IT-Sicherheit – ja sicher! Kosten darf es halt nix…

"Klein aber gehacked"? Wieso KMU ein beliebtes Ziel für Cyberkriminelle sind, aber wenig dagegen getan wird. Ein Interview mit Mitglied Microvation.

Foto: Pixabay.com/de; Gerd Altmann, binary-2170633_1280.png

IT-Sicherheit – ja sicher! Kosten darf es halt nix…

In letzter Zeit wird immer wieder darauf hingewiesen, dass der Mittelstand verstärkt in den Fokus von Cyberattacken gerät. So sinnierte die WELT darüber „Warum Cyber-Kriminelle den Mittelstand lieben“ (externer Link, Welt.de) Hat sich nun etwas im Mittelstand geändert?

Ein Interview mit Markus Hutter, Geschäftsführer der Microvation GmbH, einem Spezialisten für IT-Sicherheit aus München anlässlich des Starts der „Security.Box“.

BVMW : Zwischen April 2019 und April 2020 ist fast jedes zweite mittelständische Unternehmen laut einer repräsentativen Studie der Initiative Deutschland sicher im Netz (DsiN) Opfer von Cyberangriffen geworden.

Rüsten denn die Mittelständler jetzt endlich auf?

Markus Hutter: „Aus meiner Erfahrung kann ich sagen – nicht wirklich! Es gibt sicherlich einige Verantwortliche, die sehr daran interessiert sind, ihre IT-Umgebungen bestmöglich abzusichern. Die gefühlte Mehrheit empfindet jedoch alles was mit IT oder gar IT Security zu tun hat als notwendiges Übel und reinen Kostenfaktor.“

BVMW: Kleine und Kleinst-Unternehmen haben ja oft nicht annähernd das Budget für Sicherheitsmaßnahmen wie große. Und auch keine eigene IT-Abteilung. Fahren die „kleinen“ nicht sowieso „unter dem Radar“ der Hacker, haben also relativ wenig zu befürchten?

Markus Hutter: „Dass ein Unternehmen „klein“ ist, schützt nicht vor Angriffen, im Gegenteil. Ein sehr prominentes Beispiel, das bereits 2015 passierte, ist der Angriff auf den Auerbachs Keller in Leipzig. Ein Hacker-Ring drang in das Kassensystem ein und richtete mit den geklauten Kreditkarten-Daten von über 400 Gästen einen Schaden von rund 100.000 Euro an.

Aber auch die über Phishing Attacken initiierten Betrugsmaschen wie der „CEO-Fraud“ sind besonders bei kleinen und mittleren Firmen sehr lohnend. Dort gibt es weniger Maßnahmen, die das Bewusstsein der Mitarbeiter schärfen und auch die technischen Gegen-Maßnahmen sind erheblich geringer.

Und für Cyber-Kriminelle gilt immer, dass Ziele umso beliebter sind, je geringer der Aufwand und das Risiko der Entdeckung.“

BVMW: Nochmal zurück zum Budget. Sie bieten aktuell ein Hardware + Service Bundle als Mietmodell an, das bei ca. 75 Euro im Monat anfängt. Viele Hersteller erwecken bei ihren Lösungen den Eindruck „einfach Hardware hinstellen – sicher ist man“.

Markus Hutter: „Ja, ein großer Marketing-Fehler. Wer im Unternehmen konfiguriert das Gerät und die Software dann richtig, wer nimmt Anpassungen vor, wenn z.B. neue Anwendungen von Standard-Einstellungen blockiert werden und wer kümmert sich auch regelmäßig um die Wartung und Überwachung? Und vor allem: welche Security Module sind dann auch je nach Modell enthalten?

Deshalb ist bei unserem Angebot immer alles dabei. Das führt zu dem Punkt: ohne Konfiguration, Wartung und Überwachung kann ich es eigentlich auch gleich ganz bleiben lassen. “

BVMW: Sie haben Ihr Angebot als Full-Service Konzept gestaltet. Wenn nun ein Mittelständler eine eigene IT-Abteilung hat, greifen Sie da nicht sozusagen in den Kompetenzbereich der IT-Admins ein?

Markus Hutter: Die IT Admins bei Mittelständlern haben meistens genug andere Probleme zu lösen. Da ist Zeit der größte Mangel, wenn es darum geht sich ausreichend um Security und Firewall kümmern zu können. Mit der „Security.Box“ haben die Administratoren ein All-In Flat-Rate Modell für die Firewall ohne sich einarbeiten zu müssen.

Sie können sich um Ihre bestehenden und neuen Projekte, z.B. im Bereich Digitalisierung kümmern.“

BVMW: Wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen viel Erfolg mit Ihrem neu gestarteten Angebot.

Kontakt:

MicroVation GmbH

Gabriele-Münter-Straße 1, 82110 Germering

Tel: +49.89.4522386.0

E-Mail: info@microvation.de

https://security-box.eu

www.microvation.de