Pakt für Aus- und Weiterbildung

Bildung in die Mitte der Gesellschaft führen - Lothar Lehner zur gemeinsamen Erklärung der Bildungsallianz des Mittelstands*)

Landkreis Göppingen – Deutschland vernachlässigt sehenden Auges seinen wichtigsten Leistungsträger – den Mittelstand, so Lothar Lehner, Repräsentant des BVMW e. V. im Landkreis Göppingen. 

Weshalb? Es fehlen Fachkräfte. Es gibt zu viele Schul- und Studienabbrecher und zu viele unbesetzte Ausbildungsplätze. Es mangelt an Lehrkräften, gerade im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich, und die Bildungsinfrastruktur ist vielfach in einem desaströsen Zustand.

Gerade der letzte Punkt erzürnt Lothar Lehner und seine Mitgliedsunternehmen im Hinblick auf die Diskussion zum Michelberg-Gymnasium in Geislingen an der Steige. Schulen als Bildungseinrichtungen stellen Infrastruktur dar, für die der Staat zuständig ist. In einem Land, in dem Rohstoffe nicht im Überfluss vorhanden sind, ist Bildung die zentrale tragende Säule für den Wohlstand auch zukünftiger Generationen. Längst hätte das Land zum Thema Michelberg-Gymnasium über den Status quo hinaus Flagge zeigen und der Stadt konkrete Gestaltungsvorschläge zur Sanierung und Kostenbeteiligung vorlegen können, gerade auch vor dem Hintergrund immer drängender werdender Fragen zur Erhaltung unserer Umwelt.

Und damit zusammenhängend stimmt Lehner einem weiteren Punkt der Bildungsallianz des Mittelstands zu: „Es fehlt zunehmend die Wertschätzung für das Händische, den Blaumann, die Praxis, das Nichtakademische.“

Deutschland braucht eine echte Wende in der Bildungspolitik für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und das Wirtschaftswachstum. Eine Wende, die die föderale Bildungslandschaft in ihrer Vielfalt stärkt und weiterentwickelt. Es ergeht daher an die kommende Bundesregierung die Forderung, (Aus- und Weiter-)Bildung wieder in die Mitte der Gesellschaft zu führen. Wir brauchen einen anwendungsorientierten, vielfältigen, regional orientierten föderalen Bildungspakt, der dieser mittelstandsgeprägten Gesellschaft gerecht wird. Eine Orientierung der (Aus- und Weiter-)Bildung an den realen Anforderungen der Sozialen Marktwirtschaft und einer liberal-demokratischen Gesellschaft muss folgende Ziele aufweisen:

 

  • eine Dynamisierung der Entwicklung von (Aus- und Weiter-) Bildungsinhalten und eine verbesserte praxisbezogene Ausbildung besonders für (Hochschul-)Lehrerinnen und Lehrer,
     
  • mehr nutzenstiftende Verbindungen (zwei Lernorte) zwischen beruflicher und akademischer (Aus- und Weiter-)Bildung und mehr adäquate dynamisierte (Aus- und Weiter-)Bildungsmöglichkeiten,
     
  • mehr gestaltende Eigenverantwortung für Schulen und Hochschulen,
     
  • (Weiter-)Bildung als lebenslanger Bestandteil der persönlichen, beruflichen und unternehmerischen Entwicklung,
     
  • leistungsfähige digitale Infrastrukturen für alle Bildungseinrichtungen und ihre Mitglieder sowie
     
  • Gebäude mit qualitativ hochwertiger Labor- und digitaler Ausstattung, die einer hochentwickelten Industrienation gerecht werden.

 

 

Um diese Ziele zu erreichen, wird ein regional ausgerichteter föderaler Bildungspakt gefordert sowie mehr finanzielle Mittel für ein vielfältiges und auf die Bedarfe der Regionen ausgerichtetes Bildungssystem. Lehner weiter: „Die Durchlässigkeit und Anschlussfähigkeit muss für alle Jugendlichen in der Fläche erhalten bleiben.“ Dazu braucht es einen klugen Föderalismus mit mehr qualitativer Zentralisierung bei gleichzeitiger Dezentralisierung (Übernahme lokaler Eigenverantwortung) und mehr Beteiligung der Gesellschaft, insbesondere der Wirtschaft an der (Aus- und Weiter-)Bildungsgestaltung. Weiter wird eine aktive Strukturpolitik gefordert, die qualifizierte Fachkräfte in den Regionen hervorbringt, exzellente Karrierechancen für junge Menschen schafft und damit verlässliche Impulse an die Wirtschaftsunternehmen sendet.  

 

*) Die Bildungsallianz des Mittelstands (B@M) ist als Zusammenschluss von 22 Verbänden und Initiativen aus Bildung und Wirtschaft das größte Bildungsnetzwerk Deutschlands, dessen Mitglieder die Interessen von 380.000 Lehrerinnen und Lehrern, Erzieherinnen und Erziehern sowie Dozentinnen und Dozenten aus dem Bildungsbereich vertreten. 

Prof. Dr. Martin Wortmann, Generalsekretär der Bildungsallianz des Mittelstands 
Arthur Zimmerman, Vorstandsvorsitzender B@M
Jürgen Böhm, Stv. Vorsitzender B@M, Bundesvorsitzender des Verbandes Deutscher Realschullehrer
Joachim Maiß, Stv. Vorsitzender B@M, Bundesvorsitzender des Verbandes der Lehrkräfte für Berufsbildung.

 
Rückfragen
Lothar Lehner
Selbständiger Repräsentant des BVMW e. V.
Büroadresse:
Dorfstr. 12
73312 Geislingen
Tel. 07331 / 210 599
E-Mail: lothar.lehner@bvmw.de


Geislingen, 15.10.2021