Was heißt Führung heute? Führung heißt in erster Linie, in Mitarbeitenden Menschen zu sehen und sie als solche zu behandeln. Sie in ihrer Individualität wahrzunehmen, sich für sie zu interessieren, ihre Bedürfnisse zu erforschen, sie zu fördern und entsprechend einzusetzen. Ihre Sichtweise einzunehmen.
Die Qualität von Führung zahlt überproportional auf die Arbeitgeberattraktivität und den Unternehmenserfolg ein.
Ursachen der Fachkräfteproblematik
- Das Angebot an Fachkräften nimmt in Deutschland aus demografischen Gründen immer weiter ab. Die Zuwanderung, die in diesen Tagen durch die Bundesregierung gesetzlich neu geregelt wird (Stichwort Arbeitsmigration), wird dieses demografische Problem nicht allein lösen können.
- Haltung und Einstellung der Generationen Y und Z zur Arbeit haben sich verändert. Für junge Menschen hat die Erwerbsarbeit nicht mehr die erste Priorität in ihrem Leben, für sie ist eher ein gesundes und ausgewogenes Leben wichtig. Sowohl in den Alltagsrollen als auch in Partnerschaften, Beziehungen und Familienkonstellationen ist ihr Leben bunter geworden. Allein in linear verlaufenden beruflichen Karrieren sehen viele jüngere Menschen keinen Sinn mehr. Das Erwerbseinkommen muss nur noch ausreichen, um materiell abgesichert zu sein. Viele streben nach einer neuen Art ganzheitlicher Selbstverwirklichung. Statussymbole sind ihnen immer weniger wichtig.
- Belegschaften, auch in kleinen Unternehmen und im Mittelstand, werden diverser. In vielen Unternehmen gibt es eine Durchmischung im Altersspektrum zwischen 16 und 67 Jahren. Und das ist gut so. Aber all diese Menschen haben unterschiedlicher gewordene Bedürfnisse. Das ist beschreibend, nicht bewertend. Gleichzeitig stellt diese Veränderung eine große Herausforderung an die heutigen Führungskräfte dar. Dabei spielen die eigene Haltung zur Arbeit und Werte wie Gleichbehandlung und Gerechtigkeit innerhalb der Belegschaft eine immer größere Rolle.
- Führungskräfte, die diese Herausforderungen meistern, werden mit einem neuen Teamgeist sehr großen Erfolg haben. Diese drei Faktoren spielen für das Gelingen eine wichtige Rolle.
- Identifizieren der persönlichen Stärken. Hier sind vor allem die Persönlichkeitsstärken gemeint. Die formalen Stärken werden in der Regel jeden Tag durch den Arbeitseinsatz deutlich. Die Persönlichkeitsstärken kennen wir häufig aus der negativen Abgrenzung: „Warum redet er so viel? Warum spielt er sich immer in den Vordergrund?“ Doch jede Persönlichkeitsstärke kann grundsätzlich für ein Team gewinnbringend eingesetzt werden. Dazu ist ein Mindset-Change notwendig, der zeigt, was diese einzelnen Stärken im Team Positives bewirken können.
- Mitarbeitende in die Unternehmensentwicklung einbeziehen. Mitarbeitende wollen heute mehr Sinn durch ihre Arbeit bewirken und durch ihre Tätigkeit erleben. Dazu wollen sie mitgenommen werden bei allem, was das Unternehmen betrifft, aber auch was die direkte Führungskraft bewegt. Sie wollen keine Befehlsempfänger sein für etwas, was sie dann nur plump ausführen, ohne mit dem Herz dabei sein zu können. Informiert sein, gefragt werden, miteinbezogen zu sein, hat viel mit Kommunikation zu tun. Es müssen auch unangenehmen Dinge angesprochen werden können, die Mitarbeitende von Betroffenen zu Beteiligten machen und sie dadurch emotional an das Unternehmen binden.