Einführung & Vietnam als Wirtschaftsstandort
internationale Fachkräftegewinnung kompakt, praxisnah und direkt aus dem Netzwerk des BVMW
Internationale Fachkräftegewinnung ist für viele mittelständische Unternehmen längst kein Zukunftsthema mehr, sondern eine konkrete strategische Aufgabe. Genau hier setzte die Online-Veranstaltung „Vorteil Außenwirtschaft: Impulse für den Mittelstand – Fachkräfte International“ am 16. Juni 2026 an.
Zum Auftakt gab Reinhold von Ungern-Sternberg, Leiter Außenwirtschaft des BVMW, eine kurze Einordnung zur Bedeutung internationaler Märkte und Netzwerke für den deutschen Mittelstand. Dabei wurde deutlich: Außenwirtschaft bedeutet nicht nur Export und Markterschließung, sondern zunehmend auch Zugang zu qualifizierten Fachkräften, internationalen Kooperationen und neuen Wegen der Fachkräftesicherung.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen praxisnahe Einblicke in die Fachkräftegewinnung aus Indien und Tunesien sowie in Unterstützungsangebote der internationalen Zusammenarbeit. Daniel Raja, BVMW Repräsentant Indien, stellte das große Fachkräftepotenzial Indiens vor und zeigte, wie Unternehmen über strukturierte Vermittlungsmodelle, Qualifizierung, Sprachförderung und Begleitung bei Anerkennungs- und Visaprozessen internationale Talente gewinnen können. Manel Bannouri, BVMW Repräsentantin Tunesien, beleuchtete Tunesien als strategischen Partner zwischen Europa, Afrika und der MENA-Region. Sie zeigte auf, welche Chancen sich insbesondere in technischen, industriellen und digitalen Berufsfeldern ergeben und wie direkte Fachkräftevermittlung sowie Remote-Zusammenarbeit aus Tunesien praktisch gedacht werden können.
Dr. Narmina Jalalova von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ergänzte die Beiträge um die Perspektive fairer und nachhaltiger Fachkräftemigration. Im Fokus standen strukturierte Projektphasen, Sprach- und Kulturvorbereitung, Anerkennungsprozesse sowie die Frage, wie Unternehmen, Fachkräfte und Herkunftsländer gleichermaßen profitieren können.
Besonders wertvoll war der direkte Austausch im Anschluss an die fachlichen Beiträge. Die Referenten hatten ausreichend Gelegenheit, mit den angemeldeten Unternehmen ins Gespräch zu kommen, konkrete Fragen zu beantworten und Anknüpfungspunkte für mögliche weitere Gespräche zu schaffen. Gerade dieser Dialog zeigte, wie wichtig persönliche Kommunikation, belastbare Netzwerke und praxisnahe Orientierung sind, wenn internationale Fachkräftegewinnung erfolgreich umgesetzt werden soll.
Mit Unternehmen wie der Grötz Unternehmensgruppe sowie der Hartmann Spedition und Logistik waren auch namhafte mittelständische Betriebe vertreten, bei denen Themen wie Fachkräftesicherung, internationale Rekrutierung und langfristige Personalstrategien eine hohe praktische Relevanz haben. Die Teilnahme solcher Unternehmen machte deutlich, dass internationale Fachkräftegewinnung nicht nur für einzelne Branchen, sondern für viele Bereiche des Mittelstands zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Die Veranstaltung zeigte insgesamt: Internationale Fachkräftegewinnung kann für den Mittelstand ein wichtiger Baustein zur Zukunftssicherung sein. Entscheidend sind jedoch eine klare Strategie, verlässliche Partner, gute Vorbereitung und der kontinuierliche Austausch zwischen Unternehmen, Experten und internationalen Netzwerken.