BVMW-Projektbeauftragter spricht über Sanierungsbedarf, langwierige Planungsverfahren und die Zukunft der Verkehrsinfrastruktur in der Region.
Zukunft bauen: Mobilitätsinfrastruktur verlässlich gestalten
Am 30. September 2026 fand im Veranstaltungszentrum HARRES in St. Leon-Rot die 9. Regionalkonferenz Mobilitätswende „Zukunft bauen: Mobilitätsinfrastruktur verlässlich gestalten“ statt. Die Veranstaltung brachte zahlreiche Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zusammen, um aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze rund um eine leistungsfähige, resiliente und klimafreundliche Mobilitätsinfrastruktur zu diskutieren.
Im Mittelpunkt stand die Frage, wie bestehende Verkehrs- und Infrastruktursysteme angesichts steigender Anforderungen an Klimaschutz, Versorgungssicherheit und gesellschaftliche Teilhabe weiterentwickelt werden können. Die Metropolregion Rhein-Neckar GmbH und die TechnologieRegion Karlsruhe GmbH schufen dafür erneut eine Plattform, die regionale Perspektiven mit überregionalen Fragestellungen verband.
Nach der Begrüßung durch Dr. Doris Wittneben von der Metropolregion Rhein-Neckar, Jochen Ehlgötz von der TechnologieRegion Karlsruhe sowie Bürgermeister Dr. Alexander Eger rückte zunächst die Bedeutung der Rheinschiene in den Fokus. Dr. Marie-Eve Reinert, Direktorin des Europäischen Verbunds für territoriale Zusammenarbeit, widmete sich in ihrem Impulsvortrag der Rheinschiene als systemrelevanter Infrastruktur für den Güter- und Personenverkehr in Deutschland und Europa.
Daran anschließend diskutierten Dr. Christoph Schnaudigel, Landrat des Landkreises Karlsruhe, Frédéric Siebenhaar, Geschäftsführer des Eurodistrict PAMINA, und Christian Specht, Oberbürgermeister der Stadt Mannheim, unter dem Titel „Achillesferse Rheinschiene – Infrastruktur am Limit?“ über aktuelle Herausforderungen und Perspektiven aus Politik, Verwaltung und internationaler Zusammenarbeit.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Widerstandsfähigkeit von Mobilitätsstrukturen in Krisensituationen. Dr. Peter Schittenhelm, promovierter Physiker, aktiver Stabsoffizier der Reserve und Unternehmensberater, beleuchtete in seiner Keynote die Bedeutung von Infrastruktur und ziviler Mobilität im Krisen- und Verteidigungsfall. Das Thema wurde anschließend in einer Podiumsdiskussion zur resilienten Mobilität vertieft.
Am Nachmittag boten mehrere Fachforen die Möglichkeit, einzelne Themenfelder praxisnah zu diskutieren. Dabei ging es unter anderem um Mobilitätsarmut und gesellschaftliche Teilhabe, neue Antriebe und vernetzte Logistik, digitale und autonome Mobilität sowie um die Frage, wie Kommunen Mobilität neu ordnen und gestalten können. Damit deckte die Regionalkonferenz ein breites Spektrum ab, das sowohl strategische Fragestellungen als auch konkrete Anwendungsfelder für Unternehmen und Kommunen berührte.
Begleitet wurde das Programm von einer umfangreichen Ausstellung, die zusätzliche Möglichkeiten für Gespräche, Vernetzung und den Austausch zu aktuellen Mobilitätslösungen bot. Auch der BVMW war als Aussteller mit einem eigenen Stand vertreten und nutzte die Gelegenheit, mit Teilnehmenden aus Wirtschaft, Politik und weiteren Bereichen ins Gespräch zu kommen und den Austausch zu Themen der Mobilitätswende und der mittelständischen Wirtschaft zu vertiefen.
Die Networkingpausen und Ausstellungsbesuche boten über den gesamten Veranstaltungstag hinweg Raum für persönliche Gespräche und neue Kontakte. Gerade für mittelständische Unternehmen bot die Regionalkonferenz damit die Möglichkeit, sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren, unterschiedliche Perspektiven kennenzulernen und Impulse für die eigene unternehmerische Praxis mitzunehmen.
Mit der Kombination aus Impulsvorträgen, Podiumsdiskussionen, Fachforen, Ausstellung und persönlichem Austausch zeigte die 9. Regionalkonferenz Mobilitätswende erneut, wie vielfältig die Anforderungen an die Mobilitätsinfrastruktur der Zukunft sind und wie wichtig die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft für tragfähige Lösungen ist.