Führung in Zeiten der Pandemie – ein Überblick

Gerade in der Pandemie ist erfolgreiche Führung von Unternehmen und MitarbeiterInneen mehr denn je Voraussetzung, um wettbewerbsfähig und erfolgreich zu wirtschaften und damit Arbeitsplätze zu sichern...

Gerade in der Pandemie ist erfolgreiche Führung von Unternehmen und MitarbeiterInnen mehr denn je Voraussetzung, um wettbewerbsfähig und erfolgreich zu wirtschaften und damit Arbeitsplätze zu sichern. Resilienz und Attraktivität für Kunden und MitarbeiterInnen (MA) müssen gewährleistet sein. Ziel dieses Artikels von Michael Kemnitz ist es, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, insbesondere für remote work Empfehlungen und Tipps zu geben.


1. Führungsaspekte

Zur Pandemiebekämpfung die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse beachten, die sich naturgemäß weiterentwickeln können. Informationen und Aufklärung ausschließlich über seriöse Medien!
Klug abwägende und konsequente Führung durch Unternehmensleitung und Führungskräfte sicherstellen. Professionell, klar und stetig kommunizieren, um Vertrauen zu schaffen. Erwartungen und Spielregeln (z.B. ab- bzw. zurückmelden) deutlich äußern, alle Vereinbarungen vorleben. Hohe Selbstorganisation der Führungskräfte erforderlich! Bei (virtuellen) Meetings Pausen einplanen (z.B. Beginn 09:05, Ende 09:50). Spaltung der Belegschaft (z.B. in Geimpfte und Ungeimpfte) vermeiden. Hierzu aufklären sowie Personaleinsatz entsprechend der Häufigkeit von Personenkontakten vorsehen. Ebenso remote work organisieren. MA Vertrauen entgegenbringen, klare Zielvorgaben /-vereinbarungen und Nachverfolgung deren Erreichung erforderlich.

2. Emotionale Aspekte

MA als Ganzes sehen, nicht nur auf die technische Abarbeitung der Tätigkeiten achten, sondern auch die psychische Belastung berücksichtigen (z.B. Videokonferenz-Müdigkeit, Doppelbelastung durch gleichzeitiges Homeschooling, Vereinsamung). Mitarbeitergesundheit als Schlüssel für den Unternehmenserfolg begreifen.
Geeignete Maßnahmen: Anti-Depressionstrainings, virtuelles gemeinsames Kaffee- und Teetrinken (1:1 oder in Gruppen) sowie Telefonkonferenzen beim Spazierengehen (Achtung: Datenschutz und –sicherheit!). Den MA eine Perspektive für die Zeit in und nach der Pandemie geben (durchhalten, um Unternehmen und eigenen Arbeitsplatz zu sichern, ggf. Boni während der Pandemie; besondere Leistungen für die Zeit nach der Pandemie in Aussicht stellen, die vorteilhaft für MA sind, z.B. Leasingrad, Essensgutscheine für MA und Familie oder andere derzeit nicht mögliche Leistungen). Zudem Planungsworkshops mit unterschiedlichen Zeithorizonten (3, 6, >6 Mt.).

3. Organisatorische Aspekte

Remote work / Homeoffice wo immer möglich einführen. Begründete Ausnahmen (z.B. beengte Räumlichkeiten in der Wohnung der MA) pragmatisch handhaben. Mit den MA Ziele vereinbaren. MA bei Homeoffice-Pflicht zur Annahme des Angebots bewegen, Rechtsstreitigkeiten möglichst vermeiden.
Nicht alle Arbeitsplätze geeignet für virtuelles Arbeiten (z.B. produktionsnahe Tätigkeiten). Vor- und Nachteile virtuelles Arbeiten: Weniger Wegekosten/ -zeiten, aber weniger physische Kontakte. Umgekehrt bei Präsenzarbeit.

4. Technische Aspekte

Information aller MA über zu ändernde Prozesse (z.B. Homeoffice bzw. Präsenzarbeit). Bestehende Prozesse überdenken (z.B. Art / Frequenz von Besprechungen, einheitliche Kommunikationstools …). Alle MA mit den erforderlichen Arbeitsmitteln (z.B. Mobiltelefon, Laptop) ausstatten und sie entsprechend schulen / trainieren.

5. Rechtliche Aspekte

Einhaltung aller Regeln. Infektionsschutznormen können sich je nach aktuellen wissenschaftlicher Erkenntnissen und Entwicklung der Pandemie ändern. Dies ist hinzunehmen, die jeweiligen Regeln sind zu beachten. Ebenso das individuelle und kollektive Arbeitsrecht sowie den Datenschutz. Alle Maßnahmen entsprechend organisieren.

 

Michael Kemnitz, Volljurist, war langjähriger Personalleiter in Mittelstand und Konzern und ist Mitglied der BVMW Task Personal. Kontakt: Michael.kemnitz@gmx.de ; 0172 6329176