DÄNEMARK

Benny Egholm Sørensen | Leiter des Auslandsbüros

Dänemark wird von Reformern gerne als Beispiel für einen deregulierten Arbeitsmarkt angeführt, weil das Land über keinen mit der deutschen Regelung vergleichbaren Kündigungsschutz verfügt. Allerdings liegt der Anteil der öffentlich Beschäftigten mit ca. 28 % (800.000) (2006) aller Erwerbstätigen (ca. 2.800.000) etwa doppelt so hoch wie in Deutschland. Umgerechnet nach Vollzeitbeschäftigung steigt dieser öffentliche Anteil auf über 38 % von insgesamt über 2,3 Millionen Vollzeitbeschäftigten. Unter dem Motto „Flexicurity“ werden liberale Beschäftigungsregelungen, hohe soziale Absicherung und eine aktive Arbeitsmarktpolitik miteinander kombiniert. Arbeitslose erhalten eine wesentlich höhere Arbeitslosenunterstützung als in Deutschland, wenn sie in die Kasse für Arbeitslose (a-kasse) einbezahlt haben und berechtigt sind, Arbeitslosenbezüge zu erhalten. So verlieren Personen, die sich länger als ein Jahr (der letzten 7 Jahre vor Antrag auf Arbeitslosengelt) außerhalb der EU aufgehalten haben, ihr Recht auf Arbeitslosengelt, unabhängig davon, ob sie in die Arbeitslosenkasse einbezahlt haben oder nicht. Personen, die Anrecht auf Arbeitslosengelt haben werden umfassend für neue Stellen qualifiziert.

Der gewerkschaftliche Organisationsgrad ist extrem hoch (68 % im Jahr 2015).Tarifverhandlungen finden zentralisiert zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften statt. Zwar besitzt Dänemark keinen gesetzlich festgelegten Mindestlohn, aber Mindestentgelte werden in der Regel durch Tarifverträge normiert und von den Betrieben eingehalten. Die Gewerkschaften haben das Recht, zum Boykott gegen Arbeitgeber aufzurufen, die sich nicht an die Tarifregelungen halten. Obwohl das dänische System den Arbeitgebern hohe Zugeständnisse abverlangt, wird es im Allgemeinen von allen Beteiligten akzeptiert, weil es sich in den vergangenen 100 Jahren als sehr erfolgreich erwiesen hat.

In internationalen Vergleichen schneidet Dänemark zumeist sehr gut ab. Die Beschäftigungsquote – auch bei älteren Arbeitnehmern – ist die höchste in der EU. Trotz der extrem hohen Steuer- und Abgabenquote (der Mehrwertsteuersatz beträgt 25 %, dies gilt ebenfalls für Bücher und Lebensmittel, der Spitzensteuersatz der Einkommensteuer liegt bei 59 %) gilt das Land als sehr flexibel und wettbewerbsfähig. Der Lebensstandard der Dänen ist einer der höchsten in der Welt, die Staatsverschuldung vergleichsweise niedrig. Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Dänemark einen Index von 125 (EU-28:100) (2014). Mit Haushaltsüberschüssen von 4,9 % und 4,2 % des Bruttosozialprodukts war Dänemark in den Jahren 2005 und 2006 Spitzenreiter in der EU. Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegt Dänemark Platz 12 von 137 Ländern (Stand 2017–2018). Im Index für wirtschaftliche Freiheit belegt das Land 2017 Platz 18 von 180 Ländern.

Nach Jahren des hohen Wirtschaftswachstums hatte sich auch die dänische Wirtschaft in Folge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise in einer Rezession befunden. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im Jahr 2009 um 5,9 Prozent und 2010 erneut um 1,7 Prozent. Im Zeitraum 2011 bis 2014 stieg das BIP wieder leicht an. Im Jahr 2015 wuchs die dänische Wirtschaft um 1,1 Prozent. (Quelle: Wikipedia)

Grundlegende Indikatoren

 

  • Fläche: 43094 qkm
  • Einwohnerzahl: (2017) 5,8 Mio.
  • Politisches System: Konstitutionelle Monarchie mit parlamentarisch-demokratischem Regierungssystem
  • Territoriale Struktur: Seit dem 1. Januar 2007 ist Dänemark in fünf Regionen mit insgesamt 98 Kommunen aufgeteilt
  • Hauptstadt: Kopenhagen
  • Amtssprache: Dänisch, deutschsprachige Minderheit in Nordschleswig (bis zu 15.000), einheimische Sprachen auf Färöern und Grönland (Färöisch bzw. Grönländisch)
  • Währung: Dänische Krone (dkr)
  • Jahresdurchschnitt Wechselkurs (2018): 1 Euro = 7,463 dkr

 

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Benny Egholm Sørensen

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