Ladenverkäufer schneidet Schinken in einem Lebensmittelgeschäft

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17.07.2026

Minijobs weiterentwickeln statt abschaffen

Der Mittelstand. BVMW legt Reformvorschlag vor, der Flexibilität und soziale Absicherung miteinander verbindet

Autor:in: BVMW Bundeszentrale

Die Diskussion über die Zukunft der geringfügigen Beschäftigung gewinnt zunehmend an Dynamik. Der BVMW begrüßt das Ziel der Bundesregierung, mehr Menschen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu führen. Gleichzeitig ist der Verband überzeugt, dass dieses Ziel nicht zulasten eines Beschäftigungsmodells erreicht werden darf, das für viele mittelständische Unternehmen unverzichtbar ist.

Mit einem eigenen Reformvorschlag setzt sich der BVMW deshalb für eine Weiterentwicklung des bisherigen Minijob-Systems ein. Kern des Konzepts ist eine dynamisierte Hinzuverdienstgrenze von 1.000 Euro pro Monat. Damit sollen die notwendige Flexibilität für Unternehmen erhalten und gleichzeitig Beschäftigte schrittweise dort in die Sozialversicherung einbezogen werden, wo dies sinnvoll ist.

Flexibilität und soziale Absicherung miteinander verbinden

Der Mittelstand. BVMW ist überzeugt, dass sich wirtschaftliche Vernunft und sozialpolitische Verantwortung nicht ausschließen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen sind auf flexible Beschäftigungsmodelle angewiesen, um Auftragsspitzen, saisonale Schwankungen oder kurzfristige Personalbedarfe bewältigen zu können. Eine ersatzlose Abschaffung des Minijobs würde viele Betriebe erheblich belasten.

Der Reformvorschlag setzt deshalb auf eine differenzierte sozialversicherungsrechtliche Ausgestaltung. Ziel ist es, zusätzliche soziale Absicherung dort zu schaffen, wo sie einen echten Mehrwert bietet, gleichzeitig aber Doppelversicherungen und unnötige Belastungen für Arbeitgeber und Beschäftigte zu vermeiden.

Ein ausgewogener Reformansatz

Nach Auffassung des BVMW profitieren von diesem Modell alle Beteiligten. Beschäftigte erhalten größere Hinzuverdienstmöglichkeiten und können ihre soziale Absicherung gezielt verbessern. Unternehmen behalten die notwendige Flexibilität, um auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes reagieren zu können. Gleichzeitig wird die Finanzierungsbasis der Sozialversicherung dort verbreitert, wo dies sachgerecht ist.

Konstruktiver Beitrag zur politischen Debatte

Der Mittelstand. BVMW versteht seinen Vorschlag als konstruktiven Beitrag zur aktuellen Reformdiskussion. Der Verband ist überzeugt, dass die Zukunft der geringfügigen Beschäftigung nicht in ihrer Abschaffung, sondern in ihrer Weiterentwicklung liegt. Eine moderne Hinzuverdienstgrenze verbindet die sozialpolitischen Ziele der Bundesregierung mit den Bedürfnissen des Mittelstands und trägt dazu bei, Beschäftigung, Flexibilität und Wettbewerbsfähigkeit gleichermaßen zu sichern.

Reformvorschlag des Mittelstands: Weiterentwicklung des Minijobs (07/2026)  pdf / 158,2 KB

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