Überbrückungshilfen dämpfen wirtschaftliche Notlagen nur teilweise

Begrenzung bis Ende August stellt zahlreiche Branchen vor neue Probleme. Stellungnahme des BVMW Nordbayern...

"Der Mittelstand begrüßt im Grundsatz die von der Bundesregierung initiierten Corona-Überbrückungshilfen. Insbesondere die Reisebranche hat mit diesem Programm nun deutlich bessere Möglichkeiten, ihre massiven Verluste durch Stornierungen zumindest zum Teil zu kompensieren", sagt Edgar Jehnes vom BVMW Nordbayern in einer Stellungnahme zu den Corona-Überbrückungshiilfen.

Problematisch für einige Branchen sieht Jehnes jedoch die Befristung des Programms bis Ende August 2020. „Wir sind mit vielen Messebauern und Veranstaltungsprofis im Gespräch, die uns klar zu verstehen geben, dass das Geschäft für sie in weiten Teilen für dieses Jahr gelaufen ist. Die meisten größeren und alle großen Veranstaltungen sind in das kommende Jahr verlegt worden, so dass mit einer Erholung für diese Branchen erst ab 2021 gerechnet werden kann. Bundesregierung und Landesregierungen sollten also schon jetzt über die Zeit nach dem Sommer nachdenken, wenn ohnehin mit einer massiven Insolvenzwelle zu rechnen sein wird“, so Jehnes.

Die Bedeutung der Veranstaltungsbranche ist für die deutsche Wirtschaft immens: Sie ist der sechstgrößte Wirtschaftszweig (Businessveranstaltungen ohne Kultur- und Kreativwirtschaft). Inklusive Kultur- und Kreativwirtschaft ist die Veranstaltungswirtschaft sogar die zweitgrößte Branche in Deutschland mit etwa ca. 250,0 Mrd. Euro Umsatz im Jahr.