News Brasilien Juni 2021

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SOLARSTROM
Laut ABSOLAR sind in Brasilien bereits mehr als 600.000 Solarstromanlagen mit einer Gesamtleistung von 5,5 GW in 5.297 Gemeinden installiert. Diese Anlagen wurden zu 75% von privaten Verbrauchern installiert. Der Rest teilt sich wie folgt auf: 15% Handel und Dienstleistungen, 7% Landwirtschaft, 2,4% Industrie, 0,4% Öffentliche Hand.

Seit 2010 wurden für Solarstromanlagen 28 Mrd. R$ investiert und 166.000 Arbeitsplätze geschaffen. Die früher starke deutsche Solarstromindustrie existiert praktisch nicht mehr und hat es leider auch total versäumt, auf Länder wie Brasilien auszuweichen, um zu überleben. Hier muss wieder einmal betont werden, dass es äußerst kurzsichtig ist, aus ideologischen Gründen nicht in Brasilien zu investieren. Man muss Präsident Bolsonaro nicht mögen, aber weder er noch Lula und Dilma, seine PT-Vorgänger, sind Grund genug, sich von Brasilien fernzuhalten. Die deutsche Solarstromindustrie hat ihre Chance in Brasilien verpasst. Heute gibt es bereits viele brasilianische Unternehmen, die diesen Sektor besetzt haben.

BRASILIANISCHE INVESTITIONEN IN DEUTSCHLAND
werden erschwert, weil sich Banken weigern, für Firmen in Deutschland mit brasilianischer Beteiligung Konten zu eröffnen. So teilte z.B.CEBRAS aus Berlin Folgendes mit: „Brasilianische Unternehmen sind bei der Deutschen Bank offensichtlich nicht willkommen. Wir haben soeben eine kategorische Antwort von der Zentrale der Deutsche Bank AG in Berlin auf unsere Anfrage zur Kontoeröffnung für deutsche Handelsunternehmen (!) mit brasilianischer Beteiligung erhalten. Die Zentrale in Berlin erachtet Brasilien als "Hochrisikoland" und "könne daher keine Konten für deutsche Unternehmen mit Brasilienbezug eröffnen": "Wir können dies intern nicht darstellen und würden nicht gemeinsam glücklich". Soweit die Deutsche Bank zu dem größten Wirtschaftspartner Deutschlands in Südamerika. Diese mangelnde Gegenseitigkeit macht nachdenklich und wirft Fragen unterschiedlichster Natur auf. Es geht tatsächlich um die Versagung von Konten in Deutschland für Deutsche Unternehmen (!) mit brasilianischer Gesellschafterbeteiligung. Es sind keineswegs Auslandskonten in Brasilien gemeint. Allein die Tatsache dass die
Gesellschafter Brasilianer sind, reicht aus, um eine Kontoeröffnung kategorisch und allgemein zu versagen. Auf der einen Seite wirbt Deutschland für den Standort Deutschland und wenn die Unternehmen dann kommen, schießen manche Banken quer. Liegt es allein an den jüngsten Entwicklung in BR?“

FINANZINSTITUTE MACHEN REKORDGEWINNE
Die CAIXA (Bundessparkasse) hat im ersten Vierteljahr 4,6 Mrd. R$ Nettogewinn erzielt. Das sind 50,3% mehr als im ersten Quartal des Vorjahres, aber 19,3% weniger als in den Monaten Oktober bis Dezember 2020. Die Ausfälle stiegen jedoch von 1,73 % im Dezember 2020 auf 2,04 % im März 2021. Es gab einen Rückgang im Vergleich zum März 2020, als der Indikator bei 3,14 % lag. Unternehmen mit freien Ressourcen und Wohnungsbau waren die Segmente, in denen es im Quartal die meisten Verschlechterungen gab.

MONTE EQUTITY PARTNERS EXPANDIERT IN BRASILIEN
Das Unternehmen hat Konzessionen von Odebrecht übernommen und will im Nordosten und Mittleren Westen Brasiliens über die neue Firma Monte Rodovias im Straßenfernverkehrsbereich tätig werden. Die großen Konkurrenzgruppen fokussieren sich bisher auf den Süden und den Südosten. Im O VALOR ECONÔMICO konnte man dazu dies lesen: „Das Unternehmen stieg in den Sektor durch den Erwerb von drei Konzessionen ein: Bahia Norte, Rota do Atlântico und Rota dos Coqueiros - die letzten beiden im Bundesstaat Pernambuco. Die Gruppe begann mit dem Kauf des 50%igen Anteils von Odebrecht an den Unternehmen Anfang 2020. Später wurden die Anteile der anderen Partner, Invepar und der Cornélio Brennand Gruppe, übernommen. Die drei Verträge, die noch 20 Jahre in Kraft sind, haben bereits 1,5 Milliarden R$ an Investitionen von den ursprünglichen Aktionären erhalten, sehen aber noch weitere 1,4 Milliarden R$ vor.“ Man kann nur hoffen, dass deutsche Firmen rechtzeitig die Möglichkeiten erkennen, die eine Investition in die Infrastruktur Brasiliens bietet und nicht auch diese Gelegenheit für gute Geschäfte verpassen. Als FHC, wie der frühere Präsident Fernando Henrique Cardoso in Brasilien genannt wird, etliche Staatsunternehmen privatisierte, hatten sich deutsche Firmen vornehm zurückgehalten - zu ihrem eigenen Schaden.

RAIA DROGASIL IN GANZ BRASILIEN TÄTIG
Eine Drogerie-und Apothekenkette dieser Größe ist ungewöhnlich. Wie die Firma jetzt mitteilte, wird man noch in diesem Jahr in jedem Bundesstaat Brasilien tätig sein. Dazu fehlen nur noch Niederlassungen in Acre, Amapá und Roraima. Diese sollen auch als hubs für die Auslieferung an Kunden aus dem Internethandel dienen. In 2021 und 2022 sollen 240 Geschäfte pro Jahr eröffnet werden, z.Z. verfügt die Gruppe über 2.319 physische Verkaufsstellen. Digital wurden im Einzelhandel im ersten Quartal 7,7% abgewickelt. Man hat bereits 2.300 kleine Verteilzentren und stellt Medikamente per motorisierte Boten in 354 Städten zu. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres erzielte die Gruppe einen Nettogewinn von 176,2 Mio. R$, 42% mehr als im Vorjahresvergleichszeitraum. Der Umsatz stieg im ersten Vierteljahr 2021 um 13,5% auf 5,62 Mrd. R$.

CORONAIMPFUNG
Per 11.5.2021 wurden in Brasilien insgesamt 48,2 Mio. Impfungen vorgenommen, damit sind 15,5 Mio. Personen bzw. 7,4% der Bevölkerung komplett geimpft. Zum Vergleich wurden weltweit 1,35 Mrd. Impfungen vorgenommen und 4,2% der Weltbevölkerung sind komplett geschützt.

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