Mit regionalem Profil sich vom Weltmarkt abgrenzen

Hermann Färber spricht beim BVMW über die Zukunft der Landwirtschaft

Hermann Färber, MdB, beim BVMW Business Lunch in Göppingen

Mit der Vermarktung der Erzeugnisse in der Region kann es Bauern gelingen, sich von den unter Druck stehenden Weltmarktpreisen abzukoppeln. Diesen Rat gab der CDU-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende des Ausschusses Ernährung und Landwirtschaft im Deutschen Bundestag, Hermann Färber, bei einem Business-Lunch, zu dem Lothar Lehner, Repräsentant des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) im Landkreis Göppingen, eingeladen hatte. Die Veranstaltung fand unter dem Titel: „Die Zukunft der Landwirtschaft“ statt. Diese sieht der Politiker, von Hause aus selbst Landwirt, gar nicht so schwarz. Hermann Färber machte den Menschen Mut, den Beruf des Landwirts zu erlernen aller Widerwärtigkeiten zum Trotz. In der Agrarpolitik sei in der Vergangenheit vieles, aber nicht alles schiefgelaufen, analysierte Färber in seinem Vortrag vor Unternehmern die Situation.

 

Preisverfall und hohe Auflagen in vielen Bereichen machten den Bauern zu schaffen. An den Landwirt von heute würden immer mehr Ansprüche gestellt. Er sei nicht nur der Lebensmittelproduzent, sondern habe auch diverse Aufgaben im Bereich Natur- und Gewässerschutz, beim Tierwohl, im Klimaschutz oder in der Biodiversität zu erfüllen. Die Ansprüche der Gesellschaft an die Bauern würden steigen, dafür einen höheren Preis bei landwirtschaftlichen Produkten zu bezahlen, sei sie jedoch nicht immer bereit, beklagte sich Färber und sieht darin eine große Diskrepanz zwischen Anspruchsdenken und Verhalten.

 

Die Aufgaben der Landwirte seien mit den aktuellen Weltmarktpreisen, die von wenigen Konzernen diktiert würden, nicht zu bewerkstelligen. Färber rät den Bauern deshalb dazu, sich von Konzernen unabhängig zu machen und neue Vermarktungsstrategien zu überdenken. Dabei komme der Regionalität große Bedeutung zu. Für in der Region erzeugte Produkte seien die Menschen bereit, mehr Geld auszugeben. Ein Vermarktungsmodell könnte dabei die Genossenschaft sein, regte Färber an. Welche Lösung man jedoch auch wähle, sie verlange einen hohen Einsatz an Marketing und Werbung und es brauche Zeit, bis sich der Erfolg einstellt.

 

In seinem Vortrag schnitt der Abgeordnete zahleiche landwirtschaftliche Themen an, skizzierte den zumeist aus anderen Berufszweigen kommenden Gästen des Business-Lunch die tägliche Arbeit eines Landwirts und zeigte auf, mit welchen Problemen sich die Bauern beschäftigen.  Auf 20 Jahre würden in der Regel Bauern bauliche Maßnahmen finanzieren, weshalb Veränderungsprozesse nicht von heute auf morgen, sondern nur mittelfristig möglich seien. Eine klare Absage erteilte Färber Ideen, landwirtschaftliche Produkte künstlich herzustellen, wie dies aktuell beim Fleisch (Stichwort: In-Vitro-Fleisch) versucht werde.

 

An Färbers Vortrag schloss sich eine rege Diskussion an, in der anwesende Bauern auch mit Kritik an der Landwirtschaftspolitik früherer Bundes­regierungen nicht sparten. Unternehmer anderer Branchen wiesen die Landwirte jedoch darauf hin, dass sie einen Teil ihrer Probleme auch selbst lösen müssten. Fertige Konzepte dürfe niemand erwarten, dafür seien eben auch Landwirte eigenständige Unternehmer, die schauen müssten, dass ihr Betrieb laufe. „Die Hürden der Bürokratie kennen auch die nicht dem Agrarsektor zugehörigen Unternehmen“, stellte ein Versammlungsteilnehmer fest.

 

Zu Beginn der Veranstaltung im Hotel „Hohenstaufen“ in Göppingen hatte BVMW-Repräsentant Lothar Lehner (Geislingen) die Gäste des Business-Lunch über die wirtschaftliche Bedeutung der Landwirtschaft informiert und mit einem kurzen Erklär-Video auch den technischen Wandel in dem Wirtschaftszweig in den vergangenen Jahrzehnten dargestellt.

 

Rückfragen

Lothar Lehner

Selbständiger Repräsentant des BVMW e. V.

Büroadresse:

Dorfstr. 12

73312 Geislingen

Tel. 07331 / 441862

E-Mail: lothar.lehner@bvmw.de

 

 

Geislingen, 11.03.2022