Was ist dran: Versicherung gegen Cyberrisiken nicht mehr möglich?

Laut einem Artikel im Handelsblatt sind „Cyberrisiken für Unternehmen kaum noch versicherbar“. Dabei wird von zu großen Risiken und kaum noch bezahlbaren Prämien gesprochen. Wir haben Mitglied Dr. Hörtkorn München gefragt, wie sie das sehen.

Grafik: Pixabay.com/de; Gerd Altmann, geralt_internet-gaabdd6c5a_1280.png

Was ist dran: Versicherung gegen Cyberrisiken nicht mehr möglich?

Laut einem Artikel im Handelsblatt vom 23.03.2022 sind „Cyberrisiken für Unternehmen kaum noch versicherbar“. Dabei werden große Versicherer zitiert, und es wird von zu großen Risiken und kaum noch bezahlbaren Versicherungsprämien gesprochen.

Wir haben Mitglied Dr. Hörtkorn München gefragt, wie sie die Situation sehen.

Die aktuelle Berichterstattung:

Das Handelsblatt malt düstere Versicherungs-Szenarien zu Cyberrisiken an die Wand:

[…]„Hackerangriffe sind für Unternehmen, Makler, Branchenverbände und Experten inzwischen die am meisten gefürchtete Ursache für Betriebsunterbrechungen. Einer Umfrage des Versicherers Axa zufolge zählen Risikoexperten Cyberangriffe neben dem Klimawandel zu den größten Risikofaktoren für die nächsten fünf bis zehn Jahre.“ […]

„Doch die neue Gefahrenlage verschärft ein Problem, das bereits vor dem russischen Überfall auf sein kleineres Nachbarland für reichlich Ärger sorgte: Für viele Unternehmen sind Cyberrisiken kaum noch versicherbar.“

Umgekehrt fürchten die Versicherer hohe Verluste durch bereits abgeschlossene Policen. Streit zwischen den Assekuranzen und ihren Kunden scheint in dieser Gemengelage programmiert.“ […]

Dr. Hörtkorn München GmbH sieht das entspannter:

So sagt Michael Dutz, Geschäftsführer der Dr. Hörtkorn München GmbH:  

„Der Markt für Cyberversicherungen entwickelt sich weiterhin sehr dynamisch, nicht erst seit dem Ukraine-Russland-Konflikt. Wir bieten unverändert unser Premium-Produkt Cyber Protection Plus an. Bei Cyber Protection Plus handelt es sich um ein eigenes Makler-Wording aus dem Hause Hörtkorn, welches sich an den Mittelstand und Großunternehmen richtet.

Aufgrund eines erhöhten Cyber-Schadenaufkommens in den letzten Jahren kam es natürlich immer wieder zu Preisanpassungen, bei allen Versicherungsangeboten eine durchaus normale Entwicklung.

Zudem belastet die Versicherungswelt auch die allgemeine, zuletzt pandemiebedingte Situation, sei es die Zinsentwicklung oder die stark steigende Inflation."

Auf die aktuelle Ukraine-Russland-Konfliktsituation ist Dr. Hörtkorn jüngst eingegangen:

Cyber-Versicherung

Auch bei Cyberversicherungen besteht im Regelfall kein Versicherungsschutz im Zusammenhang mit Krieg oder Terrorakten.

Ob sich Versicherer auf ihre Leistungsfreiheit berufen können, ist jedoch bei in Deutschland angegriffenen Unternehmen fraglich. Es fehlt hierbei das Merkmal der Zwischenstaatlichkeit, da sich Russland nicht mit Deutschland im Krieg befindet.

Ransomware-Lösegeldzahlungen
Aufgrund der Sanktionen gegen Russland sind Lösegeldzahlungen an russische Hacker sanktionsbewährt, demnach dürfen keine Zahlungen geleistet werden!

BSI warnt vor dem Einsatz von Kaspersky-Virenschutzprodukten
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) warnt inzwischen auf seiner Website vor dem Einsatz von Virenschutzsoftware des russischen Herstellers Kaspersky.

Im Moment wird der Cyber-Versicherungsschutz bei bereits existierenden Verträgen durch die Nutzung von Kaspersky-Software noch nicht eingeschränkt.

Jedoch sollten sich Unternehmen mit der Frage beschäftigen, welchem Softwarehersteller sie auch in Zukunft vertrauen können. In einem größeren Kontext behandelt, sollte diese Fragestellung idealerweise in eine übergeordnete Resilience-Strategie eingebettet sein, auch hinsichtlich der Vorbereitung auf einen möglicherweise bevorstehenden weitreichenden geopolitischen Konflikt.

Alle Informationen und den gesamten Text zu Versicherungen in Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt finden Sie unter

https://www.dr-hoertkorn.de/newsmeldung/information-zum-russland-ukraine-konflikt.html

Den vollständigen Handelsblatt-Artikel finden Sie hier.