Corona gefährdet Schulprojekt in Guinea

Spenden bleiben aus - BVMW-Kreischef Lehner unterstützt Initiative von Christopher Goelz, Unternehmer im Landkreis Göppingen

Region Stuttgart | Göppingen. In Kindia, einer 180.000 Einwohner-Stadt im westafrikanischen Guinea, will Christopher Goelz mit seinem eingetragenen Verein „Amis de Guineé ein im vergangenen Jahr begonnenes Schulprojekt fortführen. Doch wegen der Corona-Krise sprudeln nicht wie erhofft die Spendengelder. Dabei drängt die Zeit, denn mit dem neuen Schuljahr ab Oktober muss es an der Privatschule eine weitere Klasse geben.

 

Guinea gehört trotz seiner vielen Bodenschätze zu einem der ärmsten Länder Afrikas. Hier zu helfen, ist für Christopher Goelz ein Anliegen. Vor allem seit der in Oberwälden lebende Diplom-Ingenieur einen Jungen aus dem Land adoptieren konnte. Jakob kam einst als unbegleiteter jugendlicher Flüchtling in den Stauferkreis. Um seinem Adoptivvater einmal seine Herkunft zu zeigen, flogen die beiden 2018 erstmals nach Guinea. Dort entstand die Idee für eine Cashew- und Mango-Manufaktur, die den Menschen dort Arbeit geben soll. Ein Projekt, das zurzeit allerdings pausiert, weil der Verein, dem Vater und Sohn Goelz vorstehen, dafür noch nicht das nötige Geld aufbringen konnte. Zudem wird Fachpersonal benötigt, das vor Ort mit in das Projekt einsteigt.

 

Deshalb fand sich zunächst ein anderes Betätigungsfeld. In der Stadt stießen die beiden auf ein halbfertiges Gebäude, was eigentlich eine Privatschule werden sollte. Goelz kümmerte sich um die Fertigstellung der Schule, die im Oktober vergangenen Jahr öffnete und heute von 367 Kindern in drei Vorschulklassen und vier Schulklassen besucht wird. Der Verein hat den Aufbau der Schule finanziert, für die Ausstattung der Schüler mit Lehrmitteln gesorgt und vermittelt auch Patenschaften. Die Paten übernehmen dann für ein Jahr das Schulgeld – 50 Euro. Da eine Schule in Guinea auch einen Namen tragen muss, entschied sich Jakob Goelz sie nach seiner deutschen Großmutter Selma zu nennen.

 

Nun neigt sich das Schuljahr dem Ende zu, im kommenden Jahr, das am 1. Oktober beginnt, müsste es eine fünfte Klasse geben. Doch dafür fehlt der Platz. Ein Notbehelf wäre der Unterricht in einem Zelt. Ein Anbau an das bestehende Gebäude mache wenig Sinn, da dieses auf einem gemieteten Grundstück steht und der Mietvertrag in wenigen Jahren ausläuft. Deshalb sieht Gölz die Zukunft der Schule auf einem gegenüberliegenden Gelände, das der Verein kaufen könnte – vorausgesetzt er berappt dafür 9000 Euro. Dort könne man dann für weitere 3000 Euro ein Klassenzimmer so bauen, dass sich daran nach und nach weitere Klassenräume angliedern ließen. Schließlich benötigt die Schule im Endausbau Platz für 13 Schulklassen und drei Vorschulklassen.

 

Was so mutig geplant wurde, stoppt gerade, denn Corona hat den Spendenfluss an den Verein nahezu versiegen lassen. „Mit dem Geld, was wir auf dem Konto haben, können wir weder das Grundstück kaufen noch das Klassenzimmer bauen, so Goelz. Vornehmlich waren es Firmen aus dem Landkreis Göppingen und der Umgebung, die den Verein bislang unterstützt haben. Doch in den Unternehmen herrschen angesichts der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie gerade andere Sorgen. Deshalb hofft Goelz auf neue Mitstreiter. Lothar Lehner, Vorsitzender des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) im Kreis Göppingen, ist einer von ihnen und unterstützt die Initiative seines Mitgliedes. „Das ist ein tolles Projekt, was Goelz das stemmt und es wäre schade, wenn nach dem verheißungsvollen Start die Schule dort nicht mehr unterstützt werden könnte“, begründet Lehner seine Hilfe.

 

Lehners Unterstützung macht Goelz Mut und gibt dem Oberwälder Zuversicht, das Schulprojekt, wie geplant, weiterführen zu können. Ein Stopp des Schulprojektes mag sich der Diplom-Ingenieur gar nicht ausmalen, vielmehr denkt er an die Neugier der Kinder bei seinem letzten Besuch vor Ort zurück. „Es ist unglaublich, was die alles interessiert. Die wollten sogar wissen, was die Farben der deutschen Fahne zu bedeuten haben. Da hätte er auch zunächst passen und dann googeln müssen.  Die Farbzusammenstellung sei durch einen Ausspruch aus den Befreiungskriegen 1813 gegen Napoleon verbürgt, so Gölz. Und dieser lautete: „Aus der Schwärze (schwarz) der Knechtschaft durch blutige (rot) Schlachten ans goldene (gold) Licht der Freiheit.“ 

Weitere Informationen zum Verein und den Projekten gibt es unter www.amis-guinee.de. Spendenkonto: Amis de Guinée e.V., IBAN DE28 6105 0000 0049 0913 86 bei der Kreissparkasse Göppingen.

 

Die Schule in Kindia. Foto: Christopher Goelz 

 

Rückfragen

Lothar Lehner

Selbständiger Repräsentant des BVMW e. V.

Büroadresse:

Dorfstr. 12

73312 Geislingen

Tel. 07331 / 210 599

E-Mail: lothar.lehner@bvmw.de

 

Geislingen, 23.07.2020

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