören, es zu behindern. Ähnliches wurde früher schon über Italien gesagt.

Bleibt nur zu hoffen, dass es Bolsonaro gelingt, bis zum Ende seiner Regierungszeit wenigstens die Privatisierung der Staatsbetriebe zu verwirklichen, und die Steuerreform gegen den Widerstand des Kongresses durchzusetzen. Der Außenminister Brasiliens hat seine Kritik an China (5G) überzogen und wurde zum Rücktritt gedrängt. Der Nachfolger steht noch nicht fest. Kritik an China wird wegen des hohen Handelsanteils sowohl bei Importen als auch bei Exporten in Brasilien vermeiden, weil man Repressalien fürchtet. China kauft sich auch immer mehr in Brasilien ein, um u.a. bei Sojaimporten auf eigene Tradingfirmen in Brasilien zurückgreifen zu können. Am 29.1.2011 hatte ich schon geschrieben:

„KAUFT CHINA BRASILIEN?
Ganz so schlimm ist es noch nicht, aber 2010 führte China, gemessen an den Direktinvestitionen aus dem Ausland, die Liste der Länder an, die in Brasilien investieren. Zwei Gründe sind dafür verantwortlich. China hat immense Devisenreserven, die nur dann geschützt sind, wenn sie in Sachwerten angelegt sind. Außerdem hat China zu wenig Rohstoffe, um seine 1,3 Milliarden Volksgenossen angemessen zu versorgen und den Export auf der heutigen Höhe zu halten. Neben Brasilien versucht China auch in Afrika Fuß zu fassen.
Im letzten Jahr investierte China in Brasilien 17 Milliarden US$. An der Art der Investitionen kann man die Strategie ablesen, nämlich Rohstoffe und Nahrungsmittel nicht mehr einfach zu importieren, sondern in Brasilien selbst zu produzieren. Dazu geht China unter die Großgrundbesitzer. Von den 400 Millionen ha, die für den Ackerbau geeignet sind, nutzt Brasilien nur 50 Millionen. Diese Zahl vor Augen, fragt man sich, warum es so viel Ärger mit der Landreform in Brasilien gibt. Aber das ist ein anderes Thema. Auf jeden Fall kauft China riesige Ländereien, vor allem in der cerrado genannten Region. Im Juli 2010 war die Chongqing Red Dragonfly Oil Corporation in Barreiras in Bahia, um die Errichtung einer Fabrik zur Sojaölgewinnung zu verhandeln. Im Oktober 2010 hat Sinopec 40 % der brasilianischen Repsol - Niederlassung für 7,1 Milliarden US$ gekauft. Im März 2010 wurden 1,2 Milliarden US$ für den Bergbaubetrieb Itaminas vom chinesischen ECE (East China Mineral Exploration and Development Bureau) bezahlt. Das chinesische Vorgehen wird in Brasilien durchaus kritisch betrachtet, man spricht sogar schon von Neokolonialismus, weil im Gegensatz zu anderen ausländischen Investoren, die für den brasilianischen Bedarf produzieren, die chinesischen Firmen die Versorgung ihres eigenen Landes zum Hauptziel haben. Eine erste Maßnahme der brasilianischen Regierung gegen das chinesische Politbüro ist das Verbot des Verkaufes von landwirtschaftlich genutzten Flächen über 5000 ha an Firmen, die mehrheitlich in ausländischem Besitz sind. Ähnliches ist für den Bergbau geplant. 2010 exportierte Brasilien Eisenerz, Soja und Erdöl für 31 Milliarden US$ nach China, China exportierte für 26 Milliarden US$ Elektronikartikel, Maschinen und LCD - Bildschirme nach Brasilien“

 

RECHTSSICHERHEIT
Wie erwähnt, ist Lula wieder „satisfaktionsfähig“, d.h. er darf 2022 als Präsidentschaftskandidat antreten. Warum dies so ist, erinnert mich an einen Witz aus der braunen und roten Diktatur Deutschlands: „Das Urteil richtet sich nach dem gesunden Volksempfinden. Was gesundes Volksempfinden ist, bestimmt der Vorsitzende Richter.“
Lula ist zwar (noch) nicht freigesprochen, aber verfassungsrechtlich nicht nachvollziehbare Entscheidungen der obersten Bundesrichter Brasiliens haben ihm den Weg zur Wahl freigemacht und dafür gesorgt, dass nicht er im Rampenlicht der Anklage steht, sondern die Richter und Staatsanwälte, die für seine Verurteilung gesorgt haben. Das Mitglied des obersten brasilianischen Gerichts, Gilmar Mendes, sagte sogar: „Die Demoralisierung der brasilianischen Justiz ist nicht das Oberste Bundesgericht, sondern die Lava Jato - Operation, eine weltweite Schande.“ Was verwundert, ist die Reaktion der „Welt“, kein ausländischer Journalist regt sich darüber auf, sondern hackt lieber weiter auf Bolsonaro herum. Ein Beweis für die Existenz der berühmten Hühnerhof – Hackordnung; ist man erstmal ausgeguckt, entkommt man nur schwerlich der Verfolgung.

 

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