Eine Zukunft mit Chancen, Risiken und neuen Perspektiven

Prof. Dr. Matthias Fifka zu den „Megatrends des 21. Jahrhunderts“

Die Arbeits- und Unternehmenswelt verändert sich in rasantem Tempo. Konnektivität, Wissen und Globalität spielen im neuen Wertekanon die entscheidenden Rollen. Individualität und demographischer Wandel bestimmen die Ressource Mitarbeiter. Was bedeutet das für die Unternehmen? Wie müssen sie sich aufstellen und verändern? Dazu gab Prof. Dr. Matthias Fifka,  Vorstand des Instituts für Wirtschaftswissenschaft und Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Erlangen-Nürnberg, in einer Veranstaltung des Brose Bamberg Business Clubs mit Kooperationspartner BVMW pragmatische und nachvollziehbare Anregungen.

Brose Bamberg Business Club-Verantwortliche Ariane Keupp und Edgar Jehnes vom BVMW Nordbayern begrüßten zu dieser Veranstaltung im ausgebuchten VIP-Bereich der BROSE ARENA mehr als 60 Gäste. Sie hatten ein „spannendes Thema mit guten Gedanken für die eigene Arbeitswelt griffig, nachvollziehbar und transparent“ präsentiert bekommen. So die Aussagen nach Prof. Dr. Fifkas Vortrag „Megatrends des 21. Jahrhunderts – acht Entwicklungen, die Sie verstehen müssen, um Ihr Unternehmen in die Zukunft zu führen“. Dass Trends gleichermaßen Chancen und Risiken beinhalten, verdeutlichte Prof. Fifka am Beispiel von Nokia und Apple: „Nokia hat den digitalen Trend verpasst, Apple hat ihn sehr gut verstanden!“

Konnektivität, der sperrige Begriff für unser inzwischen vollständig vernetztes Leben, bestimmt heute als Schlüsseldisziplin die Unternehmenswelt. Kunden können in der digitalen Welt problemlos in Entwicklungsprozesse einbezogen, das Verhalten der Menschen gemessen oder deren Persönlichkeitsstruktur aus Facebook-Likes abgeleitet werden. Wissen ist in der heutigen Gesellschaft von höchster Bedeutung und wesentlich wichtiger geworden als die eigentliche Produktion, wie Prof. Fifka am Beispiel der iPhone6 Marge belegte: einem mittleren einstelligen Eurobetrag für die Foxcom-Produktion stehen über 400 Euro für das Apple-Budget gegenüber.

Vor diesem Hintergrund kaufen Chinesen weltweit Wissen und Technologie ein. Diese sogenannten weichen Ressourcen werden im Gegensatz zu den festen und flüssigen Stoffen Öl, Wasser und seltenen Erden zwar nicht knapp, aber zunehmend bestimmenden und entscheidenden. Zeit und Raum spielen dagegen in der „glokalen Welt“ nach Überzeugung von Prof. Fifka keine große Rolle mehr: „Lokale Ereignisse können innerhalb von Minuten globale Auswirkungen haben, wie das Beispiel Lehman Brothers zeigt.“

Die digitale Welt der sozialen Medien prägt auch das Konsumentenverhalten: „Preis und Qualität dominieren zwar, aber soziales und ökologisches Verhalten gewinnen an Bedeutung. Belohnungen und noch mehr Bestrafungen rücken in den Vordergrund. Deshalb gilt es, die sozialen Medien zu verstehen, schnell, individuell und im Sinne des Kunden und der gesellschaftlichen Verantwortung richtig zu handeln“, so der Ratschlag von Prof. Fifka. Gleichzeitig müsse den individuellen Wünschen einer sich verändernden Gesellschaft Rechnung getragen werden. Alter sei kein Differenzierungsmerkmal mehr, jeder möchte jung und fit sein.

Demografischer Wandel und „New Work“ sind für Prof. Fifka bestimmende Merkmale der heutigen und zukünftigen Arbeitswelt: „In Deutschland, der zweitältesten Gesellschaft der Welt, müssen Vernetzung und Wissenstransfer zwischen der aus dem Arbeitsleben ausscheidenden und der nachrückenden Generation optimal organisiert, alte und junge Menschen zusammengebracht werden. Dabei sind die Unternehmen auf die Generation der Millennials, die heute 25- bis 30-Jährigen ganz besonders angewiesen.“ 

Kontakt

Edgar Jehnes
Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW)
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